Die jungen Soldaten, voller Lebenslust und Lebenskraft, glaubten es angesichts des leichenbe- säten Schlachtfeldes, des Geivehrfeuers lind Kanonengebrülls, dem sie entgegen mußten, das; cs die höchste Zeit mar, ihre Sache mit Gott zu ordnen.
Aber gilt nicht für uns alle: „Mitten ivir
im Leben sind, von dem Tod umpfangen"? Unser Blatt hat viele Leser; aus ihnen finfcu unablässig Männer und Franc», Greise und Greisinnen, Jünglinge unb Jungfrauen dahin, getroffen vom Tode. Es ist fast sicher, das; von denen, die diese Nummer noch lesen, schon mehr als einer die nächste nicht mehr lesen kann, ivcil er dann schon auf der Totenbahre liegt oder wohl gar schon beerdigt ist.
Und du könntest derjenige sein, der das wäre! Du köuntest einer von denen sein, die
der Scnsenhicb des Todes dann schon getroffen hat.
Für dich ist dann dieses Blatt vielleicht die letzte Mahnung: „Bestelle dein Haus, denn du
wirst sterben." Diese Zeilen ivollcn dich mahnen, deine Sache mit Gott in Ordnung zu bringen, wie es der Hauptmann von St. Privat bei siinen Soldaten tat.
Bist bn bereit? Darf Gott dich heute rufen? Du bist ivahrhaftig nur dann bereit, wenn du deine Sache mit Gott in Ordnung hast, lind die hast bn nur in Ordnung, wenn du Jesus als deinen Herrn und Heiland angenommen hast.
töliiiMd), mil id) nirifi.
tlClür einiger Zeit hörte ich von einem alten Manne, der schon seit langer Zeit in ärmlichen Verhältnissen leben und zudem an einer äußerst schmerzhaften Krankheit darniedcr- licgcn sollte. Da mir zugleich gesagt wurde, daß er wohl nicht mehr lange zu leben habe, beschloß ich, ihn zu besuchen. Ich erivartetc natürlich unter solchen Umständen einen betrübten Blick und eine niedergeschlagene Gemütsstimmung zu finden; aber ivie erstaunt war ich, als ich in das glückstrahlende Auge des Greises sah, und seine freundlichen Gesichtszüge erblickte! Nachdem ich ihn begrüßt hatte, drückte ich ihm mein Befremden darüber aus und fragte ihn, ivoher es denn konnne, daß er so glücklich sei; ob der Arzt ihm Hoffnung auf Genesung gemacht, oder ob er vielleicht unerwartet eine frohe Nachricht erhalten habe. „O nein, mein Herr, keines von beiden," ivar seine Antwort; „eine ganz andere Sache erfüllt mein Herz mit so großer Freude, trotz meiner Armut und Krankheit. Ich bin glücklich, weil ich weiß, daß das Blut Christi alle meine Sünden abgcwaschen hat."
Das also war die Quelle seines Glückes inmitten von Umständen, die geiviß geeignet waren,
den Geist niederzudrücken lind Unzufriedenheit hervorzurufen. Dieser arme, kranke Mann wußte, daß alle seine Sünden abgewaschen waren. Jene Sünden, die ihn für ewig von der Gcgenivart Gottes ausgeschlossen und den, schrecklichen Verderben überliefert haben würden, ivaren alle durch das Opfer Jesu hinweggetan, lind zwar ohne eine Mitwirkung von seiner Seite. Er konnte jetzt mit glücklichem Herzen und gutem Gewissen vor das heilige, alles durchdringende Auge Gottes hintreten. Wenn er nur gehofft hätte, daß Christus alles für ihn gut gemacht habe, so würde seine Freude gewiß nur schwach und sein Glück umwölkt gewesen sein; iveil er dies aber wußte, so konnte er ohne Furcht und Zweifel in die Zukunft blicken.
Lieber Leser, weißt auch du, daß alle deine Sünden abgcwaschen sind? Ich frage nicht, ob du hoffst, einmal in den Himmel zu kommen, oder ob bit um Vergebung deiner Sünden bittest. Das alles kann dich nicht retten. Wenn nicht alle deine Sünden wirklich hinweggetan sind, so kannst du unmöglich in die Gegenwart eines vollkommen heiligen und gerechten Gottes treten, der auch nicht den geringsten Flecken von Sünde in Seiner Nähe dulden kann. Vielleicht sagst du: „Ich
glaube an den HErrn Jesum; aber ich bin nicht gewiß, ob auch alle meineSünden abgewaschen sind."
Und warum bist bn darüber in Ungewißheit? Hälft du es vielleicht, wie es leider so viele tun, für Anmaßung, über deine völlige Errettung gewiß ju sein? In diesem Falle möchte ich dich fragen: Was ist größere Anmaßung, einfach zu glauben, was Gott gesagt hat, oder über sein Wort zu klügeln und sich eigene Gedanken zu bilden? Wir lesen ausdrücklich: „Wer an den
Sohn glaubt, hat eiviges Leben," und ferner: „Das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, reinigt tms von aller Sünde." Als der HErr an dem Kreuze ausrief: „Es ist vollbracht!" da war
alles völlig getan, was geschehen mußte, um einen gottlosen und verdammungswürdigen Sünder zu befähigen, in der Gegenwart Gottes zu erscheinen. Der Vorhang, der das Allerheiligste, die Wohnung Gottes, vor den Blicken der Israeliten verbarg, zerriß in zwei Stücke von oben bis unten, so daß der Zutritt jetzt jedem sreisteht, der in Wahrheit an Jesum glaubt uitd allein auf Sein vollbrachtes Werk sich stützt.
O, möchte doch Gott in Seiner unendlichen Gnade deine Augen öffnen, um diese vollkommene Erlösung zu erkennen, die uns in dem Blute Christi geschenkt ist! Möchte Er dich befähigen, wie jener alte Mann angesichts des Todes aus- rufen zu können: „Ich bin glücklich, iveil ich
weiß, daß das Blut Christi alle meine Sünden abgewaschcn hat!"


