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Nr. 7»

Ment Tatzkszeitung. anenetag, de» 24. 9R«r} 1»l«

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Nichtblock abnormen und in einen Sorg legten. Da niemand

die Leiche de? Hingerichteten zur Beerdigung reklamiert hot, wird sie der Universität Marburg zu Etridienzwecken überwiesen. Zu diesem Zwecke wurden an der eLiche ver­schiedene Einspritzungen Norgenonimen, um sie Nor der Ver­wesung zu schützen. Dann wurde der Sarg geschlossen und mit dem Trankportwagen noch dem .Hauptgüterbabnbos ge­brockt. von wo au? der Weitertransport nach Marburg erfolgt.

Ein Gerücht.

Im frankfurter ..General-Anzerper" findet fich eine gimouc Schilderung der Vorsichtsmaßregeln. die einen Selbstmord Hopf's Verbindern sollten. Tie Wände seiner Zelle seien gepolstert gewesen, um zu Verbindern, daß der Mörder seinen Kopf cinrenne. Er bade lederne Hand- scknbe tragen niüsscn, ohne Finger. die bi? an die Ellenbogen reichten, außerdem war er mit einer Kette an einem Arm und einem Bein an die Wand gefesselt, die Bettlade war aus der Zelle entfernt worden. ?kls ibm am Abend vor der Hin- richtung die fesseln abgenonunen wurden, weilten ständig m lu e, e Aufseher um ihn. damit er sich nicht noch in der Nacht ui Leids- antun könne. Wir müssen gestehen, daß wir eine derartige Maßnalimc geradezu kindisch erachten. Zu was Neiden derartige Vorkehrungen getroffen bei einem dem Tode geweihten Menschen? Wenn Hopf sich entleibt bätte, dann wäre derselbe Eslokt erzielt worden, obne daß der Scharfrichter in Aktion bätte treten müssen. Man siebt, daß gerade in unserer Rechtspflege noch mancher überflüssiger Zopf zu finden ist.

In derKleinen Presse" widme! ein Berichterstatter dem nmmebr seiner Strafe verfallenen Hops einen längeren Ikgchnif, der mit der Üblichen Versicherung schließt, daß sich .ne menschliche Natur gegen jede absichtliche Vernicklung ?ines Menschenlebens aufbäume, möge dieses auch wertlos, io gemeingesäbrlich gewesen sein. Im vorliegenden Frille trifft die? nicht zu. denn gerade in diesen, Giftmordprozeß haben selbst überzeugte Gegner der Todesstrafe ibre Mei­nung geändert und b's Urteil geradezu als eine Notwendig­keit gefordert.

Ter Berichterstatter läßt auch weiter seiner Fantasie ungehindert die Zügel schießen. Es beißt da:

..Was da auf der Anklagebank saß. da? waren die traurigen Neste eines Menschen, der Anlagen und Be­gabung besaß, um Tüchtiger, ja Hervorragende? zu leisten, ,md von dem gute Kenner der Meuschenseele be- bauptrn, daß er unter anderen Verhältnissen die großen geistigen Vorzüge, mit denen er auch als Verbrecher Jahre und Jahrzehnte lang seine Umgebung bestach und immer wieder neue Hilfsguellen zur Fristung seine? Ta­le,»? fand, in nützlicher und segensreicher Weise hatte geltend nmchen könne»."

Das ist der vollendeste Unsinn, Schreiber dieses ist jahrelang in der Musterschule zu Frankfurt mit Hopf in einer Klasie zusammen gewesen. Hätte Hopf so große geistige Vorzüge besessen, so müßten sie bei ihm schon als Schiller bemerkbar gewesen sein. Das war aber keineswegs der Fall. Eber dürfte dg? Gegenteil zutreffen. In der Kleinen Presse" ist selbst zu lesen, daß Hopf in der Muster­schule ein schlechter Schüler gewesen sei und in ein Privat­institut untergebracht werden mußte. Nun schließt ja die geistige Begabung den schlechte» Schüler nicht auS, Sehr oft tritt gerade bei vorzüglich veranlagten Schülern ein Hang ,n Mutwille», Tatendrang und übermütigen Streichen auf. Davon war aber bei Hopf nl? Schüler niemals wo? zu merken. Wo einmal ein leichtsinniger Streich geplant und ciiSgefiihrt wurde, da war Hopf nie zu finden. Er war auch kein geselliger Kamerad, sondern machte eher den Eindruck eines stupiden Menschen, Wenn man ihn schon als Schüler als eine», T ck n, ä i c r bezeichnet, so würde das den Nagel auf den Kopf treffen. Als er nach Sexta und Quinta aufrückte und die taleinische und französische Sprache sein Gehirn belasten sollte, da siel Hopf gänzlich ab und mußte in ein Institut untergebracht werden. Es ist kaum z« glauben, daß Hopf i», späteren Leben auf einmal so blendende geistige Vorzüge erworben bätte. Es ist vielmehr anzunebmen. daß er sich einige körperliche und technische Vorteile anzueignen wußte, mit denen er seine Mitmcnsechn zu blenden ver­stand. Vf- -

