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Beilage zurNeuen Tageszeitung."

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JL

Montag, den 12. Jaunar 11> 1-4.

7. laizrgung

PnbcuhtöPC.

12. 1S51 tföf de? Tenf?ch-Täz,ischen Krieges.

tW , Pioß IUI mann f. 1»T1 3tWacf)ten- bei Le Mn» 18W, Wräfin l>. Hnbn-.Habn Mainz. 196Ti

SIho., Prinz oon Württemberg. f. _

Provokation n.

5,'Tan" bcfinat Wottlieb dir H' «»'' -Proüofatio- it.Mj" ioln Iid-ennoßen

©fr sich so abflninMfef verliert.

Daß er bei Tag nnifoTmivri.

Durch Zabems Straßennetz inar>ci|i- -f 2er provoziert.

©er Zigaretten ungeniert Als Leutnant zum Munde fübrt Und sich im Wirtshaus restauriert Ter provoziert

W",in eine Dame, isoliert,

iiiach aude rn Ossiziersftan'n giert.

fPUt ihnen über Land spaziert

Ter provoziert.

Wenn vrenßh'che Jugend, kaserniert.

Nachdem die .fteblen gut gesckrmiert.

Ich bin ein Preuße!" intoniert Der provoziert

Wer sich die Suppe eingeriihrl Pseist. brüllt tobt, sohlt nnd re»> >!!>e- - Bis ihn die Wache arretiert

Terselbige wirb provoziert.

Wer rasenden Nada» vollsübrt lind dann wenn er Gefahr verspürt,

R- ick, hinter Kinder retiriert

Wird provoziert.

Wer nach der Trikolore stiert.

Sich gern als FLranzmann etabliert Und keinen Sanpreiiß estimiert,

Wird, wenn so einer existiert.

Natürlich schon wuscht provoziert.'

Das 5icr im Winter.

Plauderei von Dr. Fritz Stowronnet. lSchluß.l

f>and in Hand mit dieser Fürsorge mutz die Vertilgung der »ierdktnige» Raubzeuges gehen. Das gilt auch für die Gärten rer «iroßsiävte, in denen nach diestr Richtung fast gar nichts geschieht. Von meinem Schreibt sch sehe ich in einen großen Garten, in dem drei Katzen tagaus tagein den Amseln rrach- stellen. Sie haben noch keine envischi. aber sie stören sie in toer segensreichen Tätigkeit. Und roas stch nachts in den hausgärt.n - auch in den Städten hcrumtreibt, davon ».acht man sich meistens keine rechte Vorstellung. Da kommt )ltl, und Wiesel und nlckt selten auch der Steinrnarder. der ^a im Walter sich in Scheunen oder Schuppen «inquartierl. Es ist »ieiie'chi nock) wiliqi cc. den klauen Vogel gegen d e Gefah-

Ich lasse D.ch nicht.

Orig!na!-No»wn von $. Eourths-Mablrr.

114 lFontetzung).

Wie ganz ander ? sab sie nun da» alles vor sicku A<ib-

nnö j,e ihren Sohn tot geglaubt, wich reust sre mit ibrem Wetten gelindert batte, lunr diese blonde Deutsche, die sie so rchtaklilend abgetan statte, wie ein Engel deS Lickstes siir ihren Soda gewesen, hatte ihn mit' ihrer schranke,rlvsen Vir be wir der in Leben zuruckg, tragen. Eigennutz rnrd Be- rrchnung halle sie dn'l-er Frau ''»rgeworseu. während diele suc ihren T->l>» ailreilcte, ihn stützte »ird ermutigte.

Für rUrcii Salm hatte erliste das Weib abgehoben, für Tiren [raufen 2ob hatte sie es dann lächelnd bis zrrm letzten tzsenrurg auögeged,u, und iäclrelnd batte sie ihm das Ster­zen Kickt gemaer.l, um bann gebrachtn über seiner Leiche z- wr nenzustürzen. Ach. wnstrlick,. Diese Fra» war wert ge-

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ren der Rocht zu schütz:,e. als goge» den Hunger, der ihn am Tage plagt

