Ausgabe 
10.5.1914
 
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Garben von seinem Hansen, legte sic zu dem Haufen seines Bruders und kehrte auf sein Lager zurück.

In derselben Nacht weckte Ali seine Frau und sprach zu ihr:Im Schlafe ist mir ein

guter Gedanke gekommen. Mein Bruder ist ein einsamer, verlassener Mann. Er hat weder Weib noch Kinder, die ihm seine Arbeit erleichtern, seine Tage erheitern. Ich bin mit beiden, gesegnet. Ist es daher nicht Unrecht von mir, daß ich die volle Hälfte des Ernteertrages beanspruche, da ich an andern Glücksgütern weit reicher bin als er? Wäre es nicht recht und billig gehandelt, wenn ich aufstünde und etliche Garben von meinem Haufen auf den seinen legte? Was meinst du?"

Die Frau gab freudig ihre Zustimmung, und Ali stand auf, ging durch die Stille der Nacht zur Scheune hin und legte hundert Garben von seinem Haufen auf den seines Bruders. Froh, ein gutes Werk getan zu haben, legte er sich dann wieder zu Bett.

Am nächsten Morgen bemerkten die Brüder zu ihrem größten Staunen, daß die Haufen wieder von gleicher Größe waren.

Die nächste Nacht wiederholte jeder sein gutes Werk, aber mit nicht anderem Erfolge. Am Morgen waren die Haufen wieder gleich. Das­selbe Wunder ereignete sich nun eine Zeitlang hin­durch Nacht für Nacht, und die Brüder wußten nicht, was sie sich denken sollten. Endlich ent­schloß sich jeder, um der Sache auf den Grund zu kommen, eine Nacht hindurch zu wachen. Und der Zufall fügte es, daß beide denselben Gedanken zur selben Zeit faßten und auch dieselbe Nacht zur Ausführung brachten.

Dunkelheit und Schlaf lag auf allen Dingen, als sich Ali und Said der Scheune näherten. Anfangs erschrocken sie voreinander. Jeder glaubte einen Dieb zu sehen. Als sie endlich auf einander zugingen und sich gegenseitig erkannten, wurde ihnen alles klar. Wortlos sanken sie einander in die Arme und weinten Tränen reinster Freude, llnd mit den funkelnden Sternen sahen die Engel des Himmels auf das edle Brüderpaar herab und freuten sich der aufrichtigen und uneigennützigen Liebe desselben.

Die höchste Gnade und Gabe Gottes ist ein fromm, freundlich, gottfürchtig und häuslich Ge­mahl haben, mit der du friedlich lebst, der du darfst all dein Gut und was du hast, ja deinen Leib und dein Leben anvertrauen.

Liebe Tochter, halt dich also gegen deinen Mann, daß er fröhlich wird wenn er auf dem Wider­wege des Hauses Spitzen sieht. Und wenn der Mann mit seinem Weibe also lebt, daß sie ihn nicht gern sieht wegziehen und fröhlich wird, so er heimkommt, da steht's wohl.

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(fine (frfalining (fbifons.

a u den großen Erfindern der Ncnzcil gehört der Elektrotechniker Edison (geboren 10. Februar 1847 im nordamerikanischen Staate Ohio). Als Sohn geringer Eltern in Dürftigkeit ausge­wachsen, war er in seinen Jugendjahren Zeitungs- junge auf einer amerikanischen Eisenbahn. Wissens­durstig mtb reich begabt, nutzte er seine Nächte aus, um alles, was zum Betriebe der elektrischen Telegraphen gehört, zu studieren. Telephon und Phonograph und die elektrischen Glühlampen sind von ihm erfunden. Natürlich mußte er anfangs Mittel und Wege suchen, um seine Erfindungen praktisch zu verwerten; noch nicht 20 Jahre alt, ging er zu dem Inhaber eines großen Geschäfts und bot ihm eine seiner ersten Erfindungen an. Der Kaufmann prüfte die Sache ernstlich, und da er sich von der Tragweite derselben überzeugte, sagte er zu Edison:Ich will Ihnen 15 000 Dollar etwa (62000 Mark) für diese Erfindung geben." Edison traute seinen Ohren nicht, als er die Summe hörte. 15000 Dollar das kam ihm schwindelhaft vor. Das war ja unmöglich. Zögernd sagte er: Ja. Nun gab der Kaufmann ihm einen Check aus ein Bankhaus über 15000 Dollar. Als Edison anstatt baren Geldes nur einen solchen Schein bekam, wurde er erst recht bedenklich. Aber er nahm das Papier, ging zu dem Bankhaus und bat um Auszahlung des Geldes. Der Kassierer sagte:Das kann ich nicht so

auszahlen." Ganz niedergeschmettert ging Edison nach Hause, so hatte er es sich gleich gedacht, ex war einem Schwindler in die Hände gefallen. Ein Freund, der ihn aufsuchte, fand ihn sehr trostlos.Zeige mir doch das Papier! Ja, lieber Freund, das ist alles in Richtigkeit, du bist ein reicher Mann, die 15000 Dollar werden dir jedenfalls ausgezahlt, du hast nur vergessen, dei­nen Namen hier auf die andre Seite zu schreiben. Tue das, und das Bankhaus zahlt dir jedenfalls das Geld."Wirklich?"Ganz bestimmt!" Und so geschah es, Edison unterschrieb, und der Check wurde allsgezahlt.

Solche Geldanweislliigcil eines Kaufmannes sind ein Gleichnis von den Verheißungen Gottes; diese sind für dich da! Aber es gilt auch da, deinen Namen hineinzusetzen; dann erst bekommeil die Verheißungeil Wert für dich.