Ausgabe 
28.1.1914
 
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Anstvcudungen für die Unterkunft ihrer Familien zn machen. Wollte die Stadt hier durch Errichtung von kleinen Wohnun­gen helfend cingreifen, so würde dies für dieselbe von schwer ;i' übersehender finanzieller Bedeutung werden. Eine Mit­hin ! des Reichs oder Bundesstaates würde in diesem Falle nichl zu umgehen sein. Auch in früheren Zeiten haben Staat und Kommune die Herstellung gesunder Wohnungen fördern Helten. Wer z. B. in dem ehemaligen Herzogtum Nassau ein H..»s bauen wollte, bekam nicht allein Bauplatz und Holz giii» bauen gestellt, sondern als Beihilfe auch noch einen si'cldbetrag.

Eins aber, was auch in Gießen noch viele Leute glauben, !nnß bestritten werden, nämlich daß es möglich sei, jcdein Arbeiter ein eigenes Häuschen zu schaffen. Ein Arbeiter, der sich mit seiner Hände Arbeit ernährt, wird nie im Stande sein, für diese Zinsen und Kosten aufzukommen.

Tayesübersrcht.

Deutsches Deich-

:: Abermalige Fristverlängerung zur Bermögenserklüriiiig.

Der Bundesrat hat, wie dieKreuzzeitung" meldet, in seiner Sitzung vom 24. d. M. beschlossen, die Landesjinanzbehörden zu ermächtigen, die Frist für di« Abgabe der Vermügenscrklärung bis zum 15. Februar zu verlängern. Von dieser Erklärung ha­ben Württemberg und Sachsen-Altenburg Gebrauch gemacht. Don einer Entscheidung der preußischen Regierung ist noch nichts bekannt. Das Eroßherzogtum Hessen, wo St. Bureau- kratius am uneingeschränktesten regiert, hat die Frist noch nicht einmal bis zum 31. Januar, wie dies in Preußen ge. jcheh.ur ist, verlängert.

England.

:: Reue Panzerung für Dreadnoughts. Londoner Blätter­meldungen zufolg«, erprobt die englische Admiralität «ine neu« Art von Panzerung für Dreadnoughts. Das Prinzip der Er­findung besteht darin, daß zwischen Zwei harten Panzerplatten eine Schicht von Kautschuk gelegt wird. Der bekannte eng- lisck-e Ingenieur Harveq behauptet, daß dies« Verbindung von Stahl und Kautschuk das Geschoß gerade so aushalten würde, die «in Sandsack eine Kugel. Die Dicke der Panzerung über Bei Wasserlinie wird 40 50 Ztm. betragen.

Rußland.

r: Ankauf 'russischer Geschützsabriken durch Krupps Eine aufsehenerregende Meldung bringt dasEcho de Paris" au» Petersburg, wonach sich dort mit Hartnäckigkeit das Gerücht erhält, daß di« russische Gefchützfabrik von Putiloff in Peters, bürg von der deutschen Waffenfabrik Krupp amfgekaust worden sei.Sollte sich", so bemerkt das Blatt,diese Nachricht bestä- tinen, so wird sic große Erregung in ganz Frankreich hervor- rusen," Bekanntlich läßt die russische Regierung ihr« Feldge­schütze nach französischem Modell Herstellen. Zum Teil wurde das russisch; Kriegsmaterial in der Fabrik Putiloff mit Hils« der französischen Fabrik Ereuzet konstruiert. Das .^Journal" bemerkt solgendcs:Wir lönnen nicht an die Richtigkeit dieser Rachricht glauben. Es erscheint UNS unmöglich, daß Rußland seine Geschützsabriken in di« Hände von Knipp liefert, der auf diese SBctfc die Pläne und Fabrikationsgehcimniffe ein«, gro. ßen Teils französischen Kriegsmaterials in seinen Besitz bringen würde,"

Arabien.

:: Uebrrsälle arabischer Rauberbanden. Eine vom Dampfer

Lazares" in Odessa cingetvofsene Depesche besagt, daß unweit Mclka «ine Karawane von bewaffneten Arabern überfallen wurde. 00 Pilger sind getötet worden. Derartige Ueberfälle haben sich in der letzten Zeit mehrfach ereignet, ohne daß man die Räuberbande unschädlich machen konnte. Etwa 500 Opfer sollen bisher in das gut organisiert« Räuberuetz geraten fein.

