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9ttut ^ageszettung. Samstag, Mn 31. Januar i»14

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dann wird die öffentliche Hilfe in Ansrpuch genommen; ja man v -läßt sich aus diese schon von vornherein. Wo aber tatsächlich

r- sichert war. da stammt in den weitaus meisten Fällen der A ' ^8 aus Urväterleiten und steht zu den Brandschäden in

g . keinem Verhältnis mehr. Aus Nachlässigkeit hatte man a - 'eine Nachprüfung vornehmen lasten. So wurde in der !< . a Woche bei einem Brande in Oberhesten sestgestellt. Käst d rinzcäscherte Hos seit 1868 nicht geprüft war. infolgedessen tr - er noch mit 350 Talern versichert. Ein zweilcr großer 5' uernhof stand in den Listen mit 8000 Mark versichert. An d .'m Krebsschaden krankt das Versicherungswesen, und hier hei'-'-d und bessernd einzngreisen, sollten sich dir Landesbrand- ke a angelegen fein lasten. Es wäre auch eine schöne Auf. goöe der Behörden, ln aufllärcndem Sinne durch die Bürger- m itcreicn auf die Bevölkerung einzuwirken. Die Maßnahmen losutcn sich tausendfach; zudem sind ja auch die Versicherungs- sä"e so gering, daß hier Sparsamkeit an falschem Plaste ist. wenn ein Besitzer glaubt, nicht versichern ZU brauchen.

* Kiesten, 31. Jan. Welche Zugkraft guten alten Lustspielen und Schwänken innewohnt, bewies zu Kaiser Geburtstag die Ausführung von Moser-Schönthans-Lustspiel „Krieg im Frie. den" im hiesigen Stadtlheater. die ein total ausverkauftes, bei. fallfreudiges Haus erzielte. Ilm den Bielen, die keine Einlaß­karten am Dienstag erhalten konnten, gerecht zu werden, ist für kommenden Sonntag Abend eine Wiederholung von „Krieg im Frieden" an gesetzt worden und zwar bei kleinen Preisen. — Am Sonntag nachmittag findet wegen des Konzerts des Kon- ferlvercins keine Vorstellung statt.

* Frankfurt a. M., SO. Jan. Da? EoethehcmS bot dieser Tage feinen Besuchern ein eigcirartigpes Bild, das manchen m ersten Augenblick tief erschreckte und an Geister glauben ließ. Wer auf denr kleinen idyllischen Hofe weilte und seine Blicke vom Brunnen über das Hans schweifen ließ, erblickte ,rn einem Fenster in leibbasttger Größe — Goethe selbst, ernst auf da? G"triebe zu feinen Füßen herabsehend. Gestalt, Haltung, Kleidung, Geürbtsausdrücken ließen keinen Zweifel obwalten. Ilnd doch; es war nur eine Wachsfigur Goelbes, die das Freie Hochstift bei der Auflösung von Kaftans Pa- novtikuiu erlvorben und in einein entlegenen Zimmer des GoethehauseS aufgestellt hatte. Ein Beamter leistete sich nun den Scherz und stellte die Figur des Olympiers an das Fenster und löste damit bei zahlreichen Besuchern den Glau­ben an den — Geist Goethe? ans.

* Frankfurt «. M., SO. Fan. Während der frühere Oberbürgermeister 9p. Adickes große Ländereien im Bereiche Großfrankfurts für die Stadt erwarb, diese Grundstücke aber größtenteils unverwerlet liegen ließ, hat die jetzige Stadt­verwaltung eine ander Politik eingeschlagcn. Sie bietet jetzt sämtliche nur irgend entbehrliche Grundstücke, die sie in allen Teilen der Stadt besitzt, zum Verkauf aus. Die Jahlungs- bedingnngen sind außerordentlich günstig. Der Stadt er­wachsen durch diese Veräußerungen doppelte Vorteile, Ein- niol werden die sonst brach und zinslos daliegenden Lände­reien kapitalisiert und damit nutzbringend gemacht, zum an­deren aber verschwinden zahllose unbebanie Ecken, die dem Stadtbild schon seit Jahren nicht gerade zur Ehre gereichten.

