löffeln in jener Nacht vor die Türe gestellt hätte, damit sie sich auch bedanken könnte.
Das Dienstmädchen lachte und sagte: „Liebe Frau, ich will Ihnen das Rätsel lösen. Meine Frau weckte mich in jener Nacht und sagte, sic könne nicht ruhen wegen ihrer Famile, cs sei ihr, als müßtet ihr sehr in Not sein, imb bat mich, vor Tagesanbruch einen Korb mit Kartoffeln, Butler und Mehl Ihnen zu bringen."
„Das hat der HErr getan lind beweist damit, wie er das Schreien der Seinen hört und ihnen
fierz lass das Sorgen sein.
Wie das Leben aller Gotteskinder, so ist auch das des bekannten I n n g - S t i l l i n g ausgezeichnet durch besondere Erweisungen der Freundlichkeit und Barmherzigkeit Gottes. - Als Jung- Stilling bereits Arzt in Elberfeld war und die schwersten Nöte und Entbehrungen hinter ihm lagen, kam cs zuweilen vor, das; cs in seinem Hailshalt am Nötigsten fehlte. Eines Tages hatte er Brennholz bestellen müssen. Der Fuhrmann kommt, ladet das Bestellte ab und tritt in die Stllbe, sich sciil Geld zll erbitten. Aber Stilling bat keinen Pfennig. Ta seufzt er in der Stille zum Herrn, und siche in diesem Augenblick kommt ein Mann, ihm seine Rechnung zu bezahlen, die auf 10 Taler lankele. Im Jahre 1776 fehlt ih,il das Geld, die Hausmiete zu bezahlen, 70 Taler. Da kommt der Briefträger llild bringt ihm 115 Taler, die ihm Goethe als Honorar für sein Blich „Illng Stillings Jugend" schickte. Bete und arbeite in aller Stille und Treue, nnb Gott wird für das aildere sorgcil. Er verlässt die Seineil nie, sondern führt alles ivnndcrbar hinaus.
Georg Müllers Mai len hä« Irr
steheil noch immer da als ein Denkmal des Glan- bens. Ter veröffentlichte 74. Jahresbericht ist wiederum ein Beweis dafür, daß keiner zuschanden wird, der des HErrn harret. Zn Beginn des ! Nechnungsjahres halte mail ein Defizit von reichlich 32 000 Mark. Die Einilahiiien lieliefen sich ans ca. 770000 Mark, und der Kassenbestand am Ende des Jahres betrug iiiehr als 92 000 Mark. Scitdciil Georg Müller am 10. März 1898 heimgegangen ist, hat der HErr lediglich ans die Gebete Seiner Knechte hin diesem Werke im gaiizeil schoil ivcit über 93 Millionen Mark dargereicht, und seit Beginn des Werkes die Riesensummc von 384626 700 Mark. Wahrlich, wir haben einen Gott, der da hilft!
gross sind die Ulerke des fi€rrn ; wer ihm achtet, der hat eitel tust daran.
Deutschland und Aincrika hat kürz- lief) der erste drahtlose Dcpcschcnverkchr stattgcfundcn. Um Zeuge dieses für den Weltverkehr so bebentfamen Vorganges zu fein, hatten sich auf unserer Telefilnkenstation in Nauen und drüben in der amerikanischen Station Say- ville bei Ncuyork eine Anzahl Vertreter der größten Zeitungen eingefundeil, die sich gegenseitig Bc- grüßnngstelegramme saildten. Einer der Teilnehmer schreibt über die Eindrücke dieser nächtlichen Stunden, die sie unter dem himmelragenden Turm verlebten, von dem aus die elektrischcir Wellen nach allen Richtungen in unfaßbarer Geschwindigkeit enteilen: „Mit einer gewissen Ehr-
snrcht sahen wir anf den Gebe- und Empfangs- raum. Einer nach dem andern nahiil das Mi- krophon all das Ohr, um sich pcrsöitlich voll ben ans unendlicher Ferne über die Wasserwüste des Ozeans kommenden leiseil Signalen des Morse- Alphabcts zll überzeugen . . . Wieder pochte über uns scharf nnb rhythmisch der Nanener Hammer, der Gebeapparat, und der Gedailkc, daß diese harten, dröhnenden Stöße in 6400 Kilometer Entferilllilg in Sayvillc in der gleichen Sekunde sich im Mikrophon des Hörers in Form eben noch vernehmbarer, höchstschwingcndcr Lallte ividerspicgclten, sich zu verständlichen Worten nnd Sätzen reihteil, hatte für llils alle ctivas geradezu Ergreifendes."
Ja, etwas ivnndcrbar Ergreifendes ist das Nachsiniien über diese geheimnisvollen Kräfte der Natur, die vom Menschengeist erforscht ulid voil Menschenhand sich bienftbar gemacht wurden. Läuft doch die Botschaft, die in solcher Weise von der schwachen menschlichen Hand am Taster hervor- gerufen ivird, nicht nur mit Blitzesschnelle hin nach der cnncrikamischen Empfangsstation, sondern nach alleil Himmelsrichtungen, ivie die Welleilkrcise des Wassers, in das man einen Stein hineinwarf. Wären also im Umkreise von über 6000 Kilometer tausend und mehr Stationeil zu Wasser und zu Lande mit den dazu gehörigeil Empfangsappara- ten allsgerüstet, stünden am Nordpol oder in der Mongolei oder in Indien oder in Deutschostafrika schon solche Empsailgstürme, sic würden alle im selben Augenblick dieselbe Kunde erhalten, die ein einziger schwacher Mensch, der doch nur ein Stäub- Icin im Weltenranme ist, in die Ferne sendet. —
Und wenn schon ein an Raum nnd Zeit gebundenes Menschenkind unter Bezähmung und Beiilltzlulg dieser geheimnisvollen Wundcrkräfte seine Worte lind seinen Willen in einem Augenblick über die halbe Erde kundtun kanil — sollte unser großer und herrlicher Gott, der dicse Kräfte


