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Schar, die sich zusammengesunden hatte, besonders begrübt wurde die Anwesenheit unseres verehrten Herrn Pfarrers. Sinnig war der Saal, in dcni die Festlichkeit stattsinden sollte, geschmückt, überall Sprüche und Embleme, die sich auf die Landwirtschaft bezogen. Da war der Hcuwagcn und ein von Ochsen gezogener Pflug zu sehen, nichts fehlte, sogar das Butterfaß, der Bienenkorb und das Spinnrad war vertreten. Tie Feier, die gleichzeitig dem Kaisers Geburtstag galt, wurde durch den wackeren Vorsitzenden der Ortsgruppe der Vereinigten Landwirte, Joh. Steinbach geleitet. Die erste Rede hielt Herr Landwirtschaftskammcrmitglied L c b e r. Er besprach de» schweren Lauf des Landwirts unb betonte, bast der Landwirt in seine Berufsorganisation gehöre, denn ohne diese Vereinigung sei er machtlos. Er feierte die Errungenschaften, die nicht nur die Landwirtschaft, sondern alle Bernfsstandc im deutschen Vaterlande zu erzielen hätten und pries den Kaiser als Erhalter des Friedens. Ihm galt sein Hoch, in das die Bersamniclten begeistert einstimmten. Stehend wurde die Nationalhynrne gesungen. Die Tochter eines Vorstandsmitgliedes sprach den Prolog, gewählt lvar da > Gedicht, das 7>r. Böckcl jüngst in der „Neuen Tages- zeilnng" den Bauern gewidmet und das sich vortrefflich geeignet bat, wie es auch in schönster Weise vorgctragen wurde. Darauf bielt Herr H i r s ch e l- Friedbcrg eine kurze, aber packende Ansprache. Er mahnte die Bauern znm Zusammenhalten und betonte, daß Glaube und Heiinatlicbe im Bauernstände seine festesten Stützen hätten, deshalb sei die Vereinigung der Landwirte im Interesse des Vaterlandes gelegen, alle Stände sollten gemeinsani arbeiten, den Frieden Ernähren und Unfrieden verzehren. Reiches Beifall folgte lind der Vorsitzende brachte den Vereinigten Landwirten ein Hoch. Noch mehrere Vorträge, bereits ernster teils heiterer Art, unterbrochen von Tänzen, denen die Jugend huldigte, folgten, so daß die Teilnehmer bis zu letzter Stunde fröhlich beieinander blieben.
* Obcrursel, 3. Fcbr. Daß die Landwirte sich auch in unserer Stadt regen, das bat das am Sonntag Abend stattgehabte Fest des hiesigen landwirtschaftlichen Vereins bewiesen. Vollgesiillt waren alle Räume des „SchützenhofeS" mit fröhlichen Gästen und schön und der Feier entsprechend war das Festlokal geschmückt. Schon auf der Eingangstreppe prangten die Worte: Vom Fels zum Meer, vom Niemen bis zum Rhein, wir Bauern alle einig wollen sein! Und im Saale konnte man von ans den Mitgliedskarten des Bunde? der Landwirte bekannte Bild des schwäbischen Bauern, der seinem norddeutschen Bernfsgenossen die Hand znm Bunde reicht, prangen sehen. Auch sonst haben Spruche, in denen die Landwirtschaft gefeiert wurde, den Charakter des Festes hervor, Man hätte nicht geglaubt, wie viele Bauern sich noch hier in Oberursel zusainmenfinden: 72 Paare zählte die Polonaise. Wenn auch Niedcrursel. Bommersheim und Weißkirchen einige Gaste gesandt hatten ,so war doch weitaus die große Mehrzahl von hier Frohe Gesichter leuchteten einem überall entgegen. Die Feier wurde durch eine begeisterte Ansprache des Herrn Eberhard H i e r o n m y eröffnet, die in ein Hoch ans die deutsche Landwirtschaft ausklang. Fräulein Löser trug unter lebhaftem Beifall einen Prolog vor. Eine Ueberraschnng brachten uns Herr Grimm und die beiden Töchter unseres bewährten Freundes Jakob Messerschmidt. Sie trugen das bekannte Chamisso'sche Gedicht „Das Riesenspielzeng vor und allerliebst war's, wie da? Riesen-Töchterlein den Bauern mit dem Ochsen und dem Pflug vor dem Vater ansstelltc. Reicher Beifall wurde den Mitspielenden zuteil. Namens der Vereinigten Landwirte sprach Herr H i r s ch e l - Friedbcrg, der von Stierstadt ge- kon'men war, noch einige Worte, die znm treuen Ziisamnnm- fchluß mahnten und die Bedeutung der Landwirtschaft feierten. Damit war der offizielle Teil der Feier erschöpft und die Gemütlichkeit trat in ihre Rechte. Lange wurde getanzt und die Stunden flogen nur so dahin. Jeder Teilnehmer aber hat gesagt: Die Landwirte von Oberursel verstehen doch. Feste zu feiern!