Ärrs der Heimat.

Die Wahle» zur Ortslrankcnkaste haben, wie fich aus der Zählung ergibt, allenthalben unter sehr lebhafter Beteiligung abgespielt. Da» Ergebnis wirb wohl morgen bekannt werden. Soviel sei für heute schon gesagt, daß die Aussichten für die

national bürgerliche Lifte die besten sind.

* Friedbcra, 2t. März. Herr Oberstleutnant Müller vom Znsantcriercgimcnt Nr. 158 in Mühlheim sNichr) wurde zum Kommandeur des hiesigen Bezirkslommandor ernannt. Der Bezirlshauptmann Herr Dickmann wurde zum Major befördert

* grubbern. 24. März. Dem hiesigen Unternehmer Hch. Rüster wurden die Arbeiten für die neu hcrzustcllendc Wasser­leitung in der Gemarkung Ockstadt übertragen. Das Bauge- jchäst Hch. Reust führt dir Kanalisationsarbcitcn aus.

* Friedberg, 24. März. Gestern fand die diesjährige or­dentliche Krcistagssitzung des Kreises Fricdberg statt. Unter anderem wurde der Kreistassen ooranichlag für 1914 genehmigt. An Stelle des wegen Krankheit zurückgetretcnen Kreisansschust- mitgliedes Z. P. Aletter in Bad Nauheim wurde Hotelbesitzer Max Lehr in Bad-Nauheim einstimmig durch Zuruf gewählt.

* Fricdberg, 24. März. Mit einem sehr gut besuchten aus­gezeichneten Vortrag des Herrn Professor Dr. Callin aus Eic­hen konnte der Vollsdildungsverein Donnerstag, den 19. d. M. seine Winterarbeit abschlicsten, Herr Professor Gollin, de: noch von seinem feinsinnigen Zbscnvortrage her hier IN bester Erinnerung stnnd, hatte cs sich zur Ausgabe gemacht, seine Zu­hörer in das gröhte und gewaltigste Gedicht deutscher spräche, in Goethes Faust, einzuführen. Eine in dem engen Rahmen eines fünsoiertelstündigen Vortrages ganz gewist nicht leichte Ausgabe. Aber der Vortragende verband mit der vollständigen Beherrschung des weitschichtigen Stoffes eine so klar« Vorstel­lung für das Wesentliche, dast cs ihm leicht gelang, einer doch sehr verschieden für die groste Ausgabe vorgcbildcten Zichörer- schaft einen Einblick zu eröffnen in die Grundlagen, den We­senslern und die Besonderheiten dieses einzigartigen Dichter - Werks. Er zeigte vor allem, wie dieses Werk, das das Leben selbst in seiner ganzen Breite und ganzen Tiefe darstcllt, eng und untrennbar mit dem Leben und bei Persönlichkeit seines grasten Dichters verbunden ist und lehrte das Gedicht verstehen als die gewaltige Offenbarung eines hochgcstcigertcn Men­schentum». Klar und deutlich trat die wunderbar« Archltek- touik des zweiten Teils gegenübcr der freieren Beweglichkeit des ersten hervor, die verschiedenen Schichten des G rthefchen Schaffens an diesem Lebenswerk hoben sich klar und deutlich ab, dir wechselnden Stilmittcl der Dichtung, die allein in Vieser Beziehung eine Welt im llcincn ist, führten uns auch in die vollendete Form des Faust ein, Zn grasten Zügen traten die leitenden Cebaulcn heraus und die ganze Behandlung regte, das sei als ein Hauptverdienst des lichtvollen Vortrags hervorgehoben, zu eigner Brschästigung mit dem ewig jun­gen Werl Goethes a». Reicher Beffall dankte dem Vortragen­den für seine klaren Ausführungen, und wir dürfen wohl mit dem Wunsche schliehcn, dast wir bald wieder einmal die Freude haben werben, Herrn Proscssor Collin bei uns zu sehen und van ibm zu lernen.