Licht", so schreibt der Franzos« Zules Michelet in seiner lebhasten Art,ist für alle Wesen gleichbedeutend mit Sicher­heit: «s ist di« Bürgschaft für das Leben bei Mensch und Tier; es ist gleichsam da» beruhigende harter« Lächeln, die Zutrau­lichkeit der Natur. Das andere ist die Nacht, der Schlaf, dle Stunden der Finsternis und der Nachstellung, in denen dem Vogel die Krast des Flügels fehlt, in Herren er dem Feind« ivehrlo, überliefert ist . . . Für ihn sind in der Dunkelheit unendlich viel Verfrlger und Nachstellungen verborgen. Sein« Feinde haben noch das Gemeinsame. Hatz si« ahn« Geräusch sich anschleichen. Die Eule fliegt mit schweigsamen Flügeln, das schmale Wiesel windet sich zum Nest hinan, ohne daß ein Zweig sich regt, der nach Blut dürstende Marder geht so schnell zu Werk, daß in einem Augenblick di« ganze Vogelsamtl!« erwürgt ist."

Dies« Schilderung gilt nicht nur für den Sommer, sonbrii noch mehr für den Winter, wenn der Vogel, vor Kälte erstarrt in finsterer Nacht aus einem Zweiglcin sitzt. Und wie leicht kann man sie von ihren Feinden befreien! Einig« Schlingen aus dünnem Draht vor den Zaunlücken ausgehängt, «in« Ka. stenfalle zwischen dichtem Strauchwerk ausgestellt, genügen, um sie imchtlichen Räuber roegzufangen. Wie viel» das sind, wird jeder zu seinem Staunen oder Schrecken erfahren, der die klein« Mühe des Fallenstellens nicht jch-ui.

Das vierbeinige Raubgesindel. Fuck>s. Edelmarder. Stein­marder: Iltis und Wiesel leidet im Winter «slien Not. Der Edelmarder erjagt im Winter das Eichhörnchen, »Kr «r geht i die Baue der wilden Kaninchen, wo er sich an dem Blut seiner Opfer berauscht und manchmal mehrere Tag« verschläft. Der Steinmarder schlägt in einer Scheune sein Lager aus und macht sich durch Bertitgen der Mause nützlich. Man sollte >h» deswegen dulden und ihm sein« ander« Freveltaten Nachsehen. Iltis und Wiestl suchen ebenfalls die Kaninchenbau« heim, aber sie bringen auch in schlecht verwahrt« hühnerställe und Taubenschläge ein und morden alis reiner Blutgier all« Z,v lassen. Nicht selten berauschen si« sich an dem Blut ihrer Opser s» sehr, daß sie tn einen tiefen Schlaf verfallen, au» dem man sie durch einen wohlgezlelten hieh direkt ln dt« ewigen Zagdgründe befördern kann,

Der schlau« Rotrock. Herr Reineke, streift Tag und Nacht durch Wald und Feld und raubt alles, was er bezwingen kan». Am Strohschober belauert er säst immer soviel Mäuse, daß er den schlimmsten Hunger stillen kann. Dann sucht er das Feld ab nach einem Halen, dtn Hunger und Kälte ermattet haben. Er jagt auch, meistens mit einem Spießgesellen bas Reh und fetzt es durch andauernd« Verfolgung so in Angst, daß «, schließlich auf einer Stelle wie sinnlos hin- und herspringt und den Räubern zur Beut« wird.

Seit Jahrzehnten haben die Jäger dem ganzen Raubge findet den Vernichtungskrieg «rftärt und mit fo großem Erfolg geführt, daß Fuchs, Marder und Zltls in vielen Revieren nur noch als zugereist« Eiist.- Vorkommen. Znfolgedesien hat sich d-as klein« Nutzwild: Hofe, Rebhuhn und Fasan allenthalben bedeutend vermehrt, was nicht nur die Jäger, sondern «nch all« Freund« eines schmackhaften Wildprels mit Freuden be­grüßen können. Aber unter d'mselben Schutz hat sich leider auch das wilde Kaninchen, besten Fruchtbarkeit ja fprichwörtlich geworden ist, so stark vermehrt, daß es an vielen Orten zur Landplage geworden ist. Früher freuten sich die Jäger wenn sie sich mit Beg-un der Schonzeit an den Karnickeln schadlos

brothon unter der Last der auf sie einstürmenden Erregung lag sie wie gelähmt und nur die Träne» rannen ohne Zahl über ihr zuckende? Antlitz.

