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* Ober-Nosbach, 2. Juli. Gestern wurden hier durch

die Friedberger Gendarmerie zwei auf dem hiesigen Berg- werk beschäftigte Galizier verhaftet. Der Eine war nach seiner Heimat zum Militär einberufen worden und legte dabei soviel Begeisterung für sein Vaterland an den Lag, daß er die nötige Bettwäsche selbst stellen wollte. Er wußte aber anscheinend nicht, daß in Deutschand das Mitnehnicn fremder Gegenstände bestraft wird. So muß er nun, da er die Wäschestücke gestohlen hatte, vor seiner Abfahrt in die Heimat noch einige Tage Erholungsurlaub in Deutschland verbringen. Sein anderer Kollege wurde abends wegen Hausfriedensbruchs und Drohung sestgcnommen. Mitten im Orte legte er sich auf die Straße und wollte nach Fried­berg gefahren sein. Als er aber den zweiten Gendarm cr- ilickte, mußte er doch eingeschen haben, daß man in Deutsch and mit den galizischen Possen nicht weit kommt und trollte sann auch mit. Die vielen ausländischen Elemente auf der hiesigen Grube haben der Polizei doch schon viel zu schaffen gemacht, da dieselben doch nicht entfernt auf der Kulturstufe stehen wie unsere deutschen Arbeiter und die am Ende glau­ben, mit Gewalt und Drohungen ihre Ansprüche zur Gel­tung bringen zu müssen, so daß die Betriebsleitung gar oft sagen muß:Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los." Mit einheimischen Arbeitern hätte man diese vielen Unannrbmlichkcitcn doch nicht durchzumachen.

* Bad-Nauheim, 2. Juli. Heute Donnerstag, 2. Juli, abends 8Vi lllu, findet im Konzerthans das 4. Künstler­konzert statt. Solistin des Abends ist die berühmte ameri­kanische Pianistin Angusta Cottlow, deren Touren, die sich vo>, einem Ozean zum anderen erstrecken, ihr stets die außerordentlichsten Erfolgs bringen. Fräulein Cottlow hat bereits in allen namhaften Orchestern und unter fast allen Dirigenten von Bedeutung in den Vereinigten Staaten wie auch in Europa gespielt. Ti:Leipziger Neuesten Nachrich- :.n" schreiben:Die ausgezeichnete junge amerikanische Dir- tuksin spielte Mac Dowells zweites Klavierkonzert (D-moll)

it scingeschlisfener, gerundeter Technik, mit Temperemcnt, lästiger Gestaltung und kühler, klarer Kantilons ganz außer- i deutlich schön." Eben dieses Konzert wird Fräulein Cott- lotc auch heute Donnerstag Abend spielen, außerdem noch zwei Sclostllcke .Elair de lune" von El. Debussy und . Taraulelle aus Venezia e Napoli" von Franz Liszt. Das Orchester bringt die OuvertüreUnter dem Sternenbanner" von Heinrich Zöllner, sowie FassanctsEcencs clascienne" zu Gehör.

* Bad-Ra,iheim. 1. Juli. Die Vorbereitungen für den gro­ßen Bazar zum Besten des Roten Kreuzes am 25. und 26. Juli oer bekanntlich im Großh. Konzerthaus stattfindet, werden eifrig betrieben. Dank der Unterstützung weiter Kreise sind schon eine ganze Anzahl von reichen Gaben für das Glücksrad gestiftet worden, das wohl eine besonder« Anziehungskraft «usüben wird. Unter den Stiftern befinden sich die bekannte Lontinental-Caouischuc- und Guttapercha-Compagnie in Han­nover, die Kasseehandelsgeselllchaft Haag in Bremen, die Firma Schade u. Füllgrabe in Franksurt a. M., das Reisebureau Koch, Lauteren u. Co.-Bad-Rauheim. Durch seine Vermitte­lung stiftete derNorddeutsche Lloyd" in Bremen eine Freikarte für eine Fahrt von Bremen nach Helgoland und zurück, und die Köln-Düsseldorfer Dampsichissahrtsgesellschaft vier Freikar­ten für eine Rheinsahrt: das genannte Reisebureau selbst stif­tete drei Freikarte» für die programmäßigen Automobilfahr- tcn (Nacknnittagssahrt) sowie »0 Ecpäckoersicherungspolicen aber je 660 Mark. Ein besonders wertvoller Gewinn ist eine Freikarte für eine Fahrt mit drin Zeppelin-LustschissViktoria Luise", die von der Hainburg-Amerika Linie, Abteilung Lust- schissahrt, in sichere Aussicht gestellt ist.