* Dorheim, 24. März. DaS aa» vergangenen Sonntag in Butzbach nuSgrtragenc Wettspiel zwischen der Lcibkom- pognie des Infanterie Regiments Nr. 168 und der 1, Marm- jchast des Fußballklubs «Britanie"-Dorheim entschied zu Gunsten des zuletzt genannten Vereins mit 2 :0 Toren. Die mehrmaligen Versuche des Gegners, das Ehrentor zu retten, scheiterten an der guten Verteidigung des Dorhcimcr Tores.

* Rieder-Weisel, 24. März. Am 18. d. Mts. fand bei Herr» Gastwirt Peter Häuser 1l. die 13. ordentliche Ecneral- oerjammlung der Lanbw. Bezugs- und Absatzgenosscnschast (e. G. m. u. H.) zu Rieder-Weisel statt. Nach einleitenden Wor­ten des Vorsitzende» des Außichtsrats Herrn Zoh. Heinrich Adam, 2. erteilte er zu Puutt 1 der Tagesordnung (Rrch- nungsablagrl den, Rcndanieu Herrn Vill das Wort. Dieser machte den Mitgliedern die Jahresrechnung bekannt, welche wieder hüustig für die Geiwstenschaft abschlicstt. Mit einer Ak­tiva ewt 10 574 Mk. 94 Psg., mit einer Passiva von 9 755 Mk. 52 Psg mit einem Reingewinn vo» 819 Mk. 42 Psg. Vom Reingewinn mit 819 Akk. 42 Psg. wurde 99 Mk. dem Rcserve- sonds , 99 Mk. der Beiricbsrücklage und den Mitgliedern 1 Prozent Warendividenden (d. h. von, Warenbezug) auf ihr Gcschäftsguthaben xutgeschrirbcn. Bei der stattgehabtcn Wahl wurde das fatzunasgemast ausschcidende Borstandsmiiglied Herr Zakob Häuser 11. durch Zuruf wicdcrgcwählt, und die ausscheidcnde» Aufsichtsratsmitglicder Herrn Zoh. Gg. Häuser 12. und Peter Bill 1. wurde für Herrn Zoh. Eg. Häuser 12. als Gründer unserer Eenostensachst, der wegen sein vorgerüiites

Alter eine Wiederwahl ablehnte, durch Zurus an besten Stelle

Herr Philipp Hild-brandt 1. und Peter Bill 1. gewählt. Nach­dem das Geschäftliche soweit erledigt war, ergriff nun der Gründer unserer Ecnostenschast Herr Zoh. Eg. Häuser 12. da» Wort mit der Aufforderung an die Versammelten, einig zu> sammcnzustehen und warf nach einem Rückblick aus die ver­gangenen 23 Zahle», wo der deutsche Bauernstand aufwachtr, und den krästigcn Aufbau der Ecnostenschast, wo man jetzt mit einem schwungvollen Zahrcsbericht gegenüber stehe. Er ge dachte der Miiuncr, die den deutschen Bauernverein ins eben riefen, die ihre Existenz vernichteten, um den Bauernstand auf- zuhelsc», jetzt in Rot geraten sind und sic zu unterstützen. Die Generalocrsamnilung bcschlost einstimmig unserem treuen Vs: kämpser Herrn Dr. Otto Bäckel (Michendorf, M,rrt) 199 Marl zur Unlerftütziuig zu übersenden. Es wurden noch 19 Bücher sdas Scetenland) vom Bersastcr Dr. Otto Bocket an die Mitglieder ausgelost. Atan blieb » noch bei einem Glase Bier und bei Gesang des deutschen Liedes in gemütlicher Un tcrhaltung beisammen.

* Leihgestern, 21. März. Der 10 Zahrc alte Lehrling eines hiesige» Stcinhauermcifters erhängte sich in der Werkstatt sei­nes Meisters.

