Ausgabe 
21.2.1914
 
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L Beilage zurNeuen Tageszeitung

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Samsli'g. den 31 . Februar 1914 .

T. )a>ira"na

k -cüidrr^hrt «ach Drin Ijfiliarn landt.

Co» ('Jinim IVatic z» reime HioiBrlljriiii.

C'ine ctrofcc Stfwr Iinttc bnifolbcn Putidtluft nefa%t: wir '! n na l, Jorufaleni. lieber 200 M ist doch eine statt­lich«- ?abl?

Ans oar versck'iodeneu Verfialtnisio» kamen ste. «tut flar ncricl'i« denen O-n'inbc-n reiften sie: Rach Jerusalem, nach 7 .-riis-ileni. Wenn si" es variier rr,>'-HIten. »»irden sie von l >sen beneidet, von niauch"» cusgclacht,Aar wollt Ihr in d:in lofilon Lande leben?"

Sie liesten sich nicht irre machen, die Alten, da? Mittel- alter, die Inn gen. Ja IieMidve Ju» rsraiic», fröhliche Jüng- lir ie. tvaren dabei,Kennt Jbr die Lagunenstadt? ltennt Jfir if-ren stanber?" Pr wirkt d»S zweite noib mehr, als da? erste Mal, Nienii inan sich nillrt an dein düstere» Ver­fallenen stoben will. Tort war ich wieder, trotz raube- Lüste, ibr Zauber batte mich aesastt, Und doch nur bald Pin s »tlche? Schilf im Hafen winkte nnbeimlich. Unbeimlich. sagte ich? Run ja. er übte eine Gewalt a»S, vielleicht auch >ine beimliche, anbeiniesndc. 'Man mutzte an dies Schiss senken: man lab es vor sich, ob man auch den Blick wo an- Pr? bin wendete,

P» wird i-. in die Ferne siibre», es wird uns a»s den ?7 'len traaen, & bringt uns an die Grswde des l,eiligen $ -edes. Jetzt kommt cs einem noch so unglaubbast vor.

D r Sonntag kam, deS Nachmittags man fiifir 311m fn ,-s 11 Sck.iss in derGnndula", wie man es dort anSspricht, A Deck siebt inan schon eine Menge wie ein Anieisenbaiisen d - '.einander laufen. Man ersteigt die Treppe und ist von fc.',f ni Moment an eine Ameise im Hanse», weiter nichts. ' >>: bei, muh man obendrein, denken darf man nicht, wird

u: d, : fertig bringen? Ich sah die ander«N an. Sahen ste ns. als ob die in's heilige Land fuhren? Benahmen sie s> so? Ob ich so aussah und mich so benahm, dachte ich nicht und surchte jetzt, es war bei mir erst recht nicht der Fall

Wo bsicben die Freunde, die Jdealpilger, Bruder »nd ^chn ,ster? Endlich, im letzten Moment säst, kanren ste, der Tcl», ster braune Augen blitzten Freude und Freundlichkeit >im sich sprühend. Nun nahte noch ein Boot: es bliesen vier Jünglinge Lieder darin, die Waisen tönten über das Master, es kam heran und auch sie stiegen an Bord zur Pilgersck>aar. Ed tonte da» Abfahrtssignal und nun stimmten sie an: Grotzcr Gott wir loben Dich" undSchönster Herr Jesu"

und:Ade Tu mein lieb Heimatland". ES war ein weihe­voller Moment, die Menge lauschte still, das Schiff glitt leise ou» dem Hasen, und in der Seele tönte es:Rach deni hei­ligen Landl"

Professor Hcnrtz Thodc fiel mir ein. Einst vor vielen Jahren hörte ich zum ersten Male einen seiner Vorträge über Venedig: die Schilderung seiner Ausfahrt au» dem Hafen w>rr eine so zauberhastc. hinreihcndel Ich ging heim mit zwei lieben Beschützerinnen, in, Schnee, begeistert und glück­lich, wie am schönsten Frühlingstage. Jetzt fuhr ich selbst ?»m ersten Mal an» deni Hasen der Lagunenstadt- unter den eben erzählten Umständen. Soll ich nun berichten 00 1 Kosfern und Kabinen, von Seekrankheit. Bekanntwerden und dem Kampfe um den Terkstuhl? Nein, so gern ich e» täte, denn selbst solche Dinge gehören zu selch einer Reise, wie der Vropellcr zum Luftschiff. Diese reale Wirklichkeit, die ich eben schweigend übergebe, bleibt »nS. die wir sie erlebten, in der Erinnerung, und jeder, der eine solche Reise zu machen beabsichtigt, mutz doch noch Ueberrasckuingen erleben. Man­che» entbehrt auch der Komik nicht, nein, geN'itz nicht, Die Menschen um mich her sind reckst verschiedene Geschöpfe, ich kenne sie nun noch nicht, deshalb nur ruhig i,nd geschwiegen. Ich studiere nicht, nur mit dem Kops: Seekrankheit, Pi» weniger angenehme» Studium. Manche der Mitreisenden äutzern Mitleid (eine bringt sogar warme Sachen) man lernt da ihre guten Seiten kennen Einer klopft mich teilnehmend auf die Schulter und fragt:Was ist Dir denn?" Da» ist ja sehr brüderlich, beinahe etwas zu brüderlich. Ich verfüge mich hinunter, in meinem Bett dort, ist es trotz beständigen Läutcns und etwas hohem Seegang ganz gut. Nachdem ein ganzer Tag vergangen, habe ich für diesmal ausstndiert, Ter Humor ging mir sogar bei dem grauenvollen Aufstehen nicht au», zum Unterschied gegen da? Studium auf der Rückreise. Da kam eben die Ermüdung noch dazu. Den nächsten Morgen stellt es sich heraus, datz ich eine Uhrdicbin bin, meine Kabinengefährtin hat darunter zu leiden. Ich komme nur recht blamiert vor. Natürlich tvar es ein Berschen. Ich batte zwei Uhren unigehängt. Nun gehen wir in Corfu an Land. Es wimmelt von Wagen, alle für un».

