Erscheint wöchentlich einmal.
Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Uerlag der Buchhandlung der Pilgermistion Blessen.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Psarrer Sperber - Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig und die Prediger der Pilgermission. Druck von Otto Meyer, Gießen.
Nr. 52. Sonntag, den 27.
Dezember 1914. 7. Jahrg.
19 W- Schluß! ?
^Minder, cs ist dic letzte Stlinde, so sogt der Apostel Johannes ( 1 . Joh. 2, 18) im Blick ans den Ernst der Zeit. Gottes Uhr geht anders als unsere, denn 1000 Jahre sind vor Ihm wie der Tag, der gestern vergangen ist. Wo mag. setzt Gottes Zeiger an der Wcl tennhr stehen? Es wird jedenfalls das letzte Viertel sein, darüber sind sich alle einig, dencndasAugc für Gottes Geschehen in der Völkerwelt geschärft ist. Wir leben in einer ungeheuer ernsten, aber auch in einer unge- mein wichtigen Zeit, und ich mochte in keiner anderen Zeit gelebt haben ivic gerade in unserer Zeit.
Es bereiten sich große Dingevor.dicgröß- t e n Dinge, die wie ein atmosphä- rischerLustdruckdem Kommen desHErr» oorausqchen.
Jedenfalls wird es für dieses alte Jahr nun bald heißen: „Kinder, es ist die letzte Stunde! Db
du sie zurückhalten mochtest, ob du sie sehnlichst herbeiwünschest, ganz gleich, die Zeit'schreitet rastlos vorwärts. Die Sanduhr für 1914 ift i'ald ab gelallten und dann: Stzlnß! ivie nach
einem Telephongespräch, wenn beide Teile fertig
Fortsetzung folgt!
sind: Schluß! Glaubst du wirklich, daß man ein ganzes Jahr nur so abschütteln kann wie den Staub von den Füßen? Vielleicht hat, schon ganz äußerlich angesehen, dieses Jahr Folgen für dich gezeitigt, an denen bu dein Leben lang zu tun haben wirst. Vielleicht ist mancher unter den Lesern dieses Blattes, der^ctwas darum gäbe,
wenner!1914aussei- nem Leben streichen könnte. Und für andere mag gerade dieses Jahr besonders schöneErinnerungen in sich bergen, in denen dir Gottes Güte greifbar nahe war. Nun gut, ivie dem auch sei, eins ist gewiß, dic Sp u- rcn dieses Iah res werden wir, du und ich, in der Ewigkeit wiederfinden. Die Worte, dic wir sprachen, gute und böse, sie waren nicht nur in den Wind gesprochen, das wird uns das Grammo- phon der Ewigkeit einmal klarmachen; ja, selbst unsere Gedanken prägten sich auf die unsagbar fein cmvfindlicheWalze der Allwissenheit Gottes, und über Zeil und Raum hinweg sprühen die Telcfunke» unseres Lebens ans Ufer der Eivigkeit. Wir werden jedenfalls noch init den Wirkungen dieses Jahres


