Sir. 155
Gedenktage.
2. Juli. 1721 Fr. Gottl. Klopstock geb., Quedlinburg. —
1850 Friede mit Dänemark. — 1893 Dr. G. Da». Teutsch
f. — 1896 Rud. Kö gel, Hofpredigcr, f. __
Das grüne Auto.
Spionoge-Noman von August Weiß!
64 (Fortsetzung).
Der Polizeirat stockte und blickte nachdenklich zu Boden.
Wissen Sie, was mir seht durch den Kopf geht? Vielleicht erklärt dieses grüne Automobil, warum uns immer ciu» ncschärst wurde, mit strengster Diskretion vorzugchen. Weiß (ijott, woher da der Wind weht. Der Präsident ist vielleicht von jemand beeinflußt worden, von dem er in letzter Linie ein Interesse an dem Verbrechen vermutete. Eine seine Sache, in die wir da hinein geraten sind!
Ein Agent trat ein und meldete, daß der Präsident den Polizeirat Wurz sofort zu sprechen wünsche.
Herr von Soolfcld empfing Wurz in seinem großen drei- scnsterigen Amtszimmer, von dessen Fenstern aus nian den ganzen Schottenring überblickt.
Der Präsident kam dcni Polizciratc mit Ungeduld schon entgegen.
Also es handelt sich tatsächlich um mein Automobil, bc- gann er.
Wirklich . . .?
Der Präsident nagte nervös an der Unterlippe und antwortete:
Ja. Meine Frau hat cs ihrer Schwester, Frau Professor Hartlicb, heute vornüttaz überlassen.
Und was soll jetzt geschehen? fragte der Polizeirat.
Meine Ansicht ist, daß man Frau Hartlieb direkt be- fragen soll, was sie mit dem Armband will. Oder — Sie sind
vielleicht der Meinung — daß--das Armband — ihr
gehören wird?
Nein, Herr Präsident.
Dann muß sie uns eben sagen, warum sie sich in eine Angelegenheit mischt, die sie nichts angeht. Herrgott — die Frauen . . .1 Doktor Martens soll also Frau Hartlicb so- fort oufsuchen und ihr den Ernst der Situation klar machen. Er soll ihr von nur einen Gruß ausrichtcn. Ich hoffe, daß wird wirken. Sobald der Doktor mit ihr gesprochen hat, bitte ich. mich von den Ergebnissen dieser Unteredung zu verständigen.
Sehr wohl, Herr Präsident. Nicht wahr, ich habe Sie recht verstanden, Doktor Martens soll Frau Hartlieb cuff- lnchen und sie unter Berufung auf Sie verhören?
Ja, verhören. Aber natürlich ein bißchen rücksichtsvoll. Nicht meinethalben. Aber sie hat ja schließlich nichts ange-
N«ue Tageszeitung. Donnerstag, den 2. Juli 1914.
stellt. Vielleicht irren wir doch, schloß der Polizeipräsident die Unttcrrcdung.
Achtzehntes Kapitel.
Wurz ließ Doktor Martens rufen und informierte ihn.
Hartlicb? fragte der Kommissär. Bei dem war ich ja vor kurzem! Richtig, ich weiß schon. Wohnt Schönbrun- uccstraße 46. Ec ist jener Mann, Herr Polizcirat, der uns die ersten Spuren gegeben. Er war cs, der dir im Staub gefundenen Haare mikroskopisch untersuchte und auf das Fleur d'or hinwies.
Der Polizcirat nickte lächlend:
Doktor, besuche» Sic sofort die Dame und trachten Sie, aus ihr etwas heraus zu bekommen. Natürlich in der dislre- testen Weise. ■ -
Doktor Martens fuhr in die Schönbrunnerstraße und ließ fragen, ob er die gnädige Frau sprechen könne.
Das Mädchen kam zurück und bat ihn einzutreten.
Ganz unbefangen, gleichgültig, liebenswürdig kam ihin die funge Frau entgegen.
Verzeihen Sie, gnädige Frau, begann Doktor Martens, ich komme wegen des Armbandes, das Sie heute früh im Fundbureau behoben haben. Es hat sich nämlich eine Stunde nach Ihrem Fortgehen eine andere Dame gemeldet, die ebenfalls behauptet, daß der Schmuck ihr gehört. Deshalb muß ich Sie bitten, mir das Armband für einen Augenblick zu überlassen, damit ich konstatieren kan», ob die Angaben der zweiten Dame richtig sind oder nichtl
Frau Doktor Hartlieb geriet in einige Verlegenheit.
Ich besitze das Armband monientan nicht, antwortete sin, ich habe es zum Juwelier gegeben. Bitte, vielleicht sin einigen Tagen wiederzukonimen.
. Gnädigste, es genügt, wenn Sie .mir die Adresse des Juwiclers bekannt geben. Ich inuß za den Schmuck nur einige Minuten sehen.
