Ausgabe 
23.8.1914
 
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(fine Regel ohne Ausnahme.

Mlpf in bekanntes Sprichwort sagt:Keine

W» Regel ohne Ansnah me." Aber dcil- 3 ^ r °och gibt es Regeln, die ohne Ausnahme, und zwar ohne jegliche Ausnahme sind; denn sie finb von Gott.

So steht z. B. in Gottes Wort geschrieben: Wer Sünde tut, der ist der Sunde Knecht"; und:Ter Tod ist der Sunde Sold." Ferner:

Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen."

Siehe, das sind Aussprüche Gottes und scst- stehe.idc Regeln, die keine Ausnahme erleiden. So haben wir auch im 3. Kapitel des Römerbrieses in der Bibel eine göttliche Schilderung des Men­schen, die auf jeden Menschen ohne Ausnahme zu- trisft. Darin heißt cs unter anderem von den Menschen:Sie sind alle abgewichen; sie sind

allesamt untauglich geworden. Ta ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer."

Geliebter Leser, vielleicht scheinen dir diese Aussprüche übertrieben zu sein. Aber bedenke, es sind Aussprüche Gottes, der allwissend, gerecht und vollkommen heilig ist.Gott ist Licht, und es ist gar keine Finsternis in Ihm." Wie ver­messen aber wäre es, wollten wir mit Gott im Widerspruch stehen, anders denken als Er. Wie töricht und verhängnisvoll müßte das sein, wolltest du den eigenen Gedanken mehr vertrauen, als Gottes untrüglichem, ewigen Worte. Bedenke, um was es sich handelt: um das ewige Wohl und Wehe deiner unsterblichen Seele!

Jesus Christus ruft:Kommet her zu mir

alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch Ruhe geben." llnd ferner ruft Er: Wer zu mir kommt, den will ist; nicht hiuaus- wcrfeu." Auch dies ist eine Regel ohne Aus­nahme!

Wie gut, daß dies so ist! Derselbe Herr und Heiland, der uns von dem jüngsten Gericht vor Gottes Thron bezeugt:Wenn jemand nicht geschrieben gefunden wird im Buche des Lebens, der wird geworfen in den Feucrsee" (Offb. 20, 15), der ruft auch dir heute noch in Liebe zu: Wenn jemand durch mich eingeht, der ivird er­rettet werden." (Joh. 10, 9.) Er ist die Tür zu Gott und Seiner Herrlichkeit. Dasselbe Buch, das uns sagt:Es ist kein Unterschied; denn

alle habe» gesündigt und erreichen chie Herrlich­keit Gottes nicht" (Rom. 3, 22. 23), das sagt uns auch:Es ist kein Unterschied, . . . denn der­

selbe Herr von allen ist reich für alle, die Ihn anrusen." (Röm. 10, 12. 13.) So gewiß cs ist, daß alle Menschen um ihrer Sündenschuld willen Kinder des Zornes" sind undkeine Hoffnung" zur Seligkeit haben, wenn sie Jesum Christum,

den von Gott gesandten Heiland, verwerfen, ebenso wahr und gewiß ist es auch andererseits, daß es keine Verdammnis gibt für die, welche in Christo Jesu sind." (Röm. 8, 1. 1416.)

Geliebter Leser, das Wort Gottes ist wahr in jedem Falle, und du bildest keine Ausnahme vor Ihm. So sage mir, bist bu durch Jesum Christum errettet und darilin mit Gott versöhnt und Gottes Kind? Oder bist du noch in deinen Sünden vor Gott und dgrum aus dem Wege zum ewigen Gericht ? 0, dann eile iit Jesn offene Rclterarme! Ihn sandte Gott zu deinem Heil.

Ein UJort fjofnta über Öekelirnng.

Fromme, aber unbekehrte Leute denken über ihr Verhältnis zu Gott ungefähr so: Da

oben im Himmel ist Gott oder der Heiland; wenn ich Seine Gebote halte, wenn ich recht treu bin, ivenu ich mich reinigen lasse von aller Untugend, wenn ich die Welt, und ivas in der Welt ist, verleugne, wenn ich göttlich denke, göttlich rede, göttlich handle, so macht Er mich selig. Dies ist die höchste Spitze in der Religion, auf die es die natürliche Vernunft treiben kann, denn es muß ein Mensch schon recht fromm sein, wenn er solche Religionsqrundsätze haben soll. Aber das Wort vom Kreuz sagt ganz anders, es sagt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, Sün­der selig zli machen." Er ist zu diesem Zwecke für uns als ein Fluch am Kreilze gestorben. Wenn nun ein gottloser Sünder, dergleichen alle Menschen sind, dies glaubt, so wird er selig durch solchen Glauben bloß, um Christi Willen. Sehet da eine ganz andere Rcl igion als jene Vernunft­religion. Hat man die Vernunstreligion, so ist es klar, daß sie als töricht erscheinen niuß.

Daher schon hat der heidnische Philosoph Cclsus, ein Feind Christi, der im dritten Jahr­hundert lebte, sich über das Evangelium auf fol­gende Weise ansgelasscu: Bei den alten Götter- dicnsten hieß es:Wer reine Hände und ein

unbeflecktes Gcivisseu hat, der komme herbei ;" im Christentum aber heißt es:Wer unreine Hände

und ein beflecktes Gewissen hat, ivcr ein Kind

und ei» Haar ist, der trete herzu, der ist ange­

nehm." Das machte er also dem Evangelium zum Verbrechen, daß cs die Sünder selig mache. Der hochmütige Pharisäergeist, der in allen

Mcuschcn haust, wie sic von Natur sind, möchte freilich lieber einen Himmel voll von aufgeblasenen Heiligen und Ehrenleuten. Daß die Gottlosen gerecht werden sollen durch das Blut des Lammes, das scheint ihm töricht und niederträchtig. Aber Gott macht sich nichts aus den Urteilen der