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Gemeinschaftsblatt für Hessen
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Erscheint wöchentlich einmal.
Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Uerlaa der Huchhandiunq der Pllqerminion Mimen.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Psarrer Sperber - Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig und die Prediger der Pilgermission. Druck von Otto Meyer, Gießen.
Nr. 35.
Sonntag, den 30. August 1914.
7. Jahrg.
Unsere Siegesmacht.
von Direktor ?. Meyer,
Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse: wir aber denken an den Namen des Herrn, unsres Gottes. Psalm 20, 8.
i e heller, zuversichtlicher Siegesjubel kliugts hervor aus den Reihen der vordringenden Streiterscharen des Voltes Israel.
Tort drüben steht der Feind hinter sicherer Deckung und fester Verschanzung. Wagen und Rosse bilden feine starke Heeresmacht. Seine Rüstung ist die beste, seiner Ausbildung fehlt nichts. Mit stolzem Vertrauen blickt das Auge auf die streitbaren Massen, die sich dem Volke Israel eutgegenzu- iverfen bereit stehen und mit Todesverachtung in den Kampf stürzen werden. Wer vermag ihnen zu widerstehen? Hohn und Spott dem Volke Israel!
Aber dennoch fürchtet sich Israel nicht. Kühn und siegesgewiß rückt es heran und nimmt den Kampf ans der ganzeil Linie ans. Mit tapferem Mut greift es an, das Herz gewappnet und gestählt mit starkem, großem Gott vertrauen. Jene verlassen sich ans Wagen und Rosse, wir aber denken an den Namen des Herrn, unseres Gottes I
„Mit Gott im Bunde", das bedeutet alle- weqe Sieg! So haben unsere Väter gelitten und gestritten. „Mit Gott", das war ihre Losung! „Mit Gott", das wurde ihr Sieg! Wenn je Rosse und Wagen in ihrer ganzen furchtbaren Streitmacht zu Felde geführt wurden, dann sind's die Feinde deutscher Macht und Größe gewesen, die durch ihre llebermacht den Sieg über unser
Volk ertrotzen und den Vernichtungsschlaq führen wollten im trotzigen Vertrauen auf ihre Streitkraft. Aber der Ausgang endete ganz anders, als sie dachteil und rühmten. Mit Mann und Roß und Wagen hat sie der Herr geschlagen!
Wir aber denken an den Namen des Herrn unseres Gottes! O, daß doch in unserem Volk das Erinnern an Gottes gnadenreiche Hilfe nicht ersterben wollte, daß doch vielmehr wieder Gott unsere Zuflucht würde und unser Feldgeschrei lautete: Wir denken au deu Namen des Herrn, unseres Gottes! Wie wollen wir sonst siegen? Die Zeiten sind ernst. Die Not geht uns an die Seele. Wenn aber der Unglaube gewinnt, so haben wir verloren! Darum sorgt und betet dafür, daß ein gottesfürchtiges, gott- vertrauendes, gottgehorsames Geschlecht heranwachse, mit dem auch über die llebermacht eines inneren oder äußeren Feindes der Sieg gewonnen werden kann.
Hast du Siege über deine Feinde? Liegt die Siegesmacht auf deiner Seite? Woran liegt's, wenn du nicht siegen kannst? — Wer sich aus die Rosse und Wagen seiner persönlichen Streitmacht und Kraft verläßt, wird jämmerlich zuschanden. Die Kunst zu siegen liegt im Glauben und Gottvertrauen. In der Verbindung mit Gott habe ich die llebermacht. Der Herr ist meine Burg, mein Hort, meine Stärke, meine Macht und mein Heil.


