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fjnu^tDfrfamtnlung dkg Vereins Denfjcher Kintsffkltrolirnkr.
S. u. H. Berlin, lg. Febr. sehr starker Beteiligung seiner Mitglieder hielt heute ui großen Saale d:s Künstlerho.ufes der Verein deutscher Kor- :c i'.rc-lner seine diesjährige Hauptversammlung ab. Den •; , le Herr d. Rährich (Pufchkowa). An erster Stelle
.in Bericht van Dr, Parow (Berlin) über die Arbeiten - V.rcins im vergangenen Jahr«. Die infolge der reichen rraitrjfelcrnt« des Jahres 1913 erzielte Produktion hatte eine erhebliche Steigerung erfahren, während anderseits infolge der /.rechten Haltbarkeit der Kartoffeln und der niedrigen Kartof. frlprcife eine Steigerung der Trocknung für eigene Wirtschaft zu konstatieren war. In zirka 500 Trocknereien wurden mehr ols zwei Millionen Doppelzentner Trockenkartoffel hergestellt. Durch verschiedene Frachtermäßigungen usw. soll eine Erleichte, rung des Verkehrs mit Trockenkartoffeln ermöglicht werden. Der Bericht verbreitet stch dann über die Vorzüge der Trockenkartof. fcl als Nahrungsmittel und betont, dost der Ersatz der ausländischen Eetretdelicferungcn durch Trockcnkartoffcl» von großer rationaler Bedeutung sei.
In, Anschlust daran sprach Landtagsabg. Jany (Niederwitz) über die Gesellschaft zur Förderung des Bauer und der Wirt, fchaftlich zwcckmästigen Verwendung der Kartoffeln. Das Gewerbe der Kartoffeltrocknung, so führt« Redner aus, verdankt seine Entstehung der Notwendigkeit, ander« Venvendungsmög. üchkeiten für di« immer mehr anwachsenden Kartoffelernten zu sinden. Heute sind die Ernten so gestiegen, daß die Abhilfe licht ausreicht, ohne einen organisatorischen Zusammenschluß aller Kartofselproduzenten und aller Kartoffel verarbeitenden Gewerbe. Der prakttfche Erfolg der Organisation soll zunächst in einem Konscrvierungszwang beruhen. Ein gewtsier Pro. ientfatz der Ernte soll unter Berücksichtigung der jeweiligen be. Änderen Umstände alljährlich im Herbst zur Konservierung be- timmt werden. Di« Gesellschaft stellt sich somit weitere Ziel« vie ein erweiterter Verein von Kartoffeltrocknern, sie will päter den ganzen Markt in Kartoffeln und Kartoffelfabrikaten regeln und damit auch beherrschen, so daß für einen gleichmäßi. gen Preis, der besonder» für den Eßkonsum wichtig ist, Sorg« getragen und vor allem ein gleichmäßiges Arbeiten der übrigen Gewerbe, Brennerei und Stärkefabrik, ermöglicht wird. Der Verein der Kartoffeltrockner wird wesentliche Vorteile aus der Trocknung erzielen können. Dadurch werden Mittel vorhanden sein, neben dem Absatz aller übrigen Kartoffelfabrikate ganz besonders auch den der Trockrnwarcn zu fördern, desien günstige Regelung eine Lebcnsbedingung für das Trockengewerbe ist. Die vermehrt« Verwendung von Trockenkartoffeln sowohl zu Futter, wie Eßzwecken, soll auf diese Weise unabhängig machen durch einen gewissen Ausgleich der Ernte einerseits von den Schwankungen auf dem Kartoffelmarkt, anderseits von der Ein-
-,e»e Tageszeitung, vamstag. den 21. Februar 1914.
fuhr ausländischer Futtermittels damit ist es möglich, die Fleischerzeugung auf eine gleichmäßige Grundlage zu stellen und
so das hohe Ziel zu verwirklichen: Ernährung unseres Volkes aus heimischer Ernte. (Beifall).
Rach kirrzer Diskussion wird hierzu folgende Resolution ein. stimmig angenommen:
„Der Verein deutscher Kartoffeltrockner erkennt di« hohe Bedeutung der zu gründenden Gesellschaft zur Förderung des Baues und der wirtschaftlich zweckmäßigen Verwendung der Kartoffel nicht nur für die kartoffelbauende Landwirtschaft und die Kartofseltrocknungs-Jndustrie, sondern auch für die gesamte deutsche Dolkswirtschast voll an. Er ist bereit, die Bestrebungen der Gesellschaft mit allen Kräften zu unter, stützen und empfiehlt seinen Mitgliedern den Beitritt."
