Nr. 32
Abg. Schulz-Erfurt (@ 03 .): Vor zwei Iah reu standen wir mit unserem, jetzt von den Fortschrittlern eingebrachtcn Anträge allein. Also endlich komnien auch andere Parteien zur Einsicht, daß cs so nicht weitergehen kann. Die fortschrittliche' Resolution ist ein Muster von Zaghaftigkeit, wir können ilir nicht zustimmen. Unsere diesjährige Resolution verlangt einen Gesetzentwurf zwecks Umwandlung der Reichsschulkommission in ein Reichsamt für das Schul» und Bildungswesen. Wir verlästerten Internationalen verlangen die nationale Einheitsschule. (Beifall d, Soz,)
Abg, I>r. Marx (Zentr.): Die Sozialdemokratie ist wieder diejenige Partei, die alle Konseqrr nzen zieht und aufs Ganze geht. Sie verlangt die Regelung de? ganzen Bildungswesens durch da? Reich, Ein Reichsschulamt hat Reichsschulen zur Voraussetzung, die cs gar nicht gibt. Ich bezweifle, das; solche Schulfragen zur Kompetenz des Reichstages gehören. Wir lehnen beide Resolutionen ab.
Abg. Dr, Kerschensteiner (sortschr.): Ein Zentralamt kann sehr nützlich wirken. Daniit wollen wir kein uniformiertes Schulwesen schaffen.
Rach weiteren Benierkungen des Abg, Schulz (Soz,) schließt die Besprechung Die Resolution der Sozialdemokratie wird abgelebnt, d>e der Fortschrittler angenommen, Samstag: Fortsetzung.
Schluß nach 6 Uhr.
Ans dem Ijcfl. tandray.
Zweite Kammer.
Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer bracht« gestern sein« Beratungen zum Hauptvoranschlag zum Abschluß, Zunächst wurde bei dem Justizetat d-e Frag« der Hilfsgrrichts- schreibcr behandelt, deren Vermehrung um 10 Stellen di« Regierung vorgesehen hat. Im Ganzen sollen 80 neue Stellen auf drei Jahre verteilt geichassen werden. Nachdem der Ausschuß darauf hrngewiejen, daß schon im vorigen Jahre di« Zahl der Stellen von der Zweiten Kammer mit öS genehmigt wurde, was allerdings weder die Zustimmung der Regierung der Er. st-n Kammer, noch der Regierung fand, erklärt« sich die Regierung mit dem Vorschlag einverstanden, daß die Stellen aus 2 Jahr« verteilt werden, sodatz in diesem Jahr« statt lg Leren 15 und im Jahr« 1815 ebenfalls neue 15 Stellen geschaffen rverden.
Bei dem Kapitel Staatsschuld wird aus die mangelhaft« Einrichtung des Staatsschuldenbuch-Büros hingewiesen und erklärt di« Regierung sich zur Schäftung der gewünschten Räume bereit. Bet Kap, P-psiorre» wird insbesondere di, Frag« b«. bandelt, welche Siaaisbienstanwärler unter die Angestelltenver- sichcrung fallen. Di« Regierung erklärt, daß im Allgemeinen die höheren Beamtenstellen (Assessoren usws befreit und all« Anwärter aus die mittleren Beamtenstellen (Techniker, Geometer 2 , Kl„ Schreibzehülfen) verstcherungspslichtig zu erachten seien. Hier würden die Abzüge di« Summe von 4Ü bis Mt, 57 betragen, welch« die Anwärter zu tragen haben. Obwohl di« Abzüge für drückend empfunden norden, erklärt di« Regierung, daß die Selbstversicherung dieser Leut« viele Nachteile im Gefolge haben würde. Bei Kap 115, Verhältnis zum Reich, wird »om Ausschuß darauf hingewicsen, daß der hessische Staat durch hie Bcreinnahmunq und Verrechnung der Zölle für das Reich immer größer« Kosten zu tragen habe und findet auch die Regierung Lift» Beschwerde für bcrechiigt, doch sind diese Belastungen auf Bcichlüjfe des Reichstages zurückzufsihren, der be- fchlesten habe, baß auch z, B, bie Wchrsteuer durch di« Bundesstaaten obn« Entschädigung erbeben werde. Die Regierung ist für die Anpennng druckbar und will an geeigneter Stelle die no!rv-ndsg-n Schritte versuchen, um ein« Acnderung herbeizu- iühreri.