* Echzell, 2. Juli. Der Kreisziegenzuchtvcrein Blldin- g»n wird einen größeren Markt am Samstag, den 11. Juli birr veranstalten. Zugelassen werden nur Tiere, welche Mitgliedern des Kreisziegcnzuchtvereins Büdingen gehören. Ucber jedes aufgetriebcue Tier ist ein ordnungsmäßiger Abstammungsnachweis ebenso ein Ursprungszeugnis mitzu- bringen. Auf dem Markte ist für Gemeinden und Züchter die beste Gelegenheit, reinrassiges Zuchtniatcrial käuflich zu erwerben. Der Austrieb dauert von 7 bis Uhr.

* Gießen, 2. Juli. Tie Landesuniversität feierte gestern ihr Jahrcsfest in herkömmlicher Weise. Vormittags 11% Uhr fand ein Festakt in der neuen Aula statt, bei dem der Rektor, Geh. Kirchenrat Prosesior Dr. E ck die Festrede über Gedanke und Persönlichkeit" hielt. Hieran anschließend, verlas er die Chronik der Universität für das abgelaufcnc Jahr und verkündete die Ergebnisse der Preisaufgabcn. Don den im vorigen Jahre gestellten Preisaufgabcn sind die der theologischen Fakultät für den akademischen Preis und den Leydheckerpreis, von der medizinischen Fakultät die für den Balserpreis und vier Aufgaben der philosophischen Fakultät bearbeitet worden. Die Ausgabe der theologischen Fakultät für den akadcmisck)en Preis lautete:Das Matyriuni des Polykarp von Smyrna litterar-kritisch und religions-gcschicht- lich untersucht". Verfasser ist cand. thcol. Wilhelm Rcuning aus Friedbcrg. Die Aufgabe für den Leydheckerpreis lautete: Tie grundsätzlichen llnterschicdc der evangelischen und der römisch-katholischen Auffasiung von der Hcidenmission". Verfasier ist cand. tbeol. Heinrich Fcick. Der Balserpreis lautete:Es soll auf Grund der in der Gießcncr chirurgischen Klinik erzielten Erfolge untersucht werden, ob bei Ulcas ven- triculi die Gastroenterostomie oder die Resection den Vor­zug verdient." Verfasser ist cand. med. Joseph Baur. Tic Aufgabe aus der Chemie lautete:Reduktion mit elektro­lytisch erzeugten Anialgamen." Verfasser ist cand. chem. Otto Langeloth. Tie Ausaobe aus der griechischen Philo­logie lautete:Novae commoediae fragnienta adespota in pcpyris membranisque Aegypfiacis servata colligantur, ceccnseantur, explancntnr. Der Verfasser ist cand. Phil. Edmund Knöllinger. Die Ausgaben aus der romanischen Lbilploaie lautet- .Tie Sprache der Meder. Donnrollen".

nt*t TagfttihMn. beu t. 3»n lllf

Verfasser ist cand. Phil, rer Eduard Brtzendörfer. Die Arbeit

aus der Englischen Philologie lautete:Der Formenbau des Nomens und Pronomens im Neuenglischen nach Gramma­tikererzeugnissen". Verfasser ist cand. Phil. ree. Ehr. Müller. Am Mittag fand in Steins Saalbau ein Festessen statt, an dem Dozenten und Beamte tcilnahmen. Hieran schloß sich ein Gartenkonzert.

* Schlüchtern, 30. Juni. Fin Distelrasentunnel trug sich der erste tödliche Unfall zu. Bei der Durchfahrt eines mit Militärpfcrdcn beladenen Zuges sprang ein Tier in­mitten des Tunnels aus dem Wagen. Wenige Augenblicke später wurde cs von einem Schnellzuge überfahren und so­fort getötet.