Südasrika.

:: Deportation der südafrilanischen Arbeiterführer. Die Re-

ticrung beschloß. 10 der hervorragendsten Führer und Beamten »er Arbeiterschaft zu deportieren. Di« Arbeiterführer, über welche die Deportation verhängt worden ist, werden unter star­ker Bewachung von Transvaal nach Natal übergeführt. Dort werden sie abends auf einen Dampfer gebracht, der vor Tages, onbruch nach England abgeht und unterwegs keinen Hafen an- lüuft. Die Deportationsverfügung erfolgt« unter dgm Kriegs­recht, Es werden Maßregeln geiroffen, um eine Rückkehr der Deportierten nach Südaffika zu verhindern.

Mexiko.

:: Berfchwörung gegen Huerta. Eine Verschwörung gegen

Huerta, an deren Spitze General Gonzales und Oberst Bits s len, ist ausgedeckt worden. Di- Polizei verhaftete 42 Teil, uehmer an der Verschwörung, unter ihnen 22 Deputierte. Sie u rd;n teils ausgewiesen, teils erschosien. Man stellt« fest, daß man im Monat Februar einen Staatsstreich versuchen wollte. Je. Beracruz wurden in Verbindung mit der Verschwörung e isalls mehrere Verhaftungen vorgenommcn.

Die Znselfrage.

" icn, 28. Jan. Wie aus diplomatischen Kreisen mitge- *'- "urd, wurde die Antwort Sir Edward Greys den Lon- V ; Botschaftern Deutschlands, Oesterreichs und Italiens »> Note der Drcibundmächte am 14. Januar überreicht.

Antwort besteht aus zwei Teilen, von denen sich der erste mit der Jnselfrage befaßt. Der zweite Teil enthält einen Vom lag für die Fassung der von den Großmächten der Türkei und Grierlienland zu überreichenden Note. Im ersten Teil schließt sich Grcy im großen und ganzen dem Stand- pnn't des Dreibundes an, indem er gleichfalls dafür ein- ttitt. daß seitens Griechenlands Garanieen zu verlangen seien sür den Schutz der Minorität auf den ägäischen Inseln sowie sür die Neutralisierung der nordägäischcn Inseln. Auch schlägt er vor, man möge von Grieck>enland das feste Ver­sprechen verlangen, sich der Durchführung der von den Mäch­ten getroffenen Bestimmungen nicht zu widerfetzen und einen Widerstand dagegen auch nicht zu unterstützen. Von der von Vcnizelvs geforderten Grcnibereckitianna im Evirirs c»

pleuc Tageszeitung. Miiiwoa,, den 28. Januar »81«.

wähnt der englische Minister des Auswärtigen nichts. Im Anschluß daran präzisiert Grey noch einmal klar den Stand- punzt Englands in der Frage der von Italien besetzten ägäischen Inseln. Er sagt, daß, solange auch nur eine einzige Insel im Besitze einer europäische» Großmacht sich befindet, man den Zustand nicht als normal bezeichnen könne. Eng­land will dainit jedoch keine Pression auf Italien ansüben, sondern lediglich eine Konstatierung vornehmen. Der zweite Teil der Antwort Greys enthält einen Vorschlag für die Fassung der Note, in der die Mächte in Athen und in Kon- stnntinopel ihre Entscheidung über die ägäischen Inseln init- teilen sollen. Es steht jeder Macht frei, etwaige Acndcrungen an der Textierung vorzi.schlagen. Man hofft, die Verhand­lungen über diese Note bald beenden zu rönnen, sodaß bereits in der allernächsten Zeit ihre Ueberreichung erfolgn dürfte.

Nachgiebigkeit der Türkei in der Jnselsrage.

Athen, 28. Jan. Informationen aus guter Quelle zu- folge wird noch im Laufe dieser Woche sowohl Griechenland wie der Türkei eine Mitteilung der Mächte über die Jnscl- frage und die Grenze de? Epirns zugeheu. Zu gleicher Zeit mit der Bekanntgabe der Note der Mächte wird die Türkei erklären, daß die Intervention der Mächte durch die An- spiüche der Türkei aus sämtliche Inseln veranlaßt worden sei und daß sie sich deren Entscheidungen beuge.

