Ausgabe 
14.2.1914
 
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Beilage zurNeuen Tageszeitung

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Nr. 38

Snmsiag. den 14. Februar 101 I.

7.Zabrgnnktz

Gedenktage.

14. Februar. 1714 Tondichter Ufer. v. Gluck, grd. 1779 Seefahrer Cook erschlagen. 1826 Johannes Falk. Philantrop, t. 1878 Gustav Reich f.

15. Februar. 1781 G, E. Lcijing 4. 1801 August v. d Heydt. Minister, ged. 1808 Ä. Fr. Lessing. Maler, grd 1883 Gras v. Jtzenplitz t. 1880 E. » H. v. d. Decken f.

Für Zeit nnd (swiykeit.

Sanntag Sezagefiw».

Selig sind, die da Leid tragen: denn sie sollen g«. tröstet «erden. Maithäu, 5, 4 .

Wie viel ist doch des Leid» aus dieser armen Welt, die nicht mit Unreckst ein Jammertal Hecht; und wie geht durch all« Zelten und Volker ein grohcr. unabsehbarer Aug von Lctd- lragenden dahin, trauernd und weinend über leidliche Not und geistliche- Elend, aber ohnmächtig. sich selbst davon tu befreien! Da ist immer Sorge, Furcht. Hoffnung und zuletzt der Tob. Da ruft nun der Sohn Solle». Jesu» Christus, der selbst «inst der Erde Leid empfunden und getragen, hinein in dies« lrauerndr Menschheit:Selig sind, die da Leid tragen!" Nicht als ob da» Unglück an sich schon oder jede» Erdenlcid ohne weitere» selig machte, wohl aber, wenn wir e» im Blick aus Jesum, de» Heiland und Erlöser der Welt, im Glauben an da» Wort vom Kreuz, im vertrauen aus di« ewigen Liebe», und Friedensge- bankcn unsre» Vater» im Himmel in Geduld hinnehmen und tragen Und wer selbst schon im Leid gestanden und eigene» oder fremde» Leid sich hat zu Herzen gehen lassen, wer nament­lich e, gelernt hat, alle» Leid auch im Zusammenhang mit der Sünde und al» di« bittere Fnrcht derselben zu erkennen, der wird die Erfahrung gemacht haben, dah da» Herz weich und ausgeschlosieii. empfänglich und heilsbegierig gemocht und das Verlangen nach einer» Zufluh von Kraft ans der oberen, un. sichtbaren Welt erweckt wird. Ach, daß wir all unser Leid auch mit dem rechten, vom heiligen Seist geschärften Auge ansehen »nd ein« göttlich« Tiaurigkci» erstellen liehen, die zur Seligleit eine Reu« ig uns wirtet, die niemand gereuet!

Herr Jesu! Du hast einst auch getraueil und Leid getragen über der Sünde der Welt, »nd als unser barmherziger Hoher- prlester, der Milleiden hat mit unserer Schwachheit, vertrittst du UN» vor dem Angesicht deine« und unsere» Vaters im obere» Heiligtum. Erhalt« un» in der beständigen Eemeinfchajt mit dir. sei du unler alle» Leiden und Miihsalen der Zeit unser Trost und unsere lebendige Hoffnung, und bring un, dereinst zu der ewig.n Sabbatruhe de» Volke» Gottes, wo du alle Ten­nen abwischen und dein« Herrlichkeit an den Deinigen offen, baren wirft! Am«». ___

Vor Ijnntocrt Jahren.

15. bis 21. Februar 1814.

