Ausgabe 
26.4.1914
 
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in seinem Kreise, auf seine Weise es wcitersagt, ungezwungen, ruhig, ernst, taktvoll, weiter nichts aber das auch voll und ganz. Und wenn ivir Ihn im Stiche lassen, so ist Jesus vergeblich gestorben, wenigstens so weil die in Frage kommen, mit denen wir zu tun haben.

Den heiligen Geist hat Er zu uns herabgc- sandt, auf daß er in uns lebe und herrsche unv uns erfülle mit Seiner glühenden Liebe 511 den Menschenkindern.

Menschenfischer sein, Seelen gewinnen, nicht ziehen oder treiben oder stoßen, nicht überreden noch zwingen, sondern um sic werben, in zarter, herzgewinnender Weise, daß schenke der HErr uns allen.

Der Würfel fiel, ich traf die Wahl, ein Streiter will ich sein, An jedem Ort, zu jeder Stund, und könnt ich nicht mit meinem Mund

Verkünden stets die frahe Kund, ein Streiter will ich sein, Ich folge Dir, mein Heiland, du läßt mich nie allein.

Ich folge Dir, mein Heiland, durch Schwierigkeit und Pein, Ja rechnen. HErr, kannst Du auf mich Dein Streiter ivill ich sein.

Schiocster Anna.

Ernste Porte jil stillem Muken.

Der liebe Heiland hat zu allen Zeiten aller­lei Bcwtmderer in großer Zahl gehabt, aber ivenig treue Nachfolger. Auch der Dienst seiner Liebe ivird viel gepriesen, ruft man aber jemand zur Arbeit in diesem Dienst, dann heißt es noch immer: ich bitte dich, eittschuldige mich.

Ä

lüas eine Invalidin tat.

Fräulein Johnson war seit 17 Jahren nicht mehr imstande, ihr Haupt von den Kissen zu er­heben. Aber ihr Herz schlug warm für das Werk des Herrn, tind sie suchte etwas daz>i beizutragen. Sie machte eine schölte Bettdecke und hoffte, dafür 200 Alk. zu erhalten. Als sie fertig >var, fand sich zu ihrem Leidwescn kein Käufer, der soviel zahlen ivollte. Als Bischof Warren von den Methodisten davon hörte, schrieb er an Fräulein Johnson und bat, ihm die Decke zuzuschicken, er 'volle einen Käufer suchen. Dies geschah. Als der Bischof bei einer großen Missionsversammlung die hübsche Decke zeigte lind die Umstände erzählte, unter welchen sie hergestellt ivorden sei, erhielt er dafür 2400 Mk. Die Kranke hat weiter gearbeitet und bis heute die Summe von 66000 Alk. für Gottes Werk erarbeitet. Was tust bu für die Sache des Hernl?

Aus einem Ceichnhaufen gerettet

0 Gott die Gläubigen findet, zeigt fol­gende ergreifende Geschichte. In der Schlacht bei Ligny am l 6 . Juili 1815 war der Hauptmann Bellmer mit der 10 . Kom­pagnie des 29. Infanterie-Regiments in das Dorf Ligny eiilgedrnngen ; er wurde inmitten des Dorfes am Bache durch einen französischen Voltigeur niedergeschossen; ein erbitterter Kampf entbrannte um feine Leiche. Der Leutnant von Schmcling stellte sich quer über den Leichnam und verteidigte ihil mit dem Säbel, bis derselbe van einigen sei­ner Leute beiseite geschafft wurde. Zwei Fran- zosen drailgen dabei heftig auf den Leutnailt von Schmcling ein, er empfing einen Bajonettstich und einen Schuß in den linken Oberarm, blieb jedoch im Gefecht.

Bald darauf wurden die prellßischen Trllppen durch französische Übermacht aus dem Dorfe ver­drängt und kamen im Rückzüge in heftiges Fcller; hier wurde dem Leutnailt von Schmcling der liilke Oberschenkel durch eineil Schuß zerschmettert, zugleich enlpfing er einen Schuß in den Unterleib. Von seinen Leuten zurückgetragen, wurde er be­wußtlos auf die Protze eines Geschützes geblinden unb so aus dem Gefechte gebracht. Da er kein Lebcnszcicheil mehr von sich gab, legte man ihn am Abeild in einem Hause 311 einem Haufen Lei­chen. Am nächsten Morgen entdeckte eine Marke­tenderin in ihm noch Lebcilszcicheil. Er kam nun in ärztliche Behandlung und luurbe völlig wieder­hergestellt, obwohl im Laufe der Heiluirg die Arzte 60 Knochcilsplitter aus seinem Körper entfernten, darunter einen von der Größe eines Daumens. Sein Name steht in der Kirche zu Lüttich unter den Gefalleilen der Schlacht bei Lignp, er ist aber völlig geslllld geivorden, ivar später Kompagnie- Chef im Regiment lind ist im Alter von 78 Jahreil aiil 11. Jlnii 1870 im Jilvalidenhause zu Berlin gestorben.

Dieser tapfere Offizier mürbe also aus einem Leicheilhaufcn herallsgerettet, um iloch 55 Jahre zu leben. Er ivar beinahe tot, aber die Tatsache bestand: er lebte. Es fehlte sehr ivenig, so iväre er mit den Toten begraben ivorden, die Um um­gaben so aber kehrte er zu dcn Lebenden zurück.

Alich viele Glälibige lagen cinft blutend am Wege, beinahe verloren. Sie befanden sich schon in der Totenkammer, aber die sllcheudc Liebe hatte sich aufgemacht, um sie zu retten unb zog sie heraus.