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Beilage zurMeucn Tagesreilung"

r'r. LI

A!onti7y, den L<». Zannar 1011.

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Gedenktage.

Ä>. Janunr. 1781 Ludwig Achim D. Arnim flib. 1786

Hans Joachim v, Ziethen f.

ventlcher lieichslay.

Abg. Graf v. Westarp (foni.): Selten ist Io unwiderleg­lich etwas bestätigt worden, wir unsere Auffassung am 3. Dezember über die Zaberner Angelegenheit. Leid'r haben sich auch unsere damaligen Befürchtungen erfüllt, dah die aufreizende Wirkung nationalistischer und demokratischer Unitriebe im Elsas; eine geradezu verheernde Wirkung in weiten Bevölkerungskreisen Hervorrufen würden. Unsere Auffassung über das Verhalten des Militärs ist erfreulicher­weise gleichfalls gerechtfertigt worden, (Beifall rechts,) Die Verfehlungen des Leutnants haben ihre sofortige und aus­reichende Sühne gesunden, (Gelächter bei den Soz.) Das Militär bat sich im Verteidigungszustände befunden. In Land und Volk bat sich ein lebhaftes Verständnis für die Staatsnotwendigkeiten gezeigt und erfreuliche Anteilnahine iiir das Heer, Tie Sozialdemokratie hat bei ihrem Versuch, die Anhänglichkeit der Soldaten an ihre Vorgesehten in Frage zu stellen, auf Granit gebissen. Im übrigen l-andelt es sich nicht nur vor de» Gerichten, sondern auch im Urteil oller nationaldenkenden Kreise um eine res judicata. TaS enthebt »ns der Notwendigkeit, auf Einzelheiten weiter ein- zugehen. (Beifall rechts.) Was nun die Rechtsfrage anbe­langt. so ist nach unsere Auffassung es Sache der Landes­herren, innerhalb der Berfassung und der Militärkonveniio- re» für ihre Kontingente Bestimmungen zu erlassen, wie daS Militär sich bei Ausübung polizeilicher Befugnisse zu ver­ballen hat. Wir lehnen es ab, auf dies Frage, die ein Teil der Kommadoqewait sind, im* in Erörterungen einzulassrn. Denn die uneingeschränkte Kommandogewalt ist die festeste Säule des ganzen Staates, an der nicht rütteln zu lassen für uns von grundsätzlicher Bedeutung ist, (Lebhafter Bei­fall rechts.) Bezüglich der Anträge habe ich schon bei der gestrigen Geschäftsordnungsdebatte unsere Auffassung dahin grkennzeichnet, dah wir ihre Behandlung im Anschluß an die Interpellationen für unzulässtg erachten. Da die Mehrheit de« Hause« aber anderer Ansickck ist. so will ich zu den emzel- nen Anträgen ganz kurz unsere Stellung bekannt geben. Dah toir »ach den« (flesagten die Anträge der Sozialdenwkro- !en, Elsässer und der Forttchrittler von vornverein ablebnen müssen, ergibt sich von selbst. Aber auch die Anträge de« Zen- tium« und der Nntionaliberale», so harmlos sie erscheinen mögen, sind der erste Schritt aut e-n Gebiet, das wir grund­sätzlich nicht beschreiten wolle». Denn auch sie ziehen bis zu einen; gewissen Grade die Kommandogewalt vor das Forum de« Reichstages. Deshalb können wir auch diesen ersten Schritt, dessen Konseouenzen sich nicht übersehen lassen und dcm weiter Schritte folgen können, nicht mitmachen. (Leb­hafte Zustimmung rechts t Abgeordneter Fehrenbach hat die A-uherung meine« Parteifreundes Heydebrand im Abgeord- ;>-tenhause nicht richtig wiedergegeben. Zum Preutzenbund und dem Preuhentag ergeht augenblicklich eine Mitteilung unseres Parteivorslandes an die Presse, dah es sich um keine Veranstaltung der konservativen Partei handelt, (Gelächter bei den Soz,. Beifall rechts.) Die Bewegung ist von der konservativen Partei nicht bervorgerutrn und wird von ihr ,, -ra rtffpjt«.» i>n der Erklärung unserer Parte; kommt »n-

