Siehe, da kommt aus des Predigers Mund jenes gewaltige Wort des Herrn: Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Das Wort kommt daher wie ein gilt gezielter Pfeil, der ihm geradeswegs ins Gewissen drang. Der aber diesen Pfeil' auf ihn abgeschossen hatte, war iricht der Prediger, der in diesem Augenblick kaum an den jungen Burschen dachte, sondern der Geist Gottes selber. Der Jüngling aber koiinte den Pfeil nicht wieder aus seinem Innersten herausziehen, so gern er es getan hätte: er blieb darin lebeiislang.
Vierundzwaiizig Jahre später predigte er selbst auf ebeii jener Kanzel, von der er einst das Wort hörte, das ihn iricht wieder los ließ. Er sprach: „Es sind nun 24 Jahre her, seit eine treue Freundin mich, einen verirrten Jüngling, in dies Gotteshaus führte. Da ist die Tür, durch welche ich eintrat; da ist der Platz, auf welchem ich saß; ich weiß das alles noch, als ob es gestern geweseir wäre. Es gefiel der Gnade Gottes, in jener Stunde mich so kräftig anzufassen, daß ich auf einmal mit meinem Welt- und Sündeirleben brach."
Dieser Jüngliirg ist hernach ein Großer im Reiche Gottes geworden; sein Name, John Williams, ist gefeiert als Name des Apostels der Südsee. Ein Jahr, nachdem er so in seiner Heimat seine Bekehrung bezeugt hatte, wurde er auf Erroinanga, einer Insel der Neuhebriden, von den Heiden erschlagen und verzehrt. Kein Missions- verlust der neueren Zeit ist in England so allgemein betrauert ivorden wie sein Ende. Aber er hatte sich nicht vergeblich geopfert; als einige Jahre später ein Missionsschiff, das man zum Andenken an den Erschlagenen John Williams genannt hatte nach Erromanga kam, verlangten die Wilden nach Lehrern, und der Mörder, der den Todesstreich geführt halte, hat es später bitter bereut.
Eine Itumme Predigt.
Ein Pastor kehrte einst von Armenbesuchen heim. Da trat aus einer Hütte eine Frau auf ihn zu und bot ihm ein Paar wohlgenährte Hühner zum Geschenk an. Der Geistliche zögerte, eine so wertvolle Gabe anzunehmen, aber die Frau bat ihn so dringend, daß er endlich einwilligte.
„Ich habe diese Hühner für Sie gefüttert und aufgezogen," sagte sie, „weil ich so gerne etwas für Sie tun wollte, da Sie mir und meinen Kindern solch einen großen Dienst erwiesen haben."
„Wieso?" fragte er verwundert.
„Sie haben meinen Mann gerettet," war die Antwort.
„Ist das möglich?" antivortete er freundlich. „Ich wußte ja wohl, daß Ihr Mann ein Trinker war, aber ich habe ihm nie ein Wort darüber gesagt."
„Eben das ist's" erwiderte die Frau. „Hätten Sie mit ihm darüber geredet, so iväre sein Stolz verletzt gewesen, und es wäre zehnmal ärger geworden als vorher. Wenn Sie kamen, halte er gewöhnlich eben einen Schluck genommen und hielt manchmal noch die Flasche in der Hand. Bor zwei Monaten nun waren Sie wieder gekommen. Sobald Sie fort waren, nahm er die Flasche und goß den Schnaps auf deu Boden aus. „Gritli," sagte er, „spüle diese Flasche tüchtig aus. Ich habe genug davon. Ich kann dieses Mannes Blick nicht länger ertragen!"
Dfe alle Uhr.
Gestern habe ich meine alte Kuckucksuhr wieder in Gang gebracht, über die ich mich vor einem Jahr so ärgerte, weil sie durchaus nicht gehen wollte. Alles Zünden und Anstoßen, alles Hin- und Herrücken und Einölen wollte nichts helfen. Sie blieb eigenfinnig und hartköpfig. So hatte ich ihr schließlich ben Willen gelassen, ihr noch einen verächtlichen.Blick zugeworfen und dann den Rücken gekehrt. Steh' du, bis du grau geworden! So hatte sie ein Jahr gestanden in schweigendem Trotz. Und nun, sie muß inzwischen anderen Sinnes geworden sein oder einen besonders guten Tag gehabt haben, vielleicht auch, daß sie Langeweile überkommen — nur eine kleine veränderte Stellung, und sie ging und sie geht noch heut treu und pünktlich, und mir ist, so oft der Kuckuck sich hören läßt, als riefe er mir zu: „Siehst du! Geduld! Geduld! Schäme dich, daß du uns so schnell aufgegeben hattest und nicht länger probiertest!" Nun sagt mir das Ticken meiner Uhr immer wieder: „Danke Gott, daß er dich nicht schon längst aufgegeben hat, weil du ihm so viel Not machst." Und ich will mir ein Beispiel daran nehmen auch im Blick auf die Fehler jund Schwächen meiner Mitmenschen, die mir zu^.schaffen machen und mich in die Wolle bringen cwollen. Da soll mein Grundsatz sein: „Die Üiebe ist langmütig und freundlich. Sie stellet sich nicht ungebärdig. Sie höret nimmer auf, an anderen zu arbeiten, wie Gott an uns."
Wie mm Stdnr iu Wmimtm mmmdelt.
RfSieim überall in den Zeitungen bekannt gemacht S&31 werden würde, daß ich morgen abend einen Bortrag darüber halten wolle, wie man ganz gewöhnliche Steine von der Straße in echte Diamanten


