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Beilage zurNeuen Tageszeit«na."

!!r. 1L | Donnerstag, den 15. Jannar | 7 )al,rg-.-n ".

virdrnlilaoe.

^'»uar. 17^1 ftr. ©riBpowr. Dichter, gcb. 1818

--'if- Werfer. Dichlor bei RheinliedeS. ged. 1871 (15. (wo 17.) Wcitcrol Werders Siege.

k t ktilhs!?!in;Itrs n. Orth* nnihijolufij im prr lihkH Kmllchttjk.

in Herren! Ter Herr Wrrf ?)orrf von Wartenburg

' t i-::» '. ercMcn Warle» die Rechte Pre.isten» im Reich der- . 1 i:>:> der lebhafte Beifall, der ibm I'ierbe, gezollt wor­

den lit zeiat von iric starken Empki »düngen die ilebcr- e»/>,!».r aelrngen wird. dich die fülirri-de Roste, die Preußen -e, d-r Gründung des Rcirfv? gehabt Kat. foitwirken miilse m gelimten weitere» "eben de? Reiches. Der preußische 'in;'iirt>r»ibenf kann den deutschen Reichskanzler nicht vor r Türe lieben lasten. AIS erster Veamter des Kontos von aßen »nd de? dentlrfien Kaiser? emvlindet er die Be- buugen der Reick^palit-k zur preußischen Politik mit der- un-aen Intensität, mit welrfier die Sache de? einen Teil? Io -dein -lick, und niit lo geästem Rachdrurf gesiihrt mied, wie . r es soeben vom Herrn ©rasen Borck von Wartenbnrg ge-

- - fviOen. Da» Veclüiltnis Preuhens zum Reichs, seine

- Restimu'.una. da? Mast der gegenseitige» Einwirkun- »d-r unerwünschten Rückwirkungen narf) beiden Seiten. >>- Und Kranen, mit denen wir tS zu tu» haben, so lange

' - Reich beliebt.

Meine .Zerren! Sie erinnern sirfi. wie gleich am An- ' ng zur Zeit der Begründung de? Norddeutschen Bunde? ,!>>d Iväter.des Deutschen Reiche; die Besürchtung bestand. s ;,fc der sührsnde Staat im Reirfie den Überschuh seiner Macht im »nitarisrfs-n und zentralistischen finite anSnüben nerde. Die Belürchtung ist grundlos gewesen. Die Wabr- nebnning. dast der mächtigste Staat nn Reirfie die Schranken niemals überschreitet, die sein Mouarrf). und die seine Staatsmänner aus der Höbe der politischen und militäri­schen Erfolge ln weiser Mästigung sich selbst gesetzt haben, 5i» se länger se stärker stch sestsetzende tteberzengung. dast die 'sichte nnd Reservate der ihm von nun an Verbündeten Staaten von Breusten unter größerer Berücksichtigung ihrer Eigentümlichkeiten unter weitherzigster Auslegung stritti- aer Punkte unangetastet gelassen wurden, alles das bat da- iiit geführt, dast die Tvnastien in Deutschland eine so starke rtiite de» EinbeitSgedanken? geworden sind und dast heute kceusten noch stet? und gerade in den schwierigsten Situa- u neu im BuudeSrat eine bereitwillige Unterstützung ge- und»n bat. die ihm seine führende Aufgabe in dankenS- verter Weise erleichterte. Die Ihnen vorliegende Resolu- cRsteht ja auch nicht von dort her die Gefahr einer Der- ii.merintg der Stellung, die Preutzen Nach seiner Geschichte

- > seiner Bedeutung hat. Sie glaubt iin ©egenteil in der Itächlichen Entwickelung de? Reiches einen unitarischen

!ug z» erblicken, der die Stellung aller Einzelstaaten und aniit PreustenS bedroht.

Meine Herren I Auch da» find alte Sorgen und Befürch­tungen. (Ruse: Nein!) Ja, meine Herren, Sie wider- ip.rechen: ich koiume noch darauf zurück. Denken Sie daran, 'in oft und wie leidenschaftlirf) seinerzeit Fürst Bismarck sich

- ' "r diele Frage nuSoeivroche» bat. auch in dem entaeaen»

Ach laste D ri) nicht.

Original-Noinan von H. CourthS-MahIer.

117 (Fortsetzung).

Maria Petrowna bitte sofort an ihre Tochter geschrie­ben und ihr SoujaS Brief und d>e Aufzeichnungen ihrer Mutter geschickt.

Sie hatte ihr mitgeteilt, dast Sonja ihr alle Papiere und Dokumente ausgeliefert hatte, und dast diese Papiere unstreitig bewiesen, dast Sonja wirklirf) Alerander? Tochter sei. was ja aurf) außerdem durch Sonjas Familienähnlichkeit beglaubigt würde.

