Ausgabe 
19.4.1914
 
Einzelbild herunterladen

Dir AickMimg »nd das frbrn.

Ich bin die Auferstehung »nd^das Leben; wer an Mich.sglaubet, der wird lebe», ob er gleich stürbe. Joh. 11, 25.

P elcl) eine^Stimme ist das, in einer Welt, ivelchc sechstausend Jahre hindurch die Stätte der Sünde uild des Todes ge­wesen ist! Während viertausend jener Jahre konnte das Heidentum kein Licht durch die Gitter des Grades erspähen; seine Orakel blieben stumm in Bezug auf die große Lehre eiiles zukünftigen Daseins, und besonders hinsichtlich der Auferste­hung des Leibes. Selbst die jüdische Kirche im alten Bunde schien sich nur eines ungeivissen, un- sichern Schimmers zu erfreuen, wie Menschen, die im Dunkeln tappen. Der große Ueberwinder des Todes mußte erscheinen, um einer in der Finster­nis liegenden Welt den leuchtenden Pfad des Le­bens zu zeigen. In Ihn, ruht das Einführen einer bcssereren Hoffnung die Entfaltung des Geheimnisses, welches Jahrhunderten und Ge­schlechtern verborgeil geblieben war. Wunderbare Enthülluilg! daß dieser sterbliche Körper aufge- löst, und in seinen ursprünglichen Staub überge­gangen, sich deiliroch einst aus seiner Asche erneut erheben wird ein verklärter Leib! Nicht wie dieseirdische Hütte'', soildern unveriveslich, unsterblich! Die tlmwandelung des Insektes ans seinem verpuppten Zustande, das begrabene Samenkorn, das aus seinem kleinen Grabe als volle Ähre oder prächtige Bluine hervorsprießt, das sind die stummen Aeußerungeu der Natur über die Möglichkeit dieser großen Wahrheit, die die Eiltfaltung eiiles festeil prophetischen Wortes er­heischte. Aber das Evangelium hat völlig offen­bart, was die Vernunft in ihren erhabensteii Vor- stellungen nicht ahnen fcmntc. Jesus hat das Lebeii und die Unsterblichkeit an das Licht gebracht." Er, der Helle Morgenstern, hat den Schatten des Todes in den Morgen verwandelt. In ©einer eigenen Auferstehung gibt Er die Versicherung der Auferstehuiig der Seinen; Er ist der Erst- ting der iliisterblichen Ernte, die noch in die Schatzkammer des Himmels eingesammelt werden soll. '

Teure Wahrheit! Dieses Wort Jesil um­spannt wie ein golbener Himmelsbogen den Ein­gang in das dunkle Tal. Der Tod ist seines Stachels beraubt. Das Grab hält ilur teuren, weil erlösten, Staub m Gewahrsam. Redet also nie von demselben als einem schaurigen Grabe übergeben! er liegt vielmehr in dem Schatzkasten Gottes verschlossen bis auf den Tag, ivo Er ©eine Juwelen hervornehmen wird, uiid er in unsterb­licher Schönheit dein verklärten Leibe seiiles Er­lösers nachgebildet werden wird. Unterdessen sind

Engel beauftragt, ihu zu bewachen, bis die Po­saune des Erzengels den großen Ostertag der Schöpfung verkünden wird. Sie sind die Samm­ler, die auf^ der Erde großes Erntefest warten, wo Jesus Selbst wiederkehren wird, nicht wie einst in Niedrigkeit und Schmerzen, sondern in Herrlichkeit, um alle Seine Garben mit einzu­bringen in die himmlischen Schellern.

Trauernder und betrübter Christ! du trägst vielleicht bitteres Leid um die, die nicht mehr sind, freue dich inmitten deiner Tränen dieser lebendigen Hoffnung. Dersilberile Strick" ist mir gelöst, nicht zerrissen. Indem du am Sterbelager, oder am Rand des Grabes stehst, in deil Tiefen jener schrecklichen Einsamkeit und Stille, die dich umgibt, ist vielleicht dies dein klageildes uild trauerndes Selbstgespräch :Soll der Stallb dich preisen?" Ja, er soll es! Eben dieser Staub, der jetzt betne Fußtritte nicht be­achtet, den deine Tränen ilicht rühren, wird in der Eivigkeit seineil erlösenden Gott preisen, und dessen Wahrheit verkünden!

Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

killt Operation.

Von jeher erschien mir eine Unterleibsopera­tion als das schrecklichste. Hörte ich von einer solchen, so flehte ich im Stilleil:Ach, Gott, nur das nicht!"

Er hat dies alich viele Jahre getan, aber gailz plötzlich stand das allergefürchtetste vor mir: Ope- ration in den nächsten Tagen; deiln nur dadurch könne llilter Umständen dem ivahrscheinlich vor- handenen Krebsleideil abgeholfen werden.

Was half mich nun mein inneres Sträuben und zeitiveiliges Hadern mit Gott? Ich hielt mich in meiner Fllrcht für die allerunglücklichste Person, ivilßte aber auch, daß Menschen mir diese Furcht nicht wegnehmen konnten, so viel ich allch Liebe lind Mitleid von deir Meiileil erfahren durfte.

Endlich warf ich mich ganz zu Jesu Füßen und flehte Tag uild Nacht unl Erbarmen. Ruhiger koilnte ich die gefürchtete Reise antreten; der freund- liche Zuspruch der Schwestern, die liebeilswürdige Art der Aerzte, die Gebete des Geistlicheil halfen mit dazu, daß ich ruhig wurde und mit Seele und Leiblich ganz dem Herrn ergeben konnte. Nun konnte ich beten: Herr, dein Wille geschehe! wußte auch gewiß, daß es so kommen würde, ,vie es für mein und der Meinigen Seelenheil not- wendig sei. In der letzteil Stunde ivar mir das äußere Gelingen Nebensache, die Süildenvergebung und die Nähe meines Heilandes die Hauptsache.