Ausgabe 
2.1.1914
 
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Mit großer Eil« IroHn W« KSHe Wd^rirn ja. «l, ob sk

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* Burkh«d»selde-, L Jon. Bei der Bürgermeister- Wahl wurde der bisherige Bürgermeister Hosmann wieder- gewählt. Er ist bereits 18 Jahre Ortsobcrhaupt. wurde also zum dritten Male gewählt.

» Leihgestern. 2. Jan. Ein« von der Feldbereinigung». kommission angesetzte Bersteigerung von Masscngrundstuckcn ,nutzte ausgeseht werden, weil die hiesigen Bewohner «in- stiinniig gegen einen Verkauf der Ländereien an auswärtige B.werber erklärten. Da» Ministerium wurde mit der Ent­scheidung der Angelegenheit betraut.

- gtantfutt a. M.. 2. Jan. Für die städtischen obugcrtork- ,chen Fortbildung-Schulen ist eln» »bändcrun, Ixi Ortkstvtuir flfVlar.t, nach der künftig di« Berechtigung zum Ein,ähcig. FieiwllUgen Dienst nicht mehr al» Befreiuagsgiund vom Be- such der Schulen gelten soll. Der Schulvorstand hat bereits entsprechend befchlosien Sein Beschluß bedarf noch der Z» stimnrung der oberen städtischen Behörden. Mit Unterstütz- ung der Stadt, de, Institut, für Gemeinwohl und anderer so, ater Veranstaltungen wurde gestern ein Frauenseminai für sozmle Berufsarbeit «rösche». In dieser «nswl« sollen in «i. nem 30>uonatlichen Lehrgang erwachsen« Frauen durch theo- reische und praktische Unterweisung ZN tüchtig geschult-:» und gereisten Arbeitskräften für den sozialen D «njt irn Staat, der ürmeinde und der privaten Körperschaften h.rongebildet wer­den. Di« ursprüngliche Annahme, bah der Soldat Bernhard vchwalbach au, Furcht vor einem zu späten Eintressen in For- »ach seine! Leben ein Ende macht«, trifft nach einem später »ingegangenen Brise de» Unglüliche» an sein« Eltern nicht za. Zn dem Briese schildert der jung« Mann di« Mißhandlungen, die «r beim Militär, dem 17«. Infanterie-Regimen« in For- bach. rrtttten hat. Man habe ihn g.gen den Leib getreten, daß er in, Lazarett mußte; aber an, Furcht vor Straf« habe er nicht, gemeldet. Sern« Kameraden müßten dt« ihm angetane» Mißhandlungen beschwören können. Ern Mensch von Charak­ter könne sich dergleich-n nicht bieten lassen, da sei doch dar Zuchthau, noch desser. Hoffentlich nimmt dt« Miliiäibelüjrd« ouf Grund dieftr schweren Beschuldigungen «in« streng« Unter­suchung de» Falle, vor.

Frankfurt «. M r. Jan. In der vorvergongenen Nacht wurde im Evlvestertrubel einem jungen Mann« di« link« Hand durch einen Schutz total zerschmettert. Beim Rodeln zog sich «in 15jährige» Mädchen auf der Enckenheinrerftrah« ei­nen Beinbruch zu; ferner erlitt am Mainkat «in Schlosser beim Rodeln eln« schwere Kehirnerschütterung.

* Rödelheim, 2. Jan. Sehr wenig dankbar erwies sich dieser Tage eine Franksurter Herrschaft gegen einen Bahn­wärter der Cronbcraer D.ibn Di» Se-rüboiten ««rieten »>>» ihrem Automobil in einen Straßengraben, aus dem der Wagen erst nach zlveistündiger Arbeit seitens de» Bahnwär­ter» gezogen werden konnte. Dafür erhielt der wackere Mann, nachdem er auch noch das Petroleum für die Auto- lampen geliefert hatte, bare 50 fünfzig Pfennige in di« Hand gedrückt.

Hrsten-Rostaa.

