Ausgabe 
2.1.1914
 
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,3>eiUp Telegraph". dah Deutschland und dl« Bereinigten Staaten dem russischen Beispiel folgen und die Truppen aus Nordchina zurückziehen würden, mit Ausnahme der Konsular- wachen. Was die übrigen Mächte betrifft, so werden Frank­reich und Japan ihre Kontingent« zurückziehen. wenn England nttt gutem Beispiel vorangeht. Zn britischen militärischen Kreisen in Tientsin glaubt man. dah ein britisches Regiment und die kleinen internaiionalen Eisenbrhngarnisonen auf der Strecke Peking Schanhaikuan in den nächsten Monaten zurück­gezogen werden dürsten.

:: Die Einigung zwischen Berzte» und Krankenkassen. Der Durchführung der zwischen den Aerzten und den Krankenkassen getroffenen Abkommens waren, soweit die Ortskiankenkassen in Betracht kommen, b-zügl. dr Handhabung der u-bergangr- bestimmungen Schwierigkeiten erwachsen, die den Staatssekre­tär des Innern. Staatsminister Dr. Delbrück, veranlaßt haben, sich vorgestern zur Verhandlung mit den Beteiligten gemein­schaftlich mit dem Dekan der Berliner Medizinischen Fakultät, Geh. Mcdizinalrat Dr. Pasiow nach Leipzig begebrn. Das Er­gebnis ist. daß nunmehr auf der Grundlage des Berliner Ab- die Eruwdzüg« der Verständigung endgültig fest, stehen Di« näheren Vereinbarungen werden schon in den nach st«n Tag-N durch weitere Verhandlungen angebahnt werden, ZU "rren Vertreter der beteiligten Verbände wi«der in Berlin zu- sammentroetn werden. Eine Verzögerung in der Durchführung tritt nicht ein, da seitens der Aerzteorganisationen die erfor- derlickvn Weisungen an ihr« örtlichen Organisationen gegeben werben.

:: Keine Truft-Zioaretten. Da; bayerische Kriegsministe- simn hat angeordnet, daß in den ihm unterstehenden Osfiziers- kastnos. Kantinen usw. kein« Trust-Zigaretten (Batschari, asmatzi. Josettt. Adler, Sulina usw.) geführt werden dürfen.

>offen wir, daß das königlich preußische Ministerium recht bald .iefem Beginne» Nachfolgen werde.

Frankreich.

r: Ein Sylocsterscherz de; Main". Einen guten Syl- »kftersch.'iz hat sich der Matin" mit dem Magistrat« der Stadt Pari» erlabt. Das Budget der Stadt Pari» war bi» vor. gestern noch nicht angenommen. Das Gesetz verlangt aber, baß es mindestens bis zum 31. Dezember nachts 12 Uhr vom Magistrat genehmigt sein muh. Es fand infolgedessen vor- gestern ein« Nachtsitzung des Pariser Magistrat, statt. Da je­doch »orauszuf«h«n war, dah dir Debatte sich sehr in die Länge ziehe» würde, so hat der «Matin" einm Gerichtsvollzieher de- ruftragt, brr Sitzung beizuwohnen und festzuftellen. wann di« Abstimmung über das Budget «rfolg«,, würde. Tatsächlich er­folgt« di« Abstimmung «rst 10 Minuten nach ir Uhr. «lso I« Minuten nach der «orgeschrsebenen Zeit. Der Gerichtsvollzieher nahm darüber «in Protokoll auf. und es hängt jetzt von dem guten Willen de»Matin" ab, vi« Abstimmung de» Magist. rat» für ungesetzlich und mithin sür ungültig zu erklären. Der ..Matin" versichert jedoch, dah er von feinem Rechte keinen Ge­brauch machen werde, um sich nicht gleich am 1. Januar mit der Stadl Part» zu Überwerfen.