%na der Heimat.
* Friedberg, 3 Fehl. (Eeschichtsocrein). Auf den Dortrag am Mittwoch, den 1. Februar, abends 8 Uhr in der Fefthallc der Augustinerschul« wird hierdurch nochmals aufmerksam gemacht. Er behandelt di« Vorgeschichte der Wetterau und bringt eine Reihe von Lichtbildern zur Veranschaulichung des gespro- cheucu Wortes. Der Zutritt ist für jedermann frei: Gäste sind wie immer willkommen. Eingang vom Schützenrain aus.
* Friedberg, 3. Febr. Von den 28 Arbeitsnachweisen des
Mitteldeutschen Arbcitsnachweisverbandes, die im Dezember 1913 an das Kaiserliche Slot. Amt berichteten (gegen 18 im Dezember 1912) wurden 4124 (4415 lmäunliche und 2355 (2663) leibliche Personen, zusammen 8779 (7678) vermlttelt. hiervon entfallen aus Alzey 6 (3), Aichasftnbuig 142 (41), Bebra 40 156). Densholm 12 (—), Bingen a Rh. 48 (32). Butzbach 8 (8), Easiel 827 (762. Darmstadt 236 (156), Dieburg 7 (—) Frank, ft-" a. L 2816 (»54«), Filedberq i. h. 19 (40). Gernsheim i. h, I (ll Gießen 85 (78), Eroß-Karben 34 (19). Hanau a. M. 4« (32), hcrborn 17 (17). Kreuznach 30 (33). Limburg a. d. L. 41 k—), Mainz 489 (687), Marburg a. d. L. 5 (16). Ostenbach a. M 471 (253), Weilburg a. L. 4 (S), Wetzlar 27 (4V). Wies, bade» 1198 (1033), Witzenhausen 4 (4) und Worms a Rh. 18« 1244). Rach Berufsgruppcn g-trennt wurde» vermittelt: In
x» männlichen Abteilungen: Landwirtschaft 338 (gegen 3g? im kezember 1912), Metallgewerbe 17« (34V). holzgewerbe 122 '170), Industrie der Nahrung»- und Genußmittel 95 (54), Be. ileiduugs. und Rcinigungsgcwcrbe 255 (235), Baugewerbe 93 1*31). Maschinisten, Heizer und Fabrikarbeiter 83 (133), Gast- -nd Schantwlrtschastsgewerbe «63 (721), sonstig« Lohnarbeit und häusliche Dienste 2127 (2126). In den weiblichen Abtei, hingen: Gelernt« und ungelernte Arbeiterinnen in Fabritbe- trftben 95 (65), Bekleidung»- und Reinigungsgewerb« 19 (39), Käst- und Schankwirtschastsgewerb« 189 (26) sonstig« Lohnar- ib-ll und häusliche Dienst« 2634 12312t. Bon den an den Mittel-
Reue 4.agc->zeit«i<g. Dtensiag, den ». Februar 1914
deutschen Arbeitsnackuvoisverband berichtenden nichtöffenilichen
Arbeitsnachweisen wurden im Dezember 1913 im ganzen 836 Stellen vernüitelt, gegen 4642 im Dezember 1912. Von diesen 836 Stelle» entfalle» aus Jnnungalbeitsnachwcift 147 (143),
auf Arbeitnehmernachwelse 486 (197). aus paritätische Arbeits- »achweise 164 (168) und auf Vereinarbeitllachweise 393 (194).
