Redakteur: StadtmMonar Herrmann-Gietzen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel Pfarrer Mockect-Frankfurt a. M.. m# WrtMaer h»r «RNa-rniiMnn Ve^laa bei' Rn^bbandluna d«^ Ms<ie7-7nsss^7i Dru«ik van Ottn Meuer. lAteKen.
Nr. 3._ Sonntaq, den 18. Januar 1914. __7. Jcchrci.
Auf Leben und Tod.
Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von deni andern Tode.
Off. Joh. 2, 11.
Ter Adler auf uuscrem Bilde versteht keinen Spaß. Seine drallen sind scharf, sein Schnabel ist ivie ein Dolch. Wehe dem jungen Mann, wenn dieser Schnabel und diese Krallen ihn ergreifen. Zerrissen, aus vielen Wunden blutend, wird er als Leichnam im Abgrunde der Felsenschluchten ankommen. Das iveiß er auch, der junge Mann, darum ivchrt er sich bis aufs Aeußerste, darum strengt er alle Kräfte an, den gewaltigen Gegner niederzuringen. Einen Waffenstillstand gibt cs hier nicht, es wird auf beiden Seiten mit Todesverachtung gekämpft, bis einer niederstürzt in die Tiefe. Ist das nicht ein ernstes Bild von llnscrm Leben? Sind nicht auch um uns allerlei Vcrderbcnsmächte, die uns zu Fall bringen wollen. Hörst du den Flügelschlag der bösen Gedanken, ivie sie bei Tag nnd Nacht dich umschwirren und verwirren? Sichst du nicht, ivie jene finsteren Falkenaugcn heimtückischer Verführer und Verführerinnen auf dich gerichtet sind? Da ringt ei» Jüngling mit der Fleischeslust, die nüt schwerem Flügelschlag sein Haupt umflattert, seine Seele mit geilen Bildern der Wollust zu umgaukeln. £ Jüngling, es gilt dein Leben! Wenn der krumme, spitze Schnabel dieser Aasgeier dich zerfleischt, können deine Eltern dir bald einen Sarg bestellen. Käinpsc bis aufs Blut und Leben, wehre dich vor dem Umarmen der Sünde, reiß