* Die Obsternte an» de, an deu Bezirksstratzen i» Rasta, stehenden Obstbäumen >» Jahr« 1913. Schon vor über hundert Jahren man schrieb da, Jahr 181! trat dle Herzogltch. -astautsch- Regierung für di« Bepflanzung der Bizinalwog« Mil Obstbäumen «in und nach kurzer Zeit konnte sie ihr beson­dere, Wohlgefallen über di« sehr befriedigenden Resultat« deu einzelnen Aemtern und Gmemden aussprechen. Die Be- zirksoerwaltung. die Nachfolgerin der einstigen nastauischen Regierung, ist in di« Fußstapsen derselben getreten und hat ihr blonderes Augenerk aus di« sachgemäß« und sachnersiän. dlge Behandlung dieser Anpflanzungen gerichtet. Daß st« die» lat. bew-ls! vor allem der diesjährige Ertrag dieser Plantagen, denn di« 28380 Obstbäume, die an den Bezrrksstraßen de, Re­gierungsbezirk, Wiesbaden gepflanzt sind und deren weitaus größte Zahl erst in den ersten Jahren ihrer Ertrag,lähcgleit steht, t rächt, n, trotzdem 1913 sür den Obstbau ein Fehljahr war, wie der amtliche Bericht der Landwirtschastslanuncr aus« drücll ch betont, ein« Einnahme von 18 498.03 Mark, gegen 13 606 Mark de» Borjahres. Im einzelnen zeigt »ie Ernle sotgcnd«, Bild. Im Bezirk de» Landcsbauami, Wiesbaden be. lrugen die Einnahmen 21.60 Mark. Im Landesbauamisbezirk Jdsirin wurden 8920^8 Mark erlöst. Hier fiehi an der Spitze di« Wegen,« stieret Riederbrcchen mit 3318.10 Mark; ihr fol­gen Camberg mit 1949,10 Mark urr» Schmitten mit 263.(10 li(. Der Erlös im Landesdauomtsbezirt Diez stellte sich aus Marl 4898.50, davon «ntsallen aus die Wogemeisterei Limburg MI. 1712,90, auf die in Weilmünster Mt. 1897,40, auf di« in Katzenelnbogen 860 Mark. Der Londesbauamtsbeizrk Dillen, burg konnte 3120 Marl aus dem Obst der Straßen vereinnah­men. Hiervon kamen ei» in der Wegemeisteret Gladenbach M. I314st!0 in Biedenkopf 1011 Sif., in Hertorn 891.70 Mark. Da» Obst an den Clraßen im Landesbauamisbezirk Frantjurt brach:« 882210 Marl Erlös, davon entfallen auf die W gemei- sterei Bad Homburg allein 409 Mark, während Höchst 143,10 Mart erlöste. Da, Landcsbauamt Oberlahnftetn hat!« 1388.10 Marl Erlös. 836.40 Mark entsallen davon aus die Wegemei sterei Ems, 340.60 Mart auf die in 2t. Eoarshauftn und MI. 267.90 auf di« in Holzhausen. Der Erlös aus dem Obst im Landesbauamt Marrenberg konnte mit 22.80 Mark verbucht verdrn. Der Erlös wurde in der Hauplfach« au, dem Ertrag »er Acpfcl, Birnen und Kirschen «rziett. Letzter« sind jedoch rur ln den Landesbauamlsbezrrke, Wiesbaden, Idstein, Diez, killenburg, Frankfurt a M und Oberlohnslein avgepslauzt. Man ght nunmehr auch daran, «n geeigneten Eiellen Rutz- däum« anzupsanzen. Borlüusig konnten im Jahr« 1913 au» dics r Frucht nur 1 Mark erlöst loerden und zwar tan Rüsten, di« in d«r Wegemeisteret Cronberg t. T. gewachsen stnh. Wei. ter sind bei dies«, Statistik Zwetschen berücksichtig«, bi« ta den Landesdauamtsbezirke» Diez, Dillenburg. Oberlahnstei» un» Marirnbcrg. insgesamt 80.40 Mark Erlös brachte«. Hinzutritt «in Erlös von 27.20 Mark «IS dem Berkas von süßen Ebev- eschen. di« an Straßen der Landesbauämter Idstein. Mont« baur und Oberlahnstein »nzntresfen sind.

* t- Hunseu. 2. Jan In Fotge ber schweren Schneemosten

stürzten im hiesigen Wald an der Chaussee von Usingen nach Merzhausen mehre« Baute durch die Las« um und versperrtem

den Fahrweg. Di« zwischen Usingen und Reh a. W. verkeh- «nd« Post konnte die Stelle nicht passieren.

* Usingen, 2. Jan. In dem Konkursverfahren über das Vermögen de» Hermann Botz stehen 50.34 .* zwecks Per- tcilung zur Verfügung. Beriicksickstigt werden 8033 ,H gleich­berechtigter Forderungen.