zweideutig zum Ausdruck, dah wir nicht mft allen Aeuherun- gen einverstanden sein können und bedauern, dah mißver­ständliche Redensarten gefallen find, die al« eine Gering- schähung andere Stamme ausgelegt wurden. (Gelächter bei den Soz.) Abg. Bassermann hat gesagt, die dort anwesenden Reichstagsabgeordneten hätten den Aeuherungen sofort ent- gegentreten müssen. (Sehr richtig! links ) Einein Gast ist es nicht ohne weitere« möglich, in der festgesetzten Redner­folge das Wort zu ergreifen. (Obol links.) Das ist Sache des Vorsitzenden, Man kann ja lehr wohl nationalliberal, iungliberal und durch die Schule des Hansabundes hindurch- gegangen sein und doch als Borfitzender einer Versammlung ein Versehen machen. Was der Abgeordnete von einem säbel- rasselnden Maulheldentum gesprochen hat. fdieint mir auch hie parlamentarische Ausdrucksweise zu überschreiten, (Sehr richtig I links.) Man sollte nicht z» streng urteilen, wenn ein alter General, der mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und iin Kriege mehrfach verwundet worden ist, Krtegserinnernn- gen erzählt und nicht jedes Wort aus die politische Wagschake legt. (Zuruf b. d, Soz.) Im Laufe der Jahre sind auch hier im Hause und auherhalb in überaus unzuläsfiper Weile kränkende Aeuherungen gegen preuhisches Wesen und preuhische Einrichtungen gefallen, die ein Echo erklärlich »lachen, das nicht im Salonton auSsällt, Dabei handelt es sich um Bestrebungen zu einer Ausgestaltung der Gesetz­gebung in einer Richtung, die die Rechte des Königs von Preußen zugunsten einer nnitarischen Reichsregierung ein- schränken will, (Widerspruch bei den Soz s Dah diele Be­strebungen von einem groben Teil der Fortschrittlichen V ckks- Partei propagiert werden, können Sie nicht leugnen. Dem­gegenüber muhten allerdings auch wir (Zuruf bei den Soz.: Wir?» von preuhst'cher Seite, wir K>nse;va(iven auch »ns einmal schützend vor die ReichSverfassnng stellen, (Stürm. Lachen d, Soz,, Beifall rechts.) Wir vollen die Reicksver­fassung nicht angreifen. Wir stellen »n? schätzend vor sie. und lallen uns dabei von keiner anderen Partei iibertresfen. ((Beifall rechts, Gelächter links.)

Vrenfnlchrr

Abgeoednetentzan».

Am Freitag begründete bei der Fortsetzung der Beratung der Landwirischasirelatr Abg, Wenden (foni) einen Antrag im Interesse du Küsten- und Hoch'cesisckzeirt die Anlage von Fischereihäfen an der Ostsectüst« und in den Hosen zu vermeh­ren. Abz, Fehl, o, Maltzahn (foni,) betonte, dah die För. derung der sischcreltreibenden Bevölterang iowohl im In­teresse der Landerverietd'gung wie der Nahrunzrmjlielver- sorgung liege Er müssten grösteie Mittel berrttgellelli wer den, Di« Abgg, E e r l a ch (3t r). S i) m i 1 j c n (Fvrtschr) waren mit dem Antrag einverstanden, E n Antrag forderte, im nächsten Jahr« den Fonds Hebung drr Fischuci überhauat um 30 000 Mark zu erhöhen zugunsten einer Propaganda 'ür den F Ichalll-itz der Hochskesischcr.ihöien, Der Landwtltichasta- minister erltärte seine Bereitwilligkeit, den di.ich die Sturm, stuten geschädigten Fischern zu Hessin. Uibcifoiiipt würde sein« Verwaltung dauernd sür die In'ercssen der Fislhereibevölke- :i-ng elnlreten. Noch in dreier Session-dc jcdensall» da; Fischereioesetz vorqelezt werden kennen, Abz v Böhlen- dorss-Kölpln (kons) wünsch!« Emsteltnng nt Motorbooten und D-'Mvfern kör die ch';'-e p- Nb fei*; e>> ;'.ier F scher i

fwti. vuiHoiningen

t: f/m, ioi:ir,naeji

Smii Rachfül. er de- Siattiiiiltoi» von Elsuh Lothringen von Wedel, ist General von Hoiningeii. bivlier kommandie- renber eGneral des I I. Armeekorps, ansertulwn sein,

