Ausgabe 
5.1.1913
 
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Und die, die im Elend sind, führe in dein Haus! Und wenn du es nicht kannst, ich meine, in dein Haus führen, o so führe sie in ein Haus, und wisse, daß, wenn du das tust, du selbst den größten Ge winn davon hast. Vielleicht hast du selbst Kinder und weißt, wie ein Vater- oder Mutterherz fühlt. Da denke ich noch an unsern Webermeister in Musch, es war in den Tagen der Massaker von Arabkir, der Mann war mit Weib und Kind, einem dreijährigen Söhnchen, auf den Kirch hof geflohen. Dort saßen sie in ihrer Angst um ihr Leben und um das ihres Bübchens. Plötzlich kommt eine Kugel; sie trifft das Kind an ihrer Seite, und lautlos liegt es vor ihnen, die Augen im Tode gebrochen. Ringsherum Morden und Plündern und neben ihnen die teure, kleine Leiche. Wie blutete das Herz der Eltern, als sie dort auf dem Kirchhof ihrem Liebling das Grab graben und es da an dem Platz hineinsenken mußten, wo die Kugel der Feinde sein unschuldiges, kleines Herz getroffen hatte. A. von Dobbeler. Gaben für Armenien nimmt an Direktor Schuchhardt, Frankfurt a. M., Fürstenbergerstr. 151.

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Allgemeine Gebetswoche vom 5. 11. Januar 1913.

Sonntag, 5. Januar. Vorgeschlagene Texte für Predigten und Ansprachen: Sprüche 29, 18; Matthäus 6, 33; Epheser 3, 14. 15.

Montag, 6. Januar.

Dank und Beugung.

Er hat wieder ein Jahr lang reiche Gelegenheit gegeben zur Ausbreitung seines Evangeliums in aller Welt.

Er hat uns durch seinen Heiligen Geist den Herrn Jesus Christus größer und herrlicher gemacht.

Wir schuldigen uns und tun Buße:

Wieviel haben wir versäumt dem Herrn und unsern Mitmenschen gegenüber! 5

Wie wenig erreichen wir die gottentfremdeten Massen!

Wie betrübt sieht es in der Christenheit aus! Wieviele

haben den Schein des gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie! i

Wieviel Jagen nach irdischem Besitz und Ansehen, statt

am ersten zu trachten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit!

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Wieviel Rassenüberhebung, Nationalhaß, Standesvor urteil! Wie wenig Liebe und Brüderlichkeit!

4 Pfalm 103; Jes. 12; Matth. 6, 24 ff; 1. Kor. 12, 27 bis Kapitel 13.

8 Dienstag, 7. Januar. Die allgemeine ch ristliche Kirche, der eine Leib, dessen Haupt Christus ist.

Wir gedenken der ganzen Gemeinde Christi in der weiten Welt,(nach Psalm 145.)

Gottes Volk bedarf in unserer versuchungsreichen Zeit einer gründlichen Schrifterkenntnis und eines geistgewirkten Schriftgehorsams.

Rickkehr zu der ersten Liebe und den ersten Werken ist uns not, damit die Bruderliebe wachse und das Bewußt sein der Einheit kräftig werde.

Wir erbitten neue Geistesmacht zum Zeugendienst.

Wir müssen lernen, regelmäßig und planmäßig unserem Vermögen zu geben für Gottes Reich wissend, daß es Gnade ist, unser Hab und Gut in den Dienst des Herrn stellen zu dürfen.

Wir tun Fürbitte für die Diener am Wort, daß sie mit dem Heiligen Geiste erfüllt werden und ihren Meister ver herrlichen. Wir flehen den Segen Gottes herab auf alle Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, die zerstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen. Jes. 55; Offb. 2, 18 u. 3, 7-13; 1. Thess. 1.

Mittwoch, 8. Januar.

Die Völker und ihre Herrscher.

Wir tun Fürbitte für die Könige und alle Obrigkeit. Wir flehen um ein gesundes, in der Furcht Gottes wurzelndes Verhältnis der Stände zueinander, daß unter uns nicht der Eigennutz regiere, sondern das Bewußtsein unfrer Pflichten gegen Gott, gegen unser Volk und gegen unsre Nächsten bei uns im Vordergrund stehe. Wir bitten, daß der Herr dem Mißtrauen und der Eifersucht der Völker untereinander steure, drohende Kriege in Gnaden verhüte und uns schenke, mit dem hohen Gut des Friedens dankbar und treu hauszuhalten. Wir gedenken der Soldaten, der Seeleute und aller Diener der öffentlichen Ordnung. Psalm 23 Psalm 133; Röm. 13; Jak. 4.

Donnerstag, 9. Januar. Heidenmission. Wir danken dem Herrn

für das herrliche Evangelium von Christo, welches eine Kraft Gottes ist, selig zu machen alle, die daran glauben;

für die vielen Tausende, die im vergangenen Jahr zum Glauben an Christum gekommen sind;

für das erfreuliche Heranreifen der heidenchristlichen Kirchengemeinschaften zur Selbständigkeit, die sie in den Stand setzt, sich aus eignen Mitteln zu unterhalten, sich selbst zu leiten und selbst Mission zu treiben;

für die vielen offenen Türen auf dem großen Missions felde;

für das Zunehmen des Missionssinnes in der Heimat, für alle Missionsgaben, zu denen der Herr die Seinen willig gemacht hat;

für die Brüder und Schwestern, die dem Ruf des Meisters gefolgt sind, und die nun draußen im Kampfe stehen.

Wir bitten,. 5

daß jedes Glied der Gemeinde Christi den Befehl des Königs vernehmen und auf jede ihm mögliche Weise be⸗ folgen möchte:Predigt das Evangelium aller Kreatur!

daß die Missionsarbeiter angetan werden möchten mit Kraft aus der Höhe, und daß der Herr ihr Wort bekräftige durch mitfolgende Zeichen.