Ausgabe 
18.10.1914
 
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bette bie§ liiemanb, sich ber Erholung unb bem Wohlleben hmzugebeu. Die^,Oss>ziere bet Com­pagnie saßen unter einem großen Feigenbaum und verzehrten einen schönen Hammelbraten mit den so tauge entbehrten Kartoffeln, Richt weit davon saß eine Gruppe Soldaten, von denen einige schon etwas 311 viel getrunken halten.

Gott segiic den Alkalden (Bürgermeister)," rief enter voit ihnen,der mich zum Soldaten auSgehobeti. Der hat geiviß nt feinem Leben weder Schokolade itoch Wein gekostet er lebe!" In demselben Augenblicke, als er den Becher er­hob, um auf die Gesundheit des Alkalden zu lriitkeit, sauste eine Kugel von der Zitadelle her durch die Luft und nahm dem Fröhlichen den Kopf derart iveg, daß der Schädel, als wäre er künstlich voit Haar uitd Hirn befreit, eine Strecke wett sorlgeschteudert ivard.Schabe," sagte eiiter der neben ihm Sitzenden,er ivar ein guter Sol­dat iiiid eui braver Kamerad! und ein arger Säufer!" fügte der Führer der Korporalschast hinzu - und mail trug den Toten beiseite.

Welch em Bild aus dem Soldatenleben! Da sind Männer ant Vormittage, ivie schon oft, tm blutigen Kampfe von Gottes Gnade behütet, am Abend lustig bei Essen und Trinken, übermütig im Angesicht des Todes. Plötzlich greist der Tod den, der mit Scherz und Witz Gottes Rainen zum Eitlen anruft alle sollten erinnert tverden an den Ernst der Eivlgkeit. Vergebens! Einige oberflächliche Worte der Anerkennung: er ivar ein guter Kamerad, ein braver Soldat, ein trauriges Zeugnis der Wahrheit: er ivar ein arger Säufer, das ist alles. Der Leichnam ivtrd beiseite getragen, es ivtrd weiter gegessen und ge­trunken. So ist der Mensch. Wie oft Gott mahnt und ivarnl, ime vst der Tod hier und da blühende Menschen sorlretßl aus der Mitte ihrer Kameraden und Familien, es ist vergebens. Wie viele deiner Angehörigen und Altersgenossen sind schon plötzlich fortgenommen worden nach kurzer Krankheit oder durch Unglücksfälle! Hast du in ihrem Sterben verstanden, ivas Gott dir sagen ivollteV

Viele Menschen meinen, ivenn sie eine lau­nige oder interessante Tischrede hielten, lveiche von allen Seileit mit Beisall ausgenommen wird, dann hätten sie elivas geleistet. Bei all den Fest­reden und dem Gläserklingen fragt fast niemand, ivas Gott dazu sagt. Aber Gott ist gegenivärtig. Er vermag Sein Urteil über den Redner und über die Rede, ivie dort vor Tortosa, mit gött­lichem Ernst vor das Auge der Menschen hmzu- schreiben.

Belsazar, der König von Babylon, hielt mit seinen tausend Geivaltigen, mit seinen Weibern und Kebsweibern ein gottloses Gelage. Um Je­

hova zu höhnen, ließ er die goldenen Gesäße her- beibringen, die einst aus dem Tempel zu^Jeru­salem geraubt ivaren. Daraus tranken sie und rühmten die Götzen Babylons, aus Gold, Silber, Erz und Stein gemacht.

Da plötzlich schrieb eine geheimnisvolle Hand auf die Wand des Festsaales fremde Worte, der König erschrak und erbleichte. Er fühlte, daß es bei dieser Schrift um Thron und Leben ging. Angstvoll schrie er, daß man die Beschwörer und Wahrsager herbeiführe. Purpur, goldene Kette, und den dritten Platz im Königreiche bot Belsazar dem, der diese Schrift deuten könnte, Niemand konnte sie deuten, bis man Daniel, den Knecht Gottes rief. Er verschmähte alle Ehren und Ge­schenke und erinnerte den König an alles, ivas er aus den Zeugnissen seines Großvaters Rebukad- nezar von der Macht und Gnade des ewigen Gottes ivußte.Und du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obivohl du solches alles iveißt, sondern hast dich ivider den HErrn des Himmels erhoben ! . . . Ten Gott, Der Deinen Odem und alle deine Wege in Seiner Hand hat, hast du nicht geehrt." .... Dann deutete er die Schrift:Mene, das ist, Gott hat dein Königreich gezählet und vollendet. Testet. das ist, man hat dich in einer Wage gewogen und zu leicht gefunden.

das ist, dem Königreich ist zerteilt und den Riedern und Persern gegeben." (Daniel Kap. 5 .) Gott hatte geredet, Gottes Worte sind Taten. In derselben Nacht ivard König Belsazar getötet

es ivar zu Ende mit Gottes Gnade und Geduld.

Gewogen und zu leicht gefunden!" Dies ernste Urteil Gottes steht auch über dem Leben und Treiben dieser gottvergessenden Welt. Sie rühmen ihre Götzen von Gold und Silber, ihre Besitztümer, ihre Ehren und ihre Weisheit, aber sie ehren Gott nicht, Der ihren Odem und alle ihre Wege m Seiner Hand hat.

Die Menschen wiegen alles auf ihrer Wage

abre dir ist falsch. Sie iviegen Gottes Wort und sinden, daß ihre Weisheit schwerer iviegt. Sie wiegen die ewige Hoffnung und finden, daß die vergängliche Luft schwerer iviegt. Sie iviegen die Taten der Menschen und finden, daß Zie rühmenswerter seien als Gottes Taten. Sie iviegen die Sünde und finden, daß sie so leicht sei, daß man sich damit abfinden könne.

Vielleicht hast du dich bisher nur auf der falschen Wage deiner eigenen Gedanken und des Urteils deiner Freunde gewogen. Auf deiner Wage iviegt ein hartes Wort, ivelches deinen Stolz kränkte, so schwer, daß du es nie vergessen kannst, aber deine eigenen bitteren, zornigen und verleumderischen Worte so leicht, daß du sie schnell vergessen hast. Deine Wage ist falsch! Bei dir wiegt das Geld, welches du verdienst oder aus-