Rumänl

r: Eine Stiftung de» König» Earost Wie das Blatt ..Szara" meldet, hat der kürzlich verstorbene Verwalter der Kran-Domänen. Kalind-ru. während seiner ganzen Berwal- .'erzeit. nämlich durch volle 3V Zahre, di« Annahme seines Ge­haltes verweigert. Der König Hot daher verfügt, dah dieses Geld, welches samt d:n Zinsen und Zinfeszinfen nunmehr 3 Millionen beträgt, zu einer Ststtung für Studenten der Uni. verfität Jassy verwendet wird. Diese Stiftung wird den Ra- nrM «Johann Kalinderu-Stistung" tragen Vom Balkan.

t: Die Krisi» In Belgrad. In Belgrader politischen Krei­sen erklärt man. dah sich ein« ernste politische Krise vorbereite, fall» es nicht gelingt die beiden radikalen Palleten zu einem Ausgleich zu bringen, wofür sich Ministerpräsident Paschitfch energtsch einstzt. Pafchitsch selbst wird aus keinen Fall in ein reue, Ministerium eintreten. Am 30. Dezember fand unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Pafchitsch ein Ministerrat statt; sie Mehrheit der Minister vertrat die Anschauung, dah neuer, nngs «in Kabinett aus Mitgliedern d:r altradikalen Partei mit Ausschlph der Jungraditrlen gebidet werden müsse. Da» neu« Ministerium hält« di« Aufgabe, nach Auflösung der Skupt- schina Neuwahlen auszuschreiben.

:: Die Beilegung der Streit» um die Milftärmission. Es wird jetzt auch in Petersburg zugegeben, dah Rußland in der Frag« der deutschen Militärmission keinen Schritt mehr unter­nimmt. der Fall also erledigt ist. Die ..Rowoj« Wremja" er­klärt die Nachgiebigkeit d:r russischen Deplomati« durch den Wunsch Sasonows. dem Reichskanzler v. Bethmann.Hollweg. besten Stellung hier für erschüttert gilt, kein» weiteren Schwie­rigkeiten zu bereiten. Die russische Diplomatie besüicht«. dah »er Rücktritt de» Herrn v. Botlnnann-HoNw:g leicht einen abenteuerlustigen Kanzler an» Ruder bringen könne, durch wel­chen den gutnachbarlichen freundschaftlichen Beziehungen zwi. schen Rußland und Deutschland Gefahr droh«.

t: Italienisch« Zurückweisung des griechischen Protestes. Di« Drohung Griechenlands, es werd« die Räumung von Ept- rus bis Mr Lösung der Jnselsroge hinausschieben, wird von der Abendpreste in Rom mehr oder minder temperamentvoll kommentiert. Es wird durchweg der Staichpunkt vertreten, dah Griechenland hierdurch die Beschlüsse der Londoner Kon-- sirenz verletzen würde, auf denen der Drervonb unbedingt be­harren werbe. Er würbe die Ber.uickung der Jnjeljrage mir der Räumung von Epirus keinesfalls zulasi,

Japan.

:: Berurteilung japanischer Berschwörer. Wir dieDaily Marl" aus Tokio meldet, haben die japanischen Gerichte wei. ler« 13 Personen zmn Tod« verurteilt, die unter der Anklage standen, ein« Verschwörung gegen die japanische Herrschaft aus Formosa angezettelt zu haben. Die Untersuchung ergab, dah chinrsische Revolutionär« di« Hand im Spiele hatten mit der Absicht, während d«r allgemeine» Anarchie auf Formosa zu rauben uud zu plündern.

«ezik..

t: John Sirt verlieh Beoa Cruz an Bord de» Bui>d«skreu-

51«»« Tageszeitung. Freitag. »«" !. Januar 1911.

zerr ..Ehester", um mit dem Prästdenen Wilson eine Konferenz

abzubalten. Es fleht ziemlich fest, daß auch Bryan an dieser Konferenz teilnehmen wird. Von derselben erwartet man wich­tige Entscheidungen. Auch der Martneminister Daniel er­klärte. dah diese Konferenz von großer Wichtigkeit sei,

Schnerstinm ,md Unwetter. '

Dem Schneefall ist am letzten Tage des alten Jahres eine strenge Kälte gefolgt, die sich in der Sylvesternacht bis auf 10 Grad in unserer Heimat gesteigert hat. Aus anderen Gegenden werden noch strengere Frostgrade gemldet. So wird aus Kassel und aus dem Lahntal ein Frost von 15 Grad gemeldet. In de» Vogesen und dem Schwarzwald ist das Thermometer sogar bis ans 16 Grad gefallen. Am ersten Tage des neuen Jahres herrschte bei starkem Frost das schönste Winterwetter. Hell schien die Sonne auf die von einem weihen Tuch bedeckte Landschaft, überall glitzerte und funkelte cs wie von Millionen Krystalle. Lange Jahre hatten wir so einen prächtigen Wintertag nicht gehabt. In der Nacht aber wich die Kälte wieder etwas und heute früh schneit es von neuem.

