wie Schnee sollen sie werden!'' — C 1 , doch zuin Henker mit diesen Worten! Ich wünschte, ich könnte sic ans meinem Kopfe verbannen. . .
„Wenn pure Sünden blutrot sind, weiß wie Schnee sollen sic werden." Wie kräftig ist dieser Vers; ganz dichterisch! In der Tat, die Bibel iit doch ein wundervolles Buch! Vorausgesetzt, sie sei Wahrheit, Lind daß ein Gott existierte, dann wäre wohl zu begreifen, ivie religiöse Leute an solchen Aussprüchen mehr hängen als an Gilt und Blut. Ihre Treue iväre dann ihrem Glauben wohl angemessen. „Wenn eure SündeiL blutrot sind, weiß ivie Schnee sollen sie werden." — Allerdings merkwürdige Worte, eine zarte und doch so durchdringende Sprache. Wer mag wohl ihr Schreiber gewesen sein'? Angenommen, Gott; Gott'? — Warum, es gibt ja keinen Gott. Ich vergesse mich selbst. Könnte ich mich doch nur der Beweise des Unglaubens erinnern, dann hätte ich Ruhe. „Wenn auch eure Sünden blutrot sind, weiß wie Schnee sollen sie werden." O, wäre ich doch diese Gedanken los! Will nichts mich davon befreien'? Der vergnügte Abend ist für mich heute vorbei. Hier steht eine Kapelle oder Predigthalle. Meinetwegen! — Dahin gehe ich heute." —
So noch mit sich selber redend, trat er ein und ließ sich auf einem ihm angebotenen Stuhle nieder. Es herrschte feierlich ernste Stille. Soeben hatte der Prediger den Tert verlesen, schivieg einen Augenblick, bevor er ihn ivicderholte — dann erklärte er ruhig die Worte aus Iosaias l, 18: „Kommet denn, und laßt uns miteinander rechten, spricht der HErr! Wenn auch eure Sünden gleich blutrot sind, weiß ivie Schnee sollen sie werden; wenn sie rot sind wie Purpur, ivie Wolle sollen sie werden . . ."
Am Schlüsse pflegte der Prediger dort immer eine kurze Zeit mit denen zu reden, welche von Gottes Wort ergriffen und heilsbedürftig ivaren. An jenem Abend nun ivar unter den suchenden, heilsverlangenden Seelen auch unser Freund, welcher unter Tränen betete: „HErr Jesu, auch
meine Sünden sind rot ivie Blut; mache Du sie weißer als Schnee!" Und er fand Vergebung und Frieden; denn es ist Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut. und Gott erklärt in Seinem Wort, daß Er den rechtfertige, der heilsverlangend an Iesum, Seinen Sohn, glaubt. (Röm. 3. Ws. und weiter wissen wir: „Das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde."
Hast auch du, mein Leser, dich vor Gott erkannt und die Reinigung deiner Sünden in Jesu Blut gesucht und gesunden '?
Vielleicht bist du kein offenbarer Sünder, aber wisse: „Gott ist Licht" (1. Joh. 1, 5); und
Er führt auch die verborgenen Sünden ins Gericht.
So entfliehe dem gerechten Gericht Gottes; eile in Jesu offene Retterarme; da allein ist Gottes Heil, Frieden und eiviges Leben für dich zii finden.
twigkeit.
M^Äine Danie kam abends vom Theater heim und traf ihr Zimmermädchen beim Lesen der Bibel. „Ach, wie kann man nur so langweilige Sachen lesen!" sagte sie geringschätzig. „Das Wort Gottes ist mir nie langiveilig," erwiderte diese ruhig. Kurze Zeit daraiif hörte das Mädchen die Herrin seufzen. „Fehlt Ihnen etwas, gnädige Frau?" fragte sie. „Nein, aber ich habe im Vorbeigehen in deiner Bibel ein Wort gelesen, das mich beunruhigt: das Wort „Ewigkeit"." Von nun an wurde sie ernsteren Sinnes.
(fuiflnlj iniritj bas Ulorl.
i s ist merkwürdig, welchen Einfluß das
| Blich Gottes ans jeden ausübt, der sich damit abgibt. Es beiveist sich immer ivieder als eine Kraft Gottes, die auch harte ilnd feindselige Herzen überwindet nnd überwältigt.
In das Halls eines sozialdemokratischen Arbeiters kam ein Bibelbote und bot Bibeln an. Der Manu lehnte es barsch ab, ihm etwas abzukaufen, indem er Lästerlmgen über das Wort Gottes hin- zufügte. „Nun, ivenn ihr mir nichts abkausen wollt," sagte der Bibelbote, „dann werdet ihr mir's doch gewiß erlauben, der Frau ein Buch zu schenken." Damit reichte er ihr ein Neues Testament und ging.
Der wütende Mann aber nahm die Axt lind sagte: „Solange ivir verheiratet sind, haben wir
alles geteilt gehabt. Dies Buch muß auch geteilt iverden!" Damit hob er die Axt und hieb mit einemSchlage das aus geschlagene Buch mitten durch.
Dann nahm er seine Hälfte und ging damit fort. - Rach einiger Zeit sagte er zu seiner Frau: „Willst du mir mal deine Hälfte von der Bibel geben?" — „Was willst bit damit?" fragte sie. „Ich möchte gern hören, wie's lveiter geht," sagte er. „Meine Hälfte hört in einer Geschichte auf. Da sagte ein junger Mann: Ich will mich ansmachen und zu meinem Vater gehen und will zii ihm sagen ... Ta bricht's ab. Nun wollte ich gern wissen, was er dem Vater gesagt hat, und ivas der Vater zu ihm gesagt."
Da brachte die Frau ihre Hälfte herbei, und der Mann las die Geschichte vom verlornen Sohn zu Ende — und dabei wurde er von der Liebe Gottes überwunden. Er gab seinen Widerstand und seine Feindschaft auf. Auch dieser verlorene Sohn kam heim.