Die Worte des Konuuissärs niachtcn die Frau noch verlegener.
Ja — sehen Sie — die Adresse weiß ich eben nicht.
Um sie weiter in die Enge zu treiben, fragte sie nun der Kommissär:
Eine Marke werden Sie aber sicherlich erhalten haben. Darauf wird jedenfalls die Adresse stehen.
Marke —? Nein, er hat mir keine gegeben, sagte Frau Hartlieb zögernd. Der Juwelier meinte, das Armband wäre so auffällig, daß nian es nicht verwechseln könne.
Ja, dann bleibt mir nichts übrig, sagte Doktor Martens, als die betreffende Dame an Sie zu weisen.
Ach, bitte, nein, bat Frau Hartlieb. Bitte, vielleicht übermorgen wieder zu kownien, dann wird ja die Sache rasch und einfach und rasch erledigt sein.
Seite C
Doktor Martens begab sich in das Laboratorium des Professors Hartlieb.
Lieber Herr Professor, wenn Sie einige Minuten Zeit haben, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Bitte sehr. Ich stehe sofort zu Ihrer Verfügung.
Der Gelehrte schob einen Sessel zum großen Laborato- riunistisch und forderte Doktor Martens auf, es sich bequem zu:nach«n.
Ich komme, begann der Kommissär, in einer wichtigen Angelegenheit zu Ihnen, Herr Professor, in einer Sache, die auch Sie berührt.
Sie machen mich neugierig, Herr Kommissär. Legen
Sic los.
Bitte,, verzeihen Sie und halten Sie mich nicht für in- diskret, es handelt sich nämlich um Ihre Frau Gemahlin.
Ter Professor sah gar nicht überrascht aus, wie es doch eigentlich zu erwarten war, sondern eher mißmutig.
Wegen des Arnlbandcs, nicht wahr, Herr Doktor? be- Hicrfte er ärgerlich. Natürlich — ich hab's mir ja gleich gedacht. Aber die Frauen wollen keine Vernunft annehmen, wenn sie einmal in eine Idee verrannt sind. Ich warnte ja nieine Frau. Ich sagte ihr: Du wirst sehen, da gibt's dann nichts als Scherereien, Laufereien und Umständlichkeiten!
Nun. nun, so arg ist cs ja nicht, meinte der Kommissär begütigend, Unannehmlichkeiten dürften weder Ihnen, noch Ihrer Frau Gemahlin daraus erwachsen, umsoweniger, als ich sehe, daß Sie über die Sache orientiert sind und Sie mir voraussichtlich mit einigen Aufklärungen dienen können.
Gewiß kann ich das!
Tann bitte, sagen Sie niir vorerst, gehört das Arm-> Hand Ihrer Frau? 1 ,
Nein! Deswegen ärgere ich mich ja. Sie hat ja gar inchts damit zu schaffen. Aus purer Gefälligkeit halst sie sich da Unannehmlichkeiten auf.
Entschuldigen Sie, Herr Professor, aber wie kommt dann Ihre Frau dazu, ein Armband, das nicht ihr gehört, bei der Polizei zu beheben?
Eine Freundin bat sie händeringend darum.
Sie meinen die Gräfin di Campobello?
Wenn Sie den Namen ohnedies kennen — ja, die war es. Verraten Sie aber ja nicht meiner Frau, daß ich es Ihnen bestätigt habe!
(Fortsetzung folgt).
Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsch ei, Fiiedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- zeitung". A.-G., Friedberg i. H.
Bekanntmachung.
Freitag, den 3. Juli, mittags 2 Uhr findet in Eichen eine
Vorführung von Schwadenrechen
durch die Maschinenprüfungsstelle der Landwirt- schaftskammer statt. Zusammenkunft der Teilnehmer um 2 Uhr an der Heil- u. Pflegeanstalt. Darmstadt, den 2. Juli 1914.
Landicklschiistskmiltt für das krHcrMtuin Men.
Walter.
Be,r.: Feldbereinigungsmeliorationen Eambach.
Arbtiis- und Keftrungs-Nttgelning.
Montag» de» 6. Juli 1914, nachmitlags 2V, Uhr
sollen im Rathause zu Sambach die nachoerzeichneten Aibeiien und Lieferungen vergeben werden.
Voranschlag.
Los 1 Regulierung des Bockcnheimer Baches vom Weg
Rr. 1b bis zur Kieisstraße Butzbach—Lich. 5466,70 M. Los 2 Zementrohrlieseruna frei Verwendungsstelle 289,— „
Los 3 Regulierung des Altstädter Baches von Elation
9,9 bis zur Kreisstraße nach Holzheim 2355,59 „
Los 4 Zementrohilieferung srei Derwenoungsstelle 265,— „ Los 5 Regulierung des Eambaches von der Pletlch-
mühle dis zur Einmündung in die der Weiter 2365,— „ Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns und bei der Eroßh. Bürgermeisterei Eambach zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Voranschlags sind bis zum obigen Termin verschlossen und mit der Ausichrist: Angebot Feldbereinigung Eambach versehen Ser Erosih. Bürgeimeisterei Eambach «inzureichen. Pläne liegen in Eambach osscn.
