Ausgabe 
11.1.1914
 
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Gem^inschaftsblatt für Hessen.

Diese; Blatt erscheint wöchentlich einmal.

'Rebafteur: ©tabtmtfTtonar Herrmann-SIetzcn Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Eassel, Pfarrer Mockert-Frankfurt a. M. und die Prediger der Vtlaerniiffion. Veeiaa der Bindvandluna derPtiaerrniffton. Druck von Otto Meyer in Gießen, Ludwigstr. SO.

Nr. 2._ Sonntag, den 11. Januar 1914. _ 7< Jahrg.

So batte nun die gemeine frieden.

Apostelg. 9, 31.

Um Jerusalem her sind Berge, und der Herr ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit." Welch ein Trost für die Gemeine des Herrn und für jeden Einzelnen, der ein wahrhaf­tiges Glied an der Gemeine Gottes ist! Bist du auch ein Glied an der Gemeine Jesu Christi? Bist du aus Gott geboren und ein Kind Gottes? wenn ja, dann darfst du wissen, ivelch einen treuen Herrn und Heiland du hast und kannst dich deines Herrn rühmen. Das Volk Gottes hat einen großen, mächtigen Gottl

Wir legen in obigem Wort zunächst den Nachdruck auf das kleine WörtchenSo" ; das bringt uns zu der Frage: Wie, auf ivelche Art und Weise hatte nun die Gemeine Frieden? Es war infolge der Steinigung des Blutzeugen Stephanus eine heftige Verfolgung ausge­brochen, so daß die Gemeinen Gottes zum Teil zerstört und zerstreut wurde. Der junge Saulus in seinem blinden Gesetzescifer schnaubte mit Mord und Drohen ivider die Jünger des Herrn. Er selbst bezeugt davon :Ich ivar überaus unsinnig auf sie und zwang sie zu lästern, und wenn sie getötet wurden, half ich das Urteil sprechen." Im wahrsten Sinn des Wortes waren die Glieder der Gemeine Gottes damals wie Schlachtschafe geachtet. Da ivar es gciviß nicht leicht, ein Glied dieser Gemeine zn sein. Würdest du unter solchen Umständen auch ein Glied der Gemeine Gottes bleiben ? Vielleicht wird sich das gar bald beweisen müssen, wenn der Alensch der Sünde ans Ruder kommt.

Die Erstlingsgemeine aus Israel hatte aber auch gar keinen Schutz. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten, die geistlichen Führer und Leiter dieses Volks, waren es ja selbst, welche diese Verfolgung ins Werk setzten und dazu den feurigen Saulus bevollmächtigten, die Verfolgung bis in die fremden Städte fortzusetzen. Die geistlichen Führer des Volkes waren also selbst heftige Feinde der Gemeine Gottes. Wie ist es, wenn einflußreiche Leute Stellung gegen die Gläubigen nehmen und sie der Sektirerei be­beschuldigen, weil ans andere Weise keine Verfol­gung ins Werk gesetzt werden kann? Hast du den Mut, dich dennoch auf die Seite der Glau­benden zu stellen, und tust du es auch?

Ferner hatte diese Genieine auch keinen o b r i g k c i t l i ch e n S ch u tz, dessen wir uns erfreuen dürfen; vielmehr half die weltliche Obrigkeit, wo es anging, gerne mit, die Sekte der verhaßten Na­zarener auszurotten. War es nicht der Vertreter der römischen Weltherrschaft sannnt den geistlichen Führern Israels, ivelche den Herrn der Herrlich­keit kreuzigten? Herodes tötete Jakobus, des Jo­hannes Bruder, mit dem Schwert, und da er sah, daß es den Juden geftel, fuhr er fort und fing Petrum auch. Felir wollte den Juden eine Gunst erzeigen und ließ Paulus gefangen zurück, obivohl er von seiner Unschuld überzeugt ivar. Daher war auch für die Gemeine Gottes die Aussicht abgeschnilten, von der Obrigkeit Roms den er­sehnten Frieden zu erhalten. Hättest du auch den Mut, ohne obrigkeitlichen Schutz auf die Seite Jesu Christi zu treten und allen Schutz vom Herrn selbst zu erwarten? Diesen Atnt hatten jene Jünger und Jüngerinnen Jesu.

Wie mögen die heißen Gebete um Hilfe zum Herrn aufgestiegen sein! Möglicherweise haben viele für ihren bittersten Feind gebetet, so­lange gebetet, bis die Erhörung kam. Doch ist kaum zu erwarten, daß sie gedacht haben mochten,