Ausgabe 
22.3.1914
 
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Leser, möge es dein Los sein, unter dem wolkenfreien Himmel droben jene Wunder kennen zu lernen, die in diesen wenigen, köstlichen Worten enthalten sind: ,,Wir werden Ihm gleich sein; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist."

Und ein Jeglicher, der solche Hoffnung hat zu Ihm, der reiniget sich, gleich wie Er auch rein ist.

kr hat das Stcnrr.

in Geistlicher in einem Seestädtchen fuhr ans einem kleinen Schifflein vom Ufer nach der gegenüberliegenden Insel. Am Hiitterteil des Schiffes stand der Steuermann, vorne saßen zwei Matrosen, Vater und Sohn, unb hand­habten die Ruder.Ihr seid heute wieder traurig, Jack," sagte der Geistliche zu dem Vater. Freilich," antwortete der Matrose,der Winter ist vor der Tür, uitd wie ivird's werden mit meinen fünf Kindern? Ich bin den ganzen Tag voller Sorge!"Das sollt Ihr aber nicht fein; denn unser Heiland sagt:Sorget nicht!" Den Spruch versteh' ich ich nie und nimmer; also soll ich mich auf die fanlc Haut legen, von meiiten paar ersparten Groschcit mir einige gute Tage machen und es darauf ankommen lassen, ob der liebe Gott etwas beschert für Weib und Kind, oder ob sie hungern und frieren müssen?"

Das nicht, aber holla Jack! was ist das?" rief plötzlich der Geistliche,wir fahren eben durch die Klippen, und Ihr schaut Euch noch nicht ein­mal darnach um? Tut Eure Schuldigkeit!" Ei," sagte der Matrose gleichgütig,das ist die Sache des Steuermanns."Tut Eure Schuldig­keit, Jack! sage ich noch einmal und dämmert nicht so vor Euch hin, seht Ihr denn die Klippen nicht? Wir gehen zugrunde, wenn Jhr's so leichtsinnig mit Eurer Arbeit nehmt."Schuldigkeit tun leichtsinnig nehmen?" erwiderte der Matrose,Herr, wie kommt Ihr nur vor? Arbeite ich nicht aus Leibeskräften, soll ich vielleicht mit steuern helfen?"

Freilich, freilich," sagte der Geistliche,damit es glücklich vorwärts geht."Ach, das wäre ja eine unnütze Geschichte, Herr. Jeder tut eben das Seine, dann wird alles schon recht werden,

Der Steuermann steuert, urd ich führe das Ruder. So ist's Schlffsbranch."

Nun, nehmt's nur nicht übel, Jack!" erwiderte lächelnd der Geistliche,im Reiche Gottes ist's eben auch so Brauch. Das Arbeiten ist Eure Sache, das tut aus Leibeskräften, und seht dabei nicht rechts und links. Die Sorge aber, daß Ihr bei Eurer Arbeit zugrunde gehen und nicht vorwärts kommen möchtet, die erspart Euch und laßt sie dem, der am Steuer sitzt, und von dem geschrieben steht: Alle,Eure Sorge werfet auf Ihn; denn Er sorget für euch!" (1. Petri 5, 7.)

Di$ gebet in der Husstellunqshalle.

Vor einigen Jahren waren in einer Ausstellungs­halle annähernd 20000 Menschen versammelt, um da§ Wort Gottes zu hören. Der gesegnete Zeuge, der das Evangelium verkündigte, teilte mit, er sei von einem Elternpaare um Fürbitte gebeten für ihren ent­arteten, in die Fremde gegangenen Sohn. Dieser führte in den Wäldern Australiens ein wildes Leben. Da stieg von den Tausenden ein Gebet empor zu dem gegenwärtigen, allmächtigen Gott, Er wolle den Eltern ihren Sohn zurückgeben.

Was kein menschlicher Einfluß vermocht, ja was niemand auch nur denken konnte, geschah. In der­selben Stunde ritt dieser Sohn im fernen Australien ous den Wäldern nach der nächsten, iveit entfernten Stadt. Während er so durch die stille Einsamkeit ritt, mußte er plötzlich an die Heimat und an die Ellern denken. Der Geist Gottes überführte ihn; er sah sich in einem andern Lichte und erkannte sein Sündenleben. Er stieg ab vom Pferde, kniete nieder, bat um Vergebung seiner Sünden und empfing bald Gewißheit, daß Gott ihm seine Schuld durchstrichen habe. Als er die Stadt erreichte, schrieb er sofort an seine Mutter, und bat sie, ihn, den verlorenen Sohn, wieder aufzunehmen.

Die Eltern telegraphierten, sobald sie den Brief empfangen:Komm ins Vaterhaus zurück!" Die

Glücklichen erwarteten nun mit Freuden den heim­kehrenden Sohn, ließen eine neue, große Glocke an der Haustür anbringen, damit, wenn der Sohn wäh­rend der Nackt heimkehren sollte, sie sofort geweckt würden. Weder die Jahre des Kummers, noch die Schulden, die der Sohn gemacht, noch sein laster­haftes Leben, noch sein Undank und seine Hartherzig­keit hatten vermocht, die'Liebe der Eltern zu ersticken. Sie hatten nur den einzigen Wunsch: Daß er heimkomme! Den Sohn glücklich und gesegnet zu sehen ihm alles zu vergeben, ihn wieder zu besitzen, das ivar ihr heißes Flehen. Düs sind auch die Gedanken Gottes über die undankbaren, in Sünden von Gott enlfremdeten Manschen.

l«t die erweckunq echt?

Ein dänischer Bauer erzählte einem Pfarrer von einer großen Erweckung in seiner Gemeinde. Wohl 150 Seelen seien zum lebendigen Gott gekommen. Der Pastor freute sich dessen, fonntc aber nicht umhin, ben Mann zu fragen, ob denn die Erweckung wohl bei allen echt sei, und ob nicht doch so manche eben einfach mitliefen.Mag immerhin sein," entgegnete der Bauer,daß einige beim Aeußeren stehen bleiben. Aber ivo der Geist