Cagcsüverfrchr.
Denlkckra Reick.
:: El» natlonrlliberaler Antrag zum KoaNtionvrecht. Dem Aboeoidnetenhause ist folgender Antrag von Dr, Krause-Kö- nigsberg und Genossen zugeganacn: Das Abgeordnetenhaus
wolle beschließen: Erstens über die von dem Ministe, des Jn- «rn >n der Sitzung vom 14, Januar erwähnte Anweisung an den Oberpräfidenten — wegen des Erlaßes von Polizeiverord- nungen zum Schutze der öftenilichen Sicherheit sowie Ruhe und Ordnung, der Personen und des Eigentums — sowie um Aus- laust darüber ersuchen, in welcher Art und i n welchem Umfang: der Anweisung entsprochen worden ist; zweitens di« Staatsiegierung zu ersuchen, die örtlichen Polizeibehörden und Exekutivbeamten vnzuhalten, sobald bei Ausbruch einer Ar- l-eitsstreitigtelt Störung der össentlichen Sicherheit, der Ruhe und Ordnung, insbesondere durch Belästigungen Arbeitswilliger, sestgestellr wird oder zu besorgen ist, in Anwendung und Gemäßheit des bestehenden Rechts und der auf Grund dieses Rechts erlassenen Polizeiverordnungen unter soigsältigcr Wahrung der Koalitionsfreiheit einem Mißbrauch dieser Freiheit in der Richtung des Koalitionrzwanges unverzüglich und nachdrücklich enlgegenzutreien; drittens, di« Staatsiegierung zu ersuchen. auch ihrerseits im Bundcsrate auf beschleunigte Vor. legu.rg der im Reichstag geforderten, von dem Reichskanzler in Aussicht gestellten Denftchrift zur Vorbereitung der reichsgesetz- lichen Regelung des Schuhes der persönlichen Freiheit hinzu- w'ilen — Wie di-ser vcruünstig« Antrag mit der gestrigen Abstimmung im Reichstag, wo dir Rationalliberalen unter Führung Dasfermanns die konservativen Anträge, die auf die. ielbc Richtung Uesen, nicderzustimmen halfen, in Einklang zu bringe» ist. kann nur ein nattonalliberales Gemüt erklären.
:: Unsall zn-eftr Fährtaurpser aus dem Bodens««. Vorgestern abend gegen 7 Uhr fuhr d«r Dampfer „Stadt Konstanz" aus der Linie Ueberlingen-Konstan, infolge dichten Nebels kurz vor der Landuugsstelle in Diugeidors aus Grund. Das zur Hilfe geeilt« Dampftchift „Meersbvrg" versuchte, den Dampfer abzuschlcppen, geriet aber hierbei ebenfalls insolge dichten Re- tels auf Grund, so daß beide Schfts« nun festlagen, Di« Ret- lenden nach Dingelsdorf wurden in Gondeln ausgefchifft und PN Land gebrack,», mäbrend die anderen kür Konitrinr beltimm-
Meuc Tageszeitung, wamslag, den 7. Fevrnar 1914
te» Reifende» an Bord der „Stadt Konstanz" und „Meersburg"
übernachteten. Gestern morgen wurden die Passagier« nach ihren Desttmniungsarten gebracht,
Rußland.
:: Gegen de» Tango. Rachdein den Offtzteren der Tangotanz verbaten worden ist, wünsche» die Behörde» nunnrehr den Tanz aus der Oeffentlichkeit völlig auszurotten. In Lodz und wie verlautet, auch in Warschau, wurde den öffentlichen Tanzschulen bei Strafe untersagt, den Tango zu lehren,
:: Luftpost. Nachdem tu Petersburg der russische Aeroklub der Regierung seinen Plan, eine Luftpost mit sechs Aeroplanen zwischen Petersburg und einigen naher liegenden Städten «in- zurichtsn, unterbreitet hat, geht di« Moskauer Luftschrffcrorga- nifation daran, einen Luftpostverkehr mit Petersburg herzustellen, Die Post-Aeroplane sollen täglich verkehren,
Norwegen.