Ans der gjetiimt*

* Fricdbe-g, 28. Jan. Die Direktion des Zentroltheaters macht uns diesmal wieder mit einem Film bekannt, der mit zu den besten gehört.Der schwarz- Traum" heißt dieser Mei- steffilm in der Hauptrolle mit Asta Nielsen der Filmlönigin. Ergreifende Szenen von elementarer Wucht werden uns da vor Augen geführt, welche gar grell« Schlaglichter aus dar Zirkusleben weisen und uns manchen Blick hinter die Kulisien tun läßt. Die Spieldauer beträgt ty, Stunde. Auch das üb­rig« Programm ist in jeder Hinsicht vornehm und erstklassig, sodaß jeder Besucher mit dem neuen Programm über olle Ma. ßen zufrieden sein wi-rd. Auf allen Plätzen tritt ein Preisauf­schlag von 10 Pfg. ein.

* Gcschichtsverein. Mittwoch, den 4. Februar, abends 3 Uhr, in der Festhalle der Augnstinerschule: Vortrag von Herrn Professor Helnike:Ein Streifzug durch die Vorgeschichte der Wetterau." Zahlreiche Lichtbilder werden die Worte des Redners erläutern. Die Mitglieder des Ver­eins werden zum Besuche hierdurch eingeladen. Gäste sind herzlich willkommen.

* Ossenheim, 28. Jan. Am vergangenen Sonntag hielt der Mannergesangverein Ossenheim unter Leitung des Musiklehrers Backel-Friedberg-Fauerbach seine diesjährige Abend-Unterhaltung im Saale des Gastwirts Adam Thomas ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, sogar mußten sich Leute mit Stehplätzen begnügen. Die Bäckelsche Kapelle machte die Eröffnung durch einige Konzertstücke, worauf der Präsident Louis Ackermann die Gäste begrüßte. Die theatralischen Aufführungen wurden flott gespielt. Herr Worrct brachte sein Violin-SoloFrühlings Erwachen" vor­trefflich zu Gehör. Nicht zu vergessen H der Baryton-Solo von Herrn Musiklebrer Bäckel vorgetragen. Ebenfalls auch die vorqetragenen Chöre vom Verein selbst, sie fanden leb­hafte Begeisterung und die Anwesenden zollten stürmischen Beifall, Es sei allen Mitwirkenden sowie der Kapelle Bäckel die Vorzügliches unter persönlicher Leitung des Herrn Bäckel leistete, gedacht. Bis zur frühen Morgenstunde blieben Alt und Jung zusammen und huldigten dem Tanze.

* Beienheim, 28. Jan. Gestern Abend feierte der hiesige Krieger- und Militärverein und der Turnverein den Ge­burtstag unseres Kaisers und zwar im Gasthaus Stein. Dieser Feier ging ein Durchmarsch der Spiclleutc durch das Ort voran. Die Feier selbst wurde von unserem Krieger- vcreinspräsidenten Herrn Stöllding mit einem Hoch auf den Kaiser eröffnet. Hiernach ergriff Herr Dekan Wahl daS Wort, er wies haupffächlich auf die Bedeutung dieses Abends hin. Auch Herr Turnvereinspräsident Trüller freute sich über die Einigkeit der Vereine, das er in warmen Worten feierte. Die Feier verlief glänzend, wozu auch unser Gast­wirt, Herr Stein beigetragen hatte; denn er hatte für gute Getränke gesorgt, zumal auch flotte Bediennung zur Stelle war. Möge die Einigkeit auch fernerhin bestehen, denn diese Tugend ist vor allem nötig zum Aufblühen des deuffchen Reiches.

