Ausgabe 
11.10.1914
 
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Sein Wort:9lbir mit dir will ich cS nicht ein

Ende machen; züchtigen aber ivitt ich dich mit Maßen, daß du dich nicht unschuldig haltest."

Noch halten viele sich für unschuldig. 'Noch suchen viele die Schuld an diesem Kriege in Ruß­land oder in Frankreich oder in London. Nein, wir haben diesen Krieg verschuldet, wir mit unserer Sünde!

O wenn ivir das erkennen und uns in De­mut beugen vor dem lebendigen Gott, dem Vater unseres HErrn Jesu Christi, dann werden wir es auch erfahren, wie es Ninive einst erfuhr: 'Nicht Untergang, sondern Eriveckung!

Laßt uns nicht müde werden Gott anzuflehen, daß Er den Geist der Buße durch unser Volk hindurchwehen lassen möchte, daß unser Volk sich nicht mehr für unschuldig halte, sondern erkenne, daß dieser Krieg eine Züchtigung ist, eine wohl­verdiente Züchtigung, aber eine Züchtigung zu unserm Heile, nicht zum tlntcrgang lind zur Vernichtung, sondern zur Erweckung und zum neuen Leben!

Bad Blankenburg. Pastvr Ernst Modersohn.

iinfdjciiiliar, aber tödlich.

« s war Frühstückspause. Mehrere Arbeiter saßeu aus der Straße und aßen ihr Butter­brot.Na uu," ries einer von ihnen plötz­lich,was ist denn da passiert?Sie richteten sich alle in die Höhe; sie sahen alle auf den tod­blassen und blutüberströmten jungen Mann, den man langsam auf einer Bahre vorübertrug.Er ist vom Gerüst gefallen," sagte einer der Träger im Vorübergehen imb zuckle vielsagend mit den Schultern.Wir tragen ihn ins Krankenhaus; aber ob ivir ihn lebend hiubriugeu?" Der traurige Zug ivar verschwunden und die Arbeiter gingen wieder in beu Neubau zurück. Nur einer blieb noch stehen und wickelte sich ein rotes Taschen­tuch um die Hand, denn er hatte sich eben beim Essen geschnitten. Er blickte nach der Ecke, wo das Krankenhalls lag.Ter arme Kerl, dem läutet auch bald das Totenglöcklein," sagte er und ging danil den Kameraden nach an die Arbeit.

Der schwerverletzte junge Mann genas. Tie Arzte und Pflegerinnen hatten ihr Bestes getan, und Gott hatte es ihnen gelingen lassen. Tage­lang hatte er ohne Besinnung gelegen, lind als ihm die Besinnnng iviederkam, da läutete gerade das Glöcklein der nahen Kapelle.Jst's Sonntag heut?" fragte der Kranke verwirrt, Nein, das Tötenglöcklein war es, und es läutete eben für jenen Arbeiter, der dem Schwerverwundeten so mitleidig nackigeblickt halle. Er war gestorben an

jener kleinen Schnittwunde, lknbegrcislich. Es war ja eigentlich nichts! So ein kleiner Schnitt! Wie leichl passiert das, ivie oft schneidet sich unser­eins! Jawohl! Es ivar auch nichts weiter, als daß Gift in die kleine Wunde kam, und das Gift drang in das Blut und vergiftetes Blut bringt den Tod.

Jede Sünde ist ein Gift und wirkt tödlich, wenn nicht Jesus unser Arzt wird. Deswegen ist dem Feind unserer Seele an nichts mehr gelegen, als uns von Jesus und von einer ernstlichen Hingabe in Seine Kur ferne zu halten. Die Sache sei durchaus unbedeutend, redet er uns vor. Da gebe es ganz andere Sünden und ganz andere Sünder. Mag sein. Aber an der kleinen Wunde wirst du ohne Jesum sterben.

leb bin der Mg und die Mbrbeit und das Leben.

Joh. 14, 6.

b'^SLälott hat in Seiner <Änade und Liebe einen herrlichen Weg zur Rettung des Sünders gefunden. Die Schrift sagt uns: Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen einge­borenen Sohn gab, ans daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Und Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, 1. Tim. 2, 4. Schon durch Hesekiel ließ Er bezeugen: So ivahr Ich lebe, spricht der HErr, Ich habe fein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß der Gottlose von seinem Wege um­kehre und lebe.

Gott ruft und lockt auch heute noch alle Menschen und möchte sie zu seinem Sohne ziehen, in welchem allein Heil und eiviges Leben zn finden ist. Wenn die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören, so werden sie leben.

Jesus ist der Weg zu Gott.

Seit Adams Fall ist das Dichten und Trach­ten des menschlichen Herzens böse von Jugend auf. Alle sind abgewichen und untüchtig gewor­den, da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer. Die Sünden scheiden und trennen den Menschen von Gott; denn Gott ist heilig und kann mit dem Bösen keine Gemeinschaft machen.

Nun aber ist Christus gekommen, Gottes vielgeliebter Sohn, und hat am Kreuze die Frage der Sünde in ihrem ganzen Umfange ans Sich genommen, um sie zil ordnen. Er hat dort den gerechten Ansprüchen des heiligen Gottes völlig entsprochen.Christus hat einmal für unsere Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten,