Unbehagens,"einer gähnenden Leere, einer völligen Trost- und Hoffnungslostgkttt in Leiden, Not und Tod. Auch der^Slolzeste rst Sündensllavc.
Kämpft unser deutsches Volk diesen Kamps? Tausende kämpfen rhu nicht und wollen ihn nicht kämpfen. Es fleht zu fürchten, daß auch die j gegenwärtige Kriegsnot sie nicht bereit findet, ihr ! Leben zu ändern. Sündenliebe, Weltlust, Ehrsucht, Stotz und Eitelkeit lassen solchen Glaubens- kampf nicht zu. Daneben aber stehen gottlob lausend andere, die nunmehr ans Weltseligkeit und Sorglosigkeit ausgemacht sind lind ivieder den Flamen Gottes aurusen. Roch vor einein Vierteljahr hätten sie sich „geschämt", unter denen zu sein, die Gott loben, und iiun stehen sie mit entblößtem Haupt da und singen: „Wir treten zum Beten vor Gott, den Gerechten!" Der Alaine Gottes ist ivieder zu Ehren gekommen unter unserem Volk. Der eiserne Kriegsbesen hat viel des philosophischen Schutts, der Tausenden den' Weg zu Gott versperrte, weqgefegl; man fragt ivieder nach ihm, maii betont seine Abhängigkeit von ihni. Freilich, ob dies religiöse Erivachen ein ivirkliches . Gottsuchen ist, ob's den Anfang eines guten Glaubenskampses bedeutet, darauf wird uiiser Volk ui dennächstenZeitendieProbezu machen haben.
Oder kämpfen unsere Soldaten diesen Glaubenskampf'? Eine der herrlichsten Erscheinungen unserer Tage ist die Tatsache, daß unser Kaiser sich öffentlich und laut zu Gott und Christus bekennt — der erste Soldat unserer Armee ein auf der Seile des lebendigen Gottes stehender gläubig« r Christ! Und wie viele unserer Offiziere beugen ihre Kniee vor dem gekreuzigten Christus und bezeugen es durch Wort und Wandel, daß sie wahre Zefusnachsolger sind. Wie viele unserer Soldaten machen fetzt ihre Schützengräben zum Gebetskämmerlein, und als einige gläubige Krieger sich iin Biwak fanden und die Gelegenheit benutzten, gemeinsam im Gebet zum Herrn ihre Seele zu flärken, da fanden sie am Schluß, wie eine ganze Menge Kameraden mit ihnen aus den Knieen lag. Jawohl, Hunderte unserer Soldaten tragen nicht nur Gewehr und Bajonett, sie sind auch gerüstet mit der „Waffenrüstung Gottes" und kämpfen den guteii Kamps des Glaubeiis. Möge doch auch mancher Verwundete und Sterbende seine Seele Gott befehlen; niöge er noch in letzter Stunde den Namen des Herrn zu seinem ewigen Heil anrufen!
Und du, der du dies liest?
Wähle, ivem du bienen willst! In Maastricht starb unlängst ein junger deutscher Krieger mit den Worten: „Herr Leutnant, ich melde mich ...!" Ta brach der Satz ab, das Herz stand still. Dein König Jesus Christus, der Heiland und Herr deines Lebens, ivirbt uni deine Seele, Er ruft dich zum Dienst, Er will Dich brauchen zu heiligem Kamps! Melde dich! L. Henrichs.
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Darüber schreibt „Licht und Leben" sehr lrestend:
Wir schreiben nicht Geschichte, wir. erleben j Geschichte, ^asl ein halbes Jahrhundert haben ivir das schöne Vorrecht gehabt, zurücksehen zu dürfen auf die geivaltigen Kämpfe zur Einigung Deutschlands. Nun gilt es, Abschied zu nehmen von großen Erinnerungen, weil cs die Pflicht gilt, das damals Geschaffene i» neuen heißen Kämpfen zu behaupten. Wie auch der Ausgang der Kämpfe fein ivird, eine große Zeit hat ange- hoben, eine eiserne Zeit. Urlaub! Wer fragt heule nach Urlaub? Vergnügen? Es gibt jetzt nur ein Vergnügen, dem Atem der großen Zeit zu lauschen und ihn aufzunehmen in Mark und Gebein. Eine eiserne Zeit. Schmach über den, der jetzt an seinen eigenen stutzen denkt!
Jeder muß leiden und wenn er für sich selbst nichts zu leiden hat, so soll er Ausschau halten, daß er mit leide.
Erhebendes haben ivir erlebt in den letzten Wocheii. Welche Größe zeigte der Reichstag am 4. August! Einen Tag dauerte diese ganze Reichstagsperiodc, nur einen einzigen Tag. Aber ivclche Tagung! Welche Einmütigkeit von Hepde- brand bis Scheidemann! Jeden Deutschen muß das erhoben nnb gestärkt haben.
Und Gott ist uns doch auch freundlich darin, daß ivir zivar nicht vor Mangel, aber doch vor Hunger geschützt sind. Gott bescherte uns eine reiche Ernte, 's ist auch eine Wohltat, die uns der himmlische Meister durch den Krieg zuteil werden läßt, daß wir auch wieder mal lernen mit Danksagung empfangen unser täglich Brot, auch wenn's trocken Brot ist, ja gerade dann.
Ter Herr hat Gedanken des Friedens über uns und nicht des Leides. Unser Volk drohte immer mehr zr, versinken in ekle Sinnenlust und wüsten Tiesseitigkeitssinn. Nun zeigt er uns, wohin die Bahn geht. Der Krieg kann alles jäh zerschlage», alles. Nur die ewigen Güter nicht. Deutsches Volk, jetzt ergreife sie wieder, deine heiligen, deine ewigen Güter!
Aus dilti Briefe eines Kriegers.
„In dieser ernsten Zeit arbeitet der Geist Gottes merkwürdig an den Herzen der Menschen, in besonderer Weise an den Soldaten, welche ständig jetzt im Angesicht der Ewigkeit stehen. Diese Bewegung geht nicht nur durch der Kreise der Mannschaften, sondern auch die Offizierskreise sind von ihr erfaßt. Ein Reserve-Leutnant sagte: „Durch diese Ereignisse kommen wir zur Einsicht,