:: Drohender Generalstreik. Der Verband der vereinigten Arbeitgebervrgnisationen hat gestern früh nach einer ergebnislvs verlaufene» Verhandlung mit den Delegierten des Verbandes der Arbeiterorganisationen, die die ganze Nacht hindurch währte, beschlossen, 40 MO organisierte Arbeiter auszuspcrrcn. Der Verband der Arbeiterorganija- tioven hat auf diese AuSsperrinigsdrohnng mit der Drohung eines Sympathiestreiks geantwortet, der am gleichen Tage ivie die Aussperrung in Kraft treten soll. Dieser Syinpa- tbicstreik würde nicht niehr und nicht weniger bedeuten, als den vollkommenen Generalstreik.
Vom Balkan.
:: Abberufung dcr deutschen Militärmission aus der Türkei? lieber die bevorstehende Abberufung der deutschen Militärniission aus Konstantinopcl berichtet die „Nene Freie Presse" aus London, — allerdings in sehr vorsichtiger Forin — Folgende?: Ein Gerücht, wahrscheinlich russischer Her- kunst, erklärt es für wahrscheinlich, daß die deutsclie Militärmission in Konstantinopel bald abbcrusen werden wird. Die eventuell zuruckbleibenden dcntjchen Offiziere werden bloß den Rang von Instrukteuren ohne Kommando haben,
:: Zum Regierungsantritt des Prinzen zu Wied. Die Ankunft des Prinzen zu Wied ist nunmehr, wie in informierten Kreisen verlautet, auf den 21 . Februar festgesetzt worden. Es ist jedoch noch nicht bestimmt, an welchem Punkt der albanischen Küste der Prinz landen wird. Unter den Mächten ist wegen dcr Anleihe für Albanien eine vollständige Uebereinknnft erzielt worden.
tfiitf Lanttlikrindgkiilliiy in Schweden.
Stockholm, 6 . Seit, Der groß« Baueinzug, her dem König und der Regierung den Wunsch des schwedischen Landvolkes ausdiücken soll, alle Opfer für die Vergrößerung der Wehrmacht Schweden, zu bringen, hat heut« hier vor dem König stattgefunden. Bereits im Laufe der Nacht und am frühen Morgen trafen di« 32 Bahnzüge in Stockholm ein, die di« 30 000 Teilnehmer nach der Hauptstadt gesührl hatten. Noch im Lause des frühen Morgen», als noch tief« Dunkelheit über der Stadt lagert«, zogen die Teilnehmer nach einzelnen vorher bestimmten Kirchen, in denen Gottesdienst« abgehalten wurden. Als es dann hell wurde, gegen 10 Uhr morgens, zogen di« Bauern noch dem Schloß, um dem König ihre Huldigung darzubringen. Die ganze Stadt war festlich geschmückt, und alles, was gehen konnte, war auf den Beinen, um die einzigartige Huldigung der Landleute zu sehen. Alle Geschäfte blieben zur Feier des Tages ge- schlosien, und die Angestellten, die nichts zu tun hatten, vermehrten die Zahl der Schaulustigen, Die Schulen bildeten in den Hauptstraßen Spalier, als der Zug defiliert«. Im Hose des Schlosses war eine Balustrade errichtet, aus der der König Platz genommen hatte, um die Wünsch« feiner Untertanen rntgegenzunehmen. Zehn Bauern aus jeder fchwedifchen Provinz standen vor der Balustrade Ehrenwache, den traditionellen langen Spieß in der Hand, mit dem ihr« Vorfahren bereits die dänische Herrschaft über den Haufen gerannt hatten. Der ganze Zug war provinzweisc in Gruppen eingeteilt, die sich jede von einer Musikkapelle in den Nationaltrachten der verschiedene» Distrikte führen ließ, Don jedem Distrikt erschien «ine Deputation !m Schloßhofe, während der Rest vor dem Schlich wartet«. Der Wortführer der Bauern, Nyberg, überreichte daraus dem König di« Botschaft des Bauernzugcs und gab die Erklärung ab, daß die schwedischen Bauern gewillt feien, all« Lasten willig zu tragen, die ihnen di« Bcrgrößerung der Wehrmacht auferlegen würde. Sie betrachteten es nicht nur als Gutschuld dem Baterlande gegenüber, sondern auch afs Blutschuld, alles zu tun, um das Land gegen jeden Angraft zu sichern. Daraus überreicht« er dem König ein« Mappe mit 40 Telegrammen, deren jedes I0Ü0 Unterschriften enthielt von den