* Frankfurt a. M, 31. Jan. In der bekannten Angelegen­heit gegen die Rechtsanwälte Gebrüder Dr, Karl und Di. Otro Fehl ist nunmehr auch gegen den letzteren bas Disziplinarver. sahren «iugeleitet.

Hessen Nassau.

* Tchwanheim a. ®l„ 31. Jan. Infolge zu geringen Ab-

schujfes von Hasen durch den hiesigen Jagdpächter — es fand in diesem Jahre gar keine Waldjagd statt — hat das Wild an» g-mein überhand genommen, daß es den Feldern erheblichen Schaden zufügt. Der den Landwirten angrbotene Schadenersatz hat dieselben nicht befriedigt. Di« Leute wollen nun tm Klo- geweg« ein« größere Entschädigung erstreiten.

* r. Obcrursel, 31. Jan. Die Kaiser Geburtstagsfeier voll­zog sich diesma hier in besonders großem Rahmen. Im Ber. einshauf« der Turngesellschast zählte man über 80 Gedecke. Die Festrede hielt Bürgermeister Friller. Im „Schützenhos", wo sich ichon seit etwa 40 Jahren am Kaisersgeburtstag eine Anzahl Bürger zu einer gemeinsamen Feier versammeln, waren es 43 Gedecke, Hier sprach Herr Heiland und bracht« das Kaiferhoch aus. — Die freiwillige Feuerwehr hat dem Oberbrandmeister Färber, der kürzlich sein Amt krankheitshalber niederlcgte, zum Ehrcnoberbrandmclster ernannt und ließ ihm zur Erinnerung ein schön ausgestatietes Diplom durch den Vorstand überreichen. Auch vom Staate wurde das Verdienst des Geehrten im Jn- tereste der Allgemeinheit anerkannt, indem Bürgermeister Fül­ler am gleichen Zeitpunkt ihm das allgemeine Ehrenzeichen überreichen konnte. Herr Färber ist noch einer der wenigen le. bendc» Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr.

* Anspach i. T., 31. Jan. Eine übermütige Jugend warf in dcr letzten Nacht allen ihr erreichbaren Straßenlaternen die Scheiben ein.

F. C. Wiesbaden, 30. Jan. Zu der Errichtung eines Neubaues für die Nassauische Laiid->sbank und Nassauische Sparkasse, in dem auch die kürzlich errichtete Nassauische Lr bensversicherungsanstalt untergebracht werde,- soll, auf dem Grundstück Nheinstraße Nr. 44 in Wiesbaden unter teil- weiser Heranziehung des Grundstückes Nheinstraße Nr. 42, hatte bekanntlich der Landesausschnß seine Zustimmung ge- iicben und das Preisgericht für das zu erlassende PreiSaus-

Jhalien

60, isfl.

Österreich

h SO, io fl

Deutschland

Vlvsfl.

Vereinigte htgqfe/f flltv/f

iffuss/ane

■.tZ.rsfl.

England 35,16 fl.

Frankreich 10,3z fl.

Die Steuerlasten pro Kopf in den grösifen Ländern

Die Lasten, welche die Einzelnen in den verschiedenen haben, am geringsten in denjenigen, welche Freihandel be- Ländern zu tragen haben, sind sehr ungleich. Ani größten treiben. Deutschland nimmt eine Mittelstellung ein. sind dieselben in den Ländern, welche Schutzzölle cingesührt -

schreiben bestimmt. Das Preisgericht, unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters a. D. 9r. v. Jbell-Wiesbaden, be- sichend ans dem G-Hoimen Baurat Hoffmann-Darmstadt,

Stadtrat ©cfu::;" - iffurt o. M., Landesbankdirektor

Kla»-WieSbadcn . . ,a Landcsbaiimeistcr für Hochbau,

Müller-Wiesbaden, wird nunmehr am Mariä-Lichtmeß-Tage ini LandeShause in Wiesbaden zusammentreten und über die inzwischen eingelaufenen 61 Entwürfe richten. Der Wett­bewerb war auf im Regierungsbezirk Wiesbaden ansässige Architekten beschränkt. Besonders eingeladcn aber waren außerdem Negiernugsbaumeister a. D. Karl Moritz-Köln a. Rh., die Architekten Bielenberg und Moser in Berlin sowie Regicrungsbaumeister a. D. Jessen-Berlin.