* jr. Rirderlnuke» 2. Jan. In diesen Tagen wird unser hochoerehrtrr Herr lic. lheol. Peter aus ein« Amtswirksamleil von 10 Jahren in unserem Kirchspiel zurückschauea. Zum Zei­chen ihrer Verehrung und Dankbarkeit überreicht«, die Frauen Niederlaulens tut« tastbar« Altardecke mit Kaichet bette,duug Hit di« Kirche Im DistriktKammerforst" erfolgt« dir Einweihung de» Wandervogel Landheims. Bon all.n Seiten zogen sie heran, die Wandervögel; von Werlburg. Frankfurt, Wiesbaden, Darmstabt, (stieße, sand man die Buden und Ma­de!» in bunten Scharen in dem gemütlichen Heim. Etwa 70 Wandervögel wann bei ber Feier zugegen

* %. Brandobernhoes, 2. Jan. Di« Stell« ein«, Kreiswcge. Wärter», mit dem Sitz Brondaberndorf, Ist in Folge Ablebens des seitherigen Inhabers zu besetzen. Tagelohn 3 Mark, Mel. düng an Landrot Dr Beckmann Usingen.

* Au, dem Taunus, 2. Jan. Di« Bemühungen der Behör­den und der Obstbauverein«. die Obstdaumzucht zu einem Se- meingut der Bevölkerung zu machen, haben seit der letzte« Obstbaumzählurvz 1900 überraschende Erfolg« gehabt Es zcigt sich dies am deutlichsten in den Ergebniston »US den Krei. sen Oberlar,rrus und Höchst Im Kreise Obertaunus stieg die Zahl der Obstbäum« feit 1910 von 248 262 um 84 082 aus 330 314 Stück, also um 33 X Prozent; il Kreis« Höchst von 143 620 Stück auf 203 878, b. I. eine Zunahme um rund 80 Pro­zent. Auffallend ist beim Kreise Höchst, daß in der Stadt Höchst selbst sich di« Zahl der Obstbäum« von 9738 auf 7493 verringert. Berschi«den« Gemeinden, wie Hattersheim, Kriftel und Soden, haben die Anzahl ihrer Obstbäum« um mehr als >00 Prozent vermehrt. Zwelsellos reichen di« amtlich ermittelten Ziffern nicht an die wiikllchen Zahlen heran, da zahlreiche Züchter In­folge der unausrottbaren Steuarfurcht meistens niedrigere Am- gaben inachten.

Vom Feldberg, 2 Jan. Ein« hohe überall gleichmäßige Schneedecke, die bis in das Vorland des Taunus relcht«. ein klarer kalter Frosttag und eine wundervolle Fernsicht schufen für gestern tue Vorbedingungen zu einem Winlersporttag al­lerersten Ranger im Gebirge. Schon am frühen Morgen setzt« an den Endstationen aller noch dem Taunus führenden Bah­nen eine wahre DSlkerwanderung ein, di« um Mittag einen

nnivaT^m, 30 OOO TtODKl,

Schne:fchuhläufer und Fußgänger dürsten nach Schätzungen gestern mindesten, im Hochtaunus g«wefen fein. Bus dem Feldberg war ein Berkehr wir er selbst an Sommertagen nicht beobachtet wurde, sodaß d>« drei Gasthäuser oft außer Stand« waren, der Risenandranges Herr zu werden. Aus dem Gipfel von dem sich den ganz»« Tag über eine wunderbare Fernsicht ' bol. herrschte «in« durchschnittliche Temperatur von acht Trab Kälte. 2B:i*n auch di« Berghänge und Wog« den üblichen Mas. senbetrieb von Rodlern und Schneefchuläusrrn aufwiesen, so kamen >«ur zwei nennenswerte Unfälle vor. Aus der Rodel, bahn von Falkenstein nach Cronberg stürzten in einer Kurv« mehrere zusamm- noekoppelte Schlitten um. Hierbei trugen «in junges Mädchen und ein Schüler aus Frankfurt schwere Beinbrüche davon. Beiden Verunglückten wurde im Falken­steiner Offiziersgenefu ngrhoim die erste Hilfe zuteil. Di« Cronberger Dahn bcsörderte am Abend dl« Heimkehrend n unter den bclanntrn t chnischen Schwierigkeiten zurück, wobei auch am Cronberger Bahnhof di« üblichenSi-urnrszooen" auf die Züge nicht fohlten.

* Reuen Hain i. L., 2 Jan. Durch drn zunehmenden Tou. ristenverkohr in ter hiesigen lstemartung hat di« Jagd völlig an Wort verloren. Bei der letzten Treibjagd wurden nur 23 Hasen und 2 Rehe erlegt. Infolgedessen haben die bisherigen Jagdpächter die Jagd gekündigt.

8 Bieber, 2. Jan. Der durch sein« wertvollen Mineralien­sammlungen weithin bclannte Steiger Johann Eisler feiert« mit sein-r Gattin das goldene Hochzeiks'.'ft. Dem Jubelpaar wurde di« Ehejubiläumsmedaillr verliehe».