Bauern, bie verhindert waren, am Zuge teilzunehmen. Der König dankt« gerührt und erklärte, es sei der schönste Tag seines Lebens gewesen und er erkenn« dankbar die Opserwilligkeit seiner Bauern an. Dt« Ansprache, die der König hielt, wurde vom Kronprinzen den vor dem Schloßhof« Warhcnden verlesen. Auch di« Königin und der Kronprinz empfingen daraufhin den Wortführer der einzelnen Gruppen im Schloß, Den imposanten Schlußakt des Bauernzuges bildet« di« Dcsiliercour der gesamten 30 00» Teilnehmer durch den Ehvensaal des Kgl, Schlosier, wobei der König jedem der Teilnehmer fein Blld überreicht«. Der Vor- betmorsch der Teilnehmer durch den Festfaal dauerte über V/, Stunden, Zu Zwijchensiillen kam es nicht, nur einige Frauen, die sich zuroeit ins Gedränge gewagt hatten, fielen in Ohnmacht, Die fozialdrmolralische Partei, die eigentlich Gegendemonstrationen beabsichtigt hotte, sah in letzter Stund« davon ab. Heute abend und morgen den ganzen Tag werden für die in Stockholm sich aufhaitenden Bauern groß« Festlichkeiten veranstaltet, Di« Bürgerschast gibt den Bauern in Privatquartieren Unterkunft und soweit diese nicht ausreichen. sind große Säle, Schulen und Kirchen für die nächtliche Unterkunft der Bauern bis zur Abfahrt der Extrazsig«, di« sie nach ihrer Heimat zurllckbe- fördern. eingeräumt.
Serk« L
Ans der Heimat.
* Friedberg, 7. Fcbr. Die erste Rekriiten-Besichtigrirra unseres Bataillons fand am 5. l. Mts. in Gegenwart 1 kommandierenden Generals des 18, Armre-Korps, sowie de-, Divisions- und Rgimerrts Kcniamndcurs statt. Die Resictz- tigung verlief in jeder Beziehung ans das Zufriedenstellendst', -Hieran anschließend fand ein Frühstück im Ofsizierskasirw statt, Nachmittags wurden die Rekruten im Turnen besichtigt, Gestern inorge» wurde noch eine Geländebesichtignng vorgcnomnien.
* 6. großer Dürgerniackruball. Unter der Devise: „Eine internationale Friedenskonferenzvereinigen sich in diesem Fasching die verehrten Närrinnen und Narren, uni dem Prinzen Karneval einige Friedens-Konserenz-Stirndcn zu Opfern, Die Vorbereitungen sind berits in vollem Gange, um für den Fastnachtdienstag sämtliche obere und untere Sake und Nebenräume im Hotel Trapp in entsprechender Weise für den Empfang dcr verehrten Abgeordneten nebst Damen, die aus aller Herren Länder, aus Nah und Fern, erwartet werden, herzurichten. Das Friedeus-Prci richlcr Kollegium wird seines Amkds walten, um die entsprechenden Anerkennungen zu zollen. Vier Musikkape llen werden in den terschiedenen Sälen zur Unterhaltung bestens mit beitragen.
* Friedberg, 7. Fcbr. Im Dezember 1918 und Januar 1914 wurde» im Städtischen Schwimmbad an Männer und Knaben 3308 Schwimm-, 735 Wannen-, 1164 Brause-, 531 Schwimm-, 488 Wannen-, 306 Brause-, 43 Volks- und 8 Volks- und 61 Dampfbäder, an Frauen und Mädchen 921 Dampfbäder verabfolgt. An Militärpersoncn wurden 1025 Brausen und 153 Schwimmbäder, an Schüler und Schülerinnen der Städt. Musterschule Friedberg-Fauerbach 150 Freibäder abgegeben, zusammen also 8946 Bäder.
* Fricdberg, 7. Febr. Von dem Friedberger Verlage wird in diesem Frühjahr ein „Adreßbuch für die Wetierau" herousgcgeben werden. Dasselbe wird sich nicht an politische Grenzen halten, sondern die „ganze Wetterau", geographisch genommen, umfassen. Neben dem Kreise Friedberg wird es die zur Wetterau zählenden Kreise Büdingen, Gießen und Hanau enthalten. Bekanntlich ist die Wetterau ein kaufkräftiges Hinterland für die Städt« Frankfurt a. M., Hanau. Friedberg, Butzbach usw., und sowohl in industrieller als auch landwirtschaftlicher Hinsicht ein nicht zu unterschätzender Faktor in unserem wirtschaftlichen Leben. Die Herausgabe eines Adreßbuches für die gesamt« Wettcrau dürste daher namentlich von der Geschäftswell begrüßt werden.
