Ausgabe 
6.12.1914
 
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Gottes. Wenn du an deinem Posten nicht leuchtest als eiu Licht zum ewigen Leben, dann leuchtet niemand anders für dich, und an dem betreffenden Ort bleibt cs dunkel. Sei treu in den kleinen Dingen, treu in einem heiligen Wandel zu.n gott­seligen Leben. Viele Christeil scheinen bloß zu leuchten, wenn sie in der Kirche, in der Versamm­lung oder einem christlichen Verein sind, aber da- Heini und im Geschäft steht ihr Licht unter dem Scheffel. Leuchte da, wo dein Gott dich hinge­stellt hat, und achte darauf, daß keine Dochtputzen dein Leuchten schwächen.

Im obigeil Bild soll, wenn ich den Maler recht verstehe, noch etwas anderes dargestellt iverden. Die Trauerpalmen am Boden deuten darauf hin, daß diese Jungfrau, die hier leuchtet, ge­storben ist, lind das Gewölbe scheiilt die Grab­kammer vorzustellen. Dort in dem dunkeln Ein­gang steht die Mutter voll Trauer. Die Tochter aber hält ihr das Licht eiikgegen um ihr zu leuchteil für die Ewigkeit. Ihr Sterben öffnete der Mutter die Augen für beit Himmel. Die, welche auf dieser Erde ein Glaubcnsleben führte», werden auch inl Tode noch eine Leuchte sein für die, welche sie liebten. Jg.

RkichWlttSPlilik.

<Nach 1. Petri 1, 3-9.)

D ie Politik unserer vielgerühmten, zivilisierteil Mächte Ijat einen gewaltigen Konflikt herauf­beschworen. Wir haben heute das Vorrecht, die Essenz jahrcrlanger Ränkearbeit zri genießeil. Besonders Englands Realpolitik hat sich in ihrer ganzen Greulichkeit gezeigt. Wir ivollen hier nun nicht näher auf diese Fragen eiilgehen, sondern uils ein wenig mit der Politik des ewigeil Gottes­reiches beschäftigen.

1. Ihre gute Grundlage. Wenil der Apostel sich damit beschäftigen will, so kanil er nlir mit einem Lob beginnen. Die Gruildlage der Politik der Weltmächte mag nicht immer ein- wandsfrei sein. Unseres Gottes Reichsgedailkeil siild dlirch liild drirch gilt; er hat keine Rebenab­sichteil; er geht nicht mit Tücke um. Je grüildlicher jemand in die Ratschlüsse Gottes hineinschallt, desto »lehr ivird das Herz mit Dailk erfüllt; hier ivird ilur das Wohl aller Menschen erstrebt.

Die Geschichte knüpft sich immer an Persön­lichkeiteil. Mächtige Staatsgebilde sind nur durch große Staatsnlänncr entftanben. Auch auf dem religiöseil Gebiet ist cs so. Religionssnsteme haben Religionsstifter. Welchem genialen Kopf hat nun das Christentum, das Reich Gottes sein Daseiil zu verdanken? Wir sind froh, daß wir es hier

zunächst nicht mit Menschen, auch nicht mit sehr tüch­tigen zu tuil haben. Es istder Vater unse­res Herrn Jesu Christi." Er ist der Reichs- gottesstaatsmann. Der alte, große Gott Israels richtet ein Reich auf inmitten der vergänglichen, trügerischen Weltreiche, das ewigeil Bestand hat.

Ihm zur Seite steht sein großer Sohn. Mächtige Weltreiche wurden meist mit viel Blut geboreil. Hier stirbt nur einer; er stirbt aber für eine gailze Welt. Wenil Milliarden von hervor­ragendeil Meilschcii sterben würden in diesen Tagen wissen wir, ivas das etiva ist so würde das mit deiil Tode des Sohnes Gottles gar feinen Vergleich haben. Der Löwe von Juda zertritt der Schlaiige den Kopf; er besiegt den Erzfeind endgültig. Er stirbt für uils, die Vaterlandsoer­räter; seiil Tod bringt uns soivohl Vcrgebuilg unserer Schuld als and) Freiheit von der Tyrannenherrschaft des Satans. Der Sohn führt dies im Auftrag des Vaters aus. Er stirbt ivohl deil bitter» Tod; aber der Vater beiveist seine unumschränkte Macht durch die Tatsache der Auferstehllng Jesll voll den Toten." Hier ist also eine unbegrenzte Macht vorhanden; hier sind starke Kräfte wirksaiil. Geäilgstetes Herz, ivillst bn nicht zu diesen großeil Persön- lichkeiten Zutrauen fassen und Bürger dieses festgegründeteil Gottesreiches werden?

2. Die segensreiche Wirksamkeit der Reichgottespolitik. Als erstes wollen wir anführen: Wie dergeboren zu einer lebendigen Hoffnung." Die Deutscheil werden in diesen Tagen viel die Hüter und Pfleger der Kultur genannt. (Deutsche Kultur soll die Welt verbessern. Wir sind dank­bar für alle Errungenschaften; wir sind froh über all das Gute, dasHioch in unserem Vaterlandc vorhanden ist. Aber die Verbesserung der Welt müssen ivir doch voii wo anders her^erwarten. Das Reich Gottes briilgt die Lebenskräfte zur Ernelleruilg der Menschen. Es hängt dem Men­schen nicht nur ein äußeres Mäntelchen^um; es gestaltet ihn iilnerlich um. Wo ein Meiisch mit Jesus in Berührung kommt, da wird es ailders im Herzen, im Leben, in der Familie, inO,Beruf, überall. Wir sollen und bürfen ganz anders werden.

Eine zweite Wirksamkeit'ist.der sichere Schutz der Untertanen,durch Gottes Macht be­wahrt." Für seine Reichsangehörigen sorgt Gott; er bewahrt sie in ben vielerlei Gefahreil des innereil und äußeren iLebens. Darum iveg mit allem Sorgcilgcist, mit Faller kleinlichen Angst- lichkeit. Unser Gott 'rettet uils dlirch, bis wir das Heil empfangenlund nicht mehr nötig haben bewahrt zu iverdeil. Noch 'eine^Wirksamkeit ist: die Erziehung.Wo es sein muß, Traurig­keit, Anfechtung." Das sagt lins zunächst, daß der Herr nicht nl'r einfacy Une Hand voll