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% Beilage zurNeuen Tai»eszeitung".

_l Samsung, den 28. Wiir^ 1iN^.

7, ZalfkAung

Wochenschau.

Untcrjnchungsansfchuß in der Angelegenheit Rochrtie wird von der Opposition weidlich ausgenntzt werden. Das Ausscheiden Eaillaux und Monis aus dem Ministerium haben dessen Laue

" Kaiser in Korju. England vor der Krise. Die Affäre Caillaur. Russisches.

Kaiser Wilhelm auf Korsu der beste Beweis, daß unangenehme Zwischenfälle auf dem Gebiete der W-ltpolitik wenigstens in abschrbarer Zeit nicht zu erwarten sind. Dewitz ist der politische Horizont nicht frei von dunklen Wolken, aber . ; ;t hofft immer wieder, datz sie sich nicht zusammcnballen, joiidern schließlich doch wieder abzieheii werden, ohne datz es zu einer folgenschweren Entladung gekommen ist, so sehr auch nienblicklich die Lust mit Elektrizität geladen sein mag. Die­se Zerstreuung der Wolken kommen vielleicht die Begegnungen i ' gute, die Kaiser Wilhelm aus seiner Reise nach dem Duden :i Len Monarchen der beide» verbündeten Mächte in Wien -d Venedig gehabt hat und die erneut dartaten, datz der Drei- ind gefestigter deni, je dasteht. Besonderen Zwecken haben .sie Zusammenkünfte nicht gedient, sie galten nur einer per- .ilichen Orientierung über die hauptsächlichsten Tagcssrogcn d sollten in der Hauptsache eine Demonstration dasür sein, g die Dieibundmächte nach wie vor fest zusammenhalten.

Die Aktionslust der Entente Aiächte nach außen wird jetzt ..inilutzt durch böse Vorgänge aus dent Gebiete der iiineren .olitik. Am schlimmsten steht es in England, wo die Ul- . rsrage eine schwere innere Krisis herausbeschworcn hat. -:»! cs vielleicht auch nicht zu offener Rebellion kommen wie man zu besürchten ansünglich allen Erund hatte, so . der Verlauf der Angelegenheit doch Momente gezeitigt, ' ein bedciilliches Licht aus die inneren Zustände in Erotz- .r. aniiicn fallen lassen. Vor allem hat sich herausgestellt, datz -- i» der Armee recht faul steht und datz nicht nur aus die : ckannschaften, sondern nicht einmal aus hohe Generale und Offiziere ein sicherer Verlag ist, sondern datz sie gerade in dem Moment, wo cs auf sie ankommt, völlig versagen. Bisher meinte man, datz nur in der sranzosijchen Armee ganz abge- i Heu von den amerikanischen Raubstaaten die Politik eine tolle spielt, nun hat man aber auch die Erfahrung machen . 'Offen, daß es in England nicht anders steht und das Militär ersagt, wenn es sich um eine Nationalitätenfrage handelt. Die Erfahrung ist ein schwerer Schlag, nicht allein für das Kabi- ileit, sondern für ganz England, weil sie geeignet ist, das An- i'.hen Großbritanniens ganz bedeutend hcrabzumindern.

Einer ähnlich bewegten Zeit, wenn auch nicht in dem Ratze, geht man in Frankreich entgegen, wo die Kammer- ivahlen vor der Tür stehen. Die Affäre Caillau; wird zweifel­los hierbei eine Rolle spielen, und auch die Vorgänge in dem

keineswegs ocrbesiert, es waren mit die besten Kopse der Re gierung und der Ausfall der Wahlen läßt sich heute keineswegs übersehen. Das Ministerium Doumcrgue stand von Attsang an aus schwachen Füßen, man hat ihm keine allzu lange Le­bensdauer zugcsprochen, und gerade bei unserem westlichen Nachbar gilt der Datz: Das Ministerlcben ist nur ein Ucbcr- gang.