* Bönstadt, 28. Jan. Das am Sonntag stattgefundene Wintervergnügen des TurnvereinsJahn" im Saale des Gastwirts August Wiegand verlief bei dichtbesetztem Saale aufs Beste. Leider mußte das, von Herrn Lehrer Pilger aufs sorgfältigste eingeübte Programm eine kleine Aenderung er­fahren, da der Präsident Herr Heinrich Fr. Jung durch den plötzlichen Tod seines Schwiegervaters des Herrn Jakob Roth leider verhindert war, an den Veranstaltungen teilzu- nehmen. Die erste Programm-Nummer mußte aus diesem Grunde ausfallen. Bei der folgenden Nummer trat Herr Rechner Kröll an Stelle des Fr. Jung. Trotz alledem ver­lief alles programmäßig. Noch besonderen Dank ernteten auch die beiden mitwirkenden Fräulein Leonhard und Rcitz, die durch ihre schönen Gesänge und Vorträge die Feier verherr­lichen halfen. Auch großen Beifall ernteten die Militär- Musikschüler, tvelche durch ihre schönen Konzertstücke der Feier bis zur stühen Morgenstunde eine fröhliche Stimmung gaben. Hoffentlich werden uns noch viele dieser genußreichen Abende beschicden sein.

* Oberdorfelden, 28. Jcnt. Der Obstbauverein und der Kricgerverein feierten am Sonntag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, bei außerordentlich zahlreicher Beteiligung in der Gastwirtschaft zur Krone einen Familienabend, verbunden mit KaiserS^leburtstagsfeier. Die Festrede hielt Herr Lehrer Schädel. Die Feier wurde verschönert durch die Lieder und Vorträge der Schulkinder. Daraus wurde die Konserven, welche Herr Obltbauteckmiker Walther von Hanau

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niit seinen Schülern im Herbstkursus eingekocht hat, verstei gort. Auf einem schön dekorierten Tische waren sie ausge stellt und fanden großen Anklang und mithin zu hohen Preisen. Nach der Versteigerung fand eine Tcmzbcliistignnci statt, die die Teilnehmer noch lange und fröhlich beisammen hielt,

* Z. Holzhausen, 28. Jan, Am Samstag, den 24. I. M., trug man einen unserer tüchtigsten Bürger zn Grabe- es war Herr Bürgermeister Becker, der ungefähr 6 Jahre seines Amtes waltete. Der Verstorbene war ein außergewöhnlich eistiger, pflichtbewußter Mann und stand sowohl in, Dorf als auch bei seinen Vorgesetzten in hohem Ansehen. Er stellte seine ganzen Kräfte in den Dienst-der Gemeinde und jedes Einzelnen. Das Wohl seines Dorfes beseelte sein ganzes Tun und so kam cs, daß er bis zum Rande seiner letzten Kräfte, seine Aufgabe aufs gewissenhafteste erfüllte, bis ihm dann ein Herzschlag ganz urplötzlich und unerwartet ein rasches Ende bereitete. Seinem Sarge folgten die verschieden sten Vereine Holzhausens und ein großer Zug Leidtragende! aus Nah und Fern, .Der GesangvereinConcordia" sang ibm zur letzten Ehre das Lied:lieber allen Wipfeln ist Ruh", und der Kriegervercin feuerte eine Ehrensalve über die ewige Ruhestätte. Am Grabe des leider zu früh Dahin- geschicdenen legten die Vereine als Zeichen seiner allseitiger Beliebtheit Kränze nieder. Seine Verdienste um die Ge- incinde wurden von Herrn Pfarrer Klotz in warmen Worten zum Ausdruck gebracht. Wenn von dem nahe gelegenen Wäldchen der Wind in den Blättern lispelt, so mögen sie ihni die Wotre zurufen:Ruhe sanft!"

* Gciß-Ribda, 28. Jan. Di« Tochter des Kaufmann! Heutzcnröder stürzte beimSchleifen" aus der Eisbahn und er- litt «in« Gehirnerschütterung, an deren Folgen sie nach kurzer Zeit verstarb,

* Nidda, 28. an. Eine Gemäldeausstellung, veranstaltet vom hesiiichen Volksschristenvercin, findet vom 8. bis 11. Febr. imEambrinus" statt. Dieselbe soll im Volle das Verständ­nis für die Kunst wecken und den Schmutz in Wort und Bild vertreiben helfen. Für geringes Geld können solche Bilder an Kunstliebhaber abgegeben werden. Di« Ausstellungsleitung liegt in den Händen eines Komitees, an desien Spitze Herr Oberst z. D. von Weimer steht,