Im Schnecsturm nmgekommen

Bingen, 2. Jan. Der Lehrer Aron von Hottenbach ist !m Schneestnrni umgekommen. Er hatte am Sonntag einen Gang nach Schnuren unterironnnen und war auf dem Nach­hausewege in hohen Schnee gekommen. Infolge von Er­schöpfung erfror er. Seine Leiche win de gestern gefunden.

Ein'Zug im Schnee stecken geblieben.

Halle n. S., 2. Jan. Der Personenzng, der um 12 Uhr nachts in Ouerfurt cintreffen soll, ist in der Nähe von Quer- surt im Schnee stecken geblieben. Die Fahrgäste muhten die Nacht im Zuge verbringen und konnten erst gestern früh im Schlitten nach Ouerfurt befördert werden. Ebenso er- ging es den Fahrgästen der fahrplanmähig nachts um 2 Uhr und 7y 2 Uhr morgens eintreffende» Personenzüge. Die Strecke OuerfurtObcr-Röblingen ist für den Verkehr teil­weise, die Strecke OuerfurtMücheln völlig gestört.

Das Unwetter in Pommern.

Stettin, 2. Jan. Infolge des Hochwassers in den Stettiner Odervororten, das einen enorinen Umfang an­genommen, muhte die Feuerwehr vielfach helfend elngreifen. Auf dem Petrolemnhof im Freihafen wurde eine männliche Leiche angeschwemmt. Es steht noch nicht fest, ob eS sich um rin Verbrechen oder um ein Opfer des Hochwassers bandelt. Im Stettiner Hafen sind grohe Znckervorräte durch das in die Lagerkeller eindringendr Wasser vernichtet worden. Der Telegraphen, und Telephonverkehr mit den pommerschen

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lind von und nach Rügen, ruht noch immer. Aus Hiddensee wird Hochwasser gemeldet und aus Pntbu? konimt die Nach­richt. dah fast alle Badeorte der Insel Rügen Schäden an Promenaden und Wegcanlagen erlitten haben. Der Trajekt- verkehr von Saßnitz nach Trclleborg konnte aufrecht erhalten werden.

Schneesturm in Neapsst

Rom, 2. Jan. Wie ans Neapel gemeldet wird, sind äußerst heftige Schnecstlli'ine über die Stadt Neapel hinweg­gegangen. Auch die Umgegend von Neapel hat hart unter di-in Schneefall zu leiden. Der Desuv bildet das seltene und einzigartige Schauspiel eines Berges. Ueber den Gluten, die aus dem Berge sprühen, ist eine dicke Schneewolke ge­breitet. Eine große Anzahl von Fremden hat sich nach Neapel begeben, um sich das herrliche und zugleich furchtbar an- mutende Naturschaiispicl anzusehen.

Wettersturz in Spanien.

Madrid, 2. Jan. Ein ganz plötzlicher und ungewöhn­licher Wettersturz hat sich in Spanien unliebsam bemerkbar gemacht. Ans ganz Spanien kommen Nachrichten über eine nnherordentlich strenge Kalte und andauernden Schneefall. In der Provinz Asturien ist der Eisenbahnverkehr dnrch den dichten Schnee fast vollständig unterbrochen. In Oviedo wurde ein prächtiges Naturschauspiel beobachtet. Dort ging während des wilden Schneetreibens ein starkes, ziemlich lang anhaltendes Gewitter nieder. Der Blitz schlug in eine Fabrik rin und brachte sie zum Einstürze. Unter den Trümmern deS in sich znsammenstürzend'n Gebäudes wurden einige Ar­beiter begraben. Ob Verluste an Menschenleben z» beklagen, »nd wie groß die Anzahl der hierbei Verletzten ist. konnte bisher noch nicht fcstgestellt werden. In Madrid selbst sank die Temperatur bis aus 6 Grad unter Null. Die Bevöl­kerung, die in Wohnungen befindlich sind, wclck>e wegen des sonst in Spanien herrschenden Klimas sehr leicht gebaut sind, und sür die Külte gänzlich ungeeignet erscheinen, bat sehr unter der Kälte zu leiden. Die traditionellen Neujahrs­festlichkeiten, die auf der Pucrta del Sol, einem Karneval ähnlich demjenigen in Nizza, nbgebalten werden, konnten größtenteils nicht stattjindcn. Der Verkehr nach diesem Ort ist fast vollständig unterbrochen.

Unwetter auf Eorsica.