Auch in Rußland scheinen die Dinge in den maßgeben­den Kreisen nicht so ganz einwandsfrei zu sei». Die Duma hat zwar in geheimer Sitzung den großen Militärforderungcn zn- gestimmt, indesien bleibt das Reskript, daß der Kaiser a» den Minister des Acutzercn gerichtet hat, ungemein aufsälljg. Die­ser Erlaß enthält zwar in der Hauptsache nur Gemeinpläüe und Dinge, die im Grunde genommen selbstverständlich sind, wahrscheinlich wollte der Zar aber damit die Stellung der neuen Ministerpräsidenten Eoremykin stützen, und zeige», datz er sein unumschränktes Vertrauen genietze. Hieraus kann man aber hinwiederum schließen, datz sich manches hinter den Kulis­sen abspielt, und cs ist ja auch nicht unbekannt, wo die Quelle der jüngste» Treibereien chauvinistischer Natur zu suchen ist. Wenn cs jetzt nach französischen Quellen heißt, Kaiser Wil­helm werde im Lause dieses Jahres dem Zaren einen Besuch abstatten, so dürste das die augenblickliche Lage schwerlich all­zu sehr beeinflußen, denn in der Ha»ptsache handelt es sich da­bei wohl nur um die Erwiderung des Besuches, den der Zar im Mar vorigen Jahres auf Einladung zu den Hochzcitsfeier- lichkeiten am Berliner Hofe gemacht hatte. Liebenswürdigkei­ten sind heutzutage bei der ganzen Situation kaum am Platze.

(fine Zondrlsahri iiadj km heiligen (nnk.

1913.

Von Gräsin Marie z» Solms Rvrdelheim.

(Forlsetzung).

Nun wieder in den Wagen. Der westphätische Pastor wagte es sich, aus den Bock zu schwingen. Der jugeiidlichc Kutscher wies ihn hinunter. Trotzdem schenkte ihin der Pastor öfters Zigaretten. Der Knabe verstand es gut, das Zeichen zu machen, daß er noch mehr haben wollte. Die Abendsonne verklärte die Landschaft, lvir führten schöne Gespräche über die Hoffnung unseres Glaubens, es war, als führe man in den Hinimel, wie Elias. Aber die Pferde

wollte oder konnw er nicht verstehen. Mir machte u» Grande das schnelle Inge» Freude. Da aus einmal, e? li iirde schon zusehenS dunkler, kamen die abgesagten Pferde nicht niehr die Anhöbe hinan. Einnial, zweinial, die Pferde drehten sich, der Wagen kippte, beim dritten Male aber ge- lang cs, und wir waren nicht den Abhang hinunter ge- kiigelt. Wären wir heraus geschleiidcrt worden, hätte L unangenehm enden können. Wir fiihren 2 Stunden van, Toten Meer »ach dem Jordan. Nach der Nacht, die schon um 2 Uhr endete, wurde ansgebrochen. Am Abend batten wir noch eine schöne Andacht unter blühenden Bäumen. Das .Hotel hatte etlvas altertümliches, gemütliches, es hieß Jor. da», erinnerte an dentfche GntShösc älteren Stils. Manch« hatten Schakale schreien hören, vielleicht von Jerichow s Be. Ivohnern nachgemacht. Es war hier so schwül, daß wir die Türe öffneten, die auf unserer Galerie ins Freie ging. Es kam mir nicht sonderlich reinlich vor, und war vieler Lär".l auf der Straße. Das Schlafen holten wir im Wagen nach, wo wir bei Sternenfchein fckiöne, stille Zeit verbrachten. Ans denn Weg wurde sehr anfgepaßt, daß die zwei letztei, Wagen nie nials allein hinter einer Ecke zurückblieben. Ab und z>: bnschte eine wachthabende Gestalt den Wagen entlang, doch sah man ihnen nicht an, waren cs Räuber oder Beschützer.

Wir machte» wieder beiin Chan des barmherzigen Samariters Halt. Man ging anf eine Anhöhe. Ich genoß es. eine einsame Strecke z» Fuß zu waiidern. Das leiste Stück war so steil. Jetzt gingen wir zu Fiiß auf steinigem Pfad hinauf nach Jeriisalcm. Man verstand die.- Wart des Heilands. Ein ernster Aufstieg mit der Gewißheit das Todes vor sich, war es für ihn gewesen. Mir wurde dieser Stieg nicht ganz leicht, aber doch, ich war froh, das v r heiliges Land, das war auf Jesu Fiißspuren. so schieii es i>ü" Ich ging mit der begeisterten energischen Taut dar ist ' lichen, mit Schönheitssinn begabten Nichte, zu F.in d >- Jeriisalcm. Wir gingen zmn Teich Bethesda, der im Man. werk versteckt und überwachsen, einen poetischen Eindn.ä inacht. Tann zu den sehr freundlichen Zionsschwcste rn, die den kleinen Ecce Homo Bogen in ihrer Kapelle iiiid noch alles Pflaster aus Christi Zeit in ihren, Keller zeigen. Tan» die Via dolorosa weiter. Es lag alles ziemlich in gerader Linie auf dem Weg zum Hotel Fast, wo wir zum Mittog- esfcn rechtzeitig heimkamen. Unser Wagen soll sofort nvch einmal mit Fremden nach dem Toten Meer gefahren sein.

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