Aushalten Gottes Gnade für einen verblendeten Menschen.
Steht nicht an der Schwelle des neuen Jahres der Engel Gottes anch an unserem Wege, um uns aufzuhalten von des Verderbens Pfaden. .Israel, dn bringst dich ins Unglück", so ruft dir der Mund der ewigen Liebe drohend, warnend, lockend am Anfang eines neuen Jahres zu. Halte ein und überlege, Sünder, o wo willst du hin? Dir graut selbst vor deinem Wege; denn ein Abgrund endet ihn. Ein Jüngling stand in der Nenjahrsnacht vor einer Wirtshaustreppe. Gerade hatte er die Gewissensstimme unterdrückt durch das Wort: „Man ist nur einmal jung." Da taumelt ein Jüngling zur Tür heraus, fällt die Treppe herunter und bleibt vor den Füße,, des Jünglings tot liegen. Nun sieht er den Engel des Todes mit gezücktem Schwerte vor sich stehen, nun fallen ihm die Worte seiner betenden Mutter ein: „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende, hin geht die Zeit, her kommt der Tod." Entsetzen erfaßt ihn; er eilt heim, seiner betenden Mutter in die Arme. Da isls besser als an dem Ort, wo die Spötter sitzen. Das war das Aufhalten Gottes. Jetzt liegt das neue Jahr wie ein versiegeltes Buch mit 365 schönen weißen Blättern vor uns. An jedem neuen Tage öffnet ein unbeschriebenes Blatt seine reine Seite; am Abend wird es von uns mit unfern Taten oder Unterlassungen beschrieben, oder beschmutzt von der eisernen Hand der Zeit zu den Akten der Ewigkeit gelegt. Wie viele solcher Blätter liegen von dir beschrieben schon drüben im Aktenschranke t er Ewigkeit? Wie hast du geschrieben? Wie viel Flecken, Fehler bergen jene Blätter deines verlebten Lebens? Wie viel verlorene Jahre schreien hinter dir her? Sollen die Blätter des Jahres 1914 anch wilder so wie bisher vollgekritzelt oder besudelt werden?
O welch tramige Abrechnung würde das geben, wenn die vielen Blätter unseres Lebens vor allen ausgelegt würden. Darum ruft heute der Herr uns ein Halt entgegen. St» he still, mache nicht so weiter. Noch sind nicht alle deine Tage abgelaufen, noch sind einige Blätter unbeschrieben. Einige Tage hast du noch zu durchleben. O lebe für Gott. Suche seine
Gnade, seine Freundschaft. Sein Blut macht den tiefsten Schaden gut. Wenn du dich von dem Schwert der Gerechtigkeit abschrccken lässest vom Wege des Verderbens, wird die linke Hand seiner Barmh rzigkeit dich die guten sel'gen Himmelswege führen. Wie danke ich ihm für sein treues An halten!
In M. w Ute ein Mädchen znm Tanze gehen. Die fromme Mutter bat ihr Kind mit Tränen, daheim zu bleiben, da sie das Tanzen wegen ihnr schwachen Lunge nicht vertrag- n könne. Doch die Tochter ließ sich nicht aufhallen. Sie ging znm erhitzenden, gesundheitsschädlichen Tanze. Doch als sie eine Stunde getaozt hatte, kam sie ganz aufgeregt nach Hause und sagte: „Mutter, ich hielt es im Tanzsaale nicht aus, wo ich hinsah, stand der Heiland in der Dornenkrone vor mir. Seht, teure Leser, das ist das große Aushalten Gottes. So hat der Heiland in der Dornenkrone schon manches Menschenkind aufgehalten, so möchte er auch am Anfang des neuen Jahres vor uns hin- trrten mit der Bitte: Komm her zu mir, der du mühselig und beladen bist, ich will dich erquicken. Und an seiner Heilandshand geht cs vorwärts, aufwärts, heimwärts nach dem wahren Vaterland.
Tluclut der Stadl meros!
Richter 5, 23.
P eld) furchtbare Schuld hatte denn die Stadt Meros auf sich geladen? Hatte es wie Achau sich am verbannte» des Herr» vergriffe»? Hatte es wie ^erobeam mit fremde» Götter» gebuhlt? Hatte es durch Raub und Mord de» Name» Zehovas befleckt? Nichts von all diese» furchtbare» Dingen lese» wir. „Fluchet der Stadt Meros; ja, fluchet sehr ihre» Bürger» ! Meil sie nicht gekommen sind dem Herrn zu Hilfe 1"
Hehovas Volk stand im Krieg! Ls war eine Zeit ernster Lntscheidung: Lntweder durch Kampf und
Sieg ein freies königliches Gottesvolk; oder durch Unterliegen — in Schmach und Knechtschaft. Ls galt, Blut und Leben einzusetzen für Zehovas Lhre und für des Vaterlandes Freiheit, Heilige Begeisterung erfüllte die Helden Zsraels! „Sebulons Volk aber wagte feine Seele in den Tod!" Aber während draußen die Brüder ihr Le. en cinsetzten, blieben die Bürger von Meros stumpf und gleichgültig in ihren Mauern. Mas kümmerte sie die Lhre Zehovas, die Bot der Brüder?! Solange der Feind nicht vor ihren eigene» Mauern stand, sollte nichts ihre Ruhe stören.