(Metternich iah sehr bald ein. dah er de» Bogen gegen de» Zaren nicht »» straff fpanncn dürfe. Zwar dachh Vrnihen »nd fein König nickst daran, Nnhlond im Stich i» Irllc», allein im Stillen )ror Haidenborg immer anf öfter-

rrichischer Seite.) Die Lage hätte i>ch vicUcichl doch noch

schärfer zugcspiht, ivenn nickst jetzt, sehr zu Gunsten Lester- reichs. die Nachrichten von den Niederlagen Blüchers im Haupton.irtrei cingetroffen wären. Nu» zeigte sich auch der Zar nachgiebig. Es wurde beschlosseir. den Gedanken deS DaffenslillstandeS fallen zu lasten. Napoleon einen Pralinii- »arsnedcn anzubirtrn und die Berbandlnngrn in Ehatillon wilder auijunehinen. Die gründliche Enttäuschung. welche die Verbündeten mit ihren Friedensvorschlägen bei Napo­leon erlebten, hotten sie allerdings nicht ertvartrt.

(Ter Zar war der einzige, der Napoleon richtig ,'» be­urteilen »nd sich in destcn Lage hineinznvrrjrtze» »»erlland: er allein wühle, dah die Fricdensanrrbietiingcn, welckie die Verbündeten machen konnten, von Napoleon unmöglich ange- nonrnien werden konnten und weil er dies wühle, sagte er sich und der Welt mit Recht, dah nur Napoleons Enllhronnng den allgemeinen Friede» hcrbciführcn könne.) Als Napo­leon in der Nackst vom 17. zum 18. Februar bie Anerbietungen der Verbündeten überbracht wnrden, batte er eben seine Siege über Blücher hinter sich und er lehnte unter über- mutigen Redensarten olles ab, lieh sich auch aus keinen Waffenstillstand nnd Vorfriede» ein, gab sich nnch ganz al« Gebieter der Situation. Wut, Verachtung »nd übermütige Hoffnungen waren es, welckre die mühsame Arbeit der Ver­bündeten Diplonioten in Frankreich-; Herrscher loSIöstcn. (Jetzt sühlie sich Napoleon sogar so sick>'r, dah ihn die am 18. Februar erfolgte Kriegserklärung Murat« an Frankreich kalt lieh.)

Niemals trat Schwarzenberg? Unfähigkeit bei der Hauptarmcc so klar hervor, wie in diesen Tage». «Nach dein Bericht über Blüchers Niederlagen solllc znerst eine, wenn auch schwache, Bewegung nach Norden gemacht werben, bann aber nnterlieh inan auch dies nnd man hielt sich, wie brr Be­fehl vom 16. Febpnar lautete, inabwartcnder Bercitsehast,") Es kann hier aus die militärischen Einzelheiten nicht cinge- pangen werden, indes muß in Kürze gesagt werden: die Hanptarinee, ISO 000 Mann stark und zunächst von Napoleon nnbelästigt, konnte auf zwei Straßen in Eilmärschen aus Paris ziehen nnd dort den, Kriege ein rasches Ende bereiten: Schwarzenberg konnte aber auch Napoleon mit besten 70noo Mann erwarten nnd es zu einer Entscheidnngi-fchlacht kommen lassen. Nichts davon geschah, vielmehr tmirde die Armee durch Einzelverteilnng im weiten Bogc verzottelt. SckstvarzenbergS Anordnungen sind vom militärischen Standpunkte ans so schwer begreislich, doh schon 1811 ihre Erklärung aiisschliehlich in politiscknm Beweggründen und in geheime» Befehlen dcS österreichischen Kaisers Franz gosiin- den wurde.

Am 17. Februar Ware» Napoleons Truppen, die in zwei Tagen 00 Kiloinetrr gcniacht hatten, der Hanptarinee bereits aus den Leib gerückt, denn selbstverständlich Uw es Napo­leons Absicht, die Hanptarinee ebenso z» schlagen, wie Blücher. Bei N a n g i ä kam es bereits am 17. Februar znin Gefecht, in deni dir Russen unter Wittgenstein lind P a h l e » . die beide mir mit Mübe der Gefangenschaft ent­