-

dampfer belunde. Nach zuitirnn,enden Watten der Adgeordne :en Waldstein (Forschr.s, Dt Rcwold, (srelkons) wie» Abg, Dr Hab» (tonj ) nach, dag der Wunsch nach Zöllen auf Hoällecsifch« Nicht aus agrorischcu, sondern an, Interesienkres. sen stamme Der Landwirtichastrminister gab bekannt, dast mit Hamburg Verhandlungen worden sind, zur Erzle

tung gemeliisainer Schrille in der Propaganda Nach weilerei unwelenilicher Debaitc wurden die Anträge an die Budget- foiniiiissivn reiwitsen Di« Abog, W o l i t. Metternich und Dahlem (Ztr > traten ladann sür die Rhein, und Flutz- slscher ein. Beim Kapitel Meliorationen trat Abg Dr Hahn (foni ) sür den Bau ron Eije:,bahnen ein, der den örtlichen In­stanzen überlasten bleiben nuckle nud sür Kastenberanziebunz Hamburgs an der Fluhrcgulierung der unteren Elbe, Nach kurzer weiterer Debatte vertagte sich da» Haus aus Samstag 10 Uhr. Schluß >rc Uhr,

Da« Preuhische Abgeordnelenhaiis führte die Beratnn,,

de« Landwirtschaft» Etat« am Samstag fort,

Abg. l>r. Pnrenhorst forderte einen Kartoftelzoll und

Förderung der Kartoffeltrocken-Jndustrie, tun uns unab­hängig vom Auslände zu inachrm.

Im gleichen Sinne ünherie sich zustimmeitd Abg, Auch, (kons) Der Landwirtsck^stsminister sogte zu, den Eisen bcbnininister zu veranlassen, die Tarif.' für Kartosfelbesarde- rnng herabzusetzen. Wir mühten bestrebt sein, die Kaitossel mehr zn Fntterzwecken zu verwenden. Jur Förderung de« Obst-, Wein- und Gemüsebaues verlangt ein fortschrittlicher Antrag Erhöhung des Fonds UNI 105 000 -((, Tie Bndgrt- kommiision holet beautiagt, van 1915 ab erhöhte Mittel ein- ztistellen, um in fnftem. tiühcr Welle den Obst- und Gemüse» bau zu fördern. _

ZINN |lflnr(rifcit.

Roman von M. Prigge-Brook.

7 iszorNetzong»,

Er war jetzt fünf Jahre a«. ein ftramnwv. derber Diirscke. a> d"in sein Vater seine Freude gehabt hätte. Kein Baum -vor ihm zu hoch, keine Mauer zu steil, der kleine Kerl klel- 'arte w e eine Katze und stand, was Mut angtng. keinem ^röheren nach. An seiner Schwester hing er mit rührender Innigkeit. Sie lebte aber auch nur für ibn und zag sich von ihren Bekannten und Freunden so zurück, dah diese ihr bei­nahe zürnten,

Schade, dah Du kein Junge bist. Rolemarie". sagte er zuweilen in einem An'all seltener Zärllichkeftdann hätte ich Dich viel lieber! Oder wenn Du wenigstens ein Motel wärst wie Landrats Lotte. Aber wenn ich groh bin. gehe ick; mit Dir So lange n;uht Tu warten."

Sie kuhte den herzigen Kindermund leidenschaftlich. Rolemarie siebte das Kind wie nichts aus der Welt. Seinet­wegen batte sie sich von allem zurückgezogen, die Freude der Jugend für nichts geachtet. Nun follte Heinz ihr anSfchlieh- liches Eigentum sein.

Sie ärgerte sich über die hgrmlosen Buben, die ibn i('r entfremdeten- sie Iwtte die Schule hassen mögen, weil ihr Besuch Hein, glücksich mackste, Alles, was auhertzalb des " flngaitens Ing, durfte das Kind nicht kümmern. Dort war 'cine Wett. Einstweilen genügte sie ihm, Heinz war ;>n-

- d'ich sto!; mit dm; Besitz de« stattlichen Hauses, des schönsten 'arten?, des riesigsten Speichers, die zu Knabenlpieien w^e euwcht tvareu.

Hof hinter den grohea Plantvogcn konnte man sich

- ackchpoll perst'ckei;. ans S-,ckeu, Fäüe-rn und K-sten wi;rden ' rris'den gebaut, Ter Fe;;;d hielt förmlich Belagerungen 's. I» dtetcm Paradies erwartete er nun noch den Prin- n ans dem Märchenlande. Heinz war entsetzlich neugierig.

sic Freunde mit ihm.

SV;--,: w uut riu-u- Cffiincicn mitbrächic. so einen mit

einen; Zopfe, das wäre sein", meinte Fritz Hellmers, Heinz tester Freund,

Ob er ihn mitoriimi. weiß ick; nick t ' gell nd Heinz Neinlant.die wobnen in ihr.-m L a da 1 iutor der grosi.-u Mauer und konunen nicht gerne zu uns,"

In; AugenbUck g;;;g Rolemarie über den Aos.

