Ausgabe 
17.5.1914
 
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Pu l« rn die Höbe gefahren und haß das Gefängnis gefangen, Pu haß Gaben empfangen für die Menschen, auch die Ab­trünnigen. auf datz Gott der HErr daselbß mahne. Ps. 68, 19.

Am Himmelfahrtsfest feiern mir die Heimkehr uuseres Königs Jesus. Er hat im Feindeslande den Kamps ausgenommen mit dem Fürsten der Welt. In heißer Schlacht hat er ihn bezwungen und ihm seine Macht genommen. Nun kehrt er in die Heimat zurück, aus der er Weihnachten ausgezogen. Die Legionen heiliger Engel stehen zum Empfange des heiligen Königs bereit, der heimkehrt aus Kampf und Sieg. Sie wollen ihn grüßen mit ihren Jubelchören, so wie sie einst seine Menschwerdung begleiteten mit Gesang in heiliger Nacht. Aber sie verstummen mit ehr­fürchtigem Schweigen grüßen sie den König sie schauen die Wundeit, die er mitbringt aus dem Kampf. Sie schauen die zerrissene Stirn; sie schauen die durchbohrten Hände, die durchnagelten Füße. O wie groß ist seine Liebe! Aber ilicht nur Wunden bringt er mit! Er ist in die Höhe gefahren und hat das Gefängnis gefangen. Wie einst ein römischer Feldherr die besiegten Könige an feinen Triumphwagen spannte, wenn er in die Stadt Ront Einzug hielt nach beendigtem Feld­züge, so führt auch Jesus die Machthaber der Unterwelt gefangen, mit ihrer Gewalt ist es vorbei. O Tod, ivo ist dein Stachel nun?

Wo ist dein Sieg, o Hölle?

Was kann fortan der Feind uns tun,

Wie grimmig er sich stelle?"

Geschlagen! Besiegt! lind nun freue dich, liebe Seele, jetzt teilt der Sieger Seine Gabeit aus. Was er errungen und erftritten in heißem Kampf, das hat er für dich erkämpft!Er hat Gaben empfangen für die Menschen". Gelobt sei Gott dafür! Nun brauchen wir keine Sklaven der Sünde mehr zu sein; ivir brauchen nicht mehr im Kerker zu schmachte», gebündelt uitd gefangen. Jesus gibt uns die Freiheit, die herrliche Freiheit der Kinder Gottes! Nun bratichen wir uits iticht mehr zu fürchten vor dem Nachstellen des Feindes und vor der Größe ttnserer Aufgaben: Er gibt uns Seinen Geist, der als Kraft von der Höhe uits erfüllt tind beseelt zum Krieg und Sieg.

Er hat Gaben empfangeit iticht für sich, o nein! 9He bat er etivas für sich behalten, für sich gebraucht. Alles stellt er in den Dienst der Menschen, auch der Abtrünnige», auf daß Gott i5cr HErr daselbst wohne, auf daß Gott zu feinem Rechte komme. Bist du vielleicht auch so eilt Ab­trünniger? $D öffne Herz und Hände für die Gaben des Königs, damit Du auch mit einstiinmen und

jubilieren kannst!Dtt bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefaitgen; Du hast Gaben empfangeit für die Menschen, auch die Abtrünnigelt, auf daß Gott der HErr daselbst wohite!"

Pastor Modersohn.

fiinauf.

TTebel in Den TTieberungen,

Ruf ben Höben golbnes Licht,

Selig, roer sich burdigerungen Bis zu Jefu Hngefidit!

wie bie Wolken brunten schweben,

Liegt zu stützen bir bas Leib,

Denn in Jefu TTäbe leben Das ist Sonnenberrlicbbeif.

Latz bie Crbenftimmen schweigen,

Latz tief brunten, was beschwert,

Unb bu Darfst Den Berg besteigen wo sich Jefus bir verklärt.

m

ft kommt mirkr.

Wer nach Algier kommt, besucht wohl jeden­falls die berühmte Kathedrale Saint-Philippe, die um die Mitte des vorigeit Jahrhunderts auf der Stelle der prächtigen Hassatt-Moschce erbaut ist. Beim Eintritt steht man an dem Grabe des Märtyrers Geronimo, eines Christensklaven, den die Türken am 18. Sept. 1569 lebeitdig in das Gußmauerwerk eiites Forts einmauertett, weil er dem Christeittum iticht entsagen wollte. Das Skelett hat man bei Schleifuitg des Walles i. I. 1853 gefundett. In großem Bogen sieht matt die Mohammedaner diese Kirche umgehen. Es sieht aus, als fürchteten sie sich vor dem, den kein Stein und Mauerwerk im Grabe festhält, der doch wiederkommt. Etwas Aehnliches hat matt in Konstantinopel. &a ist es die Hagia Sophia, die größte und schöitste Moschee, die be­kanntlich früher eine mit kostbaren Wandgemälden geschmückte christliche Kirche war. Die Mohamme­daner haben aber alles mit weißer Tünche über­zogen, als sie Besitz voll der großen Kirche nahmen, und so verschwand auch eilt an die Wand gemaltes großes Christusbild. Wenn nun jetzt die Sonne ihre Strahlen auf die Wand wirft, so sieht man durch die lveiße Farbe die Umrisse des Christus­bildes hervortreteit. Es lvird behauptet, wenn die Mohantmedancr dies sehen, so murmeln sie mit scheuen Lippen:Er komntt doch noch einmal wieder!"

Wir bratichen nicht davoit ztt murmeln, Gott sei Dank. Wir rühnten's ohne Scheu. Wir be-