Ausgabe 
15.2.1914
 
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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Verlag der Buchhandlung der Pilgtrmission Viersen.

Redakteur: Stadtmissionar Helrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber - Eassel, Pfarrer Mockert-Frankfurt a. M. u. die Prediger der Pilgermission. Druck v.O. Meyer, Gießen.

Nr. 7. Sonntag, den 15.

Februar NN 4. 7. Jahrg.

Cin Held.

Wilhelm w. war noch ein junger Mann und doch schon ein regelmähiger Stammgast lm «gären», kln rechter Held lm gier- trinken. Da tat es ihm so leicht keiner zuoor. kr bildete sich daraus auch nicht wenig ein. Oftmals war er am Samstag abend mit seinem sauer ver­dienten Wochenlohn zur Wirtshaustür hereinge­gangen. aber mit leeren laschen, doch «voll» ge­trunken herausgetaumelt. wehe, wenn ihn dann jemand reizte! va konnte der sonst so gutmütige Wilhelm rasend werden, va schlug er draus, dah die Stücfce flogen. Ja, dann war er auch ein Held in der stohhelt, mit dem Mund und mit der tland. So ging 's vom Wirtshaus zum Lericht.

Seit einiger Zelt aber ver­mißte man Wilhelm im «gären», «was ist nur in den gurschen gefahren? wir müssen doch mal aus­passen», sagten seine «guten freunde!» am Stammtisch. Lines ftbends will er wieder ruhig am Wirtshaus Vorbeigehen, va sieht ihn so ein ehemaliger Zechgenosse. «Wilhelm,

komm, heute gidt's mal einen lustigen stdend!» Lr schrickt zusammen; es ist ihm arg peinlich, voch geht er still weiter, stder so leichten Kaufs kommt er nicht davon. Serade an de: Wirts­

haustüre packt ihn der andere an der Schulter. Siet), wie teuflisch er grinst auf unserm gilbe.

«Komm, Wilhelm, da drin warten sie auf dich! heute gilt es wieder: wer am meisten trinken kärm" ist König!» Linen stugenblick schwankt Wilhelm, vann aber saht er sich ein Herz und ent­gegnet fest: «Vas gibt es bei mir nicht mehr.» va tönt ihm ein höhni­sches Leiächter entgegen, «vu bist wohl ein from­mer geworden, so ein Mucker, ein Kopfhänger! willst wohl ins blaue Kreuz gehen, vah du solch ein erbärmlicher wicht wärest, hätte ich doch nicht gedacht. Wilhelm, Iah die from­men Schrullen fahren. Vas ist etwas für alte Weiber. Sei ein Mann, ein Held! Lahtxuns das Leben geniesten; man ist ja nur einmal jung!» ver Spott traf, voch mit entschiedener Wendung reiht sich