Ausgabe 
27.12.1914
 
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(Sr[bftrntfcfjeibunfl tfa f*tp *r)tf %nrb< , btnqtinq fiii Leute, die ins Reich Voltes kommen wollen. So gehen sie hin. Ihr Los ist entschieden. Rur zwölf bleiben übrig. Tic stehen im Kreise um Ihn her. Er sieht sie an, einen nach dem andern: Wollt ihr auch Weggehen ?" Es ist nicht der Schmerz der Liebe, die Enttäuschungen erlebt hat und nun vor der größten Enttäuschung sich mit zwingender Gewalt bewahren möchte. Rein, der HErr stellt auch ihnen Gehen oder Bleiben frei. DaS Hauptgewicht liegt auf demWollt ihr Weg­gehen?" Das ivar ein kritischer Augenblick für zwölf Ätenschenseelen. Aber sie entschieden sich für Ihn!HErr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!" <Joh. 6, llst69.) Aiit dieser Petrusantwort ist ihre Ewigkeit entschieden. Wohl kommen noch andere Stunden: ein Judas verrät, ein PetruS verleug­net. Aber doch war die entgültige Entsel,eidung schon in jener Stunde gefallen. To geht cs noch immer. Die Stunde der Entscheidung kommt ein­mal in jedem Menschenleben, und die Frage der der Liebe:Willst du Weggehen?" oder:Willst du gesund werden?" <Ioh. 5, 6) verlangt eine klippe, klare Antwort. Und der erstmaligen Ent­scheidung folgen dann andere kritische Augenblicke, in denen cs sich zeigen soll, ob die Entscheidung zur festen Entschiedenheit geworden ist. Kennst dr> solche kritische Augenblicke in deinem Leben? Tic tragen bei jedem rirtcn verschiedenen Charak­ter. je nachdem sein Halbseelentum beschassen ist. Aber schließlich ist doch jede Lebensführung und Lebensfügung ein Gewissensappell Gottes an unsere Teele, ein Mahnruf zur Entscheidung, zum Ganz-Werden und Ganz-Wollen. Wie oft müssen mir erst irdische Schätze einbüßen, um himmlische srichen und finden zu lernen! Wie oft müssen wir erst Menschen ganz verlieren, um Gott ganz zu finden! Unser Gott weiß uns immer da zu treffen, wo wir am empfindlichsten sind, aber auch am einpfänglicl>stcn. Er nimmt »ins oft viel, so viel, um noch viel mehr zu geben sich selbst. Er muß oft das Gefäß ganz entleeren, um es zu füllen. Und jene liebe Mutter, eine liebe, brave Frau, aber doch früher nur eine Halbseele von Christin, hat den Gottesappell recht verstanden, als sie am Grabe ihres einzigen, hoff­nungsvollen Sohnes und er ivar ein Christ gewesen, ein ganzer Christ draußen mit mir Itand und mir sagte:Sie haben recht, Herr Pastor, ich will nicht mehr klagen: Ich habe ihn verloren! Ich will fortan sagen: Ich habe ihn

gefunden!" So führen solche tränenschivere Kri sisstunden ivie bei >eder Krisis entweder zum Leben oder zum Tode: Man kommt ent­

weder ganz zu Gott hin, oder ganz von Gott weg; aber an Gott vorüber kommt man nicht, urid achtlos an Christus vorbei geht es nicht. Ent

schein muß inan sich. In die Krisis hinein und aus der Krisit heraus entweder zum Heil oder zum Unheil!

I'. Siuhrmaiin.

(fid' frflr Ümg i 1 nttirr 0j»tt.

Unheimlich zog von Ulest und 0)st ein furchtbar schwarz Gewölk herauf; der Wirbelwind, der ins umtost, durchbraust das ta id im Sturmeslauf! Schon an der Behle würgt cs mich:

Leinde ringsum wer rettet dich, du deutsches tand, in deiner Not?

Lin' feste Burg ist unser Gott!*

Aus tucj und Trug nnd Hinterlist ein feines Netz gesponnen war, weh dir, wenn du verstricket bist, du junger, kühner, deutscher Aar!

Doch derTreu und wahrhaftig" heißt läßt siegen nicht den kügengeist. tsalt's fest, niein Volk: Gott ist der t^err! Und wenn die Welt voll Teufel war'".

Offb. 19. 11.

Du deutsches t?o!k, schlag an die Brust! Jetzt ist die Zeit, nun zög're nicht, iverd deiner Sünden dir bewußt und kampf' sie ivieder, streng und schlicht, jlarteisucht, Welt sinn, Eitelkei beherrschten dich zur guten Zeit.

Jetzt zeigt sie dir die heil'gc Not

Den Weg zurück zum alten Gott.

Sein Eisenhammer schlug entzwA, was kleinlich, schwa h und und uneins war, was unecht, unfromm und untren, was gottentfremdet, >vas unwahr.

Sein Wort sie sollen lassei, stahn!

0), nimm, mein Dolk, es wieder an!

Und glaub's' es ist kein andrer Gott,

Behalt das Leid, Ierr Zebaoth.

jiT

»Jdj habe mriiirr llrrbrnbrn IHnttn tirrtyrodKii!«

>i einer kalten Winternacht saß zusammengc- lauert ein zerlumpter kleiner Knabe hungrig und frierend in der Ecke eines TorivegeS. Warm eingehülltc Personen eilten dann und wann an ihm vorüber, um schnell in ihre warmen Wohnungen zu kommen. Ter "Arme sehnte den Morgen herbei. Überwältigt von der Müdig­keit schlief er ein und träumte von einem weißen Bett und einer schönen Mahlzeit. Ta ivurde er von dem die Runde machenden Schutzmann un­sanft mit den Worten aufgeweckt:Was tust du hier?", ihm dabei einen Puff gebend.