Aus Etarkcnburg.

* Osfcnbach, 2. Jan. An? einem eigenartigcn (strundr derübto eia lOjähriger Lehrling einen Selbstrnordl'ersrrch. Er brachte sich in dar sttähe der Kaserne der Maschineagewel>r- asiteilung einen Schutz in die rechte Schläfe bei. Er wurde bald auf.zefuudon und in des Krankenheu» eingcliefert. All Motiv gab er an. er habe furchtbare Zahnschmerzen ge­habt und sich darum töten wolle».

* Dudenhofen, 31. Dez. Eine wüste Messerstecherei tpicltc sich hier nach einer Ehristbaiimvcrlosung ab. Mehrere Burschen gerieten eines Mädären-- wegcn auf der Straße in Streit, und nach berühmten Mustern, griff inan kurzerhand zum Messer. Ei» Arzt mutzte die Verletzten in Behandlung nehmen.

* Oberrodcu, 2. Jan. Hier verunglückte der Landwirt Ph. Beckmann beim Ordnen seiner Futtervorräte. Er war gerade damit beschäftigt, de» nötigen Henvorrat auf seinem Boden zurecht zu legen, wobei er das Uebergewicht bekam und nur mit einem Arme sich noch halten konnte. Dabei verletzte er sich derart, dah er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

* Darmstadt, 2. Jan. In Kreisen vmi Kunstliebhabern erregt die Taffacke Auffehen, daß einzelne kstegenltänbe der srhr werwolle» japonisclien Sammlung, seine ächte Elseu- keinschnitzercin usw., die s. Zt. Professor Scriba au» Tokio dem Landesinuseum scheute, nunmehr wieder in Privatbesitz ausgetaucht sind. Man hört allerdings, daß die bei verschie­denen Händlern befindlichen Schnitzereien usw. von Seiten de» Lavdesmuseiun» gegen «ine sehr gute und wertvoll« Madonna eingetauscht worden sei» soll, immerhin steht aber zu befürchten, daß andere Kunstfreunde, weiche ihre Kunst- schätze in der Absicht deren daurender Erhaltung dem Lan-

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dekmnsenm übergeben, ängstlich und vorsichtig werden, im Falle sie befürchten müsien, datz ihre Stiftungen auf dies«

Art wieder sorlgegcben werden.

* Darmstadt, 2. Jan. Ein bedauerliches Opfer de» Neujabrschictzen» wurde gestern Nacht kurz nach 12 Uhr. nach Eintritt des neuen Jahres, der 26 Jahr« alte, bci der be­kannten Firma E. Merck dahier beschäftigte Buchhalter Peter Dörsam dahier. Er war am Abend vergnügt mit seiner Fra» und deren Schwester in seiner Wohnung Liebsrauenslrasie zusammen und batte man fröhlich Sylvester gefeiert. Po» Zeit zu Zeit sah man aus dem Fenster der zwei Trepven hoch gelegene» Wohnung auf die Straße, um da» dort tosende lebhafte Treiben, Knallen der Fenerwerkskörpcr niw. zu beobachten. Auch nach dem lstlockenlliuten war der Trubel wieder lebhafter geworden und Dörsam begab sich wieder nach dem Fenster, sein» Frau neben ihm, als plötzlich nach einem lauten Knall Dörsam »eben seiner Fra» zusamme»- sank. AI» man ihn aufhob. fand man eine blutende Wunde an der Stirn und er konute iiur noch röcheln. Ein Schuß von außen inutzte ihn getroffen haben. Man brachte deu schwer Verletzten sofort in das städtische Kronkenhau». wo er nach etwa 2V<j Stunden der Verletzung erlege» ist. Nach der Untersuchung ist der Schuß durch die Hirnschcile i» deu Kopf gedrungen, auf der Rückseite wieder heraus und hat noch da» FenstcrgesimS beschtzidigt. Tie weiteren Frslelluu- gen ergaben, daß der Schutz nickst von der Straße, sonder» nur au» der gleichen Höherickstung, wie die Wohnung des Toten, also etwa 2 Treppe» hoch gekommen sein kann, da die Schutzrichtung eine andere Deutung nickst zulätzt. Mil Sicherheit ist also anzunehnien, datz da» Eleschotz aus einer der Wohnungen der gegenüberliegenden Häuser abgegeben sein kann, doch haben die bisherigen Erniittelungen Be­stimmtes bis gestern Abend nicht ergeben. Ein gegenüber- wobnendcr Schneider wurde vorläufig fcslgonammen. da er geschossen haben soll, doch leugnet er und man l>at lveiter« Belastungspunkte vorerst nicht. Der Gelötete hintcrlätzt Frau und ein Kind von zwei Jahren.

