Füßen hervor. Wie vor Alters Jonathan, müde und ermattet, burcl) den Honig erquickt und gestärkt wurde, den er im verworrenen Dickicht fand,
— so finden die müden und betrübten Kinder Gottes Honig im Walde, — unsterblichen Trost, inmitten der dornigsten Dickichte des Schmerzes, vom Baume des Lebens träufelnd.
Ihr Trostlosen, seid getrost! Jesus macht euch oft hier arm, um euch zu ihm Selbst, als eurem ewigen Gut zu treiben. Er vertrocknet oft jeden Tropfen, jede Quelle irdischen Glückes, — damit Er euch zu dem Geständnisse bringe: Er allein sei der Urquell eures Trostes und eurer Stärke. „Er scheint es darauf abgesehen zu haben," sagt Einer, der aus Erfahrung sprechen konnte,
— „jede Lücke auszufüllen, die die Liebe hat hinterlassen müssen; es war eins Seiner himmlischen Ämter, die gebrochenen Herzen zu verbinden." Wie herrlich vereinigt er in einem wunderbaren Vers die Tiefe und Zärtlichkeit Seines Trostes mit der Gewißheit desselben: — „Ich will euch trösten, wie Einen seine Mutter tröstetja ihr sollt ergötzt (getröstet) werde,:!
Ach, wie manche möchten ihren Pilgerstaud mit allen seinen Prüfungen, Leiden und Trüb- salen nicht geändert haben, nur um die unaussprechliche Teilnahme dieses Trösters der Trostlosen zu genießen, der mit einen: Strahle Seines himmlischen Lächelns das tiefste Erdendunkel zerstreuen kann!
Wie die funkelnden Gruppen der Sternbilder im hellsten Glanze am mitternächtlichen Himmel leuchten, so treten diese Worte Jesu, wie dienende Engel, in der tiefen, dunklen stacht irdischer Leiden hervor. Wir mögen keine Schönheit in ihnen erkennen, so lange uns die Welt noch sonnig und hell; aber Er hat sie uns zum Schatze gegeben für den dunklen und umwölkten Tag. Solches habe Ich zu euch geredet, auf daß, wenn diese Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß Ich es euch gesagt habe.
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Tn 6otte$Kraft.
Ein Bauer hatte einmal auf einem Missionsfeste Pastor Knak predigen gehört. Nun überredete er seinen Schulzen, doch das nächste Jahr auch mitzugehen und sagte: „Unter den Predigern, die dort reden werden, ist einer, (Knak war gemeint), wenn du den hörst, so mußt du weinen, du magst wollen oder nicht." „Das will ich doch erst mal sehen, ich weine so leicht nicht!" antwortete der Schulze. Die beiden sind hing:gangen. Der erste Redner
redet in herzlicher Weise, doch als er die Kanzel verlassen, sagt der Schulze zu seinem Freunde: „Ich weine nicht!" Der Bauer antwortete: „Warte nur!" Ein zweiter Redner tritt auf und nach Schluß dieser Predigt sagt der Schulze noch mal: „Ich weine nicht!" „Warte nur!" sagte wieder der Bauer. Nun erscheint Knak auf der Kanzel und redet in seiner erschütternden Weise von der Gnade und Erbarmung des Sünderheilandes. Da rennen dem Schulzen die Tränen ans den Augen. „Schulze, du weinst ja!" sagt der Bauer. „Ach, schweig doch, wer kann den hören und kalt bleiben," antwortet der Schulze. — Ja, warum haben oft unsere guten und frommen Worte keine rechte Durchschlagskraft, warum so wenig Erfolg an unfern Mitmenschen? Man gibt sich alle erdenkliche Mühe, bcii nächsten zu überzeugen und doch rinnen die Worte an ihm herunter wie das Wasier an der Dachrinne. Geisteskraft tut uns not! Wir müssen erst selber voll Geistes werden, danlit der Geist Gottes durch und aus uns rede, dann erst werden wir ein brauchbares Werkzeug in der Hand unseres Gottes.
K. K.
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Hkrstranlillkit itir lchliiniiijie Kkanlchkil.
„Was ivürden wir von einem Menschen denken, der über Zahnweh oder einen Schnitt im Finger klagte, wenn er am Herzen verwundet wäre? Würde das nicht sonderbar sein?
WZ och klagen die Menschen über alles andre eher, als über das Verderben ihres Her- zens. Viele werden ihre Zerstreuung beim Gebet bekennen, wollen aber nicht die Entfremdung ihres Herzens von Gott zugeben. Es tut ihnen leid, heftig gesprochen zu haben, aber nicht, daß ihr Gemüt leidenschaftlich ist. Sie gestehen ihre Entheiligung des Sabbats, aber klagen nie über ihren Mangel an Liebe zu Jesu, der eine Herzenssache ist. Das Böse ihre Herzens scheint ihnen nichts: ihre Zungen, Hände, Füße sind alles, was sie beachten. Was! Sie schreien über einen Schnitt in den Finger und fühlen keine Furcht, wenn ein Dolch ihnen ins Eingeweide gestoßen wird? O Wahnwitz der Sünder, daß sie am meisten spielen mit der Krankheit, die am gefährlichsten ist und allen andern Übeln zu Grunde liegt. Gottes große Klage über die Menschen ist,