Sie teilte ibr auch mit. dast Nikita Arganoff Sonja liebe und sie zur Gattin begehre, und dast er aus dem Wege sei. sie znrnckzubolen.

Juni Schluß fügte sie noch hinzu:

Durch Sonja? Austauchen geht natürlich Deinen Söh­nen ein Teil ihre? Erbe? verloren: aber da? können sie ver­schmerzen. Jrfi weist. Ibr seid großherzig genug. Euch trotz- dcni herzlich mit nur zu freuen, dast Sascha »öS eine Tochter Hintersassen bat. Wladimir wird um so lieber die Kürzung de» Erbe? tragen, als von seinem Ueberllust Nikita etwa? '.»gute kommen wird. Wir werden unS friedlich über alle? einigen. Ich denke, e? bleiba dabei, dast Michael Srf'loh ialnoku. Timitri da? Petersburger Palais bekommt. Da­für weide irf> Sonja o>iS meinem DermLaen soviel .Kopstal ir Verfügung stellen, daß ihr kiinstiger ©aste sein Stamm- astest neu auSbauen und auSstatteu kann. Austardem lell Louja da? ©ut Roschnow erhalten. Die übrigen Besitzungen werden unter Deine Söbne und Sonja geteilt, ebenso alle? Barvermögen. Ich denke, daß wir uns so ohne Streit eini­gen werden. Jedenfalls bitte ich uingebend um Eure Ant- 'crt. ob Ihr gewillt seid. Sonja anzuerkennen. Dar der 7cfrcntlirf)fcit w-rden wir nur bekannt geben, dost Sascha äch vor seinem Tode noch heimlich mit Elisa Helbig ver- ; bat. imd dast wir ieine Tochter anerkennen

gesetzten Sinne, je nachdem die Gefahren von der einen oder anderen Seite ihm gröster erschienen. Bald, meine Herren, bat Fürst Bismacrf scharfe Worte gegen den Partikular,?- ninS, auch gegen den prenstischen PartikulariSmnS gebraurfrf. bald und namentlich gegen das Ende seines Lebens hat er die Selbständigkeit der Einzelstaaten, bat er ihre Berechtigung, bat ihre Pflicht zur Kritik a» dem ©ange der Reichspolitik in den Vordergrund geschoben. (Sehr richtig.)

Wir Deutsch,en haben daS Reich dem preutzische» Staat zu verdanken. DaS stand damals jedeni Deutschen klar vor Augen. Mit der durch die spätere bewährte Sicherheit un­sere? nationalen ©emeinbesiheS sind die Erinnerungen an die nationalen Kampfjahre in den Hintergrund getreten gegen die materiellen Interesse» der Gegenwart. Wir sind dahin gekommen, dast die Parteien vielfach von wirtschast- 1-chen »nd sonstigen Interessengemeinschaften sich leiten lassen »nd dast sie die Pertreluna der staatlichen Interessen der Regierung überlassen Denken Sie. meine Heeren, an die siebziger Jahre, so sinden Sie im Reiche »nd in Preusten trotz der Verschiedenheit deS Wahlrechts Parlamente, die i» ihrer inneren Struktur nicht allzuweit von einander ab­wichen. DaS ist bald ander? geworden. Schon im Anfang der achlziaer Jnbre erhob Treilchke seine Stimme und wie? auf die Schwierigkeiten und ©efabren bin. welche drohe», wenn die beiden mächtigsten repräsentativen Körperschaften von verschiedenem ©eiste beleelt werden Die Entwickelung der Verhältnisse bat diese Disparität der Parlamentär!,'ck-en Zustände im Reich »vd in Preusten immer mebr verschärft. Tie Stellung der Regierung, die mit beiden Parlamenten zu arbeiten hat. ist dan,it eine inimep schwierigere aewocden. Der fortgeschrittene Liberalismus will bekanntlich da? Prob- kein damit losen, dast die parlamentarischen Zillkände ln Prenste» jenen !m Reich aleich g-niarf't werden. DaS ist ein ungangbarer Wea. (Lebhaftes Bravo!) Die innere Struk­tur Preusten? wird van der de? Reiche? imw-r verschieden kein »nd bleiben Müllen. (Sehr richtig!) Die auf Me breite PoskSmaste gestellte Entwickelung im Reiche bedarf de? vreustischen Staates, der. ausgebaut auf ein feste? mili­tärische? Fundament und auf eine nalössirfie Zusammenge- häriakeit de? gesamten Volke? ml der Dnnastie, für alle Wechsessälle den nötiaen und starken Rückhalt bietet. Dieser geschichtliche Beruf Vreuste»? ist auch beule und er ist auch in Jahrzehnten nicht überlebt und kein vrenstischer Staat?, mann wird sich bereit finden, ihn dem Andrängen deniokra» tischer Tendenzen ankruepfern. (Lebhafter Beifall )