Mn". r;e; er sie an er nannte sie noch immer mit dem Kosen;;amen ^er Kinder-eit,(staubst Du, dah Herr Sckiu-dt einen Etz-nelen u.ckDringtf"

Dos junge Mädchen sah den (nitbübfchen Kerl liebe-

vell an,

Was soll er mit einet,; Eiüf.esen?" fragte sie amüsiert, Ter würde sich t'wm'.ina' 'ck'-ckt l'nh'en. wo er niemand bat. der ,;;; ihm gehört,"

Herr Sckmitdt tonnte isin p"n Icir.en Elter» g.-kantt beben, dah er sein Sklave wäre! Der Sklave grbörle dann mir!" drängte der Kieinc.

Rolemarie ;i;;;hle lackntn. ,,Lo;;s' Bubi'" Sie gob >bu; einen leichten Klops.Zerhrsch Dir utck-l den wt um ' derer Leute Sttaven, E-: gib: ;, -rig.-ns gar keine > - Nr S-e ging in den Lin wurni, Der ßratec r ar krau!. In seinem Lebnstiibl an; Fenster, k n B'-s ul n tu;: dt Zeit leeren Marktpiatz. empfing er d;e E itel;;;,

Gut, dah Tu kommst. Kind Ich !">' des! heute nicht d-e Zeit fiir d-n Alt - Rn» - bltina- mann endlich in Sicht?" Er>,-'«;!: t.nt den b;s-t ge­trübten Angen, dte unter den I r . --'t,. i in ib rer-

Mitten.W NN kommt denn E-trr (

Ich weih nicht, Großvater". ' ,t- darauf

rie gleichgültig. _ ,

Aber ich weih dah der Dainp' r . Diueta" am Montag Hamburg einläillt. Und beute haben wir Montag."

, So wird er morgen kommen, mir ist es einerlei " Rosemarie sprach die Wahrheit Ein Gast mehr odrr ,ig"r bedeutete dem reichen Hause nichts. Zu Lederten Ettern herrschte weitgehendste Gastfreundschaft tm Pting- n Seitdem n«r eS anders geworden, doch weder ^akob ers nock; Roiemarie batten es vermecht. den Mann, der

der Firma viele Jahre Iren gedteni, unbeherbergt zu lallen. Das Mädck -n empfahl fick; und ging nach .Hause.

Er kanmti, er komml!" jubelte Heinz ihr entgegen, Morgen tun mittag, sagt Ohm, Wenn nur die Sckmle an« ist dah ich mit an die Balm fahren kann,"

In Rnieiuariens Herzen regte sich ein tuibekauute» Ge- füllt. War» bange Ahnung. Furcht vor der Zukuntt. dft sich wie cm Alp a»f ihre Brust legten? Gewaltsam nabm ü« iuttlitfanimen.

Das wirst Du morgen schon leben", tröstete Roseinarte und en'psaud wieder toie vorhin den ratlelhalten Truck bei dcm Gedanken an morgen.

Der Junge hatte Glück. Er kam. als Jansen eben ab- falucn tuoflte.

Nimm mich mit", rief er ihm zu.Mu hat'« n;i- erlaubt."

, uici-.tt Auge,,(lick trat Eblers aus der Tür.

- x mich mit. Ohm?" fragle tet ftleinr erftaui <li i-ä;|r ten fremden Onkel lieber allem adgebolt Ave;

- , rzlun nick ' mir und stieg langsam ein. Tie Pierde trab e am Ziel, Der Zug ließ au! sl> wailcu. E; ''lick»'.ete die Glocke zum dritten Maie, Von lern tönte ein schriller Pliit, bann noch einer, fauchend

fuhr der Zug in die .Halle

Alles an n!" Ter Schaft,;er öftnele die Dur de« einzigen Abtei!» erster Klasse, dem umständlich ein Herr entstieg, dessen Handg'vc'ck zwei Träger kaum imstand«

waren, sortzuschaftcn.

MihbiUinend ieinb I i. Edler, sich den Ankamnttms aus einiger Enfternnng. Als alles besorgt war. sah de; Fremde sich um. Eblers trat näher.

^)err Walter Schmidt?"

Jcki bade die Ehre, meinen derzeitigen Ebef. Herr»

(Forttctzung folgt)