Einzelbild herunterladen

W«. *•

9t»e lag«** im«*. eunu(, Um SS. yttesat 191t.

Seite 3.

ZUM Pfiugrisen.

Roman von M. Prrgge-Brook.

35 (Forffetzung).

Bei Tisch ließ seine Schwester sich nicht sehen. Sie sei angegriffen und müsse sich ausruhen, berichtete Luise. Heinz wußte besser, was Roseinarie fehlte. Sie scheute sich, ihm Rcdc zu stehen. Aber das sollte ihr nichts nützen. Nach Tisch trat er, ohne cmzuklopfen, in rhr Zimnier. Sie lag ans der Chaiselongue und hielt die Augen gesenkt. Heinz blieb vor ihr stehen.

„Ich komme, Dich zu fragen, ob Du meine Braut auf- inhmen willst?" sagte er laut.

Als sie nicht antwortete, sondern zu weinen anfing, wiederholte er seine Frage lauter, in drohendem Tone. Die Schwester ängstigte sich. So hatte sie ihren Bruder noch nie gesehen. Sie sollte noch niehr erstaunen. Auf ihrem schlicht Vorgcbrachten Cinwand, daß sie Mary nicht kenne und nicht kennen wolle, fuhr er sie heftig an:

„Mas hast Du gegen mein« Braut? Ich wünsche es zu wissen, was Du ihr vorwirsit!"

Sein grober Ton gab Rosemorie den Mut zurück. Fetzt suhlte sie sich wieder überlegen.

„Ich habe nichts gegen sic!" antwortete sie, den Ton auf dem Wärtrhen „sie."

„Dann also gegen wen? Heraus damit!"

„Du hast inir selbst geschrieben, die Mutter —*

„War eine gottverlassene Person", ergänzte der Doktor Locken. „Möchte wissen, was das mit Mary zu tun bat!"

Rosemorie vergaß Groll und Zorn. Des Bruders Auf- sossung z-'igte ihn ihr um fünfzehn Jahr« jünger. Sie sah, er hatte an nichts gedacht, sie mußt« ihn aufklären. Sie gab sich die größte Mühe, gelassen zu bleiben und den Ver­blendeten zu überzeugen, daß sich der Eltern Sünde an ihren Kindern räche. Darum und nur darum allein könne sie Mary nie ihr Herz öffnen. Sie werde die Angst vor der Zu­kunft nicht los.

„Ist jetzt die Zukunft Dein Popanz, wie ehemals die Vergangenheit?" rief Heinz, rmsäglich gereizt. „Dahin ver­mag ich Dir nicht zu folgen. Ich sagte Dir schon, ich bin ein Kind der Gegenwart. In ihr suche ich mein Glück. Mein Glück heißt Mary, sie muß ich mir erringen. Ich warne jeden, mir entgegen zu sein."

„Sprichst Du so zu Deiner Schwester?" rief Rosemarie empört.

„Wenn die Schwester der Braut des Bruders di« erfor-

derliche Achtung verjagt!"

„Es handelt sich nicht um Achtung, hier steht mehr auf

dem Spiele."

jawohl, die Liebe ztveier Seelen, die sich einander an­gelobt. Du wirst inich nicht hindern", fuhr Heinz unheim­lich ruhig fort, „Du kannst nur meiner Braut den Aufent­halt unmöglich niachen. Meine Frau zieht in vierzehn Tagen im Pklugeisen ein, danach richte Dich!"

„Du weisest mich sort?" rief Rosemarie außer sich.

„Das Pflugeisen gehört deig Sohn und Erben, die Töchter und Nachgeborenen haben Heimatsiecht. Der Haus­frauposten gebührt meiner Frau. Ich werde ihn mir for­dern müssen."

„Lieber perkaffe ich das Haus, in dem ich all geworden bin. ehe ich mich ihr beuge."

JB o gehe!" _ . ......