* Allcndorf a. d. Lahn, 21. März. Zum Bürgermeister wurde Ludwig Volk 22. gewählt. Ei» Gegenkandidat mar nicht ausgestellt.

* Eichen, 24. März. Zn unserer Studcnte'stchost sind zur Zeit eine enorme Menge Pumpgenies vertreten. Das Amts­gericht sah sich in den letzten Tage» genötigt, Dutzends von Haftbefehlen zur Erzwingung des Ossenbarnngsrides gegen Studenten z» ertasten.

* Fraakfurt a. M., 23. März. Ter frühere Obermeister der Bäckcriunung Stadtverordneter Jakob Drißlcr, gab ein­mal vor der Strafkammer ein Gutachten als Sachverständi­ger ab, daß er cs nicht für strafbar erachten würde, wenn ein Bäckermeister zur Zubereitung von Butter grböck Margarine verwende; es gebe in Frarckfurt keinen Bäcker mehr, der Butter zur Anfertigung von Buttergebäck nehme. Dieses Gutachten wurde in Däckerkreisc» lebhaft kritisiert. Der Zu­fall will, daß Drißler jetzt vor deni Schöffengericht als An­geklagter erschien, weil er Buttcrgcbackcues mit Margarine onfertigte. Dos Gericht vcrurtciltr ihn wegen wisse,itlistrer Nahrungsniittelsälschung zu 30 M Geldstrafe,

Hessen-Ra stau.

* F. E. Hanau, 21. März. Im Amtsbezirk Alzenau wurden i» vergangenen Jahre OtKiO Stück Obstbäunie neu aiigcpflanzt. DaS Obstcrträgnis bezifferte sich aus 68 500 obwohl in einer Anzahl Geuieivdrn eine völlige Mißernte zu verzeichnen war.

* Höchst a. M., 23. März. Ein ungewöhnlich schweres Kalb schlachtete Aketzgcrmeister Anton Dorn, hier. Das erst 8 Woche« alte Tier wog brutto 238 Pfund, cs stammte aus dem Stalle des Landwirt» Hch. Neuser hier.

Das IHftirr Duell vor dm KmzsMchl.

Das Urteil in der Metier Ducilaffare. Samstag Vor­mittags begann i» Metz, wie wir bereits berichteten, die Verhandlung wegen Tötung gegen den Leutnant von La Dalettc-St. George von dem Infanterie-Regiment Nr. 98.

Die Verhandlung fand unter dem Ausschluß der Leffeutlichkeit statt. Abends gegen 7 Uhr verkündete daS Kriegsgericht das Urteil. Auf Grund der Paragraphen 207, ' und 206 winde der Angeklagte zu 2y s Jahren Festungshaft and Dienstentlassung verurteilt. I» der Beweisaufnahme hatte fich ergeben, daß der Angeklagte die Familienehre deS Lcutnants Haage aufs schwerste verletzt hat. Es verkantet, daß Leutnant La Valette beabsichtigt, gegen das Urteil Be- rufung eüizulegcn.

Fronksiirlcr Wetterbericht Voraussage: Wollig, zeitweise Regcnsälle, kühl, westliche Winde.

Heu- und Strobmarkt zu Frankfurt. Heu pro Zentner 2.8N bis 3,08 Dil. Ungefähren waren 7 Wagen. Zusuhren aus dem Kreise Hanau, Dieburg und aus Lbcrhesten. Geschäft ruhig.

Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für de» lokalen und unterhaltenden Teil. Bernhard Lenz, Fricdberg; für den Anzeigentci!: Kail Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag derNeuen Tages- _ zeitung". A.-G.. Friedberg i. H.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herrlicher Teilnahme bei dem Hmüheiden und der Beerdigung meines lieben Natten »njeres unvergeßliche» Vaters

Hm> Konrad Brücke! II.

sagen wir hiermit Allen, besonders Herr» Pfarrer Naumann für seine trost­reich Grabrede, dem Herrn Lehrer Müller und den Schulkindern für den erhebenden Gravgeiang, den Kranjipendern, sowie Verwandten, Freunden und

Bekannten, unseren

tiefgefühlten Tank.

Pohl Gön-, den 24. März 1914.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Konrad Vrllckel II. Wwe und Sohn.

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Ein kräftiger Zunge, welcher die

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