daß sie in ihren Herzen Götzen anfrichtcn und dies für ein geringes halten. Hes. 14, 3. 5. Gewisse Leute in unfern Tagen gehen so weit, daß sie sogar leugnen, daß das menschliche Herz krank ist. Was denn? Es zeigt nur die enge Verbindung zwischen Herz und Augen. Ein verkehrtes Herz erzeugt bald ein verblendetes Auge. Natürlich sieht ein verderbtes Herz nicht seine Verderbtheit. O, daß wir die Menschen führen könnnten, richtig über ihre Herzeil ju denken und zu fühlen; aber dies ist das letzte, ivozu wir sie bringen können! Sie gehen um den Busch herum und trauern über alles und jedes Böse, ausgenommen über die Quelle und den Ursprung von allem.
Herr, lehre mich, in mein Inneres zu sehen. Möge ich mehr noch auf mich selbst, als auf meine Handlungen blicken. Reinige Du den Quell, damit der Strom nicht länger unrein sei. Ich ivollte beginnen, ivo du beginnst, und bitte Dich, mir ein neues Herz zu geben. Du sagst: „Mein Sohn, gib nur dein Herz." Herr, ich gebe es Dir, aber zu gleicher Zeit bitte ich: „Herr, gib
mir ein neues Herzdenn ohne dies ist mein Herz nicht wert, daß Du es hast.
Hievt
Unter den Verwundeten im amerikanischen Freiheitskrieg lag in einem Lazarett ein junger Soldat, der nicht mehr sprechen konnte. Als gerade der wachthabende Offizier die Runde machte, hörte er plötzlich das Wort „Hier!" aus dem Munde des Kranken. Er eilte auf ihn zu und fragte ihn, was er wolle. Im Himmel werden die Namen von der Liste abgernfen, und da sagte ich, als ich meinen Namen hörte: „Hier!" Bald darauf starb er als einer, der bereit war, als ihn sein HErr rief. Steht dein Name auf der Liste des ewigen Lebens, bist bn zum Sterben bereit?
Das verlorene Herr.
Ich kannte einen Mann, der sein Herz verloren hatte. Seine Frau hatte es nicht, noch seine Kinder, und es schien, als ob er es selbst auch nicht hatte. F„Das ist wunderlich!" sagst du. Nun siehe: Er gönnte sich selbst das Essen nicht, oft litt er Hunger. Seine Kleider waren alt und zerrissen, alles um ihn mußte Hunger leiden. Er schien kein Herz zu haben. Eine ae me Frau schuldete ihm ein wenig Miete — er setzte sie auf die Straße. Er hatte kein Herz. Eine Person, welcher er eine Summe
Geld geliehen hatte, kam in Rückstand mit der Bezahlung; ihre Kinder weinten um Brot. Der Mann aber fragte nicht danach, wer vor Hunger weinte und was ans den Kindern wurde; er verlangte sein Geld. Er hatte eben kein Herz mehr. Ich fonntc nie begreifen, wo es war, bis ich eines Tages sein Haus besuchte und in demselben einen eisernen Schrank sah. Er stand hinter einer Tür in einem entlegenen Zimmer. Als er ihn mit einem schweren Schlüssel anfschloß, die starken Bolzen zurück- sprangen und das Innere sich zeigte, da war ein schimmeliges Ding darin, so trocken und h rt wie der Kern einer siebenjährigen Wall- nnß. Es war sein Herz. — Wenn du dein Herz in einem eisernen Geldspind verschlossen hast, so nimm es doch heraus, und das sobald als möglich!
per belle ileifepiif).
Vor nicht langer Zeit sollten drei unmündige Kinder, ein zehnjähriger Knabe und seine zwei Schwestern, eine von 7 und die andere von 4 Jahren, die Reise von einer Stadt in Preußen bis in das Missouri-Gebiet nach Amerika machen, ivo die Eltern dieser drei Kinder wohnten. Von den Verwandten wollte die Kinder niemand begleiten und Vater und Mutter war es auch unmöglich, weil sie schon im fernen Amerika wohnten. Es wurde viel überlegt, wie man die Kinder am besten fortbringen könne. Da hatte eine alte Tante einen glücklichen Einfall, den drei Kindern ein neues Testament als Reisepaß mitzugeben. Ans dem ersten Blatte stand Namen und Alterder Kinder, weiter woher sic kamen und daß sie nach Missouri zu ihren Eltern gingen. Darunter war geschrieben: „Was ihr an einem dieser Kinder
tut, das habt ihr an mir getan,'spricht der Herr." Dergötlliche Schlüssel tatseine Schuldigkeitan den Herzen der Menschen. Wer diese Worte las und in die Angen der 3 Kinder blickte, der nahm sich ihrer an und tat ihnen Gutes. Nicht einen Augenblick blieben sie ohne Rat und Hilfe. Als sic in Missouri ankamen, haben die Eltern Gott rühmen können und ihm danken für sein Wort. Mit Freuden sprachen sie: „Herr dein Wort ist der beste Reisepaß, denn er hat unsere Kinder über Meer und Land sicher zu uns gebracht".