Er sprach fern anderes Work, als er hochaufgerichtet das Zimmer verließ. Hinter ihm sank Rosemarie auf den Boden und weinte, als ob sie sterben muffe.

Man begrub den alten Ehlers mit großer Feierlichkeit. Die ganze Stadt nahm Anteil, Vereine mll ihren Fahnen, irr Lrirgerverein mit Musik, die frommen Brüderschaften leider Keiisessivticn folgten der Leiche des alten Herrn, der vielen in der Stille Gutes getan. Sein Vermögen fiel nach seiner letztivilligcn Bestimmung den Armen zu, doch hatte Rosemarie Sebald die Nutznießung.

Unmittelbar noch der Beerdigung reiste Heinz ab. ohne

mit sein« Echtveft« gesproche» zu haben. Umsonst suchte Luise zu vermitteln. Erna. tue « gar mcht beachtet, weinte sich die Augen rot.

Sie verzweifelte an Tante Rosemarie und fmid dock, nicht den Mut, ihr zuzureden, seit ste sie hart ansietz und meinte, sie sei der Belehrung entwachsen.

Da an der Tatsache von Heinz' bevorstehender Heirat nicht länger zu zweifeln war — er hatte von Wien aus schriftlich den nächsten Verwandten sein« Absicht mitgeteilt unter Darlegung der Gründe, die ihn zu schnellem Handeln zwangen — bereitete Rosemorie ihren Umzug vor. Eigen­sinnig. Luisens Zureden schroff zurückweisend, verschloß sie ihr Herz jeder weicheren Regung, obschon sic sich grämte und härmte.

I» ihrem schwarzen Trauerkleid, geisterhaft blaß, em­pfing sie die Besuche ihrer Verwandten und Bekannten, die neugierig zur Gratulation herbeieiltrn. Sie ließ kaum einen von ihnen zu Worte kommen. Schroff, wie iwch nie in ihrem Leben, erklärte sie mit Heinz Absicht nicht einver­standen, weshalb st« der neuen Schwägerin dos Feld räume.

„Das wirst Du nüU tun. Rosemarie. Ich bitte, ich be­schwöre Dich, es wäre das allererste Mal, daß di« Sebalds sich veruneinigten. Das darf nicht sein!"

Tante Julie hob abwehrend beide Hände: sie schüttelte entsetzt den Kopf, auf dem die Haare weiß schimmerten,

„Ich kann nicht anders", entgegnet« Rasemgrie der- schlossen. kann nicht gegen meine Ueberzeugung, Heinz muß mit diesem Mädchen unglücklich werden, das will ich ti>enigstens nicht mit ansehen. Für meinen Bruder tvar mir das Beste kainn gut genug, und nirn.. .."

V ine sie erst kennen, ehe Du urteilst. Dem Bilde nach fft Heinz' Braut ein liebliches Geschöpf. Man kann ihn Wohl verstehen", beruhigte Hart.

Aber Rosemarie ließ sich weder beruhiaen noch trösten. Ganz in ihren eigensinnigen Groll verliest, verhärtete ste sich selbst gegen die Sttmme der Vernimft, die ibr zuweilen zuraunte, daß das. was ste zu begehen im Begriff, ein Un­recht an dem Bruder sei.

Im Zorn und Aerger war er abgereist, sein ketzies Wort an ste hieß: „Geh'!" An das Wort klammerte ste sich. Er batte ste von ihrem Platz verwiesen, den sie mehr als ein Dierteljabrhundert inne gebabt, nun ging sie unweiger­lich, ob auch ihr Herz fast brach.

Das Ptlugeisen batte noch einen zweiten Stock, der ehe­mals, als die Familie zahlreicher gewesen, den «rtvachsenen Söhnen und Töchtern zum Ausentbalt« dient«. Zeitweilig bewohnte wohl auch ein junges Ehepaar di« »Veiten, aber niederen Räume.