* Nieder Nosbach, 3. Fcbr. Die hiesige Wald- und Feld- jagd wurde gestern an Herr Georg Martin Rcuß in Friedbcrg verpachtet. Die Fcldjagd bringt der Gemeinde 500 M, die Waldjagd dagegen 1500 M ein.
* Heuchelheim i. SB., 3. Febr. Am Sonntag feierte der hiesige Kriegerverein im Saale des Gastwirts Kölsch den Ecburts. tag unseres Kaisers. Herr Lehrer Maurer sprach einen Prolog, worauf Präsident Krug mit einer kurzen Ansprache die Feier einleitele. Sein Hoch galt dem Kaiser. Sodann folgte» in bunter Reihenfolge Couplets, Soloszenen und Eesamlspicle, welche ost di« Lachmuskeln der Zuhörer in Bewegung setzten. Gegen 12 Uhr war das Programm erschöpft und der Präsident schloß mit einem Hoch auf unseron Großherzog den ostiziellen Teil der Feier, worauf dann nach den Klängen der Musikschüler bis zum frühen Morgen getanzt wurde.
* Büdingen, 3. Fcbr. Dis am 1. Dezember 1013 vollzogene Viehzählung ergab eine beträchtliche Zunahme der Viehzucht seit der letzten Zäblung 1911. Die Zahl der Rin. der stieg von 20 109 ans 21 320, die der Schweine von 28380 ans 33 280 (estva 17 Prozent), die der Ziegen von 6227 ans 7009. Auch die Schasszucht weist eine leise Anfnärtsbc- wegung ans: die zum ersten Male vorgenommenc Zählung der Kaninchen ergab 11660 Stück.
* Lanbach, 3. Febr. In den hiesigen Forsten stürzte ein Holzhauer in eine Axt und brachte sich dabei eine schwere Schenkelverletznng zu. — Ein anderer Arbeiter geriet unter einen z» Tal fabrenden Holzschlitten: er wurde so schwer versetzt. daß er zur Operation nach Gießen überführt werden mußte.
* Bettenhaus»«, 3. Febr. Hier hielt am Sonntag Herr Dr. Hoff mann- Friedbcrg im Obst- und Gartenbanver- ein einen Vortrag über „Die Arbeiten im Obst- und Gartenbau ini Winter". — Nächsten Sonntag Abend bält der Gesangverein seine Abcndiintcrhaltung bei Gastwirt Müller.
* Gieße», 3. Febr. Herr Dr. phil. Joh. Psitzler aus Berlin, der sich an der LandeSnniversität für Staatswissenschaften zu rehabilitieren wünscht, wird Mittwoch, den 4. Februar, 6% Uhr in der kleinen Aula seine Probevorlesung halten über die Frage: „Ist die Statistik eine Methode oder eine Wissenschaft."
