Erscheint wöchentlich einmal.
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Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Lcipziq und die Prediger der Pilgermission. Druck von Otto Meyer, Gießen.
Nr. 31.
Sonntag, den 2. August 1914. 7. Jahrg.
Ik älter, desto fdjiutrrr.
Welche Mühe haben diese ßeutc, den Baum- stamnt ivicdcr gerade zu ziehen. Wir zweifeln, ob ihre Arbeit erfolgreich sein werde. Wie leicht tväre es gewesen, den Balmt, als er noch juitq lvar, qerade zu halten. — Es lieqt hierin eine lvichtiqc Lehre für uiifer Innenleben. Denke nie, es komme nicht darauf an, eine Sache qenan oder iticht genau zu nehmen. Tie kleinste Abweichung kann zur großen Krümmung werden; die Seele
gewöhnt sich daran, und du iveißt, daß alte Gewohnheiten viel Mühe machen und schwere Stunde» bereiten können. Gerade die kleinen Dinge, denen man zuerst keine Beachtung schenkt, werden leicht zu schiveren Hindernissen in der Heiligung. — Mancher gerade gespannte Baum wird so lange
gerade bleiben, als die Spamlnng da ist; ist diese weg, so zeigt sich wieder die alte Krümmung.
Der Teufel möchte dich aus der Verbindung mit Jesu herausreißen, damit er dich wieder in deine alten Gewohnheiten bringe. Wache besonders gcgett die Sünden, in denen bii früher gelebt hast. Sie treteil gern in anderer Gestalt auf. Schiebe nicht alif, ivas du gleich tun kannst. Mit gaitzer Wendllng richte ein jeder sein Gesicht stracks »cid) dem Heiland hin.
Vas tunlirr ftlmli.
«plic Menschen streben darnach, glücklich zu xfl werden. Doch wissen viele nicht, ivas wirk liches Glück ist.
Geld und Gut kann es iticht sein, denn wenn der Reiche krank ist, nennt er sich nicht glücklich.
Gesltiidheit'? Ach ivie gebrechlich ist unser Körper. Wie schnell kann die Gesundheit für immer vernichtet fein. Wissenschaft und Iamilien- frctiden'? So schätzenswert und wohltuend sie auch sein iiiögen, auch sie sind unbeständig und oft so schnell vorüber.
Alle irdischen Güter sind Dinge, die cm ihrem Platz ihren Wert besitzen, aber das ivahre, echte Glück könneii sie dein Menschen nicht bieten.
Der große und weise Köilig Salomo sagt: „Ich ilnternahiii große Werke; ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge; ich machte mir Gärten und Parkanlagen. . . . Ich kaufte Knechte uiid Mägde . . .; auch hatte ich großes Besitztum an Rind- und Kleinvieh, mehr als alle. . . Ich sammelte mir auch Silber und Gold tlnd Reichtum der Könige ttnd Landschaften; ich verschaffte mir Säilger und Sängerinnen. . . . Auch