" Lich, 2g. Juni. (30. Bundesfcst des Lahntalfängerbundes an, 11., 12. und 13. Juli zu Lich). In der freundlichen ober- hesiifchen Stadt Lich a. d. Wetter, dem Stammsitz des erlauch­ten Fürstengeschlechtes, dem unsere hochverehrte Landesherrin entstammt, soll an den genannten Tagen unter dem Protckto- raie Sr. Durchlaucht des Fürsten Karl von Solms-hohen- solms-Lich das 30. Bundesfcst des rühmlichst bekannten Lahn­talsangerbundes abgehaltcn werden, in der Stadt, der der Franljurter Sangcsmeistcr, der unvergeßliche Männerchordiri­gent R e c b entflammt. Aus ganz besonderem Grunde wurde aus das den Bund ehrende Protektorat und andererseits auf die Ecburtsstätte Recbs, an der Spitze des Artikels hingewie- scn. Schon bei mehreren Gelegenheiten, so auch auf dem Hun­ger Dnndcsfestc, gaben Se. Durchlaucht Fürst Karl und seine hohe Gemahlin das rege Jnteresie an dem edlen deutschen Munnerjangc und den Bestrebungen des Lahntalfängerbundes zu erkennen. Wenn Fest- und übrige Bundesvercine am Mor- gcy des 13. Juli ein Ständchen vor dem Furstcnschlosie ge­plant haben, so möchten sie durch eine derartige Kundgebung gern auf ihre Art beweisen, wie sehr sie solche Jnteressen- nahme am deutschen Männcrsang zu würdigen und zu schätzen wisic». Und ferner lesen wir im Bericht über den Lahntal- sängcrbund aus dem goldnen Jubiläumsjahr (1910):Im

Jahre 1861 fand das erste Bundcssängerfest in Butzbach statt und zwar am 7. und 8. Juli. Der Choral:Töne du Feier­lied" der auf dem Marktplatze angestimmt wurde, leitete die Feier ein. Das Konzert wurde in den Hallen der ehrwürdi­gen St. Markuslirche abgehalten. Außer der Neukommschen Kantate:Lobet den Herrn" und der Hauptmannschen Mo­tette.Ehre sei Gott in der Höh" wurde die Hymne von Herzog Ernst" zum Bortrag gebracht. Durch das Gotteshaus erbrausten die mächtigen Akkorde des von dem Frankfurter LiederkomponistenReeb" dirigierten Liedes. An den fürst­lichen Komponisten wurde später ein Huldigungstelegramin gesandt. Reeb aber wurde zum Ehrenmitglied ernannt." Un­ter solch günstigen Vorbedeutungen verspricht das diesjährige 30. Bundesfest ein schönes zu werden, ihm liegt ja auch ein prächtiges Programm zugrunde. Am Samstag Nachmittag fin­den vor dem Schlosse ein Konzert der Kapelle des Leibdrago- ner-Rcgiments und Abends Kommers statt. Der Sonntag bringt von 10 Uhr vormittags ab das Wertungssingen der Bundesvcreine in Steins Eaalbau unter der Kritik des Kgl. Musikdirektors Parlow aus Frauksurt a. M. Am Nachmittag bewegt sich ein glänzender Zug nach dem Festplatz zum großen Festkonzett. Montag früh find: das erwähnte Ständchen und daun der Sängertag imHoll. Hof" unter Leitung des Bun- dcspräsidcnten und nachmittags Konzert.

* Frankfurt a. M., 1. Juli. Im Hauptbahnhofe versuchte sich am Sonntag ein Kaufmann aus der Günthersburg-Allee mit Eyankali zu vergiften. Auf der Polizei wandte man so­fort Gegenmittel an, wodurch es gelang, den Mann, der sich aus geschäftlichen Sorgen das Leben nehmen wollte, zu retten.

* Frankfurt a. M., 1. Juli. Ein bekanntes Einbrechertrio brach Sonntag früh in ein Eicrgeschäft im Holzgraben ein, fand aber nur 1,60 Mk. vor. Als sie die Räume wieder ver­ließen, wurden sie von der Polizei gestellt und verhaftet.

* Franksurt a. M., 1. Juli. Unter dem Vorsitz des Schiffs­besitzers Seus in Dorfprozelten a. M. hat sich am Sonntag hiersclbst bei starker Beteiligung aus fast allen schiffahrttrei- tendcu Mainorten eine Reedereigenossenschaft gebildet, die den NamenMaiu-Schisfahrts- und Speditionsgenosienschaft, E. m. b. H." führt. Zum Sitz der neuen Gesellschaft wurde Würzburg bestimmt.

* Franljuri a. M., 1. Juli. Im Albert Schumann-Theater

findet heute abend 8 Uhr die Erstaussllhrung der lustigen Ge- sangspoffeDie wilde Katze" von W. Mannstädt und A. Wel­ler, Musik von G. Steffens statt. Die Eesangspoffe in vier Ak­ten, arrangiert von Direktor Scheller und unter musikalischer Leitung von Kapellmeister Wahl, wird von einem erstklassigen Ensemble dargestcllt und beini hiesigen Publikum sicherlich großen Anllang finden. -

* Frauksurt a. M., 2. Juli. Eine 80jährige Frau, die dabei bctrosfen wurde, als sie vor fremder Tür »m eine Gabe an­sprach. wurde wegen Betlelns zu einem Tage Gefängnis ve:-. urteilt. Die Greisin war bis dahin noch unbesttaft.