* Fried herz. 7. Febr, Da» hiesige Eenkraltheater umfaßt für dt« Zeit vom 7. bt» IO. Februar folgende» Spielpion: „Pathe-Iournal 252 a"; „Da» Gefiierpulver"; „Fritzchen al» Detektiv": .Helden de, Bergwerk»", große» S-nsatlonsdrama i» 3 Akten au» dem Bergmaunsleben; „Der Maikäsrr"; Er», lagen: „Billy mutz arbelten"; „Komplott gegen Rauke". Wer er» paar amüsante Stunden verbringen will, der sehe sich da» neu« Programm im Eentraltheater an. Er wird diesmal ganz und gar auf sein« Kosten kommen.
* Friedberg, 7. Febr, Anmeldungen zur gesetzlichen Gesel- lenprüsung des Geiveibevereinr zu Friedberg sind unter Benutzung der vorgeschrrebenen Formulars an den Vorsitzenden de» Vereins Herrn Spenglermeister E, F, Frick bis zum 21, d, M. zu richten, (Siehe auch heutige Annonce).
* Ockstadt, 7. Febr. Die etwa 900 Hektar umfassende Feld- und Waldjagd dcr Gemeinde wurde von Bankier Sulz- bach-Frankfurt a, M. für jährlich 6200 Jl gepachtet gegen 4715 -ck( in der früheren Pachtzeit.
* Holzhäuser, v. d. H., 7. Febr. (Zur Bürgermeister- Wahl,) Das bereits mitgcteilte Ergebnis der vorgestern stattgehabten Bürgermeisterwahl ist für unsere Gemeinde ein hoch erfreuliches. Es war von vornherein an der Wahl unseres Mitbürgers PH. Wilh. Kunz nicht zu zweifeln, denn ein ernsthaft in Frage kämmender Gegner war riberhanpt nicht ausgestellt worden. Daß aber trotzdem eine so große Anzahl von Wählern zur Urne gegangen ist, beweist, daß die Bürger von Holzhausen, das Vertrauen und die Wert- sckiätzung, die unser neuer Bürgermeister hier in so hohem Maße genießt, ausdrücklich durch ihre Stimmabgabe zum Ausdruck bringen wollten. Das unseren neuen Bürgermeister so überaus ehrende Wahlergebnis wurde denn auch von allen Seiten mit Freuden begrüßt und wenn wir ihm unsere Glückwünsche darbringen, so kann man dasselbe unserer Gemeinde tun. Wir sind überzeugt, daß sie auch künftighin gerecht und gedeihlich verwaltet wird, wie dies auch durch uriscren unvergeßlichen verstorbenen Bürgermeister geschehen ist.
* 3 . Dornasienheim, 7. Febr, Der Kriegerverein feierte am Sonntag Abend im Saale des Ad, Eß den Geburtstag uniere» Kaisers. Der prachtvoll geschmückt« und elektrisch beleuchtet« Saal war bis aus den letzten Platz besetzt. Zu diesem Zweck« hatte sich ein eigener Thealrrveretn gebildet, der aus einigen Damen und Herren bestand, welche Vorzüglichstes leisteten. Mo» glaubt« fast, man hätte «irr« berussmäßige Theatergesell- schast vor sich Der Präsident des Kriegervereins, Wilh, Jung 5,. eröffnel« die Feier mit einer kurzen Ansprache und brachte ein Hach aus S, M, den Kaifer aus. In das die Versammlung begeistert ernstimmte, Dann wurde „Heil dir im Siegerkranz" gespielt und gesungen. Der Verein bracht« verschiedene Drama- und Soloszenen mit Gesang zur Aufführung, welche den aan: n Abend bis über die Mitternachtsstund« aussüllte und die Lach- muskeln der Zuhörer in Bewegung setzten. Auch sei dem hie sigen Musttverein hiermit gedankt, welcher seine Kraft in uneigennütziger Weise zur Bersügung stellte und viel Zur Vcrichö- nerung der Feier beitrug. Eo trennte mM sich zur spicke» Abend- oder besser gesagt früher Morgenstund« mit dem Bewußtsein, wiederum einig« fröhliche und genußreich« Stunden verlebt zu haben, aber auch von dem Wunsche beseelt, der neue Verein möge uns nockr manche soäbe- Abende verschaffen.


