Ausgabe 
8.3.1914
 
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unsere Seele mit auserwähltem Stofs zum Nach- deukeu zu versorgen; er ist leicht zu finden, und möchten wir alle mit David sagen können:Herr, meine Gedanken sind immer vor dir."

M

Die Bibel.

Ein reicher Herr in Paris beschäftigte vier Arbeiter. Diele fanden sich an jedem Neujahrsmorgen bei ihm ein, um ihre Glück­wünsche darzubringen. Für diese Aufmerksam­keit erhielten sie stets ein entsprechendes Geschenk.

Als sie wieder einmal in dieser Absicht bei ihin erschienen waren, sagte der Herr: Hier sind eure Geschenke, und ihr habt die Auswahl: fünfzehn Franken oder eine Bibel."

Sagte der erste:Eine Bibel ist ja recht schön, aber ich kann nicht lesen." Und er nahm die fünfzehn Franken.

Sprach der zweite:Ich kann zwar lesen, aber ich brauche gerade sehr notwendig Geld," und nahm sich auch die fünfzehn Franken.

Meinte der dritte:Ich tat ja sehr gern in der Bibel lesen, aber ich habe schwache Augen " Da hatte er auch schon die fünfzehn Franken eingesteckt.

Da dachte der Herr:Der Vierte wird's wohl nicht besser machen!" Er hatte sich aber mit Vergnügen getäuscht.

Der vierte, ein bescheidener Jüngling, sprach:Meine Mutter hat sich schon immer

eine Bibel gewünscht, um das Wort Gottes stets im Hause zu haben. Daher nehme ich mit Ihrer gütigen Erlaubnis eines dieser Bücher und will der Mutter abends daraus vorlesen!"

Das ist brav!" sagte der Herr.Aber verlieren Sie mir auch nicht das Lesezeichen ails dem Buch!"

Das Lesezeichen?" Der Jüngling sah nach und fand einen Fünfzigfrankschein zwischen den Blättern.

Da machten die andern lange Gesichter.

Der Herr aber zuckte mit den Achseln und entließ sie mit den Worten:Es tut mir leid, daß ihr keine bessere Wahl getroffen habt. Wer nur aufs Geld sieht, ist immer betrogen!"

A. H.

vre! wichtige Kapitel.

Valerius Herberger sagte einst:,, Das dritte Kapitel im l. Buch Mosis, das dritte Kapitel ini Evangelium Johannis und das dritte Kapitel im Römeibrief sagen uns, woher die Sünde und alles Unglück gekommen, aber auch, woher die Gerechtigkeit und aller Segen zu erwarten ist."

Arbeitest du für den Sohn Bottes?

junger Mann lag auf dem Totenbette.

Alle, selbst feine Mutter hielten ihn für wahrhaftig fromm, denn er hatte an Jesum ge­glaubt. Da hört ihn die Mutter, als sie einmal am Krankenzimmer vorübergeht, rufen: Verloren! verloren! verloren! Besorgt tritt sie ein und fragt:Hast du denn auf dem Sterbelager deinen

Glauben an Christus verloren?"Nein, liebe Mutter," ist seine Antwort. Ich gehe der Ewigkeit getrost entgegen, aber mein Leben habe ich verloren. Ich habe 24 Jahre gelebt und nichts getan für den Sohn Gottes, jetzt bin ich am Sterben. Für mich selbst habe ich gelebt, für die Welt habe ich gelebt. Jetzt erst im Sterben habe ich mich dem Herrn ganz und gar übergeben. Er hat mich angenommen, aber mein Leben ist ver­loren." Würde es nicht von vielen heißen, wenn wir schnell weggerafft würden: Wir haben unser Leben beinahe verloren, ganz verloren, so­weit es sich darum handelt, ob wir andere zu Jesus geführt haben? Arbeitest du für den Sohn Gottes? Hast du dir einmal Mühe gegeben, eine Freundin oder einen Freund zu Christo zu führen ? Vielleicht ist schon lange Zeit verflossen, seit du ein Kind Gottes geworden bist, und du bist reich und glücklich in deinem Glauben. So gehe hin und teile auch andern von deinem Glück mit und beginne für Jesu Reich zu arbeiten, dann wird dein Leben kein verlorenes sein.

U

Litern, wachet über eure Kinder.

Ein furchtbares Leid hatte ein vornehmes Haus betroffen. Die blühende Tochter war von einem schweren Nervenleiden ergriffen, das aller ärztlichen Kunst spottete. Schließlich war das Ge­müt der Kranken so umdüstert, daß sie dein Irren­haus übergeben werden mußte. Stunden entsetz­licher Aufregung, die bis znr Tobsucht sich stei­gerte, wechselten mit Stunden verhältnismäßiger Ruhe, in denen sie, ihres Zustandes sich bewußt, bitterlich klagte, weinte und um Erlösung von dem schweren Leid betete. Der Anstaltsgeistliche