" Franksurt a. SOI., 2. Juli. Eine nahezu unglaubliche Ge­schichte, die in allen ihren Einzelheiten ein sensationelles Film­drama geben würde, spielt« sich dieser Tage in der Familie eines hiesigen Formers ab. Das Formerehepaar lud einen ihm bekannten älteren Kaufmann von auswärts zu einer Be­sprechung nach hier ein. Der Herr entsprach der Bitte. Als er in die Wohnung kam, traf er die Frau allein an. Während der Unterhaltung ersuchte ihn die junge Frau, sich der Hitze wegen des Rockes zu entledigen. Kaum hatte der Herr das getan, als der Ehemann der Frau mit geladenem Revolver in das Zimmer stürzte und beiden die Worte:Jetzt habe ich

Euch!" enigegenschleuderte. Dann zourdc der Gast unter den schwersten Androhungen 'gezwungen, sich auss Bett zu legen, wohin sich auch die Frau die sich mittlerweile teilwcis ent­kleidet hatte begab. DieseSituation" wurde nun von dem Ehemann photographisch sestgehalten, der jede Weigerung und jedes Sprechen des Kaufmanns mit sofortigem Erschießen bedrohte. Schließlich mußte der Mann noch zwei Wechsel über je >62 Mark unterschreiben. Der Kaufmann erstattete nach seinerFreilasiung" aus den Händen des Erpresierpaares un­verzüglich Anzeige bei der Polizei, die den Former noch am

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gleichen Tag« verhaftete. Ueber di« Persönlichkeiten bewahr» die Behörde vorläufig Stillschweigen.

» Franksurt a. M 2. Jul,. Im städtischen Krankenhause verstarb am Montag die 43jährige Privatfrau Elisab. Stadtt- müller Die Frau galt, da sie in einer Mansarde der Fried- richsttaße wohnte, als arm. Al» man ihren Nachlaß prüfte, fanb sich eine Kassette mit zwei Sparkassenbüchern über zusam­men 20 000 Mark vor. Ferner barg der Behälter sehr wcrl- rcllen Familienschmuck. Ob die alleinstehende Frau crbbcrcch. tigte Verwandte besitzt, konnte noch nicht ermittelt werden.

Hesien-Nassau.

* Wiesbaden, 2, Juli. Die Schwurgerichtsverhaudlung vom 30. Juni endete mit der Freisprechung des Angeklagten, des 21 Jahre alte» aus Holzhausen a. d. Aar gebürtigen Sait- Icrgchlllsen Emil Weiß in Ketternschwalbach. Weiß Hali: aut Karsreiiag mit Kollegen eine Radtour unternommen, von der er gegen Abend zurückkchrle. Schließlich wurde noch zu Fug nach dem y K Stunden von Ketternschwalbach cntsernt liegen de» GasthausHühncrkirche" marschiert. Rach 2 Slnnve Aufeiiiyalt wurde gegen 12 Uhr ausgebrochcn. llnterweg; kam es, wie auch schon im Lokal, zu Plänkeleien. Der Fahrer beim 4. Telegraphen Bataillon. Jul. Hermann von Limbach. zog bald seinen Säbel und verfolgte bcn flüchtig gehenden W.ntz. Dieser machte plötzlich Halt und versetzte dem ihm näher Ir.: inenden Hermauii einen Stich in die linke Schulter. Es gab darauf ein Gezerre um das Seitengewehr des Hermann, dem aus der einen Seite Hermann und Großmann, aus bl­anderen die berden Landwirte Gapp aus Ketternsihm,1b zogen. Weiß sprang plötzlich hinzu wie er aygibt. . Furcht, Hermann könnte die Wusse freibckommcn und v?.i . Gebrauch machen und versetzte Hermann einen zwei Etich in die Halsgcgend, der den alsbaldigen Tod des < stechcnen herbeiführte. Die Geschworenen Verne. .. Cchuldfiagen, worauf Freisprechung ersolgte.