Fricdberg, den 28. Juni 1914.
Eroßh. Kulturinspeltion.
_ _
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Kursbericht
vom 1. Juli 1914 der
Mitteldeutlchen Creditbank
Aktienkapital u. Reserven M. 79099 900 gegründet 1856.
Franlsurtrr Börse.
4«/» Reichsanleihe 98.65°/»
37*7« „ 86.10
3°/. . 76.95 „
39,7» Preuß. (Eonlols 86.25 „
37° . „ 76.90 „
4%, Hessen 97.75 „
37.7. „ 84.05 „
3°/. .. 74.05 „
17,«7o Griechen o. 1890 —.— „ 17,°/o Monopol-Eriech. —.— „ 4 ’/ 5 °/o „ Silbertente 84.50 „
47. Deitert. Eoldrente 85.— „ 3 Portugiesen Serie I 63.25 „
3 „ „ I» 65.65 „
49,7° Raffen v. 1995 98.— 4°/» „ „ 199 t 89.65 „
47. Administr. Türken 77.49 „ 47o Türken von 1903 82.50 „ Türlenlolc M. 161.20 „
4°/» Ungar. Eoldrente 80.30 „
4 „ „ juonenrente 79.55 „
37,"/.Bueu.-Air.Pr.Anl. 61.10 „
49.7. Chinesen 90.20 „
47»"/» Japaner 92.10 „
37. Silber-Mexikaner 47.70 „ 47.% M-x. Irrig. Anb 68.50 Berliner Handels Ant. 148.75 „ Darmstädt. Bank „ 115.25 „
Deutsche Bank „ 234.63 „
Deutsch-Asiatisch Bank 119.50
Diskonto Komm. Ant. 183 25°/, Dresdener Bank Akt. 147.25 Mitteld. Creditb. Akt. 115.25 ., Oest. Creditanst. Akl. 190.— „ BochumerEußstahl 222.25 „ Buderus E.-W. Akt. 104.65 „ Deuiich Luxemburg 129.— „ Eichweiler Bergw. 226.10 „ Eepentirch. Bergw. 182.87 ,. Harvener Bergbau Phönix Bergbau Laurahlltte Eriesheim Elektron Höchst. Farbwerte Holzverlohlungs-Jnd. Rütgerswerke Chem. Fabr. Albert Allg. Elektr. Ges. Akt. 242.— , Deutich-Uederjee E. <5. 163.37 Schuck. Elekir. Ges. Akt. 143.12 Siemens u. Halste Steaua Romana Zellstoff Waldhof Hambg. Amt. Patekf.
Nordd. Lloyd Oesterr. Staatsbahn Lombarden
Baltimore u. Ohio Akt.
177.25
236.12
244! — 455.50 301.10 188.20 398.—
Prtvatdiskont Tendenz: fest.
211.30
142.50 172.— 12 .25
111.50 151.25
17.50
89.75
2.75
Berliner Börse.
Türkenlose M. —.
Baltimore u. Ohio Akt. —.— , Eanoda Pacific AN. 197.25 , Piinc« Henri E.B. AN. —,— , Schantung E. B. AN. —.— , Berliner Handels Ant. 149.50 , Deuffche Bank Alt. 234.75 , Disk. Kommandit Ant. 188.37 , Dresdener Bank Akt. 147.37 , Pet.Jnl.Handelsb.Akt. 180.12 , Ruff.Bank s. a.Hand.A. 151.25 , Allg.EieI.Eesellsch.Akt. 242.50 ,
Deiksch-Luxemb.B.Akt. 128.25 , Dtlch-tlder/ee E G A«. 164.— , EelsenttrchenBgw.AN. 182.75 , Harpener Bergbau AN. —.— , Hohenlohewerke AN. 106.25 , Laurahütte Akt. —.— ,
Oderschlesier E. Akt. —.— , Phönix Bergbau AN. 238.50 , Rombacher Hütte Akt. 153.50 , Siemens u. Haiske AN. —.— Prtvatdiskont 2.50
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101.25
99.—
2 .—
17.37
153.62
62.63
Amalgamat. Copp.Doll. ChaNered Eompany Lstr. Easirand Proprietary „ Eolbfields „
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70.87 0.86 1.68 2.18 6 — 16.58
Die
Depofitenlrasie Friedberg i. H.
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An- und Verkauf von Wertpapieren an allen Börsen.
Errichtung lausender Rechnungen und provistonssreier Scheck-Conti. Umwechslung von Coupons und Sorten.
Annahme von offenen und verschlossenen Depots.
Entgegennahme verzinslicher Spar-Einlngen.