Aus Rheinhestru.

* Mainz. 2. Jan. Einen ganz neuen Gaunertrik ver- suchte ein fremder Mensch während der Weihnachtsseiertage in unserer Gegend. Der Gauner zog von Wirtschaft zu Wirtschaft, wo er sich alsWellreisender zu Fuß" ausgnb. dec nur von milden Gaben lebe und so die Welt ohne Geld durch wandern wolle. Er veranstaltete denn auch allenthalbc« Sammlungen, die leider oft reckst erairbig ausgefallen sind. Wie sich jetzt herausgeslcllt hat. handelt es sich bei der ganze» Sache um einen groben Sckstvindel. Der Gauner, für dessen Ergreifung eine Belohnung von 300 -stk ausgesetzt ist, bat namentiich auch die Gemeinde Flörsheim gründlich abge- klopst. (Vor dem Unfug ist polizeilicherseits bereits des öf­teren gewarnt worden.)

Aufruf.

Wie mir von einem früheren Parteifreund geschrieben wird, ist vr. Bocket krank und arm gcwoiden. Er beschäftigt sich mit schriftstellerischer Arbeit und hat manche» gute Buch:Die Napolcaner",Der deutsche Wald im deut­schen Lied" und andere mehr berausgegeben alle getragen von vaterländischem Geiste. Da» letzte Werk betitelt sich Scclenland" und ich kann allen Bücherfreunden warm empfehsen, sich da? Buch senden zu lasten, zumal k>r. Böckel dadurch unterstützt wird. Ich habe die Sache ander» ange- satzt, indem ich bei Parteifreunden eine Sammlung veran­staltet habe, die deu Betrag von 32.10 JC ergab. Es ist doch Tatsack,«, datz Nr. Böckel es war. der in unserem Hesscnlaud die Bauern aufrüttelte an» ihrer Gleichgültigkeit auf poli­tischem Gebiete und ihm ist es vor allein zu verdanken, daß mit den Bauernstimmen nicht mehr alle Parteien Fangball spielen können. Wenn er sogar seinen cigentliche» Beruf als Bibliothekar an der Universität Marburg ausoeben mutzte, jo müssen wir dies umso mehr würdigen, da seine ganze Arbeit den Bauern, dem Volke, gegolten batl Nun ist er krank und arm geworden, hinter ihm steht keine Penfinn. Vermögen konnte er nicht erwerben. Es wäre doch be­schämend, wenn wir Bauern die Leute hungern und ver­komme» liehen, die uns die besten Jahr« ihres Lebens ge­opfert, die sich in den Dienst des Bauerntun,s gestellt und im Kampfe unverdient Schisfbruch erlitten haben. Soll die alte tzessentreue einem Manne gegenüber zu Schande» werden, der wie kein Anderer, es verstand, das Gcsübl bei Zusammengehörigkeit auch in unserem Berufe zu wecken: niemals! Soviel müssen wir können, daß wir einem Mann, dcr sein Leid nicht an die große Glocke hängt, eine kleine Weihnackstssreude bereiten können.

W ö l f e r » h e i m . 20. Dez. 1913.

Wilhelm Dorsch, LandtagSabgeordneter.

Nachschrift. Der Verlag derNeuen Tageszeitung" ist gern bereit, Spenden zu diesem Zwecke anzunehmen. Wer direkt senden will, der richte seine Sendung an l>r. Otto Böckel in Michendorf Mark) Potsdomerstroße 6.

Penestr nnd vralilnachrichlcn.

Znsammeustißr auf dem Balkan.

Athen, 2 Jan. Zusammenstöße zwischen Griechen und Albanesen gaben nach Meldungen aus Janina in den letzten Tagen i» Nord-Epirn» stattgefundcu. Eine zahl­reiche Bande .»tamedanischer Albanesen aus Argnrokastro und Drlvino versuchten einen Angriff aus Tcpileui. Tic An­greifer wurden nach dreislündigeni hcsiigen Kancpse von dcr sogenannten heilige» Schar zurückgeschlagen.

Franksurter Wrlterberickst.

veraussaz«: Meist trüb, zeitweise Tchn-efälle, Nachtfrost.

t» 9 »über milder; westlich- iJBnfce.

Verantwortlich s. d Cchrlftleftunp: Otto H i r l ch e l. Fnkdl-erg: für den Anzeigenteil: Karl Schmi dt. Friedbecg l. H Druck Berta, ».Reue» T-g-s^itun»" A NS , Fiiedbei, > H