Ich will diesen Gedanken nicht bi? in? einzelne bin verfolgen: ich must ohnehin »m Entschufdigung bitten, dast ich in lüstorische Erörterungen geraten bin. Die ans willen- schaftliche und staatSrechtlirfie Erörterungen gestellten AnS- fübrungen de? Herrn Grafen Bark von Wartenburg Koben mich wider Willen auf biete? Gebiet gelockt. Wenn ich nun zu den praktischen AuSfübrungen des Grafen Bork über­gebe. so spricht die Resolution die Besorgnis und den Vor­wurf aus. daß die staatsrechtlichen Verhältnisse im Reiche zu »npunsten der Einzelstaaten verschoben worden seien, lieber die Steuergesetzgebung de? Reiches im vergangenen Jahre hat Graf Aark sich nur obiter geäußert. Er bat dabei aus­gesprochen, dast bei jener Gelegenheit die verbündeten Regie- rimaen eine Kapitulation eiunaaauaen leien. (Sehr rirfv

Ich hasse, mit ineinen Vorscl>lägen Euch und auch Sonja gerecht geworden zu sein."

Auf diesen Brief traf umgehend ein Telegramm Tat­janas ein.

..Liebe, teure Mamal Wie glücklich bin ich mit Die. Sonja »n? allen herzlich willkommen. Mit allen Do-lchlägen einverstanden. Brief folgt sofort. Tatjana."

Sonja war inzwischen wohlbehalten im Doktorhänschen eingetroksen und liebevoll ansoenomnien worden.

Lukes Ernst und seine Mutter hatten fast vorauSge- siben. dast Sonja so handeln würde, wie sie e? getan. Sie tadelten ibr Verholten so wenig al? sie e? lobten, weil sie e? eben selbstverständlich fanden. Aber sie waren nicht so fest wie Sonja davon überzeugt, dast damit die Angelegenheit endoüitig erledigt war. Im Gegenteil erwarteten sie e? als selbstverstäudlirfi. dost die Fürstin dorf> in irgend einer Weise dazu Stellung nehmen mußte.

Sie sagten ab»r Sanja vorläufig nichts von dieser An­sicht. Da? sunge Mädchen war noch so erregt und an? dem ©leichgewicht durch da?, wa? sie au ihrem zwanzigsten ©e- burtstape erfahren batte, daß man sie vor jeder neue» Er- reguna behüten wollte.

Onkel Ernst sagte nur in seiner ruhigen Weise:

...Hüte Dich nur vor einem allzu raschen Urteile, meine Ncbe Sonja. Tu weißt doch gar nicht, oh Deine Groß­mutter wirklich so berzlo? gewesen ist. al? Tu annimnist Wir willen nur. dast Dein ©rostvater seiner Ebre em säst übermenschliche? Opfer gebracht. Und hast Tu nickst bisher die Fürstin als eine gütige Frau kennen gelernt? Vergiß auch nicht, dast selbst Dein Vater immer davon überzeugt war. dast seine Ellern nicht a'iderS bandeln konnten. T». luein liebes Kind, hast soviel Nachsicht und Verständnis für den Fehler Deines Vater? gezeigt, werde nun auch leinen Eltern gerecht. Tcnk' an den Dahlipriich Deiner lieben El­tern. den Deine M,itter Dir eingeprägt hat: Alle? verstehe», alles verzeihen."

tigl) Dieser Ausdruck sindet die glisliniinung de? Hetzec HcrujeS. (Sehr rirfstigl)