Ihr armes Herz wurde von den widerstreitendsten Empfindungen hin- und hergeworfen. Aber endlich rangen fick, au? diesem Estnos doch tröstlich? Gedanken. Sie hatte dach mm da? Grab ihres Sohnes, das sie schmücken konnte, er lag doch in geiveihter Eide und nichts als Selbstmörder aus de», Gründe jenes Sees.

llad da»,, dann hatte sie sein Kind. sein liebes, so schönes, stolzes Kind. Ach, wenn Sonja horte, wie furchtbar die Mutter um den Sohn gelitten hatte, wenn sie wußte, daß sie nie, niemals in seinen Tod gewilligt hätte, dann nriißte sie ja den trotzigen Stolz von sich Wersen und in die sehn­suchtsvoll ausgest, eckten Arme ihrer sie zärtlich liebenden Großmutter eilen.

lind Maria Petrowna richtete sich plötzlich mit ne» er- wachender Energie auf. Vielleicht ach, vielleicht war ja Sonjaoch gar nicht fort, vielleicht konnte sie noch zurück» fcbaUe» werden.

Die Klingel schrillte heftig durch das Haans. Eiligst kam die Kammerftau herein.

Fräulein Sonja sehen Sie mich, ob Fräulein Son» sa noch aus ihrem Zimmer ist. Sie soll sofort zu mir her kommen, sofort, ich nruß sie sprechen", rief ihr die Fürstin erregt entgegen.

!>- ohne auf die Rückkehr der Kammerfrau zu Warle», be'nrn, sich die Fürstin hastig selbst anzukleiden. Erst aber ictfte sie die Papiere wie einen köstlichen Schah zusammen >n,d barg sje in einer Schatulle.

Die Kammerfrau kam mit betroftenei» ttlesickste zurück nnb meldete, daß Fräulein Sonja nicht auf ihrem Zimmer sei, daß aber anscheinend all ihre Sachen eingepackt seien in ihren beiden Koffern.

Die Fürstin strich sich zitternd das Haar aus der Stirn, Also fort, wirklich fort im trotzigen Ungestüm und allein, ganz allein. Die weite Reise wollte sie allein zurück­legen, sicher in einem furchtbar erregten Zustande. Schnell, schnell ankleideu!" befallt die Fürstin.

halten tonnten. Und wo tein« vorhanden ivaren, si deltc map sie an.

Da» bat lange ausgehört, den» die Kaninchen haben » manchen Gegenden so überhand genommen, daß sie Roggen» schhtzz: vernichten und starke Buch.-,,bestände du-ch Entrinden zum Absterben bringen. Aus beirr Gut Basedow in Meck len» bürg werden jetzt, acht Jahr« noch ihrem ersten Elntrefsen jährlich 20 000 Kaninchen durch Flektieren und Schießen erlegt aber noch immer wächst ihre Zahl.

Das Nutzwild, das sich von vegetarische, Ko!t nährt, leidet im milden Muter keine Not. Auf der Roggen, und Weizen faat findet cs reichlich Aesung. Selbst ein« leichte Schneedecke schnetdet es nicht von der Nnbrung ab Erst wenn ber Schnee fußhoch liegt, beginnt das Will, zu darben und in seiner Rol di« Triebe der RadelbSumc zu äsen oder ga- die Rinde des Laubholzes anzujchnciden. Am schlimmsten aber wird es, wenn nach lauwetter der ftijch cinsetzcnbe Frost den Schn.« mit einer Eiskruste überzieht. Dann Ichireldet sich das Wild die Lf« da ran wund, es kann sich nicht mehr von der Stell, bewegen unl zum Hunger kommen noch die Schmerzen.

Glücklicherweise haben die Jäger eine Ehr.npslichi daran» gemacht, ihre Wildbahn im Winter gegen Hunger zu schützen Das muß aber auch rechtzeitig gosch heu ehe das Wild durch Hunger und Krankheit geschwächt ist. . An abgelegenen ruh, gen Stellen im Skalde sind überdachte Nausen auigcit Ilt un tcr denen Hirsch und Reh Heu und Hasergarben findet. Auch Karwsftln. Rüben und Kastanien werd-n gern genomen Don Hasen legt man Heu und Haftrstrah unter die dichtstehenden Beste einer Fichte, den Rebhühnern und Fasan n errichlet mor am Waldrand« niedrig« Hütten von Zweigen und streut ilme» darin das sogenannt« Hinter getreide.