* Gießen, 3. Febr. Ein politischer Beleidigimqsprozeß. In deni bekannten Prozeß des hessischen Landtagsabgeordneten Rechtsanwalt Grünewald zu Gießen gegen den Land- tagsabgcordneten Winkler zu Oppenheim, ist nunmehr Termin vor dem Großberzoglichen Schöffengericht auf Freitag, den 6. Februar, vormittags 0 Uhr. bestimmt. Bereits früher avgesetzte Verhandlungstermine mußten ausfallen. weil die Vorsitzenden Richter obgelehnt bezw. selbst den Vorsitz nieder- legtcn. Den Vorsitz wird in der neuen Verhandlung der Großh. Amtsgerichtsrat Müller fiihren. Für die Verhandlung selbst ist ein ganzer Tag vorgesehen und auf Antrag der Parteien eine große Anzahl Zeugen und Sachverständige geladen worden. Den Grund zu dem Prozeß bildete bekannt- lich die Auseinandersetzungen in den Kamnierverhandkungen des hessischen Landtages im Herbst 1012. Ans den Ausgang des Prozesses ist man in volitischen Kreisen sehr gespannt.
* Gießen, 3. Febr. Unserer kurzen Notiz über die Mebr- einnahnic von Steuerbeträgcn bei dein Finanzanit infolge des in dem Wehrstcnergesetz vorgesehenen Generalpardons ist noch nachzntragcn, daß aus den Reihen der Hans- und Grundbesitzer nur Rückgänge der Vermögenswerte zu konstatieren sind.
* Gießen, 3. Febr. (Bauern und Abbauern). Von Zeit zu Zeit hat der freisinnige Landiagsabgeordnete siir Eiehen Prof. Urstadt das Bedürfnis, einmal aus dem Lande zu den Bauern zu sprechen. Wie wir kürzlich aus Langsdorf lasen, wird dann ein ganz neutrales Thenra gewählt, um mit den Bauern, oder !n diesem Falle besser gesagt, mit den Wählern bekannt zu wer. den. Da nun eben unter der Wählerschaft tiefster Frieden herrscht, ist es immer gut, wenn sich die Bauern di« Reden, welche die Freisinnigen z. Zt. im Reichstag halten, etwas näher ansehen. Der freisinnige Slbg. Gothein hat erst kürzlich wieder einmal die Schutzzölle bekämpft, und sein Fraktionsmitglie» Wcndorf Hai in der letzten Reichsiagssitzung besten Ausstihrun- gen, di« gar nicht aus das sonst übliche Abbauen, sondern aus» vollständig« Slbbrechen hinausliofen, als das Programm der sreisinnigen Partei bezeichnet. 3Bii wissen ja, daß man bei den Wahlen hier nicht so offenherzig vorgeht, sondern diesen frei, sinnigen Programmpuntt etwas harmloser darstellt. Es wäre deshalb gut, wenn die Bauern bei solchen Dortragsgelegenhei- >«n Herrn Urstabt ab und zu einmal an diese Abbnichsgedanken des Herrn Gothein erinnerten. Eigentlich gehört dies auch zu dem Thema über die Entwicklung des Bauernstandes.
* Gießen, 31, Fan. Der Beleidigungsrpoziß Troß gegen die sozialdemokratischen Redafteure Roll und Betters in Ei«, ßen und Redalteur Weihgerber von der „Kl. Presie" in Franksuri a. M sand gestern vor dem Schöffengericht in Gießen statt. Der Weißbindermeister Horn, welcher ebenfalls ln Konkurs geraten ist und fogar bei einer von der Staatsanwaltschaft aus eine anonym« Denunziation hin angeordnet« Vernehmung an Eidessiatt ein« vollständig unwahre Aussage in für Trotz ungünstigem Sinn« abgegeben hatte, war als Kronzeuge gegen Trotz von der Ecgenseft« geladen worden. Er sollte in seiner wirtschaftlichen Existenz durch Trotz vernichtet worden sein, doch wies ihm der Kläger klipp und klar nach, dah er bei seiner Bei. nchmung nicht ein einziges wahre» ÜBort zu Protokoll gegeben hatte. Ei hatte nämlich ausgesagi, dah er durch den Konkurs Trotz um 5666 Mark geschädigt werde, während es in Wirklichkeit nur 2 975 Mark find und er selbst der Konkursmasie Troß 4 369 Mark für Bürgschaften und Wechsel schuldet. Ferner legte der Kläger durch seine Korrespondenz bar, daß Harn schon am 49. Fcbrax 1913 nicht im Stande arwelen war einen Meä>-