* F. E. Wiesbaden, 30. Jan. Die soziale Fürsorge für die „Wanderer". Der 47. Kommnnallandtag beschloß in sei­ner Sitzung am 23. April 1913, während der Beratung über die Ausführung des Wanderarbeitsstättengesetzes im Regie­rungsbezirk Wiesbaden auf Antrag der sechs Abgeordneten der Wahlkreise Biedenkopf und Dill, daß auch der Dillkreis verpflichtet werde, eine Wanderarbcitsstätte zu unterhalten, und zu verwalten, da der Zwischenraum zwischen der Wan- derorbeitsstätte Limburg a. d. L. und den WanderarbeitS- ftütten in Marburg und Brilon zu groß fei, um einen Zu­sammenhang Herstellen zu können Der Landesausschnß hat »unniehr dem Vorschlag der „Bezirkskommission für die Verwaltung der Wanderarbeitsstätten", eii’e Wanderarbeits- slätte in Herborn im Dillkreis zu erichten, sowie die Erwer­bung des Bömperschen Anwesens in Herborn für diesen Zweck durch den Dillkreis zugestimmt. Bis zur Eröffnung der Wanderarbeitsstätte soll jedoch in Herborn eine Wander- EingangSstation ins Leben treten. Der Landesausschuß be­schloß werter an die „Städtische Arbeitsvermittelungsstelle" in Frankfurt a. M. für das Jahr 1912 2500 M, an das „Ar­beitsamt" Wiesbaden, für das erste Vierteljahr 1813 400 Jt, an den „Kreisarbeitsnachweis" Limburg a. L. für die gleiche Zeit 200 M auSzuzahlcn aus der Staatsbeihilfe und schließ­lich die Kosten der Wandcrarbeitsstätte Limburg für die Zeit vom 1. Januar 1313 bis 3t. März 1913 in der vollen Höhe von 5017,55 M auf den Etat des Bezirksverbandes zu übernehmen.

* Epepnhoin, 31. Jan. Die Baukosten für die Errichtung eines eisernen Aussichtsturmes aus dem Atzelberg wurden der Gemeinde von dcr hier begüterten Familie Hochschild aus Frankfurt zur Verfügung gestellt.

Ans aller \Uelt.

Schreckenstat eine» Polizeibeamten. Aus Erünberg (Schle. sien) wird gemeldet: In einer der letzten Rächt« gegen halb 5 Uhr erschoß der früher« Polizeibeam!« Simon, der von seiner Frau geirennl lebte, seinen 4 Jahr« alten Sohn, sein« Ehefran und dann sich selbst. Simon hatte sich in der letzten Zeit an ver­schiedenen Orten aufz« halten, war aber gestern Abend nach hier zurückgekehrt. Er »erschosst« sich ein« Leiter, stieg damit in die in der Fleischersiiaße gelegene Wohnung seiner Frau und ver­übte sodann di« schreckliche Tat. Alle drei Familienmitgieder sind tot. Nähere Einzelheiten schien,

Doppelhinrichtllng in Natibor. Am Donnerstag früh 7 Uhr wurden im Hofe des Ecrichtsgefüngnisies di« unverehelichte Häuslerstochter Fraazisla Zimmer aus Rasielwitz, Kreis Cosel (Obeischlesien) und die verheiratete Bergmannsfrau Josepha Kubschia aus Ezerwienla, Kreis Rybnik (Oüerschlesten) durch den Scharsrichter Schwictz aus Breslau hinxerichtet. Die erster« hatte ihre Stiefmutter, die letztere ihren Ehemann ermordet,

Baker, Mutter und Schwester crinordet. Ein furchtbares Verbrechen beging in Myslowitz der ISjährtg« Bauernsohn Jastrzemb nach einem Streit mit seinen Eltern. Während der Nacht, als alle in tiefem Schlaf« lagen, schlich er sich in das

Schlafzimmer feiner Eltern und seiner ITjährigen Schwester und schlug ihnen mit einer Axt den Kops buchstäblich vom Rumpfe ab. Alle drei waren sofort tot

Verurteilung eines Arztes. Das Schwurgericht in Essen verurteilte nach neuntägiger Verhandlung den praktischen Arzt Dr, Leuwrr aus Eelsenkirchen wegen Verbrechens gegen das keimende Leben und gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus, Der Starksanwalt hatte 2st Jahre Zuchthaus beantragt. Sieben Monaten der erlittenen Untersuchungshaft wurden in Anrechnung gebracht. Von vier mitangekagten jungen Mädchen wurde eines zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen wurden mangels Beweisen freigesprochen.