In de» AuSsiihrimge» de» Grafen Volk von Warten bnrg. aus die ich jetzt eingehen will, bat eine große Nolle ge spielt die Intentionen, die der Reichstag seinerseits gezeigt bat. Graf Äork hat von Resolutionen gesproche», die anläß­lich der Wehrvorlage im vorigen Jahre vom N-ichstage be- jrfilosse» worden sind, und er hat dabei getadelt, da» von sciten deS dcrmaligen KriegSminister« entgegenkonuuende Er- klärungen abgegeben worden wären. Aber ih kan» dic gegen die verbündet--» Stejiermigen gerichteten Vorwürfe nur gelten lassen, inioweit die verbündeten Regierungen auch derartige Resolutionen totiärfilirf, veranlasst habeir. und iir dieser Beziehung habe irf> Beweise in der Rede dc-S Grasen VJorf vermißt. Graf JJorf von Wartenburg bat die eisaß- lothringische Versasiung berührt. Jrfi weist, dast mir de) wegen zahlreirf« und jchivere Vorwürse gemacht werden Ich will aus die Erwägungen, welche »i>ch zu der lieber zeuguug geführt haben, daß die damalige Gesetzgebung rirfi- tig gewesen ist. hier nicht noch einmal eingehen. Jrf> Hai« nuch darüber im Reichstage und aucl> iin Abgeoidnelenbauje seinerzeit auSsührlirfi ausgesprochen. ES kann sich doch nur darum bandeln, inwieweit durch die eliast-Iotbiingcirfie Ver- sassung Rerfite der Einzelstaaten ersrfiüttert worden sind. Iin- zweifelhaft nicht durch die Einsetzung der Ersten Kammer und auch nickst durrf, da« Wabtrectit zur Zweite» Kau,wer, wohl aber, davon bat Gras jjjorl gejpcorf>en. durrf, die Ver­leihung von BundesratSstimme» an die Reirfislande. Da? Verhältnis de? Reiches zu den Bundesstaate» ist dadurrf indirekt nickst berührt worden. Es haudcU s,rf> nur »m e.i, Verschiebung der Mnchtverhältnisse innerhalb der Dcc: tz . staate». (Zuruf: Preußens z» den nnderon Bunde.-ce-llc- rungenl) Nun gebe ich gewiß zu. eine solck,e Vectzhiebuna bat durrf, die elsast-lothringischen BundeSratSslimmeu tat- sarfilich Platz gegriffen, und zwar zu ungunsten Preußen-.-. (Hört, hört!) Jawohl, meine Herren, und ick, gebe weiter zu. »nd stimme dem Grafen Vork volllo:ui»en bei. daß dce Bestimmung, dast die ellatz-totbringilrfien Stiinmen nur gc- zählt werden sollen, wenn sie gegen Preusten abgegeben wer­den. daß preußische Gefühl verstimnien müsie». (Lebbalte Sehr richtig» Aber, meine Herren, ick, bitte Sie doch zu bedenken, dast e4 ein »nd dielelbe Person ist. dcr König von Preußen »nd der Dentsclv Kaiser, der sowohl die reirf elän- dilche» wie die prenstischen Stimmen instruiert, und das. wenn die beiden Stimmen eininal im entgegengesedte» Sin» abgegeben werden sollten. eS sich impier mir um Fälle ban­deln kann, in denen der König von Preusten und der Dc-ullcb Kaiser einen Dille,ijus zwischen beiden Stimmen mit dem staatlichen Interesse vereinbar erachtet.

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Diclo Worte blieben nicht ohne Eindruck aus Souj,' Sie faßte des Onkels Hand

,.Arf> Tu Tu bist sc- gut. so ausgeglichen und ruhig Jrfi bin das alles nicht. In mir stürmt olle? nech lo will und unruhig, wo? ich erfahren habe. Wenn Du wüstlest, wie e? in mir auSsab in der Narfst. die nieinem Geburtslage folgte. Und auch jetzt kann ick, meine Blicke nicht wenden von der Tragik de? Schicksals meines Baters. Bedenke dock- nur, wie er gelitten haben mag! Du kennst nicht den Glanz, den Reichtum, der dait herrscht wo er nach k'iebiul und Neck» hingcbörte. Und daS alles bat er lassen müssen, bat ein Leben führen müssen, für daS sich wahrscheinlich o ' Lakaien im Palais Kalnoky bedanken würden. Ach - me armer Vater, meine herrliche Mutter! Ich werde viel Ze: biauchen, um über das alles ruhig denken zu lernen. Hat nur Geduld mit mir, Onkel Ernst."

Er strich, ihr väterlich über das Haar.

Du wirst Dich wiederfinden, Kind, nnd dann wirst D> milder urteilen, auch über daS, was Tu nicht verstehst."

Am nächsten Tage kam Sonja von einem Spaziergangc nach Hause. Sie war am Sceuscr entlang gegangen und hotte sinnend auf dic Wasserfläche gesehcn.

Er hat doch ein Opfer heranZgegeben. tf See. Mit Icidiger war er, al? die Menschen", dachte sie. und ihre Augen flogen hinüber nach der anderen Seite, wo durch die f hi gewordenen Bäume das weiße Marmorbild bei Barmherzig keit schiuunerle.

In Gedanke» versunken war sie heimgckehrt.

Ti? Großtante öffnete ihr selbst die Tür. Sie sab er­regt aus und die Augenlider waren gerötet, als halt- sie Tränen vergossen.

Was ist Dir, Großtaatchen? Du hast tvohl nir weint?" fragte sie, zärtlich die alte Dame umu icud

-'Fortsetzung solgt)