s«l von 52 Mark einzlösen nd denselben protestieren ließ. Troß hat ihm damals diesen Betrag und das nötige Reisegeld nach Biebrich gegeben, damit er die Sache ordnen tonnt«. Außerdem war schon am 25. August 1913 seitens der Lanbcshypothclenbank di- Zwangsoersicigerung der hornschcn hofreiie beantragt worden, der Konkurs Trost dagegen brach erst Anfang Scpkem- der aus. Horn behauptete sogar, einen Wechsel für Troß ein. gelöst zu haben, obwohl ihm nachgewicscn wurde, daß derselbe nicht bezahlt und von dem Banlier Erüncwald zum Konkurs Troß angemeldet ist. Nachdem Horn erklärt hatte, daß «r von keiner Seite beeinflußt und ihm auch kein Geld für die Troß beschulbigend« Aussage geboten worden sei, erklärt« der Kläger seine Aussage für ein psychologisches Rätsel, Auch verschieden« andere Zeugen, auf welche die Kläger sich zu stützen können glaubten, mußten zugeben, daß Ihnen von Troß keine falschen Vorspiegelungen gemacht worben waren und daß di« finanziell« hils«, welche sie Troß geleistet hatten, in den meisten Fällen auf Gegenseitigkeit beruhte. Das Urteil wird in acht Tagen verkündet,
* Franksurt o. M., 31. Jan. Die gern beachteten Franlfur. ter Pferdemärkle wurden auch in diesem Jahre aus jeweils den eisten Mittwoch im Monat festgesetzt: der eiste jindei am 4 Februar statt. An diesem Markttag« werden in der landw. Halle etwa 766—800 Pferde zum Verkauf gestellt, sodaß sür die Landwirte und Industriellen, welche Arbeitspserde sür ihren Betrieb benötigen, sich gut« Gelegenheit zum Kauf und Tausch bleleu wird. Slugesagt wurden meist belgische und französische Last, pserd«: mit» norddeutschen Pferden werden nur «snigc Züchter vertreien sein.
* Frankfurt o. 91, 2. Fcbr. Bon der hieflgen Künstleischast wirb ein auf zwei Tag« berechnetes Künstlerfest in -er Festhalls vorbereitet. Es findet am 25. und 26. April statt und wirb als „Frankfurter SLäldrhestag von Anno Dazumal" gefeiert. Der Reinertrag soll zur Bildung eine, Grundstocks für «ine Alicrs- rersicherung der Frankfurter bildenden Künstler Verwendung finden.
* Franksurt o. 91., 3. Febr. Ein für die Geschichte des Zir
kus bedeutungsvolles Ereignis hat sich am Samstag Abend hier vollzogen: In der berühmten Frankfurter Fefthall«, di« sich zu diesem Zweck in «tuen „Zirkus der Fünfzehntaniend" verwandeln mußte, fand dt« Premier« der größten Zirkus-Fest- jplel« der Welt statt, 566 Mitwirkend«, 366 Pferd«, 256 Me- nagericktere gaben zusammen «in Programm ab, wie «s in der Tat bisher von keinem Ztttu» der Welt auch nur entfernt erreicht wurde. Nicht wenlger als 86 Programmnmnmern (als» viermal s» viel al, «in gewöhnliches Zlikusprogramm bringt) wurden von 814 bl» 104 Uhr ln buntester Fülle vorgesührt. Jirdesten: vlel interestanter und wichtiger al, diese gigantischen, amerikanischen Propotionen ist di« Reueiniichtnng, di« ein so riesenhaftes Programm erst möglich macht: In den
