Fluchet der Stadt Meros! Mein Bruder, geht dir dies Wort nicht durch Mark und Bein! Ich sage dir, wenn du dich Jesu Jünger neirnst, wenn du irgendwelchen Anspruch erhebe» willst auf deines Heilandes Erbarmen, dann ist es Zeit, daß du aufstehst und dich deinem König zur Verfügung stellst, wehe denen, die Jesus nur benutzen wolle», uni ihre Selbstsucht zu steigern, die nicht zufrieden sind mit dem, was ihr Ich hier unten ergattert, die auch den heiligen Gottes zu ihrem gehorsanren Diener machen wollen. „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sonder» das Schwert!" Dies Schwert richtet sich zuerst gegen unser liebes Ich, gegen unsere vei fluchte Selbstsucht, ge- gen unsere verdammte Bequemlichkeit, gegen unsere elende Menschenfurcht. Keine Gnade — ohne Dienst; keine vegebung der Sünde — ohne Hingabe der Persönlichkeit an den lebendigen HErrn; keine Freiheit — ohne unbedingte» Gehorsam gegen sein Wort!
Brüder, die Not um uns her ist grenzenlos! Hunderte in unserer nächsten Umgebung gehen ungewarnl den weg der Sünde. Sie wollen nicht verloren gehen, sie warten — wenn auch unbewußt — auf eine rettende Hand, die sich ihnen liebevoll entgegenstreckt. Sag an, geht es dir wie Hagar dort in der sengenden Todesglut der wüste: „Ich kann nicht anfehen ,0es
Knaben Sterben!" Mder hast auch du Bürgerrecht in der Stadt Meros ? Dann laß mich dir mit zitternder Hand das Ende deines Weges zeigen: Matth.
25, — H6. Da stehen sie zur Linken, lauter „ehr
bare Leute!" Nichts haben sie getan — das ist ihre Schuld I Der Mund der Liebe öffnet sich, die durch, bohrte Hand hebt sich: „Gehet hin von Mir, ihr
verfluchten!"
Einem Missionar in Indien träumte, er stehe an einem mächtigen Abgrund. Da sieht er Menschen herankommen —- Kinder, Jünglinge, Frauen, Männer — alle mit Sang und Klang. Sie nähern sich dem Abgrutid, und zu seinem Schrecken bemerkt er, daß alle blind sind. Diese blinden Leute kommen nun heran über die blumigeii wiesen, an den hohen Felsen vorbei, und einer nach dem andern stürzt in den klaffenden Abgrund. Entsetzlicher Anblick! Da hört der Missionar hinter sich lachende Stimmen. Er dreht sich um und sieht Leute beisammensitzen, die mit Eifer, aber unberührt von dem furchtbaren Unglück das Lied singen: „wach auf, Du Geist der erste» Zeugen."
Weh uns, wenn unser Glaubensleben zu einer solchen Karikatur wird! Der HErr will von unserm Glauben den Tatbeweis des Gehorsams sehen. Bist du in deiner Familie, in deinem Geschäft, in deiner Gemeinschaft, in deinem Verein ein Zeuge des Evangeliums, das du an deinem Herzen erfahren hast?
kin andermal!
„Das nächste Mal!" — „Ein andermal!" das sind kalte, herzlose, feige Worte, mit denen wir uns gern um eine Tat der Menschenliebe, um eine Pflicht gegen unfern Gott und Heiland, um den Beginn eines besseren Wandels — oder um sonst etivas Gutes herumzudrücken suchen. - Steht eilte arme Frau vor uirscrer Tür und bietet uns unter Träneil irgendeine Kleinigkeit
zum Kauf au, damit sie für ih.e Kinder Brod kaufen kann, so rufen wir ihr barsch zu: „Ein andermal!" und schlagen ihr die Türe vor der Nase zu. Das „Ein andermal! heißt allf ehrlich derltsch: Ucbcrhaupt nicht!" —
Tie fromine Hausfrau bitte! ihren Mann am Sonittagmorgeu: „Lieber Georg,sieh endlich heute einmal mit zum Gottesdienst!" Der hat noch dies uird das zu machen rurd sag!:,, Das nächste Mal!" Aber das nächste Mal kommt nie.
„Drl ivolltcst doch heute mit mir zu der armen Familie gehen, damit ivir seheir, ivie den Leuten zu helfen ist," sagte ein Freund zum andern. Der aber macht ein verlegenes Gesicht und antivortet: „Ein andermal! Heute habe ich Notwendigeres zu tun." Ein andermal hat er aber ebensowenig Zeit wie heute. —
Wenn du vor einer Christen-, Berufs- oder sonst einer Pflicht stehst, so verschieb sie ja nicht auf ein aitderes Mal, sondern tue sie sofort! Mit dem „Eiir andermal!" hat der Teufel schon viele gcsaitgeu und in die Hölle geschleppt. —
Programm für die (Aebetswüche vom 4.-10. Januar 1014.
Sonntag, 4. Januar.
Texte für predigten und flnfpractjen : 1. $U r. 1, 10;
Apg. 1, 8; Mark, lö, 15: Offb. 11, 15.
Montag, 5. Januar.
Dank und Beugung. Wir danken, daß Gott uns für die Verkündigung des Evangeliums heutzutage allenthalben offene Türen gibt. Wir demütigen uns darüber, daß wir uns so wenig bewiesen haben als Salz der Eide und Licht der Welt, in Haus und Familie, in Beruf und öffentlichem Leben. Wir beugen uns darüber, daß die Christenheit es noch immer an genügenden Mitteln und Arbeitskräften für das Werk des Herrn fehlen läßt.
Schriftstellen: 2. Sam. 7, 18-29; Pf. 96; 2. Tim. 3; Offb. 3, 7-22.
Dienstag, b. Januar.
Die allgemeine Kirche der eine leid, dessen Haupt Lhristus ist. Wir beugen uns darüber, daß die Einheit der Kinder Gottes noch so wenig in die Erscheinung tritt. Es sei unser betendes Anliegen, daß die Christenheit zur Bibel zurückkehre. Wir gedenken auch des Teils der Christenheit, dem die Segnungen der Reformation bisher nicht zuteil geworden sind.
Schrisistellen: Eph. 1, 15—23; Eph. 2,10—21 ; 1. Kor. 2, 1-5; Kol. 1, 18-24; 2. Joh.
Mittwoch, 7. Januar.
Die Dölker und ihre Herrscher. Wir haben Ursache, beit Herrn zu preisen, daß er unserm Volke nun so lange Jal,re den Frieden erbalten hat. Wir beklauen, daß die törichte Eifersucht der Völker untereinader nicht schwinden will. W r wollen bitten nm weitere Erhaltung des inneren nnd äußeren Friedens. Wir tun Fürbitte für die Könige und alle Regierungen, daß sie bei ihrem Regiment allezeit fragen nach dem obersten Willen des Königs aller Könige.