Zum Schluß berichtete Pros. Dr. v. Eckenbrecher (Berlin) über die Anbauversuche der deutschen Kartoffelkulturstationen, die sich auf 32 Versuchsfelder in ganz Deutschland verteilt, erstrecken. An der Hand eines großen Zahlenmaterials erläuterte der Vortragende die Versuchsergebnisse
lieber den fUidiaaitg der Mul- n. Kllmtnsruchk,
von dem wir schon kurz berichteten, wird noch geschrieben: Nach dem vorletzten amtlichen Ausweis waren 108 Kreise und 783 Gehöfte von der Seuche befallen. Diese Zahl ist auf 98 Kreise und 578 Gehöfte zurückgegangen, was eine ziemlich erhebliche Abnahnle bedeutet. Neu von der Seuche betroffen wurden 68 Gemeinden und 173 Gehöfte, während noch gegen Ende des vorigen Jahres die Zunahme 140 Gemeinden und 431 Gehöfte betrug. Am stärksten herrscht die Seuche in den Bezirken Marienwerdcr, Affenstein, sowie in Konstanz und ganz Elfaß-Lothringen, während die Seuche in Schlesien nachgelassen hat. Auch Bayern ist mit Aus- nähme zweier Gehöfte in M'ttelfranken seuchenfrci, ebenso wie im Königreich Sachsen nur noch wenige Gehöfte ver- feucht sind und nur die Neuversenchung eines Gehöftes fest- zustellen war. Der Stadtkreis Berlin ist nach wie vor scuchenfrei, ebenso die Kreise Stralsund, Erfurt, Schleswig, ganz Westfalen, Hannover bis auf einen Fall. Wiesbaden, Coblenz, Trier, Aachen, Sigmaringen. Don den kleineren Staaten sind Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar und Rentz ä. L. noch von der Seuche betroffen. Dagegen scheint eine nennenswerte Abnahme der Schweineseuchc und Schweinepest nicht einzutceten. Gegenüber 510 Kreisen, 2187 Gemeinden und 3097 Gehöften, die nach deni vorletzten Ausweis verseucht waren, sind jetzt 512 Kreise, 2096 Gemeinden und 2911 Gehöfte von der Seuche befallen, davon 575 Gemeinden und 892 Gehöfte neu, während im vorigen amtlichen Ausweis der Neuausbruch der Seuche nur in 456 @e* meinden und 716 Gehöften festgestellt war. Ganz feuchenfrei
sind nur die Bezirke Aurich, Sigmaringen, Konstanz, Birken- seid, Lübeck, sowie noch einige mitteldeutsche Kleinstaaten.
Geschäftliches.
Düngung. Mit beginnendem Frühjahr eilt der Landwirt auf Acker und Wiese, um alle Maßnahmen zu treffe», welch« einen sicheren Ertrag verbürgen. Das im Herbst tief gepflügte Feld wird, nachdem die llbeischüfsige Feuchtigkeit, aber nur diese, verdunstet fft, mit Ackcrschleife und Egge behandelt. Es wird eine lockere Schutzschicht geschaffen, welche ein« Wasferver- geudung hintan hält. Die wertvolle Winterfeuchtigkeit bleibt dem Boden erhalten. Gleichzeitig wird damit «in günstige» Keimbett für die Uniroutsamen geschaffen und diese zum Auf. laufen gebracht. Ein Eggenstrich kurz vor der Bestellung ver »ichtet das eben gekeimte Unkraut, das Feld ist rein. Auf Wiese und Weide werden die durch Maulwürfe ausgeworfenen Erd. Haufen sorgfältig eingccbnet, wo es nötig ist, wird die Wies« »der Weide geeggt und gewalzt. Bei allen diesen Vorbereitungen darf aber eine der wichtigsten Maßnahmen nicht vergessen werden, die Düngung. Die W-nterjaatcn haben bereits auf das Hektar eine Kopfdüngung mit 80—160 Kg. jchwefelsaurcm Ammoniak erhalten, wenn noch nicht, darf damit nicht länger gezögert werden. Aber auch die Sommerhalmfrüchte, die Hack, ftüchte und die Wiesen und Weiden sind für «ine Stickstoffdün- gung mit schwefelfaurem Ammoniak nebcn einer Düngung mit Kali und Phosphorsäure äußerst dankbar. Zahlreich? Düng, ungsverjuche haben gezeigt, daß auch der scheinbar anspruchslose Hafer eine reichliche Düngung mit 200 Kg. schwefelfaurem Ammoniak, 200 Kg. Superphosphat unb 160 Kg. 40 prozentizem Kalisalz wohl auszunützen vermag. Es ist daher nicht angc. zeigt, ja es ist unrationell, ihn ohne jede Düngung als sogenannte abtragende Frucht anzuhauen. Selbst zu Braugerste, deren Düte durch manche Stickstoffdüngung allzuleicht herabg«. mindert wird, kann nebcn Kalisalz und Supcrphosphat fchwefel- faurcs Ammoniak in einer mäßigen Gabe (80—100 Kg. auf das Hektar) ohne Bedenken gegeben werden. Durch dieses Dünge, falz wird infolge feiner langsameren Wirkung der Eiwejsge- halt nicht erhöht, allgemein aber die Qualität durch besser« Kornausbildung vcrbesiert. Gleichzeitig wird auch der Ertrag gesteigert. Die Kartoffeln und Rüben lohnen «ine Bolldünzung mit schwefelfaurem Ammoniak, Superphosphat und 40 prozen. tigern Kalifalz durch höheren Ertrag, in den meisten Fällen auch durch höheren Stärkegehalt, bezw. durch höheren Zuckergehalt. Auf Wiesen und Weiden ist nebcn der schon lange üblichen Kali phorphatdüngung eine Düngung mit schwefelfaurem Ammoniat nicht zu umgehen. Entgegen der ftüher herrschenden Ansicht hat stch gezeigt, dag durch «in« Stickstoffdüngung namentlich auf Weiden eine Ertragseisteigerung bis zu 00 Prozent eintritt. Allgemein kann also gesagt werden, baß dir Düngung der Eom- merftücht«, der Wiesen und Weiden mit schwcsclsaurem Amino. niak neben einer Kaliphosphatbüngung die in erster Linie «r» tragssieigernoe Maßnahme barftofti. _ _
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