Marseille, 2. Jan. Wie von Eorsica gemeldet wird, berrscht dort seit zwei Tagen ein furchtbares Schneetreiben. Der Zugverkehr auf der Insel ist zun» Stocken gebracht und alle Verbindungen sind unterbrochen. In Ajaccio und auf der Bahnstrecke nach Berlin liegt durchschnittlich eine Schnee­decke von 42 Zentimeter.

Ans der fichimt.

* Obst- und Gartriibnuvercin Friebberg>Fa»erbnch. Die

Monatsverfammlung sür den Januar wird eine in cin- tcckx-m Rahmen gehaltene F e st i i b u n g werden. Dieselbe findet am Donnerstag, den 8. Jannar, abends 8s/> Uhr im Saale des Hotel Trapp statt. Durch besondere Unytände nnlhte die Versammlung aus den Donnerstag gelegt werden. Zur Erhöhung der feierlichen Stimmung wird Musik bei­trogen. Den Vortrag bat ein Friedberger Herr über- »ommen, derselbe wird über das Thema-Weihnachten im Garten" sprechen. Im Laufe der Sitzung findet die Ueber- reichuna der Ebreahtvlome an di« Freunde des Btumen-

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schmuckes statt. Eine grohe Blumen-, Pflanzen- und Geräte- Verlosung, welche für die Mitglieder des Vereins gratis ist. wird die Versammlung schlichen. Alle unsere Freunde, Mit- glieder ftcs Vereins und solche, die es werden wollen sind ccngeladen. Kinder unter 15 Jahren haben keinen Zutritt Es wird noch bemerkt, dah Glas-Bier, wie auf allen Ver- summlungen, ausgeschenkt wird.

* Friedberg, 2. Jan. (Eingesandt.) Die Neu­jahr s n a ch t ist dieses Mal äußerst ruhig verlaufen In den äußeren Straßen der Stadt werkte nian kaum, daß das neu Jahr eingetreten war, kann, dah hier und da ein benga- lijches Feuer aufflammte oder ein harmloser Frosch losge- lassen wurde. Auch in der inneren Stadt war es dieses Mal merkwürdig ruhig und kaum ein besonderes Leben zu ver­spüren. Zu begrühen ist es jedenfalls, daß dieses Jahr von der Neujahrsichieherei nichts zu bemerken war. Eine Ucbrr- rafchung hat Herr Schutzmann Kaiser den Sylvesterseiernden gebracht. Wenn Jeniand nämlich des Glaubens war. dah die Polizeistunde, auf deren Einhaltung im Gegensatz zu allen Dörfern des Kreises in der Kreishauptstadt seitens der Polizei streng gesehen wurde, seit dem Einzug unserer Gar­nison weitherziger gchandhabt werde, so wurde il,m dieser Glaube in der Sylvesternacht durch Herrn Schutzmann Kaiser jähe zerstört, der in einer Reihe von Wirtschaften die gemiit- lich Feiernden dar» erinnte, dah wir in Friedberg nur so lange beisammen bleiben dürfen, bis es die hohe Polizei diildet. Es wäre wirklich an der Zeit, dah mit dieser Bevor- inundung und dem veralteten Zopf ein Ende gemacht würde, mit dem übrigens gerade das Gegenteil erreicht wird. Die Erfahrung hat nämlich gelehrt, daß dort, wo die Polizeistunde aufgehoben wurde, die Gäste früher heimgehen, als es früher der Fall gewesen war.

* Vortragslursus für praktische Landwirt« in Darmstadt. Di« hessische tandw. Zeitschrift macht darauf aufmerksam. dah in d:m Stundenplan für den fraglichen Kursus insofern ein« Aenderung eingetreten ist. dah Here Prosessor Dr. Krämer in Hohenheim seinen Vortrag überdie Ziele in der Rindvieh- zucht" schön Dienstag, den 6. Januar von 11.40 bis 1 Uhr hält, während Herr Prosessor Dr. Pohl« in Frankfurt das Thema: Die neuere Entwicklung von Großbetrieb und Kleinbetrieb in der Landwirtschaft" am Donnerstag, den 8. Januar von 11.30 bis 1 Uhr behandelt. Der Kursus dürft« recht zahlreich besucht werden.

