Ausgabe 
6.12.1914
 
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alle gläubigen Mütter, welche in Sorge sind um das irdische Heil und die ewige Errettung ihrer Söhne, mit Glaubensvertrauen ausharren! Sie werden erleben, was der HErr auf der Hochzeit zu Kana lat; da sprach er zuerst:Meine Stunde ist noch nicht gekommen". Aber nachher ver­wandelte Er Wasser in Wein, Sorge in Freude. Auch das bittere Wasser, das au§ Mutteraugen fließt könnte man nicht mit den Tränen deut­scher Mütter mehr als sechs steinerne Wasserkrüge füllen?, soll in Freudenwein verwandelt werden für solche Mütter, welche im Glaubensvertralien ausharren, bis des HErrn Stllnde gekommen ist.

Ich kanllte einen treuen Bekenner Jesu, wel­cher seine Elteril in der ersteil Kindheit verloren hatte. Seiile beiden gläubigen Schivestcrn über- nahmen die Pstege unb Erziehung des jungen Brilders; sie erflehten nur eins, daß er den HErrn siiide, daß sein Leben Jesu diene! Aber siehe da, er ging in die Welt, er wilrde ein leichtfertiger Sünder vor andern. Er war hochbegabt, vor­nehm, reich, alles stand ihin offen. Doch die Schwestern hielteil fest im Glaubeii. Es dauerte lange ilach meiischlicher Zeitrechnung, bis des HErrn Stunde kam. 48 Jahre beteten die beiden Schwestern um beit geliebten Bruder, sie ließeii sich llicht dadurch entmutigen, daß er immer leicht­fertiger uiid feindlicher zu werden schien, daß er nichts höreii wollte von Gottes Wort. Da, eines Tages ivurde er wider feinen Willen, wie die Menschen sagen zlifällig, in eine Versammlung geführt, wo ein treuer Bote Gottes Buße und Gnade verkündigte. All dcni Tage bekehrte sich dieser Gottesfeind, und zwar so, daß er sagte: Ich habe 48 Jahre der Welt itnb der Sünde gelebt; was ich nun noch zu leben habe, gehört dem HErrn!" Und so geschah es; es war eine völlige Verwaiidlung des Lebens, ein herrliches, für viele gesegnetes Zeugnis für Jesum.

Du aber, dem das große Vorrecht, das un­ermeßlich kostbare, versagt wurde, daß ein gläu­biges Kind Gottes mit ilnermüdlicher Gebetstreue über deinem Leben wacht, ailch für dich redet dies Blatt voii der Liebe, die mehr vermag-und treuer ist als Mutterliebe. Es redet voii Jesu, der Sich, ehe dli warst und dachtest, in den Tod des Kreuzes gegeben hat, um dich zu erretteii. Er trug beitte Schuld und Strafe, weil Er dich mit Seinem Bliite versöhiien und zu einem Kinde Gottes machen will. Jeslls, der gegenwärtige Heiland, geht dir mit göttlicher Geduld nach. Er wartet der Stunde, wann endlich dein hartes Herz unter dem Sonnenstrahl Seiner Gnade zerschmelzen wird.

Wann wird die Stunde schlagen?

v. V.

Ihr seid das Licht der Welt.

In der Welt ilt's dunkel Leuchten müssen wir Sn in deiner Eche,

Ich in meiner ffier.

Kein angenehmer Posten! möchte man sagen, und doch so wichtig! Gerade hier ist das Licht nötig, hier hat es ganz besondere Bedeutung, und wenn es noch so klein wäre. Das Hausflur­lämpchen könnte sagen: ach hier ist es gar ein­sam im Hausflur, der beständige Durchzug läßt mich nicht einmal recht leuchten. Es ist nur ein beständiger Kampf, daß ich nicht ausgehe. Ich bin zu klein und zu schwach; ich will lieber hin­eingehen zu dem großen Lichte in der Stube. Aber was da? Da verschwindet es erst recht. Wozu bist du hier? könnte die Hausfrau sagen; da draußen fallen die Leute die Treppe hinunter, weil es stockfinster ist. Und sie nimmt das Lämp- lein und stellt es wieder an seinen Ort: so, hier ist dein Platz. So macht cs Gott oft. wenn Seine Kinder nicht auf ihrem Posten bleiben wollen.

Versteht du den Vergleich? Du hattest viel­leicht auch als Christ oder Christin den Eindruck, der Posten in der Familie, im Geschäft rc. wäre dir nicht passend, da könntest du nicht leuchten. Warum nicht? Ja, weil es nicht so geht, wie du es wünschest.

In weltlichen Dingen sind wir meistens ent­behrlich. Wenn wir die Arbeiten nicht tun, dann tun sie andere für uns. Nicht so ist es im Reiche