Der llbersallrne Leichenzug. Au» Petersburg wird gemeldet: In einem Dorf« hatte sich ein Seminarist erhängt, weil ihm di« Geldmittel zur Fortsetzung seines Studiums fehlten. Di« Bauern protestierten gegen «in« Beerdigung des Selbstmörder» »ach christlichem Brauch. Um jeder Eventualität vorzubeugen, bogleiteten der Pristaw und einig« Gendarmen den Leichenzug zum Friedhof. Unterwegs überfiel «in großer Haufe von Bauern den Zug, verprügelte di« Polizeimannschaft und nahm di« Leiche aus dem Sarge, die auf die Landstraße geworfen wurde. Später war di« Leiche verschwunden. Polizei, und Ge­richtsbehörden, di« von dem Vorfall verständigt wurden, sind bereits «ingetrofien, um «in« streng« Untersuchung einzuleiten.

Hochstapeleien gegen Arbeitslose. Der versuchte Massenbe­trug gegen Arbeitslose, der Anfang November vorigen Jahre» so großes Aufsehen erregte, scheint jetzt endlich sein« Aufklär- ung zu finden. Unter dem dringenden Verdacht, den Schwin­del ins Werk gesetzt zu haben, ist jetzt in München ein 33 Jahr« alter, aus Augsburg gebürtiger Mechaniker Friedrich Deiner verhaftet worden, der im Zentrum der Stadt «ine große Woh- nung, angeblich als Eeschästslokal für eine Zweigstelle der Deutschen Central« für Arbeit»- und Eefangenen-Fürlorge mit dem Sitz in Leipzig gemietet hatte.

Tragödie im Gerichtssaal. Ein« 25 Jahre alte Kassiererin aus Nürnberg sollte als Zeugin vor dem Schwurgericht in Amberg vernommen werden. Obgleich das Mädchen darum bat, ihre gering« Borstrafe nicht zu verlesen, wurde bekannt ge­geben, daß sie vor längeren Jahren im jugendlichen Ucbermut wegen eines geringfügigen Diebstahls eine Vorstrafe erlitten hatte. Als dies« Straf« verlesen wurde, versuchte die Zeugin sich die Pulsadern zu öfinen. Sie bracht« sich eine tiefe Schnitt, wunde am Handgelenk bei und mußte ins Krankenhaus ge­bracht werden,

Selbstmord. Am Donnerstag morgen hat in Bremerhaven der 17jäh:ige Sohn des Lehrers Eoors in Lehe, ein Schüler des Gymnasiums ln Bremerhaven, Selbstmord begangen. Er warf sich auf der Eeestebrllck« vor «inen Eisenbahnzug und wurde überfahren. Ei war sofort tot. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt.

Ermordung eines Altcrtumshändlers und Selbstmord. In

Biberach (WUrttem. Donaukreis) wurde der 08jährige Anti- quitLtenhändler Karl Bauer in seinem Anwesen ermordet. — Dem alten Mann waren von einem Holzbildhauer namens Her. berts zwei altertümliche Bilder zum Kaufe angeboten worden. Als der Händler den Ankauf ablehnte, verlangte der Holzbild­hauer Geld und drang, als ihm dieses verweigert wurde, mit einem Revolver und einem Dolch auf den Händler ein, der drei Schüff« und siebzehn Messerstich; erhielt. Der Mörder wurde in einem Lehnstuhl im Hause tot aufgefunden. Er hatte durch einen Schuß in den Kops Selbstmord verübt.

Die Mordtat eines Offizier». Di« „Köln. Zig." meldet au» Petersburg: Der Offizier, der am 22. Januar in einem Peters­burger Nachtlokal den Dirigenten einer Zigeunerkapelle und dessen Tochter erschoß, wird «ich! durch das Kriegsgericht abg«. urteilt werden. Er ist aus der Armee ausgestoßen und einem Zivilgericht übergeben worden. Das ärztliche Gutachten hält ihn für voll verantwortlich.

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