* Hersseld, 2. Juli. Der landwirtschaftlichen B. :

ticrschau, die vom 3. bis 5. Juli hier stattfindet, wird ollen Teilen Kurhcssens ein lebhaftes Interesse entgegen- gebracht. Die Anmeldungen für die VichaussteNnng sn-d außerordentlich zahlreich,nd ebenso für die Masiiüncn.i: . stellung. Der Ausstellungskatalog wird 130 Seiten r fassen. Die Stadt rüstet sich, ihre Gäste würdig z» emv,un­ken. Sportliche Vorfiihrungen und einen großes Feuern» il sind für den Samstag vorgeschcn. Insbesondere dürfte der große Festzug am Sonntag, den 6. Juli, der von berufenei künstlerischer Seite arrangiert wird, Beachtung verdienen. Er wird in vielen Festwagen ein Bild von der Entwickelung der Landwirtschaft, vom Landleben »nd hestischer Eigcnait und Sitte geben. Aber auch Handel, Gewerbe und Industrie werden sich mit Gruppen und Festwagen beteiligen, die ihr- Beziehungen zur Landwirtschaft vor Augen führen sollen. Trachten aus den verschiedenen Teilen des Kreise? Hersseld, aus der Schwalm usw. werden das bunt: Bild vervollstän­digen. , * ' -

Starkenburg.

* Darmstabt I. Juli. Das Urteil im Prozeß Isaak ward, gestern vor der Straflammer dahier gefällt. Isaak war be­kanntlich im vorigen Jahre von der Strafkammer im Nicd.i- modauer Prozeß wegen gewerbsmäßiger Hehlerei, die er zur

Unterstützung des Adam begangen hat, zu 1 Jahr g Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Er hat dagegen Berusung oer- folgt, die auch den Erfolg hatte, daß das Urteil allsgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an die Vorigst, nz

zurückverwiesen wurde. Inzwischen ist im Varsitz, sowie auch bei den Beisitzern ein Wechsel eingctreten. Die diesmaii-,: Verhandlung dauerte nur 6 Tage. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe wegen 9f liiif- tung und Verleitung zur Untreue beantrag!, doch setzte dos Gericht die Strafe wegen Verleitung zur Untreue auf l Iah: Gcsängnir und 600 Mark Geldstrafe fest. Die Eesängnissirase wird durch die l Jahr und 6 Monate lange Untersuchnngssmsi für verbüßt erachtet. Der Haftbefehl gegen den Angeklagte.! der gegen eine Kaution von 30 000 Marl aus sreiem Fuße war, wird aufgehoben. Isaak hat gegen das Urteil sofort wie- der Berusung eingelegt.

* Darnrftadi, 1. Juli. Der Grotzherzog hat aus Anlaß dcs Ablebens dcs Erzherzogs Franz Ferdinand von Oesterreich eine Hosiraucr vom 29. Juni bis 0. Juli cinschließlich anac. ordnet.

* Darmstadt, 1. Juli. Di. Erch von hier überfuhr am ver­gangenen Samstag in Rennerod (Westerwald) drei Kinder. Dem einen Kinde wurde ein Bein zerschmettert, das Kino dcs Gerichtsvollziehers Kopsermann erlitt einen Schädclbruch, das dritte Kind trug ebenfalls schwere Verletzungen davon.

* Höchst i. O 1. Juli. Ta die Heidelbecrcrnte in «n-

serem Gebirge allenthalben begonnen hat, nahmen am Mon­tag die sog. Heidelbeerfcrien ihren Anfang. Wie wichtig diese Ferien für unsere Schulkinder sind, mag daraus ersicht­lich sein, daß es gar nicht selten ist, daß einzelne fleißige Schulkinder während der geioöhnlich dreiwöchigen Ferien 80 bis 100 Mark verdienen. ,

Neueste «ud Drasttnachvichten.

Opser des Badeiports.

Franlsurt a. M 2. Juli. In Mühlheim a. M. sind 2 junge Schreibgehilfen, die bei der Gemeindevern-altnng ange- stellt waren, beim Baden erlrunlen. In Hanau fand ein 13- jähriger Junge, der sich zu weit in das Wasser hinausgewagt hatte, de» Ertrinkungstod. Ferner ertrank bei Eeligcnstak: beim Buden im Main ein 17jähriger junger Mann. Wie c : Neustadt im Odenwald gemeldet wird, ist beim Bad.:, in der Mümiing der Landwirt Hermann ertrunken.

Frankfurter Wetterbericht.

Voraussage: Gewitter, wolkig, zeitweise Regenjälle,

ler, südwestliche Winde.