Ste gllcheu den unteren in Anordnung und Einteilimg aufs Haar, wenngleich sie eintacher ausqestattet waren. Auf den zweiten Stock richtete Rosemarie ibr Augenmerk. Das Haus zu verlassen, ging Uber ihre Kraft, auch br.ruchte die Firma sie nötig. In aller Eile mußten .Handwerker heran, die hämmerten, klopften und vockten nnd zu der alte» Mo. nika Entsetzen eine greuliche Veiwirrnng ins Hans brachten. Ehe vierzehn Tage veroangen, war oben alles fertig, die Ans- Inder stellten die Möbel um und trugen aus der unteren Etage, was Rose als ihr persönliches Eigentum ansah. Es war nicht viel.

An eine engere Teilung batten die einigen GeV'witter nie gedacht. So fanden sich nur einige bübscsie Stücke. Ge. schenke von Heinz und die Möb»l des allen Ek'lers. die sein Eigentum gelvesen und an seine Erben übergingen, kFortlehung solgtl.

Kirchliche?!n--jgcn.

Gvangeliicke Gemeinde.

Sonntag Fnvocaoit, l. Mörz, kottesbirnst in der StaLttirchr

33orm. !);: Uhr: Herr Pfarrer Kl« beiger.

Rachm. 2 Uhr Herr Kandidat Bornscheuer.

Nächsten Donnerstag Abend &% Uhr in der Stadtkirche- Abendmotette.

Gottesdienst in Ur Snrgkirche.

Simm, ii ui)t: Kindergottesdienst: Herr Pfarrer Ritter. Nachm, halb 8 Uhr: Herr Psarrer Dl« hl.

Nächsten Freitag beginnen die Passionsandachten in dir Burgkirche.

Nächsten Sonniag Abend wircd in der Burgiirchr das hl Abendmahl gefeiert.

koticsdienft im Stadtteil Fauerbachs Gottesdienst im Siadttril Fauerbach.

Vorm Iv Uhr: Herr Psarrer Zatzinann Nachm. 1 Uhr: Jugendgottesdienst.

Kaihohpil» Gemeinde Erster Fastensoimtog. 1. März.

Gelegenheit zum Beichten Samstag nachmittag uom I Uhr Sonniag früh von M6 Uhr an.

M7 Uhr: Frühmesse.

8 Uhr. Militärgottesdienst.

(MIO Uhr: Hochamt mit Predigt.

Rachm. SK Uhr: Rosenkianzaiidachi mit Segen In der Faftanzeit ist jeden Dienstag Abend !48 Uhr Fasten, a»dacht, Freitag Abend zur gleichen Zeit Kreuzivegondachi.

Feierabend Friedbcrg.

Jeden Sonntag abends von 8—jiü Uhr Versammlung Sonntag, den 1. März: Theaterprobe.

^ „Feierabend" im Stadtteil Fauerbach,

Jeden Sonntag: Spiet- und Lejeadend

^ Bereinigt« Stadtthroter Frauksurt a. Li.

Opernhaus

Sonntag, den 1. Münz, nachm, halb 4 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Ein Walzettroum". Außer Abenn, — Abends 7 Uhr: „Der Corregidor". 18. Vorstellung im Sonn» iag-Aboun. Drohe Preis«.

Montag, den 2. März, nachm. 4 Uhr: „Parsisal". Außer Abonn. Große Preise.

Dienstag, den 3. März, abends halb 8 Uhr: „Violeita <L« Travntta)". 18. Vorstellung im Diens.ag-Abonn. <bew. P..

Mittwoch, den 4. März, abends halb 8 Uhr: „Polenblut" Außer Abonn, Gewöhnliche Preis«.

Schauspielhaus.

Sonntag, den 1. März, nachm, halb 4 Uhr: Bors llung beä ermäßigten Preisen: „Alt.Heidelberg". Außer Abonn. — Abend« 7 Uhr: „Die Tang »Prinzessin". Außer Ab. Gew. Pr.