Die zweite Halste, wir sind nämlich in Hälften geteilt, zu der ich die Ehre habe, zu gehören, setzt sich in die richtige Wagen-Nummer und fährt zum Museum. Die erste Hälfte strömt schon wieder heraus, aber bis wir drin sind, ist die Er­klärung des Giebels der dort zu seh-n ist, schon im schönsten Gang. Es bleibt uns schleierhaft, wo er gefunden, zu was

cr gstioii, aber das, er der alfisie > und c mzcge, dessen Kom­position man kennt, datz er die Gorgo und einen kleinen Mann, wahesck«i,ilich ihren Sobn vorstell», habe ich dock, be- griffen, Ru» gebt e» zu Wagen zum Achilleion durch swönc^ sonnige Landlcknst. Kaktushecken mit gelbe» Blüten znr ^eite, alte Oelbanme mit dnrwlöcherl--n Stämmen. Samt gekleidete Frauen. Eie lieben da» grelle Gelb und Rst Männer, die aus sehr kleine» Eseln leiten, Kinder, di: leichtfiitzig neben dem Wagen berlanfen, O> naen »nd Blumen anbictcnd, um ein paar Pfennige zu erhaschen Am Wege leben wir primitive Wasserschöpser. Der Weg lchlön- fielt sich, mit viel Abwechselung mit schönem Blick nach allen Seiten nach oben. Als wir durch die Ortscho.st kommen, leben wir viele Frauen strickend ans der Stratze sitzen, sie lachen und winken nn». Oben am Achilleion ist solch ein Blumen- flor, datz man am liebsten jubeln möchte, wie ein Kind.

Ter Mensch«,ström flutet, die Aussicht verdunkelnd da­her, Professor Törpseld setzt auseinander, ob er Gorlirfiir bii- Phäakeninsel hält, oder nicht, von dieser Seite erscheint es ihm nnwahrscheinlich, von der anderen, wo die Jnlel früi.i ist tonnte sic oder eine der vorgelagerte» kleinen Jnsesckfin e» wohl gewesen sein. Hier im Park sieb» man den sterben- den und den siegenden Achill, Der siegende ist eine schöne weitz« Gestalt vom Kaiser am Au»flcht»t»inkt ausgestellt. Aber nur zu bald müssen wir de» binreihenden Blick wieder verlassen. Die Menge verteilt sich etwas, wir sind in einem Rosengang, wieder an einem AuSsichtsplatz, Prosessor Tröpseld erklärt uns, warum er LeukaS für Jtbaka hält, tvas er nach seinen Ausgrabungen herauSsand, Die Fähre, die die Herde» an das Land befördert, die ähnliche» Namen der .Hafenstädte, die nachgemessene Ebene, die in der (-';»> stimmt, dies alles sind Bestätigungen sür seine Ansicht, Rar fehlte erst die Stadt, aber nach nochmaligem Graben sand sic sich. Welch eine Freude stir den Prosessor. dessen Hypoteie man früher verlacht hatte. Die Angabe in der Odpsee, datz c» die westlichste Insel sei, stimmte zivar nicht: aber damals waren die Begriffe in dieser Beziehung noch nicht so klar. Weil eS die erste Insel war. aus die man traf, wenn inan von Westen, von Italien, Corfu kam, so mutzte sie, so nahm man zu jener Zeit an. die westlichste sein. Mir leuchtete V- -c Erklärung ein. Jetzt hat die vierte grobe Insel sich dnd> -ili gifundcn denn inan glaubte bisher LeukaS hätte zur ; t- sceischen Zeit mit dem Festland zusammcngrhangen. in >. dies Dunkel hat sich gelichtet durch de» Fleitz und Ausdauer des Professors Dörpseld. (Fortsetzung olgri

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