dir den Dollar bringen, ich konnte es vor mir selber nicht aushaltcn."
Lieber Leser, bu darfst dich nicht wnndern, wenn bu auch noch als Christ immer wieder durch solche innere Kämpfe gehen mußt. Sooft es sich um Unrecht handelt, wird dir eine Stimme
- das ist der alte Adam — rufen: „Du darfst
— bit darfst das nehmen, du darfst das mitmachen,
bu darfst dahin gehen, oder du brauchst nicht zu gehorchen, brauchst nicht die Wahrheit zu sagen, nicht deine Arbeit zu tun usiv." Und dagegen wird sich eine andere Stimme erheben — dein neuer Mensch — und sagen: „Nein, du darfit
nicht, — das ivärc gestohlen, das iväre gelogen, das hieße Gott versuchen, das wäre unfleißig, un- trcu usw." — Und solcher innere Kampf nniß in dir sein; er ist ein Zeichen von Leben. Wenn cs nicht zu solchen: Widerstreite käme, würde ja der alte Mensch in dir unbestritten das Feld beherrschen und der neue Mensch völlig am Boden liegen. Leben heißt nun einmal kämpfen; auch das Christcnleben ist ein Kampf mit dem alten bösen Feinde. Sorge nur durch Glauben und Gebet dafür, daß dir der zur Seite steht, der hart mit dem Satan gerungen, ihn aber überwältigt hat. „Es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Und fragst du, wer der ist? Er heißet Jesus Christ." Ist er dein Heiland, so wirst du auch mit ihm siegen.
Altg über die Zlindt.
Und dieweil Mose seine Hand emporhiclt, siegle Israel; wenn er aber seine Hand niederließ, siegte Amalek. Aber die Hände Moses waren schwer; darum nahmen sie einen Stein, und legten ihn unter ihn, daß er sich darauf setzte. Aron und Hur unterhielten ihm seine Hände, auf jeglicher Seite einer. Also blieben seine Hände fest, bis die Sonne unterging. Und Josua dämpfte den Amalek und sein Volk durch des Schwertes Schärfe. Und der Herr sprach zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein Buch, und besiehls in den Ohren Josuas; denn ich will den Amalek unter dem Himmel austilgen, daß man sein nicht mehr gedenke. Und Mose baute einen Altar, und hieß ihn: Der Herr mein Panier. Denn er sprach: Es ist ein Malzeichen bei dem Stuhl des Herrn, daß der Herr streiten wird wider Amalek von Kind zu Kindeskind. 2. Mose 17 , 11-16.
Das KindergM.
Die berühmte Jugendschriftstellerin Thekla von Gumpert schreibt in ihren Lebenserinncrungen herrliche Worte über den Kinderglauben und das Kindergebet. Es sind Worte, die sie als 80 jährige Greisin schrieb, und die ivir uns alle wohl merken
können. „Alle Eltern," sagt sic, „lieben ihre Kinder unb möchten sie glücklich sehen vom ersten Lebenstage an. Die Mutter ist bereit, mit allen ihren Kräfte» ihre,» Kinde zu dienen, und willig nimmt das Kind alle Dienste an, es braucht sie und erwartet sie. Zedcs lebende Geschöpf w rd mit einem Abhängigkeitsgefühle geboren und erwartet Hülfe von einem über ihm stehenden Wesen, so der Vogel im Neste, so jedes Tier, so jeder Mensch. Jede fromme Mutter benutzt das Abhängigkeitsgefühl ihres Kindes und fallet die Händchen zum Gebet, schon bevor es sprechen, ja selbst bevor es der Mutter Worte verstehen kann. Nachdenken über Gebet kann das Kind noch nicht, aber es hört der Mutter milde Stimme, sieht ihren verklärten Gesichtsallsdruck, und ihm unbewußt dringt eine heilige Empfindling in sein Herz. Das frühzeitig erlernte Beten ist von unendlicher Wichtigkeit für das ganze Leben, ivird zur Stütze bis zum Lebensende, und es ist eine namenlos trauriges Versäumnis, ivenn diese Stütze dem Kinde nicht gegeben ivird; deiln in späterer Zeit ivird diese schiver erworben, vielleicht niemals. Zweifel kommen in des Menschen Gedanken sehr oft, dann wird er auch leicht geneigt, das Gebet für nutzlos zu halten, mit ihm Glauben und Hoffnung zu verwerfen; er will nicht glauben, was er ilicht schauen kann, und hoffen kann er nicht, weil er an die Verheißung nicht glaubt. Und dennoch blickt selbst der Mann, der Glauben und Hoffnung im Treiben der Welt verloren hat, mit Rührung in seine Kindheit zurück, ivenn er an eine Akutter denken kanii, die ihn beten lehrte, und „iöglich ist's, daß mancher dabei wieder beten lernt. —
Es hat mir einmal ein junger Mann der höchsten Gesellschaftskreise ein trauriges Bekenntnis ausgesprochen. Er sagte: „Man hält mich
für glücklich; ich bin es auch nach irdischen Begriffen, bin allgemeiil geachtet, bttt ein hoher Staatsbeamter, bin wohlhabend. Eine liebenswürdige, innig geliebte Frau imd gute, gehorsame Kinder umgeben mich, — ich besitze also viel Glück; aber mir fehlt etwas, um das ich meine Frau und meine Kiiider beneide, mir fehlt kindlicher Glaube, mit ihm die Hoffnung; ich weiß nicht, was ich glauben, worauf ich hoffen soll, ich bin darum eigentlich bei allein Glück unglücklich, — ich bin friedlos. Warum fehlt mir das Glück, das erst den Frieden bringt iiis arme Menschenherz? — Vielleicht darum, weil ich von meiner Mutter nicht beten gelernt habe."
All ihr Mütter, lehrt eure Kindlein beten! Ihr gebt ihnen damit eine Kraft und Stütze für das ganze Leben mit. Eine froinme Kindheit bleibt unverloren, und alles spätere äußere Glück kaiin sie nickt ersetzen. Auch hier gilt Jesu Wort: Ihr müsset umkehren iind iverden ivie die Kinder. —