Montag, den 2. März, abends 8 Uhr: „Die Tangoprtnzcf stn". 18. Vorstellung im Montag.Abomr. Gew. Pr.

Dienstag den 3. März, abends 8 Uhr: „Das Phantom"

18. Vorstellung »m Dienstag-Abonn. Gew. Pr.

Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr: „3>ie goldenen Pal. men", 16. Vorstellung im Mittwoch-Abonn. Gew. Pr

Spielplan des StadtihraterS in Gießen Sonntag, den 1. März, »achm. halb 4 Uhr: „Alt.Heidel-

berg". Kl. Pr. — Abends halb 8 Uhr: „Wie einst im Piai". Gew. Preise.

i

tu«

Für jedes Alter

ist Scotts stmulstoa zuträglich, ste ist keineswegs nm cui KiaderLräitiguagsmittel. Auch Erwachsene uesimey sie mit demseiom Nutzen zur allgemeine» Srärtuitg

Cmulf ion

und Miederauffrischung. ScottS Emulsion ist ohne Laiwierigkt-it zu nehmen und so lcicht verdaulich, b« & ste auch von Personen mit schwachem Mag;» gm verträum wrrd.

Gehalt.ca.: Lebertran 180.0, «lyzerlA

Mp. uwtfrpf>Ofei>i.«u Kalt 4.3. unrerll oft« phorizl. Natron 2 . 0 , Tragant 3.0, er ab. Gummi 2.0. Waller 129.0, AUohot il.O. Zimt-.Maadel« u. tLanltheriaül le 9 Tropfen

a?

w

öS

«s

CJ

'as

c n m co

s

in

Zur FrühJai irsaussaat

halten wir grosse Lager in garantierten üriginalabsaaten, reinen Sorten bereit:

Ia. Saat Sommer« ei 7.011 (Roter Schlanstedter, Ble Japhet.)

Ia. Saatsommerroggen (Petkuser)

la. Saatgerste (Hanna, Goldthorbe, New bourton maltirif)

Ia. Saatmals (echt „Virginia“, Natal)

Ia. Saalhafer (Beseler II, Strube, Ligowo, Kirsche, Fichtel- gebirgs, Anderbecker, Leutew tzer, Heyne’s ertiagsreichster) Ia. lileeaamen (Rotklee und Luzerne, lncarnat in höchs er Keimkraft, sämtliche Sämeieien)

Ia. Runkelkerne in allen Sorten Ia. S -atwicken, Saaterbsen

Ia. Saatkarteffel, norddeutsche Ware, (Magnum bonuni, Fitili- rosen, Kaiserkrone, Paulson’s Juli, Perle von Erfurt, Lila. Industrie, Märker, Wolthmann No. 34, Saß. Up-to-d te, Silesia, Böhm's Erfolg, Böhm's Hassia, Vater Rhein etc.

Ferner:

Sä s*i SIIcli e M SB «I tiib «jei*:

Ciaiiesaipeter il5 —167o Stickstoii), roh und geiuameu l’ern-liuaD« (7X10X2), Füllhommarke Schwefelsaures Auiuioniak, K ' lkstickstoff Kali (40"/,). Kainit (l2,4°/ 0 ), Tiioniasmebl (16 — 18°/ 0 ) Superphosphat (S. P. 20 und 22) sowie sarutl c^e llisoh. ilün^er von Ammoniak — Kali — Salpeter — Supe - Phosphate mit höchstem Gehalt, zu den biü gsien Preisen in jedem Quantum. Um recht frühzeitige A- -e des Be­darfes wird hötlichst gebeten, damit rsi» r oi eu

getroffen werden können.

Futter-, Düngemittel und .Saataiiikel können zu Sammelladung- zusammengestellt werden.

Ifornhsns Hanau

__________ Landwirtschaftliche Ein- und Yerkaufsgenossenschaft -------~

Teleption 245 und 246. Telefon 245 und 246.

cs

s

-1

C f>

CO

VI

eo

So

</i

03

03

03

(