Ist das ein herzerfteuender Anblick, wenn der Grünrock mit dem Futterschlilen durch den Ichrveigcnden Wold sähri und von überall au» dem Dickicht die scheuen Waldtiere treten, vm ihm zur FuttersKll« zu solgen! Und unter den ..gerechten" Eigenschaften der deutschen Waidwerks ist wohl keine böher «inzuschätzen. al»d i« opferwillig« Fürsorge für das Wild in Wintersnot.

Vas ürtfil im Projtß v. pruttr.

In dein Prozeß gegen den Oberst v. R e u t e r und den Leutnant Schadt wegen der bekannte» Zabenrer Vorgänge wurde am Samstag vormittag vom Kriegsgericht der 30. Division

das Urteil

gefällt. Beide Angeklagte wurden in subjektiver u»d objek­tiver Beziehung in de» ihnen zur Last gelegte» Auklagepimk- ten f r e i g e s p r o ch e n. In der

Urteilsbegründung führte Kriegsgerichtsrat Jahn einleitend n»4, daß Leut­nant v. Forstner Ende Oftober die bekannte Aeußerung über dieWackeS" getan hat. Die Beweisaufnahme hat bestätigt, daß infolge der Verössentlichung von Aeußernugen in der betreffende» Jnstruktionsstniide Menschenansammlungen in demonstrativer Absicht sich er dem Leutnant und vor seiner Wohnung bildeten, wobei mehrfach Beleidigungen ousge- stoßen wurde». Es ist festgestellt. daß Steine und Flasck>e» hinter den Offizieren, und zwar nicht hinter Leutnant v. Forstner allein, hergeworfen wurden. Die Polizei hatte nicht die Macht, die Ansammlungen zu zerstreue», bis endlich Gendarmen z» Pferde stiegen. Die Jurückdrängung der Menge erwid-rte diese mit Steinn-irien Ruhe trat ein, als

Die Kainiiiersra» wunderte sich nicht wenig über bas erregte Wesen ihrer Herrin.

Eure Durchlaucht werden wieder Schmerzen befom- nun", wagte sie zu bemerken.

Die Schmerze» waren schon w, der da. Maria Petrow- »o biß die Zähne zusammen. Gleichviel sie mußte jmr Bnhnhof. mußte versuchen, ob Sonja nicht »och zuriickzubal- ten sei. Sie durfte in dieser Siimmung nicht allein in die Welt hinaus.

Trotz vieler Schmerzen beendete die Fürstin ihre Toi­lette »nd ließ sich dann in das Nebenzimmer führen, Sv vermochte sich kaum so weit z» schleppe».

Acchzend in den Sessel vor dem Kamin fallend, ließ sie sich ein Kursbuch bringen.

Gegen acht Uhr ging ei» Zug. und dann einer um zwo!' tthr. Jetzt war es halb zwölf tthr. Wen» Sonja früh den ersten Zug nicht erreicht hätte, daun mußte sie mit de,» » zwölf Uhr fahren, dann war es noch möglich.si e zu erreichen ehe sie abreiste.

Meinen Wagen, schnell."

Eure Durchlaucht wollen doch nicht"

Vorwärts, meinen Wage»", winkte die Fürstin hastig und ungeduldig. Sie erhob sich mit Muhe, es ging seh, schlecht. Mit einem Schmerzenslaiit sank sie wieder in de» Sessel zurück.

In diesem Augenblick »vnrde ihr Nikita Arganosf ge­meldet.

Maria Petrowna atmete erlöst ans. Das war Hilfe in der Not.

Als er eiiitrat, streckte sie ihm flehend die .Hände ent­gegen.

Sie sendet mir der Himmel, Nikita."

Wa? ist geschehe», durchlauchtigste Tante?" fragte Ar- ganoss ganz betrosfen.

Fragen Sie jetzt nicht später, Nikita. Unten steht mein Wagen, bitte, fahren Sie sofort zum Bahnhof. Und um zwölf Uhr geht ein Zug nach Berlin. Vielleicht finden Sie dort Fräulein Roschnow. Eilen Sie, sie darf nicht abreisen. Bringen Sie mir da? Kind wieder, sagen Sie ibr.