gern tun." Tief ergriffen erwiderte der Alte: „Wenn Sie tun werden, was ich Ihnen sage, so gehen sie nach Deutschland jnrücf; denn es ist Einer hier gewesen, der das ganze Werk schon an ihrer Statt getan hat, lange, ehe Sie herkamen, und Er hat es vollbracht. Er hat an Ihrer Statt gelitten, so daß nichts für Sie zu tun übrig geblieben ist, es ist alles geschehen!" Der junge Deutsche wußte nicht, was er aus diesem wun- derbaren Worte machen sollte. „Wer^ hat das getan ? Wer war hier?" „Haben Sie nie von unferm HErrn Jesus Christus gehört?" fragte der Alte. „Er kam vom Himmel herab, um das Werk ju tun, das Sie selbst noch tun wollen; Er kam, um das Gericht für Ihre Sünden zu tragen. Er ist jetzt im Himmel, nachdem er durch Sein Qpfer die Sünden allen Glaubenden hinweggetan. Wissen Sie nicht, daß er auf dem Kreuze ausge- rufeu hat: Es ist vollbracht!? Was war voll
bracht ? Das Werk, das Sie noch tun wollen!"
„Und nun," so schloß der edle Greis, wenn Sie Ihrem sündhaften Leben die Krone aufsetzen wollen, so verachten Sie das gesegnete, vollkommene Werk des Sohnes Gottes und unterwinden sieh, das zu tun, was er'allein tun konnte, was Er aber auch getan und vollendet hat. Ihre Anstrengungen würden ^bedeuten, daß Christus nicht genug getan, und daß Sie selbst das Werk vollenden müßten, von dem Er.unwahr gesagt hätte: Es ist vollbracht! Ich bitte Sie. sofort zu Ihren Freunden zurüekzukehren lind ihnen zu sage», was der HErr für Sie getan hat. Sie können jedoch drei Tage hier bleiben, wenn Sie wollen, und ich will Ihnen in dieser Zeit, soviel ich kann, von dem vollbrachten Heil erzählen, aber dann müssen Sie gehen."
Der begnadigte Sünder, der dies erlebt und erzählt hat, beschloß seinen Bericht: „So blieb Ach drei Tage da, und der ehrwürdige Alte erzählte mir noch vieles von dem Werk des HErrn Jesu; nicht nur, was Sein Tod für mich ist, sondern and), wie Er auferstanden ist, und wie Er mir einen Platz im Himmel erworben hat, einen Platz im Vaterhause und am Vaterherzen Gottes. Ties alles brachte mein geängstigtes Gewissen zur Reihe und mein zerschlagenes Herz zum Frieden. Gott anlietend, kehrte ich zurück nach Deutschland. Seit jenem Tage habe ich nicht aufgehört, allen denen, die es hören wollen, zu verkündigen was das kostbare Werk des HErrn Jesi^ist und ivas Gott an mir getan hat. Ich hatte den ewigen Tod lind die Verdammnis verdient, und Gott gab mir, als ich iiiich vor ihm beugte, durch Jesum Chri- stuiii das ewige Leben.
Möchten die kostbaren Worte dieses edlen Möiiches vielen zum einigen Segen dienen, die int Bewußtsein ihrer Sündenschuld mit Bangen der Ewigkeit entgegensehen, die lischt wagen, auf-
zublicken zur Gnade Gottes! O gebeiigtes Herz, o verzagter Sünder, Jeslis ist für dich auf das Kreuz gegangen; Sein Werk ist vollbracht, schaue in Jesii Wunden, glaube lind lebe!
Generaltcutuant von Viebahn.
Oa§ Kreuz.
Wenn du noch vor der Last des heiligen Kreuzes bebst,
So fehlt's, daß du noch nicht ganz in der Liebe lebst.
Liebe Seele, nmrum ist denn ein Schleier auf deinem Angesicht? Schämst du dich denn, das Tienstkleid deines Königs zil tragen? Kennst du nicht den unschätzbaren Preis, die entzückende Schön-
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mals Seiner Macht lind Liebe? Sein erstes und ernstes Begegnen erschreckt dich freilich, und Sein Anblick stößt dich zurück. Aber in Ihm sind alle Schätze der Gottheit enthalten. Unter des Kreuzes stach- licher Rinde sind die seltensten Süßigkeiten uni) die mannigfaltigsten Salbungen der Liebe verborgen. Es ist nur hart und drückend für feige, glaubeiislose Seelen, die sich nicht getrauen, seine scheinbare Härte zu ertragen lind mit Mut es auf sich zu nehmen. Wirst du es mit Willigkeit und ohne Wankelmut auf dich nehmen, dann ivirst dii gleichsaiii von ihni selbst getragen, wirst weder seine Schwere noch seine Bitterkeit fühlen, uni) gar bald wirst du in demselben eine unversiegbare Quelle von Freude, Segnungen und Tröstungen finden. Deine Last wird dir zur Lust.
Beuge dich unter Jesu Kreuz und sprich zn deinem Heiland: Lange bin ich vor deinem Kreuze geflohen und habe gezittert vor demselben. Komm aber nun wieder zu mir, mein Herr, mit Deinem lieben Kreuz und bezeichne mich mit dem Siegel der Kinder Gottes. Laß mich das Gepräge und das Zeichen der Kindschaft Gottes an meiner Stirne tragen zu Deines Namens Ruhm und Ehre! Sei für und für mein Ruhm, mein Trost und meine Hoffnung.


