Ausgabe 
15.11.1914
 
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Berufe nicht mehr viel zu haben. Überall hörte mau Klagen über Theologeumaugel. Die Diako- uisseuhäuser hatten Mühe, genügend Schivestern zu bekommen. Auch bei den Missions- und Evangelistenschulen, bei den Anstalten der inneren Mission gingen die Meldungen bedenklich zurück. Werden wir auch in diesem Stück eine Mobil­machung erleben? Wie viel geeignete Kräfte liegen noch brach! Wie viel Lücken wird es durch den Krieg geben! Während die Ar­beitsgelegenheiten sich wahrscheinlich vermehren werden.The Qermans to the front! hat bei den Chinawirren einmal ein englischer General gerufen.Die Deutschen an die Front!" rufen wir im Namen unseres Königs. Er braucht Arbeiter in der letzten Zeit zum Bau seines Rei­ches. Auch die Reserve muß hinter der aktiven Mannschaft stehen.

Ein Staatsmann sagte einmal: Zum Krieg- führen braucht man erstens: Geld, zweitens: Geld, drittens: Geld. Auch die Ausbreitung des Reiches Gottes kann ohne Geld nicht ausgeführt werden. Möchten wir auch in diesem Stück für die große Sache unseres Heilandes allezeit unser Bestes tun.

Auf zu dem Werk in dem Dienste des Herrn. Laßt uns gehn seinen Weg, jeder folge ihm gern!

W. Hagmann.

AWtd.

f a, jetzt gilt es allenthalbenAbschied zu nehmen". Nicht, wie jener Reisende aus dem Schiss, der noch ein fröhlichesLebe­wohl" winkt, wenn er freudigen Herzens die laug geplante Seereise antritt. Nein, jetzt gilt es über- ' all Abschied zu nehmen, um ins Feld zu ziehen, um dem Feind gegenüber Blut und Leben einzu­setzen in mutigem Kampf. Jetzt gilt es, Abschied zu nehmen von Weib und Kind, von Eltern und Geschwistern, um hinauszuziehenmit Gott für König und Vaterland", um sein Leben einzusetzen zum Schutz für das von allen Seiten ernst be­drohte Heimatland. Mutig und voller Begeiste­rung ziehen sie hinaus, unsere^braven Jungen und die tapferen Alten. Ja.^wer nichtmit konnte", dem brennt der Boden"unter den Füßen, und jeder versucht sich nützlich? zu machen, wo und wie nur irgend möglich, und eine Gebetsmacht geleitet unsere Lieben und wird ihnen Schutz und Kraft. O^möchte diese tiefernste Zeit jedem von uns einen Segen bringen, der nicht verloren geht, wenn der Druck aufhört, sondern der Frucht bringt für Zeit und Ewigkeit. Möchte die dunkle Wolke der Gleichgültigkeit, der Unklarheit und des Wi­derstandes Gott gegenüber, die in so erschreckender Weise über uns lagerte, jetzt vom Sturm der

Zeit aufgehoben und fortgenommen werden! Möchte jeder von uns die ernste Sprache Gottes verstehen und sie gründlich auf sich wirken lassen, zur Einkehr und Umkehr.

Ja, solchAbschiednehmen" während des Krieges, das ist etwas ganz Besonderes! Das ist eine heilige, erhebende Sache! Da zieht ein Landwehrmann fort, er läßt Frau und Kinder zurück.Gott geht mit uns, Sein Schutz ist über euch und uns unb trifft mich eine Kugel, so geht's in die ewige Heimat." Da zieht ein junger Bursche hinaus, begeistert und voll Freude: Unser Gott ist überall unser Schutz; Er gibt Kraft und Mut, und Sein Wort nehme ich mit mir die kleine Bibel!" Der Sohn einer Witwe ineldet sich als Freiwilliger, fast noch ein Knabe; begeistert tritt er unter die Reihen der Kämpfer. Der Abschied von der Mutter war nicht leicht, schreibt er aber Gott hält Seine segnende Hand über uns." Ja, Gott sei es gedankt, daß viele solch einen Abschied feiern können, weil sie sich, als bewußtes, teuer erkauftes Eigentum Jesu, versöhnt wissen mit dem Vater, weil sie zu Gott in Wahrheit sagen können:Meine Zuversicht

und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe." (Ps. 91, 1).

Kannst auch du das in Wahrheit sagen, wenn die Abschiedsstunde schlägt?

I. v. Hindenburg.

M firnurlottf.

in Teilnehmer an der furchtbaren Schlacht von Gravelotte erzählt, daß sein Regiinent längere Zeit in Deckung in Reserve stand, und zwar so, daß die Soldaten mit Entsetzen sehen konnten, welch furchtbare Verheerungen das französische Feuer unter den gegen St. Privat anstürmenden Gardetruppen anrichtete. Da kam auf schaumbedecktem Pferde ein Adjutant ange­hetzt und brachte den Befehl zum Vorgehen gegen den Tod und Verderben speienden Ort. Dieser Befehl bedeutete für viele der jungen Männer, daß nun ihr letztes Stündlein geschlagen hatte.

Da trat unser Hauptmann", so erzählt der alte Krieger,vor die Front seiner Kompagnie, sah uns ernst an und sprach:Wer noch etwas

mit seinem Gott ins Reine zu bringen hat, der tue es jetzt; in den nächsten fünf Minuten kann es zu spät sein. Helm ab zum Gebet!"

Die Worte unseres Hauptmanns gingen uns allen durch Mark und Bein. Es ist wohl nie von Soldaten aufrichtiger und brünstiger gebetet worden, wie in diesen wenigen Augenblicken. Ich aber bin meinem Hauptmann immer dankbar für seine Worte und die wenigen Allgenblicke gewesen, die er uns vor dem furchtbaren Sturmangriff gab."