* Inheiden, 28. Jan. Bei einer l»genannten Karusiellfahri aus der hiesigen Eisbahn riß stch ein Schlitten los und sauft« mit voller Geschwindigkeit in di« Meng«. Dabei wurden drei Personen schwer verletzt, der Landwirt Weil sogar lebensgefähr. lich,

* Langsdorf, 28. Jan. In Langsdorf, dem Wohnort» unseres verstorbenen Philipp Köhler, bemerkte ich gestern noch einen alten Brauch. An dem Eingänge zu einer Wirt­schaft der Bahnbofsstaße lagen auf der Haustürschwelle eine Anzahl Steingut- und Porzellanscherben. Ans meine Frage wurde mir bedeutet, daß im Hause Strickstunde sei. Dieselbe wurde nun nicht von erwachsenen Mädchen, sondern von Schulkindern besticht. Es scheint so eine Art Vorläuferin der Spinnstube zu sein. Wie dort von den Burschen allerlei Streiche verübt werden, so bekommen hier die Schulmädchen von den Buben die Töpfe an die Haustür« geworfen. Nach­dem die Kinder zirka IV» Stunde in der Familienstube Hand­arbeiten verfertigt, gespielt und auch ein Liedchen gesungen hatten, traten sie wieder den Keimweg an, von der Gast­geberin noch mit ein paar Gutsplätzchen von Weihnachten her beschenkt.

* Gießen, 28. Jan. Zu Ehren Kaisers Geburtstag fand vorgestern abend großer Zapfensstcich und gestern früh Wecken der Regimentskapelle statt. Später war Festgottcs- dienst iu der Stadtkirche und um 11 Uhr Parade auf Os­wald? Garten. Mittags fand Festessen im Saale des Klub­hauses statt, bei welchem der Rektor der Landesiiniversität das Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Abends wurden dann die Feiern der einzelnen Kompagnien in verschiedenen Loka­len abgehalten.

* Gießen, 28. Jan. In dem kürzlich erschienenen Artikel derNeuen Tageszeitung" über die elektrische Uebcrland- zentrale der Stadt Gießen war es als ein Febler bezeichnet wcrden, daß ein Einblick über die Rentabilität-derselben nicht möglich sei, weil die Rechnung der Ileberlandzentrale nicht besonders geführt wird, sondern mit der Buchführung des gesamten Werkes verknüpft ist. Wie recht diese Ansicht war, bat gleich die letzte Stadtverordnctensitzung bestätigt, Stadt­verordneter Prof. Sommer wünschte eine Auskunft über di! Gründe der Mehrkosten und eine Abrechnung nach dem Stand« vom 1. Januar, jedoch konnte ihm dieselbe nicht ge­geben werden. Nun soll ein Sachverständiger zugezogen, aber damit merkwürdiger Weise gewartet werden, bis die ganze Anlage ferttg gestellt ist.

* Gießen, 28. Jan. Wie sich jetzt herausstellt, waren die schweren Donnerschläge, welche die Bewohner des Lahn­tales am Sonntag früh auffchreckten, durch eine Explosion veranlaßt, welche auf dem Buderussclzen Eisenwerke in Wetz­lar stattfand. Dieselbe wurde dadurch hervorgerufen, daß glühendes Eisen in kaltes Wasser lief. Die Bewohner Wetz- las und der näheren Umgebung glaubten ein starkes Erd- bcben im Gange.

* grantjut» n. M.. 28. Jan. Im hiesigen Schneideraewerb«

bereitet sich ein« Lohnbewegung vor, da di« Verhandlungen zwischen dein Schneiderverband und den Arbeitgebern über den neuen Tarifvertrag, der am 1. März in Kraft treten muß, bis­lang kerne Einigung brachten. Die endgittige Entscheidung wird da» Ansang Februar hier tagend« Schiedsgericht bringen. Ein« bisher nicht bekannt« junge Frau war? sich auf der Nie. derräder Eijenbahnbrücke vor einen Zug, der sie auf der Stell, tödet«.

» Franksurt ». 91., 28. Jan. Bei starker Beteiligung aus allen Teilen Deutschlands fand gestern der sechste deutsche Stein, setzertag statt. Di« Stadt Frankfurt war durch Stadtrat Franz« sowie Bauinspektor Bespermann und Baumeister Rahm vertre­ten. die Handwerkskcmnner durch Kimmerineister Nach