gingen, völlig ,reicht.,gen »nd fast airsgeeieben wurde», ledig­lich infolge der gänzlich versehltri, Disposttione» Schtvarzen« bergs. A m 18. Februar kam eS zum Gcsrckst bei M o »« t c r i, ii . in welchem das Korps der Württenibergcr unter dem Kronprinzen Wunder der Tapferkeit verrichtete, aber Po.r bc> sranzösischeu Uel-ennacht erdrückt wurde: 4850 Mann beim., de r Verlust der Verbündeten. So schien sich hs Glü.k Napolesi s auch gegen die ssauptarmee ,» betnähren und Napoleon tnl natürlich alle«>>< Jms, wieder ewporslackernde ftfitrr der französischen Vegeisternag zn schüren. (Scküvar- zcnberg aber wich beständig nnd mit Vorsatz, wie er selbst rin­ge stand, einer Schlacht an», in der er mit »ebermack,» mit Leichtigkeit die dünnen .Heeressäule,, Napoleon« hätte ver­nichten können.)

Blücher Uw inde« nicht tot ,n mache,,. Er h>,tte sich ve» seinen Niederlagen bereits erholt »nd zog mit 58 000 Msiian. die er nngrsoinmelt hatte, gegen Napoleon, a», 18. Februar die Anbc bei Arci« überschreitend. Ilcbrigc»« zogen von Holland her am 16. Februar bereit« Bülow nnd Wintzigcrodc mit ihren Truppen zur lliiterstützung Blück-er« heran.

Ano drr Heimat.

Friedberg, I« Fedr, Am näcksttkn Montag, den >«. Fcbr.

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' Lnstiger «atos-Abend. ImLnke, Bräsig" l>at Herr »«los noch einmal sein ganze, h-chbedeutendea schaulpiclerlsck>e, Kön. nc gezeigt. Da» war nich, der gewöhnlich« Witzbold, sondern der mit seinem Geist und tiefe,npsnndrncm Gemüt die Adsichien des Schöpfe,» seiner Roll« crsassent« und sic mit Dransetzung seiner ganzen Pcrsönlichleit wietergcbendc Charakterlomiker, Reuter »Onkel Bräsig" ist eine Figur vo» überwältigender erchalkhastigkeit. aber geboren und getragen von jenem Humor, den nur »in Mensch hoben kann, dem nichts Menschliches srcmd ist. von dem der gröh,« hochdeutsch« Dichter sagle:Edel (cl der Mensch, hilfreich und gut." Herr Balos war solch clnOnkel Bräsig". Auch in seinen zwerchsellerschüllclndsle» Ipahigen Mo. meIIten verlor man nie da» Bewuhisei», dah e» ihm nicht um lllkmacherei zu tun sei, sondern doh er auch im sröhlichslen Späh den wackeren, stets das Herz aus dem rechten Flecke ha. benden Menschen daistellen wollte. Ergreifend kam die Treue zum.alten Freund« Hawermann zum Ansdruck, wuchtig brachte er den junkerlichen Selbstmordlandidatcn zur Raison, und nun gar die Kirschbauin.Szene und da« Mittagessen. Gcwth. dabei ging'« steNenweis« höchst drastisch zu, aber wohl keiner der stür» misch lachenden Zuschauer konnte bei Bakos'g Spiel vergestcn, welch' «ch, menlchliche MotiveOnkel Bräsig" auch in diesen Szenen leiten. Kurzum: Der Künstler konnte nicht vortress.

ücher spielen, als wie er es getan hat. wir habe» Ni« eine» best.ren ,L>nkel Brösig" gesehen. Herr Bakos verdanken wir sonnt einen der allerbeste» Spiclabende mehr.Brandend. Zig."

* Di« Grundsteinlegung, Erbauung und Einweihung der Kirche zu Bl-ichendach. Im Jahre 1728 am 5. und 6. April wurde da« im Jahre 160« aus Holz erbaute Kirchlein, da, sehe

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