Erscheint wöchentlich einmal.
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Redakteur: Stadtmissionar Heermann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber - Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig und die Prediger der Pilgermission. Druck von Otto Meyer, Gießen.
Nr. 40. Sonntag, de» 4. Oktober 1914. 7. Jahrg.
Friede oder Krieg.
Elm Haag ist am 27. und 28. August v. I. unter großen Feierlichkeiten der Friedenspalast eingeweiht worden. Der bekannte Amerikaner Carnegie hat ungeheure Schenkungen gemacht, '.'.m diesen herrlichen Ban zn errichten. Er sollte ein Beratungshaus sein, in welchem die Abgesandten und Vertreter der einzelnen Völker und Länder ihre Händel und Schwierigkeiten besprechen sollten, damit diese friedlich geschlichtet würden, ohne Schwert und ohne Kanone. So sollte dem Blutvergießen, dem Unheil und den Greueln des Krieges gewehrt werden und der ersehnte Weltfrieden kommen. Königin Wilhelmine von Holland wohnte dem Festakte bei, bei welchem Carnegie und andere Männer ihre Reden hielten; und nicht weniger als 42 Staaten hatten ihre offiziellen Vertreter gesandt, wie auch die einzelnen Länder schon vorher zum Ausbau und zu der Verschönerungen des Palastes durch Schenkungen beigetragen hatten.
Ties alles ist dem Leser vielleicht schon bekannt, wie auch dies, daß namhafte Schriftsteller und Schriftstellerinnen, wie der bekannte W. Th. Stead, der mit der „Titanic" unterging, und die Baronin Bertha v. Suttner in Wien, seit lange siir die Weltfriedensbewegung eingetreten sind. Frau von Suttner hat durch ihre Schriften, unter denen das Werk: „Die Waffen nieder!" beson
ders bekannt geworden, und durch ihre Beteiligung an allen Bestrebungen der Friedensbewegung und an den einzelnen Friedenskongressen eine gewisse Führerschaft im Kampfe für den Weltfrieden erlangt. Als sie am st. Juni v. I ihren 70. Geburtstag feierte, wurden ihr deshalb von »ah »nd fern Huldigungen gebracht.
Scheinbar standen viele Fürsten und Staatsmänner Europas und Amerikas der Friedensbewegung freundlich gegenüber. Doch während diesen Verhandlungen rüsteten die Fürsten und Völker, auch wenn manche der Monarchen Frie- denslaiser und -könige genannt wurden, zum furchtbaren, ernsten Waffengang und bestätigten so die Prophezeiungen der Heiligen Schrift von kommenden Kriegen.
Ursache der Kriege.
Die Heilige Schrift sagt uns, woher die Kämpfe und Kriege kommen: aus der Sünde, die in unseren Herzen wohnt und „in unseren Gliedern streitet" (Jak. 4, 1.) Seitdem die Sünde in der Welt ist und mit ihr die Feindschaft wider Gott, seitdem ist auch Krieg und Kriegsgeschrei ans Erden. Vom ersten Bruderzwist und blutigen Kampf auf Erden schon wissen wir, daß Streit und Krieg aus Neid und Feindschaft kommen. So ist die ganze Welt, weil sie eine von Gott abgefallene. sündige Welt geworden, ein großer Kampfplatz, eine allgemeine Wahlstatt geworden, wo Krieg und Kriegsgeschrei nicht zur Ruhe kommen. Schon aus Israels frühesten Tagen lesen wir: „In
jenen Zeiten war kein Friede für den Ausgehenden und für den Eingehenden, sondern viele Unruhen kamen über alle Bewohner der Länder. Und es stieß sich Nation an Nation und Stadt an Stadt." (2. Chrom 15, 5 — 6.) — Und gerade für die Endzeit der Weltgeschichte, vor der wir stehen, sind ernste Kriege vorausgesagt, größer und schwerer, als sie je auf Erden gewesen sind. Jesus Christus sagt uns von den Tagen vor Seiner Wiederkunft zum Weltgericht und zu Seinem Reiche: „Ihr werdet aber von Kriegen
und Kriegsgerüchten hören. Sehet zu, erschrecket nicht; denn dies alles muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich Nation


