Ausgabe 
21.6.1914
 
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ist (V. 47), bist, anbetend niebcrjittfen und ans- rufen:Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König Israels!" Wäre Nathanael nicht mitge- kommen, dann hätte er auch uicht den Herrn gesehen und wäre nicht zum Glauben gekommen. Kommst du, lieber Leser, wenn man dich ein­ladet? Gehst du an die Orte, wo man von Jesus zeugt, wo er zu finden ist? Und wenn du kommst, kommst du mit aufrichtigem, suchendem, verlangen­dem Herzen? Wer kommt und jucht, der findet. O Seele, komm eilend zum Kreuze!

Gs ladet der Heiland dich ein.

Hier fließet der Born seiner Gnade So herrlich für groß und für klein.

O kommet doch alle zum Kreuze,

Zum Kreuze nur eilet hinzu!

So gibt euch der Heiland noch heute,

Roch heule die selige Ruh.

Laßt uns noch darauf achten, wie die Jünger auf unserm Bilde dazu kamen, daß sie den Messias fanden. Sie hatten gewiß schon lange gesucht. In ihnen war ein Verlangen nach dem Trost Israels. Als dann die Kunde von dein Auflrelen Johannes des Täufers, jenes gewaltigen Bußpre- dlgers, an ihr Ohr drang, nahmen sie sich die Zeit und gingen hin in die Wüste, ihn zu hören. Johannes konnte ihnen selbst nicht geben, was sie juchteu, doch Wegweiser konnte er ihnen sein. Und so war es doch gut, daß sie hingingen. Im Hintergründe unseres Bildes sehen wir ihn, den Mann im härenen Bußgewand, ivie er die Hand ausreckl und hinweist auf Jesum:Siehe, das

ist Gottes Lainm, welches der Welt Sünde trägt." Durch dies Zeugnis fanden die beiden ersten Jünger den Heiland, Run können sie aber nicht schnxngen; sie müssen ihr Glück andern sagen. Andreas findet am ersten feinen Bruder Simon und führte ihn zu Jesus." Philippus sindel seinen Freund Rathanael und sagt es ihm. So sagt es einer dem andern, und so bekommt der Heiland seine Jünger.

Muß uns das nicht beschämeit ? Der Meister will uns brauchen, um Jünger zu iverben. Sein letzter Befehl lautet:Gehet hin in alle Welt

und machet zu Jüngern alle Völker." Hast du nicht Brüder und Schivestern, Freunde und Freundinnen, die du zu Jesus führen sollst? Hast du schon eine Seele dem Heiland zugeführt? Ladest du betne Freunde und Bekannten ein, daß sie mitkommen? Hast du dich schon einmal ernst­lich gefragt, was deine Aufgabe in der Gemein­schaft ist? O, cs gibt in tmsern Gemeinschaften jo viele träge Glieder. Viele möchten eine große Rolle spiele», aber ivenige arbeileit. Der Herr wird einmal mit jeder., von uns abrechnen, wie wir unsere Feit und Kraft verwandt haben. Wehe dem trägen Knecht und der trägen Magd!

Den Jüngern wurde cs nicht schwer, von Jesus zu zeugen. Sie waren so voll Glück und Freude, ihr ganzes Sinnen und Denken war ko von Jesus erfüllt, daß der Mund davon überging. Ihr Zeugnis ist nur ein lkberfließen ihres vollen Her­zens. Ach, daß Jesus mehr unser ein und alles wäre und mehr unser Sinnen und Denken er­füllten möchte! Daß doch unsere Herzen mehr brennen möchten in Liebe zu Ihm und zu den Seelen, die Er uns in den Weg führt! Dann könnten wir nicht anders, wir müßten es unfern Brüdern und Freunden sagen: Wir haben den Messias gefunden. Komm und sieh es!

Gotteskinder, Priesterseelen, kommt zuhaus,

Heil'ge Hände hebt zum Himmel auf!

Betet, wirket, zeuget, ladet fleißig ein,

Führt die Blinden, tragt die Lahmen schnell herein! Brüder, Schwestern, kommt von nah und fern, Einen nach dem andern führet her zum Herrn!

Gutzke.

er

Fort mit kn Zchnlk». *)

Emilie, nun haben wir noch einen Berg vor uns."

Welchen meinst du denn, Karl? Ich ineine, wir wären jetzt über alle Berge, seitdem du nicht rnehr trinkst. Ich bin in meinem Leben nie so glücklich gewesen wie jetzt.""

Frau, jetzt fängt das Schuldenbezahlen an, und das ist ein hoher Berg."

Ach ja, der Berg ist hoch. Es wird uns ja ohnehin so knapp.""

Ich habe den Berg gemacht, und ich will ihn auch mit Gottes Hilfe wegschasten. Aber sei mir ein treuer Kamerad dabei, Emilie, ivenir ich es auch nicht verdient habe."

Karl, sei still! Es ist ja alles gut. Ich will ja jetzt gern alles tun, seitdem du mir rreu geschenkt bist."" '

Ja, die Schulden müssen iveg, so schnell es mu° geht. Ein gläubiger Christ rrnd Blaukrenz- ler sein und in den Schulden stecken, das paßt sich nicht znsammeir. Gott ivird es mir gelingen lassen."

* *

(Einen Monat später.)

Emilie, solch einen Monat habe ich noch nicht gehabt ivie den vergangenen. Ich hatte einen guten Akkord, nnb ich glaube, der Werk­meister hat nrir absichtlich die gute Arbeit zuge­steckt. ltnb dabei flog es mir mu' so von den Händen."

*) Abschnitt aus dem Schrijtche».Der CDirt und fein Gaft." Bilder aus dem Wirtshausleben, von Friedrich Treusreund. (24. Seiten, illustriert). 10 Pfg.