Frankfurter Festspiele« traten zum ersten Mal zwei Manegen der üblichen Größe in Funktion: und all« di« verwegenen Rei- terwettkämps«, Schnldrefluren, Tableaus, all die unzähligen waghalsigen Akrobaten, Equilibristen- und Turmseilprodulti»- nen. ja selbst die heimatlichen Künste der Chinesen-, Beduinen-, Mulatteir-, Tscheriesten., Cowboys- und Jndranertrupps werden in Form von Konkurrenzen in beiden Manegen gleichzeiiig ausgekämpst. Richter ist das Publikum, das in den bisherigen Vorstellungen di« Sieger denn auch mit Dctsall geradezu über, schüttet«. Die Spannung de» Publikum» wirb natürlich durch diese Wetttämpfe aus» höchst« gesteigert: «nd dadurch, daß di« größeren Konkurrenzen tu einer großen, um beide Manegen lausenden Rennbahn ausgesochten wurden, bekam da« altgewohnte Zirkurbild einen ganz neuen und ungewöhnlichen Umsang. Nur dt« ganz großen „Sensationen", Gadbins atemrau- bcnder Sprung aus der sechsten Etage, der Reger Bob Rock«, seller, der sich vom Auto überfahren läßt, Direktor Earrees 56 Sieigerpfcrde, die er aus einmal in der Manege zum Ausbäu- men bringt — ein ganz pompöses Schauspiel übrigens — und dergleichen standen natürlich (wenn man sich ein Wortspiel erlauben darf): „einzig" da. Sonst ist mit hilft der zwei Manegen die Leistungsfähigkeit de» Zirkus verdoppelt, manchmal so. gar verdreisacht. Der Leiter und Organisator des großartigen Schauspiels wurde denn auch nach Gebühr geselert. Er hat im Zirkus Carree nicht nur di« Quadratur des Zirtug gelöst, sondern wird auch aller Voraussicht nach, mit der ihm weit angenehmeren Aufgabe sertig werden, den Riesenbau der Festhalle scchgehnmal zu stillen.
* Franksurt a. 91., 3. Febr. Die Behörden gehe» jetzt gegen Eeschästsleut«, besonders Friseur«, di« Antikonzepiionsmittcl feltbictcn, sehr scharf vor und lasien sie gerichtlich besttasen. Gegenwärtig sollen etwa 166 derartiger Anklagen schweben. Dieses einheitliche Vorgehen wirb zweifellos als eine Maßnahme zur Verhinderung des Geburtenrückgangs anzusehen ftin.
* Frankfurt a. M, 3. Febr. Das rapide Sinken der Schwcinepreise hat die hiesige Fleischerinnung zur Herabsetzung der Schweinefleischpreise von 85 auf 75 Pfennig dos Pfund veranlaßt. Dagegen sind die Wurstwa-en, von zwei Ausnahmen abgesehen, im Preise nicht erniedrigt: sie stehen nunmehr im Gegensatz zu den niedrigen Vichpreisen ungewöhnlich. Da viele Metzger der Innung nicht angeschlossen sind und ihre Waren nach Belieben verkaufen kann demnach von einer Entspannung der Fleischpreise noch nicht die Rede sein.
Hessen-Nassau.
* Bad Homburg v. d. H, 3. Febr. Durch Bubenhände wurde der Steinsockel des Landgrasendenkmals in den Knr- anlagen beschädigt. Aus die Ermittelung der Täter setzte die Stadtverwaltung eine Belohnung von 100 M ans.
* Bad Homburg .v d. H, 2. Febr. Da im Schlosse bereits mit der Herrichtnng der kaiserlichen Zimmer begonnen wurde, rechnet man auck> in diesem Jahre mit einem längeren Aufenthalt des Kaiserpaares in Homburg, Berliner Meldun- gen zufolge wird jedoch nur die Kaiserin hier erwartet, während der Kaiser sich nach Korsu begibt. Die Ankunft der Kaiserin wird schon Ende Mürz erwartet.
» Kietors, 3. Febr. Das Ludwig Paulische Ehepaar beging am 31. silanuar das goldene Hockneilsseft