* Niedkr-Rosbach, 2. Jan. Am Mittwoch Morgen machte der etwa 40 Johre alte Maurer Heinrich Dieter seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Derselbe war ein völlig unbe­scholtener, fleißiger Mann und lebte schon über 10 Jahre als Wittwer. Wnbrlckx-inlich bat Lebensüberdruß den Bedauerns» vierten zu dieser unglückseligen Tat veranlaßt. Die neue Gemeinderatswahl wird am Freitag, den 9. Januar, statt- finden.

* Bildest 2. Jan. Im nahen Harheim trat gestern der 91f. rtg« Genielndeschafhirt Kaspar Schäfer in den Ruhestand. Nahezu 80 Jahre, seit seinem letzten Schuljahr, hat der greift Hirt sein«, Amtes gewaltet, bi» ihn jetzt das hohe Alte« zun Niederlegen des Hirtenftabes zwang.

* Echzell, 2. Jan. Ein schöiies Weihnachtsgeschenk »nachte das Reichspostamt unserer Bevölkerung und zwar hauptsächlich der gewerbetreibende» dadurch, dah es die Ab­sicht, unser Postamt in eine Agentur zu verwandeln ansgab »nd uns unser Postaint läßt. Nächst dem einmütigen Zu­sammenstehen der diesigen Einwohnerschaft, haben wir das gute Resultat den Bemühungen unseres hochverehrten Reichs­tagsabgeordneten L>r. Werner zu verdanken.

* Inheiden, 2. Jan. In unserer Nr. 304 des vergan­genen Jahres brachten wir eine Mitteilung bctr.: Die Epar» nnd Darlehnskasse zu Inheiden. Der Vorstand der Kasse bitten uns, zu berichtigen, daß der Verlust von 7000 M nicht durch eine Revision festgestellt wurde, denn der Vorstand uni AufsichtSrat sind über die Zustande innerhalb ihrer ge­schäftlichen Angelegenheiten so gut orientiert, dah sie nicht erst durch einen Revisor auf die Vermögenslage der Kasse hingewiesen werden müssen. Der Verlust ergibt sich daraus, dah die Leitung der Sparkasse die Forderung an die G« riossenschastsabnk in Darmstadt bis auf eine Mark abg« schrieben hat, um nicht unsichere Werte in die Bilanz ein- stellen zu müssen. Durch die GesckMsanteile der Genossen und die vorhandenen Reserven wird der Verlust völlig ge- deckt. Es ist daher unrichtig, dah pro Mitglied 30 Jl abzu­schreiben seien, odersofort bezahlt werden" mühten, denn es ist bis jetzt über die Höhe der Abschreibung noch keine Eingabe gemacht worden.

* Gießen, 2. Jan. Dieser Tage brach!« eia Dauer au. Roh. heim an der Bieber auf seinem mir 2 Kühen bespannten Wa­gen ein fettes Schwein in den städtischen Schlachthos, wo we­gen der Essenszeit gerade kein Beamter bereit war. Es reg. nete. dem Bauer» dauerten ftine Kühe, kurz entschlossen öff- nele er ein?» zusiillig leeren Stall, bracht« jetn« Schwein« da» rin unter, spannte sein« beiden Vogelsbeiger au» und zog sie ebenfalls unter Dach und Fach Z» der nächsten Wirtschaft traf der Bauer den Metzger, der da» Schwein erhandelt hatte und beide begaben sich nach dem Schlachthos, wo im Stall dir Uebergab« de, selten Tiere, statffand. Darrms schickte fich de Bauer an. sein« Kühe wieder «inzusponnen. um heimzusahren Da erjchi n aber »er Hallenmetster auf der Viidsloche und et klärte dem erschreckt dreinschauenden Rodheimer, dah nach der hessischen Bestilnnnungen zur Abwehr der Seuchengesah, Klauenvieh. welche» einen hessischen Schlachthos betritt, dieser lebend nicht wieder verlassen dürfe, es seien noch diesen Bo stimmungen di« beiden wertvollen Kühe dem Tod« durch da, Schlachtbeil versallen. Dem Bauer traten di« Tränen in di« Augen, «r jammert« uud wehklagte, dah es »inen Stein er. weichen konnte. Der Beamte des Schlachthos«, veffprach. nichts unoersucht zu lassen, was di« Tiere vom Tod« rette« könne, er erklärte, er müsse nach dem Buchstaben d«» Gesetzes handeln. Da, telegrophsich angeruftne Kreisoeterinäranrt verfügt«, daj «ine Fuhwajchung mit Lysol an den Kühe» oorzunehmen sei. Dann tonne der Bauer mit de« Kühen «jede, beiwsahren.